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[MTT] K4s short am BB $109 WCOOP Kickoff - Poker Hand der Woche (Tickets zu gewinnen)

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Question
[MTT] K4s short am BB $109 WCOOP Kickoff - Poker Hand der Woche (Tickets zu gewinnen) - 09-09-2016, 20:23
(#1)
Benutzerbild von NerdSuperfly
Since: Jun 2007
Posts: 3.301
(Administrator)

Die Poker Hand der Woche mit und von xflixx - wie hättet ihr gespielt?

Postet eure antworten hier bis Montag (19. September, 23:59 Uhr). Alle Antworten bekommen ein School Pass Ticket, die beste(n) Antwort(en) bekommt ein Freeroll-Ticket für das $5.000 Big Bang.

Wenn der Thread mehr als 40 Einträge hat, dann gibt es 2 Big Bang Tickets zu gewinnen, bei 80 Einträgen oder mehr 3 Tickets!

- Kopierte Postings, Einzeiler im Stil von "fold preflop" oder "würde wie Poster XY spielen" zählen nicht, ebenso kopierte Postings
- Felix sucht den Gewinner aus und gibt sie zeitnah* im Thread bekannt
- Alle Tickets werden in den ersten beiden Wochen des Folgemonats gebucht**!

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Geändert von NerdSuperfly (12-09-2016 um 11:33 Uhr).
 
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12-09-2016, 19:44
(#2)
Benutzerbild von andreaspdm
Since: Mar 2008
Posts: 16
Der entscheidende Moment ist für mich die Nicht-Bet des CO auf dem Flop. Bei den Chipständen hätte jeder Bigstack mit jedem K eine Bet gemacht, um Druck auszuüben.

Auf dem Turn kommen jede Menge Drawmöglichkeiten an: Für ihn und für dich. Wieder ein Grund für den Bigstack mit einem K zu betten, was er aber nicht macht. An dieser Stelle setze ich ihn auf einen Draw (häufig), eine sehr gute geslowplayte Hand (sehr selten) oder auf etwas Kleines (kleines Paar oder so oder Jx; häufig).

Die Riverbet von dir finde ich gut: Aus der Hand kommst du gegen einen bettenden Bigstack sowieso nicht mehr raus bei deinem Chipstand, Draws kamen nicht an und bei seinem Chipstack callt er dich auch mit schlechteren Händen.

Zu deiner Frage beim 100.000 WCOOP-Stream: Fedors Avatar ist Rainer Kempe.

Geändert von andreaspdm (13-09-2016 um 12:01 Uhr).
 
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12-09-2016, 19:47
(#3)
Benutzerbild von SamuraiFrog
Since: Jan 2013
Posts: 180
Meine Analyse:
K4 suited im BB ist für mich in dieser Situation ein klarer FOLD wenn jemand erhöht wie in diesem Fall! Man hält nur König hoch und mit einem schwachen Kicker! Damit wird unsere Hand von jedem der ein K5 oder höher hält geschlagen!
Wenn keiner erhöht würde erstmal nur nur checken, waa ja in diesem Fall nicht zutrifft!
Dazu kommt noch das man zwei Gegner hat was natürlich K4 suited auch nicht gerade besser macht!
Der Flop kommt und man hat nun das Top Pair, aber trotzdem nur einen schwachen Kicker! Checken ist hier dann eindeutig die beste Option!
Ich würde auf dem Turn nochmals checken!
Auf dem River eine kleine Bet vielleicht 400, vermutlich hält der Gegner ebenfalls K mit einem schwachen Kicker!

Im übrigen hab ich für meine letzte Handanalyse überhaupt kein Ticket bekommen! Soviel dazu, jeder bekommt ein School Pass Ticket!

Geändert von SamuraiFrog (12-09-2016 um 19:51 Uhr).
 
