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[NLHE] 2NL 6max: AKo UTG

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2NL 6max: AKo UTG - 25-08-2016, 20:35
(#1)
Benutzerbild von ST8D
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PokerStars Zoom No-Limit Hold'em, $0.02 BB (6 handed) - PokerStars Converter Tool from http://flopturnriver.com

Button ($3.92)
SB ($2.07)
BB ($4)
Hero (UTG) ($3.66)
MP ($1.28)
CO ($2.95)

Preflop: Hero is UTG with K, A
Hero raises to $0.07, 1 fold, CO calls $0.07, 3 folds

Flop: ($0.17) A, Q, 7 (2 players)
Hero bets $0.12, CO calls $0.12

Turn: ($0.41) 8 (2 players)
Hero bets $0.32, CO calls $0.32

River: ($1.05) 7 (2 players)


Was mache ich am River? x/call, x/fold, bet/call, bet/fold? Keine Ahnung...

Gebe ihm QT+, AT+, A7s, A8s, SCs in Karo, 87, QQ, 77. Man sollte ein UTG raise zwar nicht so weit callen, aber bei einem unbekannten Spieler auf 2NL muss ich trotzdem so eine weite Range in Betracht ziehen, denke ich. Wenn ich bette, bekomme ich höchstens noch Value von AJ-AT, SCs werden folden und alles andere wohl (endlich) raisen. Das spricht m.E. gegen eine Bet.

Checke ich, wird so ziemlich alles ab 2Pair und vielleicht auch die SCs betten. Ein Call wäre wohl ziemlich knapp, bzw. nicht mehr möglich, wenn der Villain nicht so oft mit gebusteten Draws blufft.

Zusammengefasst: Ist x/f hier optimal?

Geändert von ST8D (26-08-2016 um 09:38 Uhr).
 
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26-08-2016, 18:17
(#2)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
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(Moderator)
Glaubst du er called keine Ax Hände kleiner A7 preflop oder glaubst du er foldet sie spätestens am Turn? Am River sind AJ und A2 die gleiche Hand.

Zitat:
Zitat von ST8D Beitrag anzeigen
Checke ich, wird so ziemlich alles ab 2Pair und vielleicht auch die SCs betten. Ein Call wäre wohl ziemlich knapp, bzw. nicht mehr möglich, wenn der Villain nicht so oft mit gebusteten Draws blufft.

Zusammengefasst: Ist x/f hier optimal?
Nimm die Range die du ihm für den Turncall gibst und schau dir an, ob der River eine gute Karte für dich ist oder nicht.

Falls du der Meinung bist, der River ist zumindest keine wirklich schlechte Karte, sollte bet Turn, check/fold River ja eigentlich keine so tolle Idee sein?


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27-08-2016, 11:02
(#3)
Benutzerbild von JoeCrocodill
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Wir raisen preflop 3,5bb, wir betten zwei streets und zeigen sichtlich Stärke.
Welche range kann er uns da geben?

Mit einem PP (JJ,TT,99) sollte er Respekt zeigen und auf SD-value, falls er so etwas kennt, spielen.
Mit AJs,ATs ebenfalls.
Raist er also am River nach unserem x, so sollte es doch knapp werden.
Da kommt es dann auf den Gegner an, wie wir ihn einschätzen.

Geändert von JoeCrocodill (27-08-2016 um 11:20 Uhr).
 
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29-08-2016, 09:35
(#4)
Benutzerbild von ST8D
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Zitat:
Zitat von B!gSl!ck3r Beitrag anzeigen
Falls du der Meinung bist, der River ist zumindest keine wirklich schlechte Karte, sollte bet Turn, check/fold River ja eigentlich keine so tolle Idee sein?
Wieso? Ich sehe nicht, von was ich da noch Value bekomme, wenn ich am River bette. Calls von off-suited Ax kleiner AT halte ich preflop eher für unwahrscheinlich. Und ich sehe wenig, das ich schlage, falls ich checke und der Gegner behind bettet. Also welchen Sinn ergibt eine andere Spielweise als x/f?
Und am Turn muss ich ja betten aufgrund der möglichen FDs...
 
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29-08-2016, 19:24
(#5)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
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(Moderator)
Zitat:
Zitat von ST8D Beitrag anzeigen
Und am Turn muss ich ja betten aufgrund der möglichen FDs...
Glaubst du es ist allgemein eine gute Idee am Turn wegen eines FD zu betten, wenn man den River dann check/fold spielt unahängig davon ob der Flush ankommt oder nicht?


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30-08-2016, 10:24
(#6)
Benutzerbild von ST8D
Since: Apr 2016
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Zitat:
Zitat von B!gSl!ck3r Beitrag anzeigen
Glaubst du es ist allgemein eine gute Idee am Turn wegen eines FD zu betten, wenn man den River dann check/fold spielt unahängig davon ob der Flush ankommt oder nicht?
Es kommt vermutlich auf die Betsize des Gegners an. Eine kleine Bet (<1/2 Pot) würde ich am River schon noch callen, weil er ja ab und zu seine gebusteten FDs blufft. Aber dass er das in mehr als 25% der Fälle tut, bezweifle ich...

Wie würdest Du die Hand spielen?
 
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31-08-2016, 16:26
(#7)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
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(Moderator)
Wenn man mal nur die Range nimmt, mit der der Gegner am River eine kleine Bet callen (oder for value raisen) wird, landet man evtl. bei sowas wie 88-77,AQs-ATs,87s,AQo-AJo wogegen wir 45,5% Equity haben oder vielleicht auch QQ,88-77,A7s+,87s,AJo+ wogegen wir 43% Equity haben.

