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[WSOP Main Event] KQs UTG - Hand der Woche (Tickets zu gewinnen)

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Question
[WSOP Main Event] KQs UTG - Hand der Woche (Tickets zu gewinnen) - 25-07-2015, 14:39
(#1)
Benutzerbild von NerdSuperfly
Since: Jun 2007
Posts: 3.303
(Administrator)


Die Poker Hand der Woche mit und von xflixx - wie hättet ihr gespielt?

Postet eure antworten hier bis Donnerstag (30. Juli, 23:59 Uhr). Alle Antworten bekommen ein School Pass Ticket, die beste Antwort bekommt ein Freeroll-Ticket für das $5.000 Big Bang.

- Einzeiler im Stil von "fold preflop" oder "würde wie Poster XY spielen" zählen nicht
- Felix sucht den Gewinner aus
- Alle Tickets werden in den ersten beiden Wochen des Folgemonats gebucht!
 
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25-07-2015, 20:19
(#2)
Benutzerbild von zzr1100r
Since: Jan 2009
Posts: 19
Preflop:

UTG ist das Open raise 2,5 BB die richtige Wahl. Bei einem sehr aktiven Gegner kann man nach dem Call von einer weiten Range ausgehen. Diese beginnt wohl, trotz schlechter Position, schon mit mittleren suited connectors. Allerdings fallen starke Asse und mittlere Pockets bei einem aggressiven Spieler aus der Range heraus. Diese würde er mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem reraise spielen.

Flop:

Der Check gefällt mir gegen einen aggressiven Spieler sehr gut. Er könnte dazu verleitet werden, selbst die Initiative zu ergreifen und so schon auf dem Flop Value für einem generiert wird. Bei einem so drawlastigen Board hättte er, falls er etwas getroffen hätte, sofort angespielt. So setze ich ihn selber auf einen Draw und er nutzt die Freecard.

Turn:

Hier ändert sich für mich nichts. Um den Gegner mit seinem Draw in der Hand zu halten, ist die Betsize richtig gewält.

River:

Ich setze den Gegner auf eine straight oder einen Flush und würde für das re-reraise eine Betsize wählen, mit der er Pot committed ist und die evtl. ein reraise all in provoziert. Ich würde nochmals 6k drauflegen.
 
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25-07-2015, 20:22
(#3)
Benutzerbild von briccius
Since: May 2008
Posts: 36
Hi xflixx,

zunächst noch eine Bemerkung zur letzten Hand. Du sagst in Deinem Auflösungsvideo, die T sei am Turn gekommen, während Du im ursprünglichen Video sagst, die A sei am Turn gekommen und die T auf dem River. Wie war es denn nun!? Freu mich schon wieder auf geboomte Hände



Preflop:

KQs ist utg wahrscheinlich am unteren Ende der opening Range, zumindest FR. Hero bettet 2.5x. UTG+1 callt, was schon einmal aufhorchen lässt, da er bei uns eine starke Range vermuten muss und noch sehr viele SPieler hinter sich hat. Es würde also keineswegs überraschen, wenn AQs und sogar AK in seiner Flatting Range wären. Die Frage ist eher: wo zieht er die Grenze bei schwächeren Händen? Da Hero und Villain super deep sind, ist es denkbar, dass Villain durchaus auch einige spekulative Hände flattet, mitdenen er vielleicht sogar eine 3bet bezahlen würde, wenn sein Gegner deep genug ist. Über die 3bet-Freudigkeit des restlichen Tisches wurde nix gesagt, deswegen ist es schwierig einzuschätzen, wie loose villain hier flattet. Ich weiß auch nicht ob die Stacks alle so stimmen, kommt mir komisch vor, dass alle 35 000 haben, vielleicht ist das aber der starting stack und die Hand ist ganz zu Beginn des Turniers? Kenne die Struktur beim Main Event nicht.