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12-09-2016, 20:13
(#4)
Benutzerbild von WoPokerStars
Since: Jan 2016
Posts: 78
Zitat:
Zitat von SamuraiFrog Beitrag anzeigen
Im übrigen hab ich für meine letzte Handanalyse überhaupt kein Ticket bekommen! Soviel dazu, jeder bekommt ein School Pass Ticket!
Die Tickets gibt es wie immer erst am Anfang des nächsten Monats.
 
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12-09-2016, 21:23
(#5)
Benutzerbild von WoPokerStars
Since: Jan 2016
Posts: 78
Was haben wir diesmal:
BigStack-Open-Min-Raise aus dem Cut-Off. Stack und Position deuten darauf hin, dass die Range wohl sehr weit sein dürfte.
Das Call vom SB lässt diesem ebenso eine große Range, wobei hier Monsterhände raus fallen dürften.
Dein Call mit K4s passt hier. Auf jedem eingezahlten 1$ kommen rund 6$, die aktuell im Pot liegen.

Eine 3-Bet ist hier nicht angebracht. Ein Fold ist legitim, da sich die Hand schlecht spielen lässt, wenn nicht gerade As-Herz und mindestens 1 weiteres Herz auf dem Flop kommt, bzw. alternativ 2 Vieren oder König + 4.



Nun kommt der Flop mit König + Bube in Kreuz und 2 in Karo.
Jetzt ist die Frage: Welchen Plan verfolgen wir?
- Wir haben keinen Flush-Draw. (Nicht mal mehr durch die Hintertür ist ein Flush für uns möglich).
- Unsere 4 hat nicht getroffen, so dass diese ein wertloser Kicker ist.

Also, entweder haken wir die Hand ab und nehmen nur noch kostenlose Boardkarten mit. (nachfolgend Plan 1)
Oder wir setzten tatsächlich unsere Hoffnung auf den König und wünschen, dass keiner der 2 Gegner ebenfalls einen König hat. (nachfolgend Plan 2)

Plan 1: Da heißt, wir checken auf dem Flop mit dem Gedanken, check-fold zu spielen, falls CO eine Bet bringt.
Plan 2: Wir bringen eine große Bet von ca. 750$ - 1104 (= Pot-Size) mit dem Ziel, den Pot einzusammeln. Jedes Raise drängt uns aber raus (selbst wenn es von einem Flush-Draw kommt). Jedes Call vom CO bringt uns eine schwierige Turn-Entscheidung.



Karo 9 auf dem Turn.
QT wird zur Straße (kostenfrei vom Flop zum Turn).
Ein weiterer Flush-Draw entsteht.
Da wir am Flop checkten, heißt es für mich gemäß Plan 1: Füße still halten und checken - um bei jeder Bet auszusteigen. Da wir keinen Stack haben, mit dem wir auf Turn und River callen könnten, ohne unser Turnierleben zu riskieren, wenn der Gegner es aggressiv genug angeht.

Plan 2 mit einem Call auf dem Flop und diesem Turn ... das wäre jetzt eine schwere Entscheidung:
- All-In mit dem hohen Risiko, auszuscheiden.
- Check, um gegebenenfalls noch einen helfenden River zu ergattern. Jedoch mit dem Gedanken an ein Fold, falls eine Bet kommt.

Deine Bet auf dem River finde ich schlecht. Unsere Hand ist vergleichsweise schwach und hat maximal noch 3 Outs gegen einen König beim Gegner. (Etwas ganz anderes wäre es, wenn wir einen starken Stack hätten.)
CO callt. SB steigt aus.

Die Range vom CO kann nun alles sein: Straße mit QT, Set, Two-Pair, einfaches Paar, Kx, Flush-Draw auf Kreuz oder Karo, vielleicht sogar auch nur eine x-beliebige Hand (float-call), mit der er auf Grund seiner Stack-Größe mal schauen möchte, wie du auf dem River reagierst, um dich beim Anzeichen von Schwäche rauszubluffen.



Die Herz 5 auf dem River ist für dich weiterhin schlecht. Nun gibt es nicht mal ein Split-Pot gegen Könige mit 5-8 als Beikarte. (Immerhin wäre das ja auf dem Turn noch denkbar gewesen.)

