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Mache meine Interpretation der HUD Statistiken von meinen Gegnern sinn? >>> Pokertrac

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Machen meine Interpretationen der HUD Statistiken von meinen Gegnern Sinn? - 04-09-2015, 08:46
(#1)
Benutzerbild von R-Tech24
Since: Sep 2014
Posts: 26
Hallo an alle,

bin gerade dabei mein HUD etwas zu optimieren und bekomme auch gerade Coachings zu NL2 Cashgame auf Stars und mein bester Freund ist
der gute Harrington, also ich bin seit einer ganzen Weile dabei neben meinem Informatik Studium mich intensiv mit der Materie zu beschäftigen und klar kann man sich NICHT immer auf Statistiken verlassen, vor allem nicht wenn mann erst ein paar Hände von den Gegner erfasst hat, ABER im großen und ganzen habe ich schon festgestellt, dass die Werte eigentlich meist zu den Aktionen der Gegner passen...

Worauf ich eigentlich raus möchte ist, dass ich mein HUD nicht nur so verstehen möchte "ah ja VPIP hoch PFR hoch" aggres. Spieler und "aha VPIP niedrig und PFR niedrig also passiver bzw. tighter Spieler!

Im Harrington Buch stehen schon viele Beispiele drin, aber ich bin eher ein Mensch, der drüber diskutieren muss und Feedback braucht ums so richtig zu kapieren. Deshalb hier ein paar Gegner an meinen Tischen, die ich aufgrund der Statistik wie folgt einschätzen würde und mich würde interessieren was Ihr zu meinen Gedanken so für Erfahrungen, Anreize oder Verbesserungen habt?

Vor allem aber würde ich auch gerne lernen den Gegnern Handspektren zuzuordnen und wie ich gegen diese Gegner wie spielen sollte... Das sind meine Ziele!

Was mir besondern schwer fällt sind Zusammenhänge der einzelnen Wert. Da würde ich gern mehr erfahren... Deshlab schreibe ich auch immer hinter den Werten wie VPIP oder CB, wie ich den Gegner aufgrund seiner Werte einschätze...

Meine Farben der Spieler

Loose aggr. = gelb
Tight aggr. = rot
Tight passiv = blau
Loose passiv = grün


||e4KuN



- spielt wenige Hände (Vpip 18), die die er spielt raist er aber meist (PFR 14), also nur starke Blätter kommen zum Einsatz mit
vlt. 10% von Händen spielt er vermute ich...

- Conti bettet auch häufig (CB 60), also will er seine gute Hand dann eigentlich auch spielen, vor allem weil sein FCB (Fold to Conti Bet 100) Wert sehr hoch ist geh ich davon aus, dass er sich eigentlich mit seinen starken Händen, wenn er was getroffen hat auf keinen Fall rausdrängen lässt.

- Er 3 bettet auch gelegentlich, aber nur wenn er das Gefühl hat, dass er absolut die stärkste Hand hält.

- wobei er sich leicht bestehlen lässt in den Blinds wenn er keine gute Starthand hält (Fold to Steal 90)

- Er lässt sich auch mit ReRaises relativ leicht eliminieren (Fold PreFlop 3Bet after Raise 100), d.h. selbst wenn er ein starkes Blatt hält wo er auch den Flop getroffen hat und somit anspielt, hat er große Bedenken selbst diese starke Hand evtl. Top Pair + guter Kicker weiterzuspielen wenn man ihn mit einer 3 Bet ärgert!)

Er will in fast 50 % aller Fälle seine Hand durchpressen (ich nehm an, immer dann wenn er nicht auf Gegenweher (wie 3 Bets oder so) stößt, falls ja fodet er konsequent, deshalb "nur" die 43% WTSD (Went to showdown)

Einstufung:
ich vermute er spielt nur sowas wie hohe Broadway Karten, hohe - mittlere Pockets und hohe suited Connectors.
Er ist ein tighter Spieler, der wenn er was hohes getroffen seine Hand durchpresst bis zum Showdown und sich nicht mit ner ContiBet vertreiben lässt, aber wenn er den Flop verfehlt hat nicht weiterspielen würde, wenn er mit ner Bet belästigt wird. Darüber hinaus hat er Angst vor 3 Bets aufm Flop und würde sich selbst mit middle oder Top Pair leicht rausdrängen lassen.