Flop:

Ich verstehe den Check von Hero nicht. Er will vielleicht check-raisen, aber warum ein Check behind riskieren, wenn man so monströse Equity hat? Will er pot control in einem Pot mit super deepen stacks betreiben (350bbs each)? Es ist richtig dass seine Hand unimproved nicht für 3 Straßen value gut ist, aber checken kann er auch noch später...
Mir gefällt eine c-bet hier besser.

Turn:

Endlich die Value-bet, ich denke ich hätte sie kleiner gesized, nicht dass Villain hier auf die Idee kommt einen Draw zu folden. Aber vielleicht will Hero hier schon bluffy aussehen...? Außerdem gibt sich Villain mit Draw vielleicht implied odds und callt einfach trotzdem eine potsized bet, weil so deepe stacks behind...(schönes Deutsch, gell?)

River: bink, aber wie soll man max value machen? Knappe pot size bet sieht sehr vernünftig aus, vor allem nach villain´s snap call am turn. Und man kassiert das Raise. Juhu! Was bedeutet das für seine Range!? Ich denke nur Flush oder Straights for value (AQ?), manchmal auch Bluffs, die einfach davon ausgehen, dass wir selten einen Flush haben, weil wir Flop checken, besonders, wenn Villain, wie gereadet, aggressiv und aktiv ist und seine Spots sucht... Leder blocken wir die Qd zum 2nd nut Flush...

In dieser Hand muss man nun überlegen, ob der Gegner irgendeine Hand for value raist und damit ein 3bet bezahlen würde. Und wenn er ein 3bet bezahlen würde, ob er dann nur bezahlt, weil er uns einen Bluff (bzw. genügend Bluffs) gibt oder weil er meint er sei noch oft genug ahead gegenüber unserer value 3betting range. Ich denke, Letzteres kann man ausschließen. Es würde für Hero keinen Sinn ergeben einen J high flush oder schlechter zu 3betten, ich denke weder for value noch als Bluff. Was Hero aber machen könnte, wäre ein Nuts Blocker Bluff mit einem einzelnen Kd.

Also sollte Hero versuchen Villain einen solchen Nuts Blocker Bluff mit einem einzelnen Kd zu verkaufen. Die Voraussetzugen dafür sind gar nicht so schlecht, schließlich erscheint es für Villain wahrscheinlich, dass Hero, hätte er tatsächlich Nut flush draw gefloppt, c-betten würde. Da Hero dies unterlassen hat, könnte Villain geneigt sein ihm hier ein paar Bluffcombos zu geben. Welches Sizing ist am besten geeignet?

Betsizing:

Ich denke hier könnte entweder irgendeine Form von Overbet oder ein Min-Clickback geboten sein. Ein Push erscheint allerdings uncallbar für Villain, schließlich ist es trotz des Flop checks nicht ausgeschlossen, dass Hero die Nuts hält. Und wie oft sieht man im (Live-)Turnierpoker von guten Spielern einen 3bet-bluff-overshove am River bei so deepen stacks? Aber wer weiß!? Erst tanken, dann "den ganzen Mut zusammennehmen" und shippen, vielleicht noch den Kd zeigen (wäre das eigtl. erlaubt)!?

Der andere Ansatz wäre halt so klein zu raisen, dass der Gegner pot odds-wise callen kann oder es zumindest denkt.
Deshalb denke ich ein Raise auf der kleineren Seite ist besser... Pot size raise wäre auf 14750, also könnte man vielleicht so auf 7 000 bis 10 000 raisen oder man macht tatsächlich ein Clickback auf 5100. Und hofft, der Gegner denkt einfach nur sowas wie "ich hab 3rd nuts, pot odds und so - call"...