Wir haben einen kleinen Show-Down-Value.
Wir brachten auf dem Turn die Action.
Check zeigt eindeutig Schwäche und wir laufen Gefahr, mit einer hohen Bet rausgedrückt zu werden, ohne dass der Gegner was auf der Hand haben muss. Wir haben eine zu schwache Hand, um ein All-In zu callen.
Also bleibt uns nun nur noch die Flucht nach vorn.
Jetzt ist die Aufgabe, eine Bet zu finden, die uns so wenig wie möglich kostet, aber Bluffs beim Gegner weitestgehend verhindert.
Der Pot liegt bei 2162$.
Unser Stack liegt bei 1980$.
Unsere letzte Bet war 529$.
Dies sind die Randgrößen.
Weniger als unsere letzte Bet sollten wir nicht setzten. Mehr als die Hälfte unseres Stacks ist auch nicht nötig, weil wir damit über die Grenze von 1/3 Pot kommen. (Psychologische Grenzen, ab wann ein Raise auf Grund der Differenz zur Bet keinen Druck mehr ausübt.)
Zwischen 721$ und 990$ wäre die Spanne, die ich empfehle.
Mit der Mitte in Höhe von 855$ als Bet sehe ich uns ganz gut aufgestellt, damit wir
1. Zum Show-Down gegen schwache und mittelstarke Hände kommen.
2. Gescheiderte Flush-Draws und float-calls am Bluffen hindern.
3. Gegen ein Raise von Nuts und starken Händen aussteigen können und noch einen Stack (1135$ = ca. 7 BB) haben, mit dem wir apäter noch ein wenig Druck durch All-In ausüben können und keine "Pflicht-Calls" mit x-beliebigen Händen von der BB-Position bekommen.

PS: Dein All-In-Push finde ich falsch.
- Du vertreibst keine stärkeren Hände damit. Der Gegner hat einen zu großen Stack, um Kx oder besseres weg zu werfen.
- Du vertreibst aber fast alles, was schwächer ist, als deine Hand. Die einzigen Hände, die dich gegebenenfalls auszahlen, sind Jx bzw. 9x.
- Zu übertriebenes Risiko mit K4s ... Die Hand ist es nicht wert, das Turnierleben dafür zu riskierem ... mit Top-Pair ohne Kicker ...

Geändert von WoPokerStars (12-09-2016 um 21:45 Uhr). Grund: Statement zum All-In-Push.
 
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13-09-2016, 12:06
(#6)
Benutzerbild von Batman554774
Since: Aug 2013
Posts: 4
Den River - Bet finde ich sehr gut, da die Big - Stacks doch häufig sehr loose betten oder callen..also ich halte die Chancen für relativ gut, hier noch etwas hereinzubekommen..und ja, hätte er etwas getroffen, dann hätte er vorher schon geboten.
Ich schließe mich somit komplett der Einschätzung von Poster "andreaspdm" an..(wüßte nicht, wie ich das noch besser formulieren könnte.
Ich hätte die Hand allerdings überhaupt nicht gespielt, da ich dieses Einsatz Level einfach nicht gewohnt bin und wahrscheinlich auf eine bessere HAnd gewartet hätte, bis ich ausgeblindet bin...)O:
 
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13-09-2016, 13:44
(#7)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 211
Preflop:

Die Ausgangslage:

Es gibt ein Ante, das dich 144 pro Orbit kostet und du bezahlst 240 Chips in Blinds pro Runde, wobei gleich in der nächsten Hand wieder 80 Chips fällig werden. Das macht zusammen 388 Chips pro Orbit und du hast noch noch gut 2,6k in Chips, die in der nächsten Hand auf unter 2,6k reduziert werden. Du hältst also noch 6 Orbits durch. Also M = 6.

