Home / Community / Forum / Poker Forum / Poker Ausbildung / Poker Handanalysen /

[NLHE] Slow-Play mit den Nuts auf dem Flop?

Alt
Question
Slow-Play mit den Nuts auf dem Flop? - 30-05-2016, 14:22
(#1)
Benutzerbild von Syn0815
Since: Dec 2015
Posts: 110
Moin moin,

ich hoffe auf eure Rückmeldung zu folgendem Handverlauf:

Zitat:
Poker Stars $0.01/$0.02 No Limit Hold'em - 9 players - View hand 2919161
DeucesCracked Poker Videos Hand History Converter

UTG+1: $2.07
UTG+2: $1.09
MP1: $2.13
MP2: $2.04
CO: $2.00
BTN: $2.08
SB: $6.77
Hero (BB): $1.71
UTG: $1.35

Pre Flop: ($0.03) Hero is BB with 6 7
UTG calls $0.02, 6 folds, SB calls $0.01, Hero checks

Flop: ($0.06) 8 4 5 (3 players)
SB checks, Hero checks, UTG checks

Turn: ($0.06) J (3 players)
SB bets $0.03, Hero calls $0.03, UTG calls $0.03

River: ($0.15) 7 (3 players)
SB bets $0.14, Hero raises to $0.30, UTG folds, SB calls $0.16

Final Pot: $0.75
SB shows 9 T (a straight, Seven to Jack)
Hero shows 6 7 (a straight, Four to Eight)
SB wins $0.72
(Rake: $0.03)
Mit den Nuts auf dem Flop habe ich schlussendlich durch Slow-Play verloren. Ich habe für mich selbst einige Überlegungen angestellt (z.B. der Raise auf dem River war irgendwie nicht so schlau), wüsste aber gerne, was andere zur Spielweise dieser Hand denken. Aspekte, über die ich nachgedacht habe:
  1. Slow-Play auf dem Flop eher gut oder eher schlecht?
  2. Check-Call auf dem Turn zu heikel? Oder wegen der super Equity eigentlich richtig und diesmal mit den River-Karten einfach blöd gelaufen?
  3. Wäre der ein Check-Raise auf Turn sinnvoller gewesen?
  4. Ist Slow-Play in einem ungeraisten Pot überhaupt sinnvoll?

Viele Grüße
Syn0815

Geändert von Syn0815 (30-05-2016 um 14:25 Uhr).
 
Alt
Standard
30-05-2016, 14:49
(#2)
Benutzerbild von dakoenner007
Since: Mar 2008
Posts: 138
Hi,

also ich finde den Flop kann man hier Checken. Es liegt kein Flushdraw, es gibt keine hohe Karte die ein Paar geworden sein könnte, allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man hier mit einem Limper ggf. auch gegen etwas spekulatives spielt. Im endeffekt denke ich hier einfach blöd gelaufen

1. Kann man finde ich machen

2. Blöd gelaufen, du spielst hier nicht Check/Call dennoch hier ein klarer Raise for Value und Protection

3. Es wird in dich rein gebettet, daher kannst du nicht Check-Raisen sondern nur Raisen. und wie gesagt ja, klarer Raise

4. Liegt immer an der Situation, finde hier kann man es machen, allgemein auf dem Limit aber nicht notwendig, zielführend und sicherlich holst du bei NL2 damit nicht maximal Value

5. River klarer Call in meinen Augen. Wie gesagt Limpen hier oft spekulative Hände, die können durchaus einen Flush gemacht haben. Denke hier ist man oft gegen suited connectors unterwegs. Ergebnis aber einfach blöd gelaufen
 
Alt
Standard
30-05-2016, 16:30
(#3)
Benutzerbild von ST8D
Since: Apr 2016
Posts: 266
Preflop: Warum spielst Du nicht mit 100BB Stack?

Flop: Mir gefällt das slowplay nicht. Irgendwie muss Geld in den Pot. Würde 0,04 setzen und hoffen, dass wenigstens einer der 2 Villains mit seinen spekulativen Händen irgendwas getroffen hat (z.B. 88, 55, 44, 54, 98, 87, 65) oder mit overpairs/PPs/Ax/overcards nicht direkt folden will. Wenn am Turn eine hohe Karte kommt, erhöht das nicht unbedingt die Wahrscheinlichkeit, dass PPs/Ax eine bet callen und Broadways würde man preflop eher nicht limpen.

Turn: Raise gefällt mir hier auch besser. Von Draws wird man am River kein Value mehr bekommen und auch mittlere PPs zahlen wohl eh keine zweite Bet mehr. Also gilt es von 88, 55, 44, 54 und möglichen overpairs möglichst viel value zu extrahieren.