Ich denke, ein Call von Villain ist in jedem Fall extrem unwahrscheinlich, aber so halt ein bisschen wahrscheinlicher. An den spazz-out-4bet-rebluff wagt man natürlich gar nicht zu denken...lol
 
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25-07-2015, 21:35
(#4)
Benutzerbild von dommdomming
Since: Jul 2012
Posts: 17
Hi Felix,

ich denke das er wohl sowas wie pocketpair hält oder two pair getroffen hat bzw trips oder einen niedrigeren flush oder eben garnichts

bezüglich der bet nach dem river.....ich würde hier wohl noch soviel betten das er noch zahlt aber nicht soviel das er geht um noch bischen value rauszuholenkonkret würde ich hier auf 5,5-6k reraisen und abwarten was er macht....wenn er called hast noch bischen was rausgeholt wenn er reraised soll es uns einfach gefallen und wenn er folded haben wir es probiert generell würde ich solchen spielern die scheinbar in aller munde sind ein toughes aggressiveres spiel zusprechen was es uns in manchen spots wie beispielsweise diesen leicht macht...im prinzip verhagelt er hier einen großen teil seines stacks um den pot irgendwie für sich zu entscheiden....ich denke jedoch das er weil er ein guter spieler ist schon was auf der hand hält halt eben nur schlechteres wie das deinige daher wie schon gesagt bischen loose noch für value betten und ihn vllt nochmal dazu verleiten völlig abzudrehen und nochmal ne megabet auszupacken bzw all in zu gehen das wir dann dankend annehmen...denke zwar nicht das ein guter spieler das dann macht aber gut bei nem niedrigeren flush könnte auch dieser wunsch in erfüllung gehen und somit wäre ein guter spieler weniger am tisch und du nach wie vor sitzend am tisch mit doppeltem stack

ps: schön das du das jetlag überstanden hast und nächstes jahr main event wirds besser

wieder grüße aus bayern

tom
 
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25-07-2015, 21:43
(#5)
Benutzerbild von Gelatini
Since: Dec 2013
Posts: 7
Hallöchen wieder mal,

und auch ich probiere mich mal wieder an einer Analyse....

für mich sieht das stark nach einem Bluff aus.....denke er hält AK oder AQ auf der Hand bzw fast würde ich ihm ja noch AA geben aber ok weiss man ja nicht

das er ein starker Spieler sein soll gut....soll uns erst mal nicht stören sind ja auch nicht grad schlecht

mein gedanke wäre eher....ein guter spieler arbeitet generell immer an seinem Spiel....stur tight zu spielen ist auch für die besten nicht immer das mittel zum zweck....da werden auch mal dinge gespielt bzw da müssen auch manchmal dinge gespielt werden die etwas risky sind...no risk no fun...das kann gut gehen geht aber manchmal auch extrem schief...hier in diesem von dir erläuterten beispiel würde ich sagen gehts bei ihm grad mächtig schief!

man spürt förmlich wie er versucht die stärkste hand verkaufen zu wollen...am ende mit dem reraise am deutlichsten....ich würde hier angesichts der tatsache das ich nicht glaube das er garnichts hat ein reraise auf 6500 machen und im falle eines all ins ist die entscheidung denk ich leicht zu fällen


liebe Grüße
 
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Hand der Woche - 26-07-2015, 10:58
(#6)
Benutzerbild von Bansi84
Since: Jul 2015
Posts: 5
HAllo Felix

Preflop würde ich eine 3 Bett machen, gefällt mir damit ich eine starke Hand zeigen kann, vor allem als utg.

Nach dem Flop hätte ich nochmal 1/2 Pot bezahlt um dem Gegner noch Raum zu geben um zu callen.

Auf den Turn hätte ich dann ein check/call gemacht

Auf dem River eine kleine pett damit er bezahlt oder reraist. Ich werde natürlich schauen das ich alle Chips in die Mitte bekomme.

In deinem Beispiel denke ich das der Gegner auch sehr gut getroffen hat, also würde ich ein sehr kleines reriais machen damit er noch immer glaubt die beste Hand zu halten, in der Hoffnung das er callt oder All in geht.


Ich bin schon neugierig auf die Auflösung.

LG PAtrick
 
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26-07-2015, 13:13
(#7)
Benutzerbild von wiNNin83
Since: Sep 2011
Posts: 1
Preflop:

KQs ist natürlich ein klares Openraise. Sehr gut gefällt mir die Size bei den großen Stacks. Wenn ein guter Spieler in utg+1 flattet, wird seine Range meist super stark sein. Selbst Hände wie AK, KK oder QQ wird er oft flatten da. Deshalb sollte man schon sehr vorsichtig agieren.