Mit einem M von 6 sehe ich mir keine Flops mehr an, für die ich Chips bezahlen muss. Auch nicht für Odds von 5:1. Für mich ist das push oder fold. Flops für 5:1 kann man sich ansehen, wenn man einen grossen effektiven Stack hat, so dass man von implied Odds profitieren kann. Mit einem kleinen Stack hat man keine guten IOs mehr. Die sollten daher auch nicht mehr das Argument sein, die Hand zu spielen. Stattdessen gilt es aufzudoppeln oder wenigstens ein paar Blinds zu gewinnen, damit man länger im Turnier bleibt und auch wieder einen besseren Hebel für einen Steal bekommt.

Man kann das auch betrachten in dem man überlegt, was man auf dem Flop treffen kann, wie oft das passiert und was man in der Konsequenz dafür haben will. Es gibt auf dem Flop im wesentlichen 2 Klassen von Händen: top Pair Hände und Monster. Top Pair ist gut, aber nicht unschlagbar und man trifft sie relativ häufig. Da sie nur mittelstarke Hände sind, ist ein kleineres bis mittleres Stack to Pot Ratio auf dem Flop ideal. Diese Hände sind für ein Ratio von ca. 4:1 gut zu spielen, was 2 Streets Value entspricht. Um auf top Pair Value zu callen ist ein mittlerer Stack am besten.

Für Monster dagegen kann das Stack to Pot Ratio nicht gross genug sein. Mit denen hat man 3 Streets Value und die braucht man auch, weil man sie selten trifft. Das heisst, um auf Monstervalue callen zu können braucht man grosse effektive Stacks.

Mit K4s hat man eine Hand, deren top Pair Qualitäten nur sehr mässig sind, weil man nur mit einer Karte top Pair treffen kann, das dann aber keinen Kicker hat. Monsterpotenzial ist vorhanden, aber der Stack, um davon zu profitieren, nicht. Dabei helfen auch die Odds von 5:1 nicht ausreichend, da man den Flush zu selten trifft (zu ca. 1% am Flop). Man kann zwar auch noch andere Monster treffen, aber man braucht ausser den preflop Odds auch noch einen postflop Hebel über die Stacksize, damit man auf Monstervalue callen kann. Den hat man hier nicht. Der Call ist weder wegen der Aussicht auf eine top Pair Hand gut noch wegen der Aussicht auf Monstervalue. Auch beide Möglichkeiten zusammen genommen rechnen sich nicht.

Die Action:

Der open Raise erfolgt aus einer Steal Position vom grossen big Stack, der hinter sich nur noch mittlere und kleinere Stacks hat. Keiner der Spieler hinter ihm hat ein M > 20. Mittlere Stacks haben am meisten zu verlieren, wenn sie sich mit dem big Stack anlegen. Sie sind nicht in Not und riskieren, aus dem Turnier zu fliegen, wenn sie sich mit dem big Stack einlassen. Der big Stack, der die anderen Spieler nicht kennt, wenn er frisch an den Tisch gekommen ist, wird daher annehmen, dass die anderen Spieler ziemlich tight sein werden und er daher loose stealen kann.

Danach passiert etwas interessantes: der SB mit einem M von 16 möchte einen Flop sehen. Er spielt keinen Resteal. Man kann sich praktisch sicher sein, dass der keine Premium Hand hat. Sehr wahrscheinlich auch kein Ass, denn A high wäre sehr gut geeignet für einen Resteal, aber nicht gut geeignet für Flop sehen ausser Position und dann nach dem Flop oft folden. Was ist der Plan von SB? Billig einen Flop für gute Odds sehen wollen, wenn man noch etwas IO hat ist die eine Sache, aber teuer einen Flop mit einem big Stack in der Hand und in schlechter Position sehen wollen ist eine ganz andere Sache. Dieser Spieler hat keine Hand, mit der er ein all-in von dir callen würde, falls der big Stack callt, weil das zu teuer für ihn ist. Er wird meistens eine spekulative Hand ohne high Card Value haben. Er wird allerhöchstens callen, falls CO foldet und dann wirst du mit suited K high Favorit gegen SB sein, weil du high Card Value gegen SB hast.