Spielweise gegen diesen Typ: Aggressiv mit Conti- und 3 Bets versuchen ihn raus zu drängen, immer anspielen und Initiative ergreifen... Sinnvolle Bluffs können sollten auch mit eingearbeitet werden vermute ich.




sckein



- er ist auch eher ein tighter Spieler VPIP 23, der aber eher die Hände die er spielt fast immer raist Preflop
- er 3bettet auch gelegentlich vielleicht auch nur dann, wenn er sein Spitzenblatt getroffen hat?
- Contibettet man gegen Ihn, gewinnt man eigentlich immer (FCB 100)
- auch Steals gehen fast immer in Ordnung gegen ihn (FTS 80)
- auch bei Bets von Ihm mag er es gar nicht, wenn man ihn 3bettet.
- Deshalb hat er auch von 50 Händen keinen einzigen Showdown gesehen, also auch sehr leicht raus zu drängen


Einstufung: PreFlop ist dieser ebenfalls eher tighte Spieltyp meist stark bzw. leicht aggressiv und spielt ein vermutliches Spektrum von ca. 20% mit allen Pockets, A4s+, hohen Broadways, hohe suited connectors und natürlich auch ATo+ vermut ich mal. Er mag es nicht, wenn er auf Gegenwehr stößt vor allem nicht wenn er nichts getroffen hat

Spielweise gegen diesen Typ: Ebenfalls sehr aggr. und initiativ. Gelegentlich auch Bluffen, wenn's Sinn macht! Bei ihm kann man getrost immer wieder versuchen Blinds zu stehlen, zu ReRaisen, und mit ContiBets den Pot anzugreifen, weil er wenn er nicht getroffen hat sofort das Handtuch wirft und somit auch nie in den Showdown kommen kann.



szulecm



- spielt schon mehrere / viele Hände (VPIP 32) und raist diese auch häufig PrefFlop (PR 23)
- Er Conti bettet auch häufig, wenn er vorher der Aggressor Preflop war (wahrscheinlich, wenn er gute Odds, viele Outs, bzw. draws, Top oder middle Pair getroffen hat)
- FCB Wert ist gleich 0, also lässt er sich auch überhaupt nicht von ContiBets beeindrucken und damit kann man diesen Gegner auch nicht bezwingen.
- ist schon ein etwas aggressiverer Gegner, da er PR 23 hat und auch nen 3 Bet Wert von 8, also gelegentlich macht ihm eine Bet gar nichts aus und er 3bettet einfach dagegen.
- Er lässt sich aber auch fast immer die Blinds stehlen (FTS 83) (vermutlich immer wenn er eine schlechte hand gedealt bekommen hat)
- und auch PreFlop ihne Reraisen und ihn nach seiner Bet rausdrängen klaoot in fast 70% der Fälle.
- Aus diesen Gründen passts auch ins Bild, dass er von seinen Händen die er spielt 44% den Showdown sehen will (ist das vielm ich denk eher schon)
- was mich etwas verwirrt, auf ConitBets reagiert er nicht soooo sehr bis gar nicht und auf 3bets reagiert er und mag das auch nicht sonderlich.
kann das sein? Klar schwer bei 92 Händen aber zum üben muss mir das jetzt erst mal reichen.

Einstufung: Dieser Spieler, vermute ich ca 36% StartHandRange und ich tippe auf:
22+, A2s+, K4s+, Q7s+, J8s+, T8s+, 98s, 87s, A5o+, K8o+, Q9o+, J9o+, T9o, 98o, 87o
evtl. sobald der auch geleichfarbige Karten sieht, flipt der aus und spielt und bettet oder Raised aufn Flop usw.
Also spielt er auch schwächere Ranges wie K5 oder J9o usw.

er hat schon aggressive Züge und will seine Hand glaub ich schon sehr oft durchpressen, es sei denn er wird 3gebettet oder verfehlt den Flop total, ich vermute auch, dass dieser Typ seine Draws bis zum Ende durchspielt immer in der Hoffnung, den Showdown zu sehen und auf dem Turn oder River doch noch seinen Flush zu treffen. (sind aber nur Vermutungen )


Spielweise gegen diesen loose aggressiven Gegner Typ: hmm schwierig, ich würde versuchen Blinds zu stehlen wegen seinem hohen FTS Wert von 83. Dann würde ich versuchen zu 3betten, aber ich würde nicht versuchen zu bluffen und nur mit starken Händen versuchen gegen ihn zu spielen.
und ich würde versuchen günstig zum Showdown zu kommen und ihm nicht all zu viel Geld zukommen zu lassen. Evtl. würde ich meine Handrange etwas erweitern, wenn ich Position auf ihn habe, aber naja schwierig für mich wie ich gegen solche Spieler spielen solle vor allem wenn ich z.b. AK halte und den Flop komplett verfehlt habe, spiel ich dann weiter. Check Folde ich? keine Ahnung...