River: Zunächst mal finde ich Deine Raise-Größe hier relativ sinnlos, weil zu klein. Sets und Two-Pair callen da auch mehr, das meiste schlechtere wirft so oder so weg. Call ist besser, falls Villain hier tatsächlich oft den Flush getroffen hat. Ich bin mir da nicht sicher, immerhin blocken wir auch die 6 in Karo, womit 76d und 65d wegfallen, also bleiben nur 54d, 87d, 98d, T9d, JTd, fünf Kombinationen. Mit höheren SCd würde er preflop wahrscheinlich raisen. Vielleicht hat er auch Axd so gespielt, dann sind es natürlich noch mehr Kombinationen. 88, 55, 44, 54 hingegen wären acht Kombinationen...
 
Alt
Standard
31-05-2016, 00:31
(#4)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Prinzipiell kann man hier schon gut ein Slowplay einstreuen, allerdings schaffen wir es damit im limped Pot nicht einen Pot zu bauen und wir können nach dem was preflop passiert ist irgendwie auch nicht davon ausgehen, dass der Spieler hinter uns Action macht.

Spätestens den Turn würde ich raisen, sonst bekommt man hier nie Geld in die Mitte.

Kleiner Riverraise ist gut, weil er hier z.B. mit Jx auf dumme Gedanken kommen kann, weil deine Line mit keiner starken Hand Sinn ergibt. Allerdings wird der Raise durch den möglichen Flush natürlich etwas dünner, deshalb gefällt mir das kleine Sizing das ihm mit one pair Händen einen sehr guten Preis gibt.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


One time!
 
Alt
Standard
31-05-2016, 03:03
(#5)
Benutzerbild von Syn0815
Since: Dec 2015
Posts: 110
Erstmal danke euch allen fürs Feedback :-) Meine PS-Auto-Rebuy-Einstellung habe ich nun angepasst, dass immer auf Max-BuyIn eingekauft wird (ich spiele derzeit nur NL2, wo das 100 BB entspricht). Das habe ich mittlerweile von zwei Leuten zu hören bekommen und ist ja auch eine gute Sache, wenn ich vernünftig auf den Setzstraßen unterwegs sein möchte und mit großen Händen keinen Gewinn einbüßen möchte.

Für mich persönlich bin ich nach den Rückmeldungen zu folgenden Schlüssen gekommen:

Flop:
Slow-Play auf dem Flop würde ich wenn überhaupt dann nur nochmal versuchen, wenn ich mit meinem Check die Setzrunde abschließen würde, damit ich auf dem Turn zumindest theoretisch mehr Optionen habe. Default-Play wäre aber zukünftig wieder eine Bet mit 4 Cent, wie auch weiter oben vorgeschlagen.

Turn:
Sollte es nach der Flop-Bet zum Turn kommen, würde ich auch auf dem Turn weiter betten mit mind. 2/3 des Pots aufgrund der neu hinzugekommenen Draw-Möglichkeiten.

River:
Sollte es hierzu kommen, wäre die Lage deutlich entspannter bzgl. der Draws, die nun angekommen sein und mich schlagen könnten, einfach weil die vermutlich schon nicht mehr im Spiel wären (kann so sein, muss aber natürlich nicht). Insofern würde ich auch hier nochmal eine Bet abfeuern bzw. eine ankommende Bet callen. Allerdings wäre mir nicht ganz klar, wie hoch ich hier eine Bet ansetzen würde, sofern Villain mit einem Check beginnt. Bei einem Pot von mittlerweile $0,34 würde ich wohl $0,23 in die Mitte stellen und schauen, was passiert. Beim River-Bet-Sizing bin ich aber generell noch total unsicher, wie ich da eine Max-EV-Einsatzhöhe ermittelt bekomme bzw. wann man den River einfach durchcheckt.

Rein hypothetisch:
Was tun bei einem Check-Raise auf dem River, wenn das Setzverhalten wie jetzt beschrieben wäre? Eigentlich als recht unwahrscheinlich ausgeschlossene Draws wie die höhere Straight oder ein Flush müssten bei einem River-Raise durch Villain wieder ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Einen Min-Raise würde ich zähneknirschend bezahlen, aber auch große Raises bis hin zum All-In? Im besten Fall hat er auch meine Straight oder schlechter, im schlimmsten Fall aber einen Flush, den er mit Blick auf mögliche Implied Odds weitergespielt hat. Die möchte ich ihm eigentlich aber nicht gewähren, obgleich sie mit der Straße nach den Setzrunden wohl vorhanden wären.

Geändert von Syn0815 (31-05-2016 um 03:06 Uhr).
 
Alt
Standard
31-05-2016, 15:39
(#6)
Benutzerbild von Möchtenix
Since: Jan 2011
Posts: 138
Flop hätte ich auch erstmal c, oder c/c gespielt, weil UTG ja noch was getroffen haben könnte.

Außerdem war Deine Straight gut getarnt. Die wäre wohl den wenigsten Spielern aufgefallen.

Anders auf dem Turn: Hier wird ein Flushdraw möglich, was 9 Outs gegen dich einbringt.

Dazu kommt noch der möglich geweordene höhere Straightdraw.

Du könntest einen Monsterdraw gegen Dich haben, daher hätte ich am Turn ordentlich geraised um den Draw möglichst teuer zu verkaufen.

Am River hätte ich nur noch gecallt.