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Warum slowplay nicht immer gut ist - Besipielhand

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Warum slowplay nicht immer gut ist - Besipielhand - 02-05-2016, 02:08
(#1)
Benutzerbild von CPSHH78
Since: Oct 2015
Posts: 163
Gerade im School-pass-ticket Freeroll folgende Hand gehabt. Im BB, der Tisch war sehr passiv unterwegs.

BB 50/100

Ich habe , stack 1.400

UTG+1 Stack 1.300 OR 300

UTG+2 call

Ich als BB call (der Tisch war wie gesagt recht passiv, also sah ich gute Chancen, daß sich da interessantes entwickelt und ich nicht gleich rausgedrückt werde)

FLOP



alle drei check

TURN



alle drei check

RIVER



Ich raise halben Pot, UTG+1 allin, UTG+2 fold

Fühlte mich da relativ sicher, von wegen 4er und so

call

Er hatte

Postflop eine bet und ich wäre weg gewesen
 
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13-05-2016, 20:49
(#2)
Benutzerbild von Dederagon
Since: Mar 2009
Posts: 35
Hey CPSHH78,

da hast du dir aber nen schöne Hand für deine Hypothese rausgesucht
Grundsätzlich hast du ja recht, dass Slowplay nicht immer sinnvoll ist.
In dem Fall war es aber definitiv nicht falsch! Je nach Gegenspieler kann man natürlich versuchen den Pot auf dem Flop etwas aufzubauen... aber ohne jede Draw Möglichkeit werden beide in den meisten Fällen Folden (außer du hast halt Freeroll Fische)
AA ist über 99% Favorit (mal UTG+2 ausgenommen)
Auf dem Turn kommt die "Zauberkarte" für ihn und genau hier hat das Slowplay doch seinen Sinn erfüllt! Du wirst ziemlich sicher auf Turn, River oder Turn und River all deine Chips investieren. Er ist knapp 98% Favorit und wird nur 1 von 50 Rivern gegen dich verlieren.
 
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14-05-2016, 00:39
(#3)
Benutzerbild von CPSHH78
Since: Oct 2015
Posts: 163
Hallo Dederagon,

du hast natürlich recht, daß es sich hier anbietet, den Pot zu kontrollieren. Sein erstes Problem sehe ich darin, daß er nicht wirklich beurteilen konnte, gegen was er antritt. Wenn er eine starke Hand hat und davon ausgeht, vorne zu sein ist es ok. Natürlich war er nach dem Flop sehr weit vorne und es ist verständlich. Die Zauberkarte auf dem Turn sehe ich jetzt allerdings nicht so ganz zaubermäßig. Denn hier ist der Punkt erreicht, daß er nicht mehr mit Sicherheit die stärkste Hand hält. Nun kann man sagen, JJ ist eher unwahrscheinlich, auch wenn es gegen zwei geht. Spätestens aber der River sollte ihm Kopfschmerzen bereiten. Es reicht eine einzige Karte von insgesamt vier bei seinen Gegnern um ihn zu schlagen. Er muß es hier also als möglich ansehen, nicht mehr vorne zu sein.

Sein zweites Problem ist seine Reaktion auf meine bet nach dem River. Es sind nur zwei Karten draußen, mit denen die bet überhaupt Sinn macht. A und J. Einen Bluff halte ich an dieser Stelle für sehr ungünstig, zumal auch ich zu dem Zeitpunkt noch zwei Gegner gegen mich habe und hätte ich nicht den J müßte ich einem der anderen diesen zutrauen.
Der call des UTG+2 preflop läßt zudem die Vermutung zu, daß er entweder PP wie KK oder QQ hat oder aber Ax. Das aber schließt das A bei mir aus und macht J umso wahrscheinlicher.
Jedenfalls sollte er sich fragen, was könnte ich haben, um sein allin überhaupt zu callen. Ein call von ihm hielte ich ja noch für vertretbar. Natürlich könnte ich bluffen (wenn es auch unwahrscheinlich ist) oder mit A dastehen. Aber das allin halte ich für ungünstig.

Ich habe gerade vor kurzem zwei sehr interessante Videos von Annie Duke gesehen. Hier mal eben zwei Links:

https://www.youtube.com/watch?v=gvF3k__hEgI

https://www.youtube.com/watch?v=lyfCP-NJqfY

Die Denkweise dabei fand ich sehr interessant und habe es mal auf diese Situation angewandt. UTG+1 hat hier jede Entscheidung rausgezögert, solange er wußte, daß er vorne ist. Ich hingegen fühlte mich die ganze Zeit unwohl und habe einfach nur immer die nächste Kart und damit mehr Information abgewartet und bin in dem Moment, als ich ausreichend Informationen hatte aktiv geworden. Jede bet nach dem Flop oder dem Turn hätte ich nicht gecallt (ja, auch nach dem Turn. AJ, AA oder J mit etwas höherem war einfach zu wahrscheinlich).
Natürlich ist es hier sehr ungünstig gelaufen für Mr AA, aber gerade weil so etwas immer mal wieder passiert sollte man die Entscheidungen suchen, solange man weiß, daß man wahrscheinlich vorne ist.