Flop:

Ich liebe den Check. Und zwar aus folgenden Gründen: 1. können wir so den Pot klein halten. 2. können wir auf fast allen Runouts runtercallen und lassen alle schwachen Hände des Gegners in seiner Range.
Aber vor Allem: Er wird nie, nie, niemals vermuten, dass wir einen Flush Draw zu ihm checken. Deshalb wird er Flushkarten auf Turn und River oft bluffen oder sogar mit dünn für Value betten / raisen. Das gibt uns riesige implied odds für den Fall, dass wir den Flush treffen und daher ist der Check meiner Meinung nach optimal.

Der Gegner checked den Flop behind. Da er als tougher Reg seine Hände nicht immer face up spielen wird, sagt uns das nicht viel. Ich denke aber dass er verwundbare Value Hände wie AQ, KK oder AA hier fast immer betten würde, wir können diese aus seiner Range streichen. Dennoch wird er hier auch oft Hände haben, die das Board sehr gut getroffen haben.
Als Draws wird er KJs (falls das überhaupt in seiner flatting range ist) eher anspielen, vor allem weil er auch flushes reppen kann.

Turn:

Nach dem x/x auf dem Flop ist eine Bet sicher richtig, zumal der Turn einen 2. flush draw bringt. Ich sehe nicht ganz den Sinn einer potsize bet, da man die doch eher nicht mit einem draw machen würde. Ich denke eine bet von 450 representiert eine weitere range und gibt daher dem Gegner mehr Raum für Fehler.

Villain called die potsize bet. Er wird da meistens entweder eine bessere oder ähnlich starke Valuehand haben wie wir oder einen Kombodraw wie JTss, T9ss.

River:

Wir machen versteckte Nuts gegen einen aggressiven Spieler, was eine Traumsituation ist. Die Betsize von fast Pot ist da sicher nicht verkehrt. Über Balance muss man sich in dem Spot keine Sorgen machen, weil wir ja quasi nie Nuts haben.

Für den Gegner sieht unsere Value Range jetzt aus wie ATs oder AQ, evtl AK.

Er wird alle besseren Hände als diese raisen (was fast ausschließlich QQ und TT sind zu diesem Zeitpunkt, evtl 55 und 33 ), aber auch oft bluffen, weil unsere Range sehr capped aussieht.

Nachdem der Gegner raised, sollten wir an einem Live Tisch auf jeden Fall erstmal innehalten und überlegen. Er wird den River nicht 4 bet bluff jammen, aber uns wahrscheinlich mit Sets auszahlen, wenn wir es so verkaufen als würden wir eine Hand mit Blocker zu den Nuts in einen Bluff verwandeln.

Daher kann man hier sehr groß raisen. Viele Hände folden ohnehin gegen kleine 3bets und die, die callen wohl auch gegen große 3bets. Ich persönlich würde hier auf etwa 11 - 12000 3betten, wobei ich auch etwas größere oder kleinere 3bets nicht verkehrt finde.
 
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26-07-2015, 15:45
(#8)
Benutzerbild von Noxtroxos
Since: Jul 2015
Posts: 3
Hi xflixx,

Frage aus dem Video: Was solltest du auf dem River gegen das Reraise tun?

Fold? Unsinn du hälst die Nuts!
Call? Unsinn du hälst die Nuts!
All-in? Nein! So viel wird er nicht bezahlen.
Raise (3-Bet)? Ja!
Kleines Raise (das 2-3fache)? Nein! Warum? Es sieht so aus als ob du einen Call haben möchtest.
Hohes Raise (das 5fache oder mehr)? Nein! Warum? Da weder ein Full-House, etwas noch besseres oder ein hoher Flush für deinen Gegenspieler möglich ist (er hat im besten Falle J9 in Karo) würde er dieses Raise nicht bezahlen.