CO wiederum wird sich einen loosen Call leisten können, weil er auch bei einem Verlust immer noch der big Stack bleiben wird. Damit muss man leben, aber das heisst, gegen einen Call von ihm kannst du immer noch eine ziemlich gute Equity haben. Die Chancen aufzudoppeln sind durchaus nicht so schlecht. Da das M bereits so niedrig ist, ist eine passable Chance zum Aufdoppeln bereits gut genug. Gegen ein random Ace hätte man fast 40% Equity. Die Chance ist nicht so klein, dass er auch schlechtere Hände callt, da er wegen der Stack Sizes nur ca. 30% Equity für einen Call braucht und die auch extrem oft verwirklichen kann, da er von einem all-in keine Contibet fürchten muss. Man kann erwarten, dass du gegen einen Call von CO um die 50% Equity hast.

Das heisst: du hast Foldequity gegen beide und du hast eine Hand, die gute Chancen hat, sollte sie von einem oder sogar zwei Spielern gecallt werden. Einen Call kannst du dir wegen des kleinen Stacks nicht gut leisten. Ich würd's einfach pushen.

Flop:

Top Pair ohne Kicker getroffen, Stack to Pot Ratio von etwas mehr als 2:1. Es geht also prinzipiell rein. Die Frage ist nur, wie? Man möchte seine Chancen maximieren, Calls von schlechteren Händen zu bekommen. Das wäre sicher der Fall, wenn CO contibetten würde. CO würde dann auf einen Push (Checkraise) keine Odds schlechter als 1:1 bekommen und nicht so wahnsinnig viel aufgeben, insbesondere keinen J. Würdest du einfach am Flop selber pushen, dann hat CO schlechtere Odds und callt vielleicht weniger. Ausserdem nimmt man ihm die Möglichkeit, Chips mit einem Bluff zu verlieren.

Da dein Pair hoch ist, hast du wenig Angst vor Turnkarten. Nur ein Ass am Turn würde dir den Plan versauen, sollte am Flop durchgecheckt werden. Du kannst es dir daher leisten, den Gegnern eine Karte zu geben. Wird durchgecheckt und du pusht am Turn, dann sieht deine Range am Turn schwächer aus als nach einem Push am Flop. Ich denke, ein Check am Flop ist gut. Der Plan ist, entweder all-in zu checkraisen oder am Turn zu sehen, wie man die Chips rein bekommt.

Turn:

Am Flop wurde durchgecheckt und es kommt eine Karte, die Straight Draws hilft. Kann man nicht ändern, andererseits hätte gerade CO einen oesd gut bluffen können. Man kann auch erwarten, dass er eijnen K am Flop gebettet hätte. Von CO droht wenig Gefahr. Wenn SB eine Straight hätte, dann hätte er die sicher gebettet. Von ihm droht noch weniger Gefahr. Das Plus an dieser Karte ist, dass eine ganze Menge Hände Outs aufgeschnappt haben, die am Flop noch nicht so gut waren. Es sind jetzt mehr Straight Draws und Flush Draws möglich. Die Chance, von schlechteren Händen gecallt zu werden ist gestiegen. Der Ausführung des Plans vom Flop steht nichts ernsthaft entgegen.

Wie bekommt man die Chips am besten rein? Man hat noch 2,3 x Potsize übrig. Das könnte man mit zwei 70% Bets all-in bekommen. Da das Board sehr drawlastig geworden ist und daher eher die Chance besteht, Calls am Turn als am River zu bekommen tendiere ich dazu, die Bet am Turn grösser zu machen und die am River kleiner, falls man nicht gleich am Turn all-in pusht. Würde man 1000 am Turn betten (90%), hätte man am River noch eine 50% Bet übrig.

Natürlich hätte man auf einen Push von CO eine schwierige Entscheidung, da man nur 25% Equity zum Call braucht und man einen totalen Krüppelstack übrig hat, wenn man foldet. Jedoch ist der Unterschied nicht so gross, wenn man wie gespielt nur 40% potsize bettet. Dann ist zwar der Reststack etwas grösser zum weiterspielen nach einem Fold, aber man braucht auch nur 30% Equity zum Call. Und so toll ist ein M von 4 auch nicht.