poMechenuy



- Spielt fast alles was ihm zwischen die Quere kommt ok nicht ganz so schlimm, aber mit 43 VPIP sehr loose
- Dafür aber sehr passiv und zurückhaltend, was Preflop Raises angeht (PR 9)
- Er lässt sich weder seine Blinds stehlen FTS 0, noch mit ContiBets auf dem Flop aus der Fassung bringen FCB 0, aber sowas von nicht, da beide Werte auf 0 sind.
- Er contibettet aber auch immer, wenn er vorher geraised hat, was bei seinem extrem passiven Spiel bedeutet, dass er wahrscheinlich nur
mit den absoluten Monster Händen PreFlop Raised und diese dann auch conti Bettet.
- Bei einer solchen StartHand Range verbergen sich aber auch mega schwache Hände, was bedeutet, dass auch 3rd Pair oder Middle Pair für ihn PostFlop wahrscheinlich schon Gründe sind um in den Showdown gehen zu wollen, der knapp mit 38% für mich irgendwie komisch niedrig erscheint.


Einstufung:: Er Spielt 43 % seiner Hände (was ja sehr viel ist) und von denen die er spielt, geht er mit 38% in den Show Down, d.h. doch, dass er entweder auf dem FLop (was ja nicht sein kann wegen dem niedir. FCB WErt) oder auf dem Turn, was ich schon eher glaube seine Hände dann aufgibt und nur noch mit 38% zum Showdown geht. Weil bei so loose passiven Spielern ja eigentlich meistens sehr sehr hohe "went to showdown" Werte vorhanden sind. Deshalb wundern mich die 38 % schon sehr. Glaube, dass er dann wirklich nur wenn er irgendwas getroffen hat. Selbst wenns wie gesagt nur middle oder 3rd Pair ist oder evtl. mit ner Ace High Card?? Aber wenn er mit K und A als high Card bis zum Ende durchhalten würde, wäre sein WTSD Wert höher.
Naja vlt habt ihr ja noch nen Tip zu seinem Spiel.

Ahaaaa --> !!! Wichtig vlt. noch, dass er nie 3 bettet, dass heist, wenn angespielt wird geht er glaub ich immer raus, aha d.h. glaub ich dann das er sehr sehr viel spielt, aber sobald er auf Wiederstand stößt, verabschiedet er sich von seiner Hand. was auch die 38 WTSD Rate ausmachen. und bei den 38% handelt es sich dann glaub ich um die Karten die entweder sehr stark sind... Sets, Top Pair, evtl. Flush Draws ODER bei mittelstarken bis schwachen Händen wo er halt keine Bets oder so bekommen hat.

Spielweise gegen diesen loose passiven Gegner Typ: Nie Bluffen, nur mit starken Händen spielen, aber dennoch betten, denn 3bets liegen ihm überhaupt nicht. (was kann man da noch hinzufügen?? hmm? Gerne offen für Vorschläge :p





Ich weiß ein Monster Post, aber ich finde ein extrem wichtiges Thema im OnlinePoker, denn nur wenn man seine Gegner kennt und einstufen kann, weiß man auch mit welchen Ranges man wann und wie gegen die bestimmten Spielertypen vorgehen sollte...

Ich wäre jedem einzelnen von Euch mega dankbar, wenn er vlt ein paar Sätze zu meinen Einschätzungen hat oder mir noch nen Tip geben kann, wie ich vor allem die einzelnen Werte im Zusammenhang zueinander (hab ich oft so gelesen) zu einem noch konkreteren Ergebnis bringt. Damit sich manche meiner Überlegungen vlt in Zukunft noch festigen.

und vlt ne Einschätzung von Euch ob ich komplett daneben lag oder schon so in etwas hinkommt, was ich da aufgestellt habe...

1000 Dank schon mal an alle

Grüße

Geändert von R-Tech24 (04-09-2015 um 09:31 Uhr).
 
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04-09-2015, 21:55
(#2)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Guter Post mit vielen korrekten Annahmen, aber einem fundamentalen Problem: Bei keinem der Gegner ist die Samplesize auch nur annähernd groß genug um den Stats irgendeine echte Bedeutung zukommen zu lassen. Ausnahme VPIP/PFR weil diese Werte bei jeder einzelnen Hand an Signifikanz gewinnen.