Möglichkeiten, welche Hand dein Gegner haben könnte: Ich denke er hält entweder JK und hat somit die Straight gemacht oder er hatte einen Pik Flushdraw auf dem Turn.

1) Er könnte bluffen! In diesem Falle ist es egal wie viel du raist er wird folden.
2) Er hat Two-Pair oder ein Set! In diesem Falle wird er vermutlich ebenfalls folden, da ihn sowohl eine Straight, als auch ein Flush schlägt.
3) Er hat eine Straight mit JK (Ich denke 24 kann man ausschließen^^)! Hier besteht eine bessere Möglichkeit, dass er deine 3-Bet bezahlen wird.
4) Er hat einen niedrigeren Flush! Hier besteht eine gute Möglichkeit das er deine 3-Bet callen wird.

Wie hoch sollte deine 3-Bet sein und was willst du damit bezwecken?

Beantwortung der Frage aus dem Video: Ich würde in deiner Situation nach längerem Überlegen auf 15.750 raisen! Warum? Es sollte für ihn wie ein Bluff aussehen. Bei einer niedrigeren 3-Bet sieht es eher so aus als ob du einen Call haben möchtest. Bei einer höheren 3-Bet ist die Chance zu gering, dass er callt. Immerhin hat er ja maximal J9 in Karo.

Frage aus dem Video: Handanalyse

Preflop: Mit KQs UTG ein Raise von 2,5BB ist durchaus akzeptabel. Warum? Man bekommt viele Spieler aus der Hand und signalisiert Stärke (Position). Nur UTG+1 bezahlt (ein aggressiver Spieler). Dieser Spieler kann eine recht breite Range an Händen haben, wobei er AA,KK,QQ,JJ,AK,AQ möglichweise noch einige mehr, als aggressiver Spieler vermutlich gereraist hätte (3-Bet).

Flop (Qp,10d,3d): Du checkst. Warum? Du möchtest deinem Gegenspieler signalisieren, das du nichts mit dem Flop anfangen kannst. Da es sich um einen aggressiven Spieler handelt wird er möglichweise setzen, was er jedoch nicht tut. Dennoch gibt er dir vermutlich weder die Dame noch den Flushdraw. Dein Gegenspieler kann mit dem Flop vermutlich nichts anfangen oder hat einen Straight-, Flushdraw und möchte den Pot nicht aufblähen, daher checkt er hinterher.

Turn (5p): Du bettest 6BB (600). Warum? Du möchtest, dass der Pot größer wird und könntest durch die Setzgröße, vor allem durch den Check vorher, einen Call bekommen. Immerhin hast du ja 2 Damen und einen Flushdraw. Dein Gegenspieler bezahlt. Durch seinen Call zeigt er, dass er entweder einen Straight-, Flushdraw, wie schon auf dem Flop hat oder glaubt dich auf dem River rausbluffen zu können.

River (Ad): Dein Flush ist nicht nur angekommen, du hast sogar den Nutflush gemacht und bettest 1.500. Warum? Du hast die stärkste Hand und möchtest mindestens einen Call haben. Durch diese Setzgröße gibst du deinem Gegenspieler die Möglichkeit zu bluffen oder mit einer guten Hand zu reraisen, was er auch tut. Dein Gegenspieler raist auf 4.300, weil er glaubt das du bluffst oder nur eine relativ schwache Hand hälst, die er durch das Reraise zum Folden bringen kann. Es besteht auch die Möglichkeit das er JK hat und einen Call haben möchte.

Schlussfolgerung: Je nachdem wie viel du raist wird er entweder callen oder folden. Wenn er geblufft hat, was durchaus im Bereich des Möglichen liegt, wird er seine Hand so oder so folden. Einen Call bekommst du nur mit einem nicht zu hohen Raise. Das Raise sollte aber auch nicht zu niedrigen sein, weil dein Ziel sein sollte, deinem Gegenspieler zu vermitteln, das du bluffst. Einen Call bekommst du vermutlich nur von einer Straight oder einem niedrigeren Flush. (siehe Beantwortung der Frage aus dem Video weiter oben)

Frage unter dem Video: Wie hätte ich die Hand gespielt?