Oder man geht halt gleich all-in und überlässt es dem Gegner, einen schlechten Call mit Pair + Draw zu machen. Die Chancen sind ja nicht so schlecht, dass er so eine Hand haben kann. Ich halte die Chancen dafür jedenfalls für besser, als dass er eine schlechtere Hand hat, mit der er am River eine nahezu potsize Bet callt. Ich denke auch, dass er nicht so oft ein Monster haben sollte, da er damit am Flop hätte betten können.

Die wesentliche Idee eines Pushs ist folgende: er wird vom Gegner häufig als polarisierte Range wahrgenommen. Eine grosse Bet maximiert die Foldequity, da er eine höhere Equity braucht um sie zu callen als eine kleine Bet. Was genau das ist, was man mit einem Draw haben will. Auf diesem Board gibt es viele Draws, die Hero haben kann. Heros Range kann daher viele Draws enthalten. Andererseits braucht Hero für seine Valuerange Hände, die den Showdown häufig gewinnen, sonst lohnt sich seine Investition nicht. Das müssen also starke Hände sein. Hände mittlerer Stärke haben nichts von einer grossen Bet, da sie gegen die Calls zu häufig verlieren und gegen die Folds nichts gewinnen können.

Für den Gegner bedeutet das, dass sich für ihn eine mittelstarke Hand sich von einer anderern mittelstarken Hand nicht wesentlich unterscheidet. Es ist für den Gegner unerheblich, ob er einen J oder einen K callt, wenn er entweder gegen 2-Pair oder besser oder gegen einen Draw, nicht jedoch gegen einen K unterwegs ist. Oder anders gesagt: mit einer mittelstarken Hand wie einem J , TT oder einer 9 liegt er gegen eine polarisierte Range genau gegen die gleichen Hände vorne wie mit einem K. Er kann diese Hände also prinzipiell alle callen und macht den Call mehr von seinen Outs abhängig als vom nominellen Showdownvalue. Gegen eine polarisierte, aber balancierte Range ist ein Call mit einem Bluffcatcher kein grosser Fehler, daher können die Calls gemacht werden.

Was aber, wenn die Range, die gebettet wird, gar nicht polarisiert ist? Dann werden aus den vorher möglichen Calls der Bluffcatcher furchtbar schlechte Calls, die gegen viel weniger Hände vorne sind als man rechnet. Nimmt der Gegner unsere Range als polarisiert war, obwohl sie das gar nicht ist, dann macht er viel zu viele schlechte Calls.

Es gibt hier einige Faktoren, die die Wahrnehmung einer polarisierten Range begünstigen. Hero hat potenziell sehr viele Draws in seiner Range. Es gibt viele Flush Draws und manche Straight Draws, die in der preflop Range von Hero liegen. Das sind mehr Kartenkombinationen, als es Monster gibt. Hat eine Range viele Draws, dann sollte die Betsize gross ausfallen, damit die Foldequity maximiert wird. Hero kann also eine sehr blufflastige Range haben und eine sehr grosse Bet ermöglicht es ihm viele von diesen Bluffs in seiner Range unterzubringen. In der Regel rechnen die Spieler nicht damit, dass eine mittelstarke Hand wie top Paar mit einer grossen Overbet gepusht wird. Hero hat einen kleinen Reststack, der ein Verzweiflungsmanöver möglich macht. (Shorties nimmt keiner ernst.)

Jedoch besteht für Hero eine relativ geringe Gefahr für sein top Pair. Da CO am Flop nicht gebettet hat, vermindert sich die Aussicht eines besseren K bei CO. Es gibt die Möglichkeit, dass CO ein Monster hat, aber zumindest die oesds hätte er am Flop bluffen können. Das bedeutet, die Range von CO ist ebenfalls polarisiert und zwar so, dass er relativ selten Hände hat, die den K schlagen und sehr oft Hände hat, die gegen den K hinten liegen, aber entweder Outs haben oder gegen die Bluffs von Hero vorne liegen. Das bedeutet, Hero kann seine Range weitgehend entpolarisieren (mergen) und den K so spielen, als wäre er ein Monster.