Vorallem was die postflop Stats angeht, sprechen wir bei vielen der obigen Stats von maximal 10, teilweise sogar eher von maximal 5 Situationen.

Der Ansatz, den Gegnern basierend auf ihren VPIP/PFR Werten eine Range zu geben ist sehr gut. Allerdings musst du dies positionsbezogen machen und kannst nicht allgemein sagen jemand mit 25% VPIP spielt eine 25% Range. So ein Gegner spielt bspw. aus UTG vielleicht nur 9%, aber dafür vom Button 40%. Auch die coldcalls preflop hängen stark von der Position ab. Deshalb möchte man in der detaillierten preflop Analyse nur mit position stats arbeiten, hat hier aber natürlich dann wieder das sample size Problem.

Auch mit Stats wie WTSD muss man unabhängig von der Samplesize in der Interpretation aufpassen, weil der Wert ohne zusätzliche Informationen nur sehr bedingte Aussagekraft hat. Bspw. kann ein Spieler mit WTSD von 30 eher eine Callingstation sein als ein Spieler mit WTSD von 40, wenn ersterer Spieler seine starken Hände immer sehr aggressiv spielt und dafür mit seinen mittelstarken bis schwachen Händen extrem viel called.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


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04-09-2015, 23:14
(#3)
Benutzerbild von Vierfüßler
Since: Sep 2013
Posts: 35
Vielen Dank ... an Euch beide. So langsam kapiere ich dann auch mal Sinn und Zweck der Werte. Das die mit einer ordentlichen Sample Size aussagekräftiger sind, ergibt schon einen Sinn.

Was ich konkret jetzt aber gerne mal gewusst hätte, hat damit zu tun, dass es bis auf das letzte Beispiel den Anschein hat, man könne generell leicht die Blinds stehlen. Ich selbst nutze noch kein HUD (kann mich nicht entscheiden, scheue mich auch ein wenig, mich da reinzufuchsen), sehe aber, dass es wohl auch in Abhängigkeit des Spieltyps ist, wie leicht man die Blinds stehlen kann. Ich spiele reguläre 6-Max-Tische oder auch mal 6-Max-Zoom, beide im Micro-Level. Gerade beim Zoom, wo sich viele zu den guten Karten hinfolden, erhöht sich doch der FTS-Wert drastisch. Meistens folden alle, der 1. der raist, ist der CO oder der BU. Wenn man in den Blinds sitzt und vorher bereits Check/Fold oder Fast Fold geklickt hat (ja, das scheint es zu geben, ich bin meistens geduldiger), zählt das dann doch sicher bei einem Raise vom BU als FTS, oder sehe ich das falsch? Gut, Zoom ist vielleicht zu speziell ...

Aber an regulären Tischen ist es doch gar nicht so ungewöhlich, in den Blinds auf einen Steal-Versuch mit einem Fold zu reagieren. Man hat zwar bereits einen Zwangseinsatz geleistet, aber dennoch ist man doch nicht gleich sooooo committed, dass man seine Range öffnet, um nicht mit einem vermeintlich schlechten FTS-Wert dazustehen.

Wo liegt denn bei einem FTS-Wert die "Schmerzgrenze", ab der man ein atypisches Verhalten rauslesen könnte? Und wenn ich ständig in den Blinds nur folde, reduziert sich automatisch mein VPIP-Wert? Oder erfasst der nur meine OR PreFlop?

Und umgekehrt: Gibt es einen Wert für OR vom BU? Wenn der hoch ist, kann man dann auf häufige Steel-Versuche schließen? Darunter also häufige Bluffs?

Happy pondering ~ Vierfüßler
 
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05-09-2015, 18:33
(#4)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Zitat:
Zitat von Vierfüßler Beitrag anzeigen
Wo liegt denn bei einem FTS-Wert die "Schmerzgrenze", ab der man ein atypisches Verhalten rauslesen könnte? Und wenn ich ständig in den Blinds nur folde, reduziert sich automatisch mein VPIP-Wert? Oder erfasst der nur meine OR PreFlop?
Vorweg: Der VPIP bezeichnet jede Situation in der du freiwillig Geld in den Pot packst, sei es ein OR aus EP oder ein Call eines SB Minraise im BB.