Preflop: kleines Raise --> 2,5BB (250)

Warum? Das Ziel sollte sein, schwächere Hände zum Folden zu bringen, den Pot etwas aufzustocken und eine starke Hand aufgrund der Position (UTG) zu repräsentieren, um später möglicherweise davon profitieren zu können. (z.B. könnte man bei einem schwächeren Flop den Gegner eher mit einem Bluff aus der Hand bekommen, als wenn man von einer anderen Position aus geraist hätte)

Flop: Raise --> 3BB (300) (sollte er callen --> Turn)

Warum? Ziel ist es den Pot weiter aufzustocken, weil man sowohl die Dame getroffen als auch einen Flushdraw hat. Sollte der Gegenspieler irgendwas mit dem Flop anfangen können oder vorhaben später zu bluffen wird er diese Bet bezahlen. Das geringe Raise soll ihm den Eindruck vermitteln, das man eine recht ordentliche Hand hält, unabhängig vom Flop. Es ist für den Gegenspieler also nicht zu erkennen, ob man mit dem Flop etwas anfangen kann oder nicht.

Turn: Raise --> 6 BB (600) (sollte er callen --> River)

Warum? Ziel ist es den Pot weiter aufzustocken, immerhin hat man das Top Paar und einen ordentlichen Kicker + Flushdraw. Da mittlerweile schon einiges im Pot liegt und es für den Gegenspieler nicht ersichtlich ist, ob man blufft oder nicht, wird er, sollte er Outs haben oder weiterhin vorhaben zu bluffen, bezahlen.

River: Check (sollte er Raisen --> Reraise)

Warum? Es soll für den Gegenspieler so aussehen, als ob man die Hand aufgibt (Ich hab versucht dich zum Folden zu bringen, hat aber nicht funktioniert). Außerdem gibt man ihm eine gute Gelegenheit zu bluffen.

Je nachdem wie viel er auf dem River setzt (Annahme 4.300) und ob er Flop und Turn bezahlt hat, würde ich auf 10.000 raisen.
Warum? Es ist eine so geringe Bet, dass er sie mit einer Straight oder einem niedrigeren Flush vermutlich bezahlen wird. Für den Gegenspieler sieht es nicht nach einem Bluff aus, daher sollte das Reraise relativ gering sein.

Fazit: Durch meine Spielweise wäre es für den Gegenspieler ersichtlicher das man einen Flush hält. Er würde das Reraise am Ende vermutlich nicht bezahlen. Außerdem wäre der Pot kleiner.

Wie hättest du die Hand spielen sollen?

Genau so! Du hast die Hand meiner Meinung nach optimal gespielt, vor allem der Check auf dem Flop hat mir gut gefallen, ich hätte vermutlich geraist (wäre nicht so gut gewesen^^). Deshalb gibt dir dein Gegner vermutlich eher keinen Flush und bezahlt die 3-Bet auf dem River, sofern er einen niedrigeren Flush oder eine Straight hält.

Geändert von Noxtroxos (31-07-2015 um 03:34 Uhr).
 
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26-07-2015, 16:51
(#9)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 211
Preflop:

9-handed UTG in einer frühen Turnierphase (Blinds sind erst bei 50/100) wäre mir KQs in UTG einfach zu schwach, um es zu spielen. Zwar blockt man KK/QQ, aber es gibt noch sehr viele Spieler, die einen 3-betten könnten und was dann? Dann ist man oft dominiert, deep, ausser Position und kann nicht so viele wirklich starke Hände treffen. Einen guten Draw zu den Nuts bekommt man sehr selten, da man das Flush Ass nicht hat und ein oesd nur mit JT auf dem Board geht. Wenn ich looser spielen wollte, dann mit einer Hand, die verlässlich ein Set treffen kann, also irgendwelchen Pockets oder kleineren suited Connectors, die mehr Straights und oesds treffen können.