Wenn man am River bspw. $0,40 setzt, gewinnen wir im Schnitt zwischen $0,79-$0,83 aus dem Pot, das Play gewinnt also im Schnitt etwas mehr als $0,40. Dabei vernachlässigen wir die Möglichkeit, dass der Gegner uns bluffraised (was auf NL2 nicht so super oft passiert), aber auch sonstige seltsame hero calls die uns auf einen busted Draw setzen.

Wenn wir den River c/f spielen, gewinnen wir per default nichts. Wenn wir checken, gewinnen wir also nur, wenn der Gegner behind checked und wir die beste Hand halten. Gehen wir mal vom Idealfall aus: Wenn der Gegner behind checked gewinnen wir immer. Im Pot sind $1,05, das macht das rechnen relativ einfach: Der Gegner muss in mindestens 40% der Fälle behind checken (und dann nie gut sein) damit c/f genauso gut ist wie b/f.

Ein Punkt auf den ich bereits mehrfach hingewiesen habe, der aber wichtig genug ist um ihn nochmal deutlich zu formulieren: Wir brauchen am River keine 50% Equity gegen die gegnerische Callingrange um profitabel betten zu können.


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02-09-2016, 22:27
(#8)
Benutzerbild von Syn0815
Since: Dec 2015
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Zitat:
Zitat von B!gSl!ck3r Beitrag anzeigen
Wir brauchen am River keine 50% Equity gegen die gegnerische Callingrange um profitabel betten zu können.
Das ist ein interessanter Punkt, den ich noch nicht sicher verstehe. Ich vermute mal, es geht nicht im Fold Equity, oder?

Ich versuche es mal mit einem Beispiel, wo sicher Denkfehler drin sind:
Im Pot sind auf dem River $100 und ich denke, dass ich 33% Equity gegen Villains Range habe. Angenommen, ein Raise kann ziemlich sicher ausgeschlossen werden und ich setze $10 und der Gegner foldet nie. Dann verliere ich im Schnitt 2 Mal die $10 und gewinne 1 Mal $120, macht in Summe ein Gewinn von $100? Oder muss meine Bet rausgerechnet werden? Dann wären es $90

Oder gleiche Pot-Size, gleicher Equity und gleichem Calling-Verhalten. Ich setze aber $50. Dann verliere ich im Schnitt 2 Mal $50 und gewinne 1x $200, womit ich wieder $100 gewonnen hätte. Kann ja irgendwie nicht sein. Meine Bet rausgerechnet wären es dann immernoch $50 Gewinn. Kann doch nicht sein, oder?!

Erst wenn ich Pot-Size setze, mache ich 2 Mal $100 Verlust und gewinne 1x $300, muss also wohl wirklich die eigene Bet rausrechnen. Also gewinne ich 1x $200, macht dann Break-Even auf dem River.

Ehrlich, habe ich jetzt Denkfehler gemacht? Wenn ich weiß, dass der Gegner nie raist, kann ich meine Bet also so betrachten, als ob er die Bet gemacht hätte und ich die Pot-Odds für einen Call berechne? Verrückt - wenn ich keinen Denkfehler drin habe und mir bewusst bin, dass ich auf dem Weg zum River jeweils ca. $50 in den Pot investiert habe, die schon verbrannt sind. Ei ei ei...

Geändert von Syn0815 (02-09-2016 um 22:28 Uhr). Grund: 2x wird zu einer Karte umgewandelt o_O
 
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03-09-2016, 15:57
(#9)
Benutzerbild von bhurak147
Since: Feb 2008
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Zitat:
Zitat von Syn0815 Beitrag anzeigen

Ich versuche es mal mit einem Beispiel, wo sicher Denkfehler drin sind:
Im Pot sind auf dem River $100 und ich denke, dass ich 33% Equity gegen Villains Range habe. Angenommen, ein Raise kann ziemlich sicher ausgeschlossen werden und ich setze $10 und der Gegner foldet nie. Dann verliere ich im Schnitt 2 Mal die $10 und gewinne 1 Mal $120, macht in Summe ein Gewinn von $100? Oder muss meine Bet rausgerechnet werden? Dann wären es $90
In dem Beispiel hat die Bet einen Erwartungswert von -3,40 und ist nur zu rechtfertigen als Blocking Bet; sprich: wenn wir nicht betten, bettet der Gegner größer (wir müssten aufgrund unserer Gewinnchance alle bets bis fast pot size callen)
 
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04-09-2016, 17:37
(#10)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Zitat:
Zitat von bhurak147 Beitrag anzeigen
In dem Beispiel hat die Bet einen Erwartungswert von -3,40 und ist nur zu rechtfertigen als Blocking Bet; sprich: wenn wir nicht betten, bettet der Gegner größer (wir müssten aufgrund unserer Gewinnchance alle bets bis fast pot size callen)
Ob das eine Valuebet ist oder nicht, ist in erster Linie eine Frage der Terminologie. Genauso wie der Erwartungswert der Bet. Denn man kann genauso gut argumentieren, die Bet kostet $10 und gewinnt $110 in 33% der Fälle, ist also klar +EV.

@Syn0815: Die Rechnung ist korrekt, wenn du deine eigene Bet nicht reinrechnest, siehe obiges Beispiel.


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