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Mit QQ bei AAKJ All-in callen?

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Question
Mit QQ bei AAKJ All-in callen? - 28-03-2016, 18:02
(#1)
Benutzerbild von Syn0815
Since: Dec 2015
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Hallo zusammen,

folgende Hand hatte ich im Cashgame gespielt:


Für mich ist Pokern noch eine ziemlich neue Erfahrung (spiele nun rund 3 Monate aktiv, davor alle Jubel Jahre mal ohne zu wissen was ich tue). In dieser Situation hatte ich doch ziemlich Herzpochen, denn auch wenn ich nur 0,01/0,02 gespielt habe, ist es doch irgendwie aufregend und man verliert ja nur ungern Geld an andere

Bei dieser Situation war mir aber ziemlich unwohl, da ich befürchtete, dass mein Gegner mindestens einen König oder ein As hält. Am Ende war es zum Glück nur JTo, was ich aber natürlich nicht wusste.

Wie muss ich nun meinen Call einordnen? War der grob fahrlässig oder unterm Strich gerechtfertigt?

Geändert von Syn0815 (28-03-2016 um 18:02 Uhr). Grund: 2. Versuch der Replayer-Einbindung
 
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28-03-2016, 19:48
(#2)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
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(Moderator)
Die 3Bet preflop würde ich größer ansetzen, auch wenn dein Stack nur 80BB deep ist.

Am Flop ist fragwürdig, ob man viel Value von schlechterem extrahieren kann mit einer Bet, andererseits ist das ein Board auf dem der Gegner mit kleinen Paaren evtl. einmal callen kann. Die 2 Asse machen es ja sowohl für dich als auch für ihn deutlich unwahrscheinlicher, dass der Gegner ein Ass in der Hand hält.

Den Turncheck finde ich sehr gut, weil spätestens jetzt eigentlich nichts schlechteres mehr callen kann, außer QJ (was du blockst) und JT/TT wenn der Gegner gerne bezahlt. Aber wenn er bspw. 88 hat, haben ihn spätestens jetzt selbst deine Bluff 3Bets praktisch alle überholt.

Sein all-in für doppelten Pot macht mit einer wirklich starken Hand eigentlich keinen Sinn, warum sollte er hier ein FullHouse so groß betten oder die Straight? Gegen letzteres hast du außerdem die beiden Q Blocker. Hände mit denen das all-in zumindest etwas Sinn ergibt sind solche, die zum einen solide Pot Equity haben zum anderen aber auch auf fold equity angewiesen sind. Das wären , und evtl. . Also sowas wie Paar + FD + Gutshot. Auch möglich wäre KQ, aber das blockst du ebenfalls.

Bei manchen Gegnern schaut man sich hier leider oft sowas wie AT an das Angst vor dem Flushdraw bekommen hat oder sie overbetten einfach gerne mit den Nuts. Da muss man sich entsprechende Notizen machen und kann hier einen einfachen Fold finden. Gegen einen total unbekannten Gegner auf NL2 würde ich meinem ersten Instinkt vertrauen und bezahlen. Hier sieht man sicher häufiger sowas wie 88 womit er QQ/Jx/TT/99 zum folden bringen will.


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28-03-2016, 21:07
(#3)
Benutzerbild von Syn0815
Since: Dec 2015
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Danke für deine Antwort. Sehr interessante Aspekte, die du da ansprichst.

Ich selbst war ja relativ einfach gestrickt - auf dem Flop ContiBet, auf dem Turn dann wegen der Overcard der Check. Wäre ein All-in des Gegners dann nicht ebenfalls gerechtfertigt gewesen? Oder wäre da eine Bet irgendwo um halber bis ganzer Pot-Größe herum besser gewesen, um mich langsamer auszunehmen? Hätte er KT gehabt, hätte ich ja auch das All-in gecallt, nur wäre er dann Sieger gewesen.
 
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29-03-2016, 20:58
(#4)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
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(Moderator)
Würdest du hier mit einem FullHouse für doppelten Pot all-in gehen? Damit setzt man ja eigentlich lieber kleiner damit der Gegner mit Draws usw. auch noch bezahlen kann und sich dann am River vielleicht sogar noch verbessert. Flushs/Straights schlägt man mit dem FH ja trotzdem noch.

Hände wie KT/KJ sind aber natürlich möglich, wobei er sich damit fragen muss von welchen schlechteren Händen er noch Value generieren kann mit einem all-in.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


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29-03-2016, 21:50
(#5)
Benutzerbild von Syn0815
Since: Dec 2015
Posts: 110
Ich hätte ein Full House vielleicht als Bluff gespielt in der Hoffnung, dass eben kein Full House vermutet wird. Aber damit landet man direkt bei Sklanskys "Multiple level thinking": "Was denkt mein Gegner, was ich über ihn denke?". Und da mit weiteren Denk-Leveln Ja-Nein- bzw. Entweder-Oder-Entscheidungen invertiert werden, mutet das Auswählen der "korrekten" Setzgröße für mich manchmal wie Würfeln an: Sowohl All-in als auch die kleine Bet könnten richtig sein, je nachdem was mein Gegner da hinein interpretiert.

Wenn man bei unbekannten Gegnern also von "Normalfall" ausgeht, könnte es für mich also profitabel sein, mit den Nuts so zu tun, als wenn ich nicht die Nuts halte und in solchen Situationen All-in gehe in der Hoffnung, dass mein Gegner ein Blatt hält, das vieles schlägt. Das macht mich irgendwie total kirre
 
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30-03-2016, 03:22
(#6)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
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(Moderator)
Klar, das kann passieren. Aber viel häufiger ist eine Hand halt genau das, wonach sie auch aussieht..


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