Flop:

Da Villain preflop cold callt, kann man einige wirklich starke Hände bei ihm so gut wie ausschliessen. AK wird er wahrscheinlich nicht haben, auch keine AA. Mit diesen Händen will er keinen grossen multiway Pot aufbauen, in dem er mit einem Call den Spielern hinter sich gute Odds gibt, auch in den Pot einzusteigen. Top Set QQ blockt man. Wahrscheinlich hat UTG3 eine spekulative Hand, die sich auch gut in einem multiway Pot macht. Pockets oder suited Connectors, vielleicht auch ein suited Ace, suited Broadways.

Da man selbst top Paar + Flush Draw hat, schränkt das für Villain sehr die Möglichkeiten ein, selbst eine gute Hand zu haben. Seine suited Broadways haben so gut wie nie getroffen, seine suited Aces selten, suited Connectors auch selten, von Pockets, die ein schwächeres Paar haben, bekommt man wohl nicht viel. Gegen die Draws von suited Connectors ist man geschützt, weil man den besseren Flush Draw hat. Der Gegner kann nicht so viele Hände haben, mit der er eine Bet bezahlen würde. Das wäre bei AQ oder AA/KK anders, da die dem Gegner mehr Möglichkeiten geben würden, den Flop zu treffen. Für solche Hände ist es attraktiver den Flop zu betten als für deine Hand. Da es vielleicht schon ein paar Hände in deiner Range gibt, die du gerne checken würdest (AK?, 99-77?) schadet es nicht, auch ein paar starke Hände in der Checkingrange zu haben, vor allem, wenn man damit keine 3 Valuebets hat.

Turn:

Keine Karte, die Villain viel weiter geholfen haben wird. Andererseits ist unsere Range durch den Check am Flop schwächer geworden als es eine betting Range am Flop gewesen wäre. Damit ist zu erwarten, dass eine Bet am Turn von mehr Händen bezahlt wird als eine Bet am Flop. Ausserdem hat man nach wie vor eine sehr gute Hand, für die man auch etwas Value will. Die Bet darf auch gerne recht gross ausfallen, da wir einige unverbesserte Hände in der Range haben, die bluffen könnten.

Der Gegner hat am Flop Potcontrol betrieben. Es werden sich viele Pairs in seiner Range befinden, die eine Turnbet bezahlen und die auch bei einer grossen Bet nicht einfach aus dem Pot kommen, da der pot wegen der Potcontrol insgesamt nicht mehr so gross werden wird. Die kleine Karte ist für alle Pairs in der gegnerischen Range eine sichere Karte, da sie hero fast nie zu einer sehr starken Hand verhelfen wird. Mit den meisten Monstern am Flop hätte Hero gute Gründe gehabt, diese dort auch zu betten. Ca. Potsize ist gut.

River:

Guter Treffer, natürlich ist die Frage, womit bezahlt der Gegner? Das Ass trifft unsere Pair Hände nicht so schlecht zu top Pair oder 2-Pair, eine Straight aber so gut wie nie (wer spielt schon KJo in UTG) und einen Flush relativ selten, weil das Flush Ass auf dem Board liegt. Ein Ass kann der Gegner nur haben, wenn er am River 2-Pair hat oder einen Nut Flush Draw in Pik hatte. Hero kann top Pair nicht gut für Value betten, weil es nur wenige schlechtere Hände von Villain gibt, die eine Bet bezahlen könnten. Hero hätte aber vielleicht einen negativen Freeroll mit einem Ass. Hätte Hero an dieser Stelle ein Ass (AK, suited Asse), dann wäre check oder eine nicht so grosse Blockbet am vernünftigsten. Villain könnte versucht sein, eine Blockbet zu raisen (auch als Bluff), da die meisten seiner Draws ankamen (Pik Flush Draw kam nicht an). Eine Blockbet wäre geeignet, einen Raise von einer schwachen Hand zu provozieren. Starke Hände wie Straight oder Flush würde auf jeden Fall raisen. Villain hat einige schwache Hände, die in einen Bluff verwandelt werden könnten (QJ, JT, T9, geplatzte Pik Flush Draws). Damit ist die Chance auf einen grossen Raise gross, damit Villain viele Bluffs in einem Raise unterbringen kann. Da der Gegner aggressiv ist, würde das gut in sein Mindset passen.