Was den FTS angeht: Theoretisch sollte der eigene Wert so klein sein, dass ein Steal (CO/BU/SB) nicht automatisch profitabel ist. Konkret gegen einen BU Steal von 2BB müssen SB und BB also gemeinsam mindestens 43% verteidigen, damit der Steal keinen auto-profit generiert. In der Praxis kann das anders aussehen, da wir immer das Play wählen wollen mit dem wir unseren EV maximieren. Und wenn wir OOP so schlecht spielen, dass 90% Fold profitabler ist, sollten wir selbstverständlich das machen.

Allgemein kann man sagen, dass tighte Microstakes Spieler eher zu wenige Hände aus den Blinds verteidigen und dafür oftmals auch noch die falschen verwenden bzw. die falschen Hände callen oder 3betten. Deshalb kann gegen die richtigen Gegner ein BU Steal Wert von 80% profitabel sein, wenn man die nötige postflop edge hat. Aber das ist ein anderes komplexes Thema


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


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05-09-2015, 22:25
(#5)
Benutzerbild von JoeCrocodill
Since: Oct 2014
Posts: 357
Hallo R-Tech,

Also ich denke auch, dass die Sample Size viel zu gering ist.
Du hast auch nicht erwähnt auf welchen Tischen du diese Interpretation siehst.
Auf einem FR-Tisch ist ein 18/14 Spieler sicher nicht tight.

Sieh dir einmal deine eigenen Stats in verschiedenen Sessions, nach vielleicht 300 Händen an. Da wirst du sehen wie unterschiedlich du da spielst und wie wenige Situationen da bei gewissen Stats zusammenkommen.

Gute kurzfristige Info bekommt man, wenn man sieht mit welchen Händen der Gegner wie (mit welchem Stack) gespielt hat. Ist aber schwieriger zu verfolgen wenn man mehrere Tische spielt.

Für mich wichtige Stats sind VPIP/PFR und bei mehr Händen auch preflop 3Bet.
Ein wenig schaue ich auch auf Limps, coldcalls, steals und CBets. Für Fold to... Stats benötigt man einfach viel mehr Hände.
 
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06-09-2015, 20:54
(#6)
Benutzerbild von Vierfüßler
Since: Sep 2013
Posts: 35
@B!gSl!ck3r ~ Vielen Dank!

Bis dann denn ~ Vierfüßler!
 
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07-09-2015, 10:15
(#7)
Benutzerbild von R-Tech24
Since: Sep 2014
Posts: 26
- Danke für die Antworten... bin davon ausgegangen, dass ich die Werte deute und vlt schon 1000 Hände hab oder so, also angenommen es wäre so, ob ich dann die Stats richtig deute aber hätte ich natürlich dazu schreiben sollen.

- übrigens sind d. Werte von 6max Tischen Hab ich auch vergessen

- @B!gSl!ck3r.... und wegen den varrierenden Handranges je nach Position habe ich leider erst nach diesem Post erfahren Danke dennoch für den Hinweis! >>> wegen dem WTSD Wert, ja der ist für mich sehr schwer zu deuten.

+ hoher WTSD deutet auf passive Spielweise hin / oder CallingStation oder?

+ Niedriger WTSD und hohe CB, 3BET und PFR deutet für mich auf einen aggr. Spieler hin der es gar nicht zu SD kommen lässt, weil er den Gegner bereits am FLOP oder TURN oder River (vorm SD) rausgedrängt hat, dehsalb sieht er den SD nicht oft.

+ Ein niedriger ShowDown könnte auch in Kombi mit hohen VPIP Wert UND hohen FCB wert drauf deuten, dass sehr gerne alle möglichen Hände gespielt werden um den FLop zu sehen, aber sobald er den Flop verfehlt hat (was ja meistens der Fall ist), dann geht er sofort raus und sieht DADURCH dann auch nie den Showdown oder?

--> Was kann man noch zu dem Wert sagen evtl. in Kombi mit dem WonWhenSawShowndow Wert ( <-- gibts den überhaupt )

Danke vorab an alle!

Gruß
 
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07-09-2015, 17:57
(#8)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Zitat:
Zitat von R-Tech24 Beitrag anzeigen

+ hoher WTSD deutet auf passive Spielweise hin / oder CallingStation oder?
Grundsätzlich ja, aber der Wert wird eben auch immer durch die Gegner beeinflusst. Wenn du bspw. ein Set hast und damit 3 Straßen for value bettest, werden bessere Spieler am River wohl öfter folden, während Calling Stations ihr top pair nochmal bezahlen. Damit erhöht sich aber nicht nur der WTSD Wert der Calling Station sondern dein eigener Wert natürlich genauso, obwohl du die ganze Hand über der Aggressor warst.