Eine grosse Bet kann von weniger made Händen gecallt werden. Von marginalen Händen wie top Pair wird man kaum noch Value bekommen. Gute Hände wie Flush oder Straight werden raisen, da Hero selten einen Flush haben sollte.

Also ist die Frage: besteht die Range des Gegners zum grossen Teil aus Monstern? In diesem Fall bekommt man mit einer grossen Bet mehr Geld in den Pot. Besteht sie überwiegend aus marginalen Händen, dann ist die Chance auf einen grossen Pot mit einer Blockbet als Provokation besser.

Ich glaube, dass die gegnerische Range zum grössten Teil aus marginalen Händen besteht. Die meisten Flushes sind für ihn geblockt, da suited Connectors nicht so sehr viele Kombinationen sind und man mit K und Q in der Flushfarbe viele blockt. KJo ist für UTG3 vielleicht auch nicht gerade die Hand, die er in seiner Position spielen will. Ich denke, er hat hier nicht so wahnsinnig oft Straight oder Flush, sondern ziemlich oft so etwas wie KQ, QJs, JTs, T9s, Pockets, die am River alle Trash sind.

Ich würde daher lieber versuchen, mit einer 25-30% Bet einen Raise zu provozieren als mit einer grossen Bet Value aus den relativ wenigen Monstern herausholen zu wollen.

Wie auch immer, eine grosse Bet wurde gespielt, der Gegner raist gross. Es ist klar, dass seine Valuehände Straights oder Flushes sind. Seine Flushes können fast nur suited Connectors sein, von denen die mit Q und besser blockiert sind. Also eine handvoll Kartenkombinationen. Die Straight hat aber noch weniger Kombinationen, wenn man nicht gerade annimmt, dass der Gegner KJo in UTG3 spielt. Die Flushes sollte er nicht einfach wegwerfen, da er noch eine Straight zum wegwerfen hat. Ich denke, man kann hier gross reraisen, weil seine Hände alles Monster sind und es wirklich nicht viele sinnvolle Kombinationen für die Nuts bei Hero gibt.

All-in ist zu viel, wenn die Stacksizes ungefähr stimmen, aber eine ca. 14k Bet würde ich machen. Villain hat genug Reststack, dass er das Turnier noch weiterspielen kann, selbst wenn er verliert, so dass er so eine Bet auch callen kann. Eine 10k Bet würde dich ausserdem noch nicht committen, so dass Villain nicht den Eindruck haben muss, dass du in der frühen Turnierphase schon aufs Ganze gehst (und das wohl nur mit den Nuts machen wirst).

Geändert von Rechnerstrom (26-07-2015 um 17:28 Uhr).
 
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26-07-2015, 22:02
(#10)
Benutzerbild von babohe1991
Since: Sep 2012
Posts: 7
Ich gebe ihm eigentlich AA, QQ, AT, einen Flush oder nichts. Ein Top Paar oder ein Set nach dem Flop hätte ein aggressiver Spieler in Position mit einer bet oder einem raise nach dem Turn verteidigt.
Auch mit den Nuts würde ich nicht all in gehen oder zu hoch betten, denn ich denke als guter Turnierspieler wird er ohne die Nuts nicht zu Beginn fast alle seine Chips riskieren, besonders da auch er bestimmt weis gegen wen (xflixx, Team PokerStars) er spielt.
Bei einer Bet von 10k sollte er eigentlich mit AT Gelegenheit zu einem schlechten Call haben, wenn er uns AK gibt. Mit J9d wäre zumindest am Flop eine Bet von mir gekommen. Slow gespielte Asse oder Queens gehören auch bei einem aggressiven Spieler bestraft.
Von einem Bluff bekommen wir sowieso kein Geld mehr.