Zitat:
+ Niedriger WTSD und hohe CB, 3BET und PFR deutet für mich auf einen aggr. Spieler hin der es gar nicht zu SD kommen lässt, weil er den Gegner bereits am FLOP oder TURN oder River (vorm SD) rausgedrängt hat, dehsalb sieht er den SD nicht oft.
Das sehe ich genauso.

Zitat:
+ Ein niedriger ShowDown könnte auch in Kombi mit hohen VPIP Wert UND hohen FCB wert drauf deuten, dass sehr gerne alle möglichen Hände gespielt werden um den FLop zu sehen, aber sobald er den Flop verfehlt hat (was ja meistens der Fall ist), dann geht er sofort raus und sieht DADURCH dann auch nie den Showdown oder?
Ganz allgemein sollte man bei kompetenten Spielern davon ausgehen, dass ihr WTSD etwas niedriger ist je mehr Hände sie spielen. Mit any two hat man am River einfach seltener eine starke Hand, als wenn man preflop nur QQ+ spielt

Zitat:
--> Was kann man noch zu dem Wert sagen evtl. in Kombi mit dem WonWhenSawShowndow Wert ( <-- gibts den überhaupt )
Der Wert heisst W$SD und lässt sich tatsächlich nur in Kombination mit anderen Werten interpretieren. Wenn jemand 20% seiner Hände spielt und 30% WTSD hat, geht er in 6% alle Hände zum SD. Das zeigt wie groß die sample size sein muss um überhaupt ein signifikantes Ergebnis zu erhalten.

Warum der Wert so schwer zu interpretieren ist zeigt ein einfaches Beispiel: Sowohl eine passive Callingstation als auch ein sehr aggressiver Spieler können exakt den gleichen W$SD haben, weil die Callingstation zwar viel zu oft bezahlt wenn sie hinten liegt aber eben auch viel zu selten setzt wenn sie vorne liegt und dem Gegner damit den kostenlosen Showdown gibt. Der aggressive Spieler called deutlich seltener mit der schlechteren Hand, aber betted seine starken Hände dafür aggressiv und generiert dadurch viele Folds.

Was man aber allgemein sagen kann: Hoher WTSD Wert und niedriger W$SD deuten daraufhin, dass man zu viele schwache Hände runtercalled. Niedriger WTSD Wert kombiniert mit hohem W$SD deutet auf einen tighten Spieler hin der in erster Linie mit starken Händen zum River kommt. Allerdings liegt bei letztem Spielertyp ebenfalls der Verdacht nahe, dass er zu selten bluffed.

Bei einem W$SD von unter 45% würde ich davon ausgehen ein Spieler bringt eine zu schwache Range zum Showdown und/oder bluffed zu viel. Bei einem W$SD von über 55% würde ich davon ausgehen, der Spieler bluffed zu wenig oder (und das ist ganz wichtig) bluffcatched zu wenig. Letzteres ist ein wichtiger Punkt, weil viele Spieler am River zu oft folden obwohl sie den korrekten Preis für einen Call bekommen. Wenn man bspw. 2:1 bekommt und die Hand in 40% der Fälle gewinnt, hat man einen ganz klaren Call obwohl man die Hand in 60% der Fälle verliert und dementsprechend auch der W$SD Wert leidet.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


One time!
 
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08-09-2015, 11:43
(#9)
Benutzerbild von R-Tech24
Since: Sep 2014
Posts: 26
1000 Dank! Denk ich bin schon einigermaßen auf dem richtigen Weg, aber Deine Erklärung im letzten Post war wirklich super! und auch einleuchtend, wenn dus so detailiert erlärst. Aber das ist genau das was ich mein. Die Werte sind eine Wissenschaft bzw. die
richtige Wahrnehmung der Werte!

vor allem Werte in Kombi mit anderen Werten! Dadurch lassen sich nämlich viel genauere Schlüsse ziehen und da hab ich noch etwas meine Schwierigkeiten, aber mal sehen hehe

Greetz!
 
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25-09-2015, 19:32
(#10)
Benutzerbild von Azucena22
Since: Sep 2008
Posts: 7
Mach dich nicht zu abhängig von Stats.
Du hast zwei Karten, dein Gegner hat zwei Karten. That's all.
Schau in den Stats wer lose ist und spiele häufig gegen den.
Mehr bedarf es in den Micros nicht.