Der Gegner hat das Problem, dass er mit einer mittelstarken Hand wie einem Pair nicht so leicht aus der Hand kommt, da er Heros Range als polarisiert und blufflastig wahrnimmt. Die Chance ist hoch, dass Hero einen schlechten Call bekommt, selbst wenn er pusht. Selten besteht vielleicht sogar die Chance auf einen schlechten Fold, wenn der Gegner einen K hat, der sonst keine Outs hat. Das folgt der Logik, dass eher Hände ohne Outs gefoldet werden als Hände die abslout gesehen zwar einen höheren Showdownvalue haben, relativ gesehen aber nicht im Vergleich zu kleineren Pairs.
Gegnerische Pairs mit Outs haben aus der Sicht des Gegners auch den Vorteil, dass sie Monster bei Hero blockieren können, insbesondere Straightkarten. Solche Hände wird der Gegner eher callen, da sie ein Monster bei Hero unwahrscheinlicher machen.

Ich favorisiere einen Push am Turn, weil ich denke, dass der Gegner in einer Entscheidung am Turn grössere Fehler macht als in einer zweiten Entscheidung am River, wo er keine Outs mehr hat. Am River geht es für ihn nur noch nach Showdownvalue und da wird er die Hände mit absolut mehr Showdownvalue zum Call favorisieren.

River:

Der Gegner hat die kleinere Bet am Turn gecallt und es kam eine sichere Riverkarte. Jetzt ist halt die Frage, was der Gegner noch schwächeres callen wollte. Prinzipiell kann der Gegner nur callen, um einen Bluff zu fangen. Einen solchen Bluffcatcher wird er natürlich nicht selbst betten, dazu wäre er zu schwach. Man muss also selbst betten. Jede Bet committed einen mehr oder weniger, da man auf einen Push weniger als 20% Equity zum Call braucht.

Prinzipiell kann Hero aus der Sicht des Gegners einen Draw am Turn geblufft haben. Hero hat viele Draws in der Range, da es auf dem Board viele Draws gibt. Das passt auch zu Heros preflop Range, da Hero nur gecallt hat. Das spricht dafür, die Bet gross zu machen. Da gibt es bei diesen Stacksizes nur noch die Möglichkeit, all-in zu gehen, da man committed ist und man es dem Gegner nicht erlauben darf, implied Odds zu haben, in dem er einen mit seinen stärkeren Händen all-in stellt und mit seinen schwächeren Händen nur callt oder foldet.

Geändert von Rechnerstrom (13-09-2016 um 17:37 Uhr).
 
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13-09-2016, 15:09
(#8)
Benutzerbild von DarkShadow79
Since: Apr 2012
Posts: 12
Hi Flix,
als Smalstack im Turnier mit nur noch 16BB übrig bleiben einem nicht mehr viele spielerische Möglichkeiten fast nur noch Push/Fold.
Du sitzt im BB der CO als Bigstack bringt ein Minraise von 2BB, da du keine Infos über ihn hast gehen ich hier auch aufgrund der Stackgröße von einer eher loosen Hand aus, der SB callt, was auch nicht für eine starke Hand spricht.
K4s ist für mich hier keine Hand zum pushen, aufgrund der Spielweise der Gegner hat kann man hier auch wieder 2 Calls bekommen und hätte daher nichts erreicht. Da wir hier Odds von fast 1:6 bekommen ist dies einer der seltenen Fälle in denen ich mich auch für einen Call entscheiden würde.
Auf dem Flop treffen wir mit dem König TopPair, wenn die Gegner keinen besseren König haben liegen wir also vorn. Da SB checkt können wir also pushen oder Check/Raise spielen falls CO eine Cbet spielt. Ich hätte hier gebettet, da eine weitere Karte dem Gegner mehr hilft als uns, vielleicht hätten wir dann dem Pott schon klar gemacht.
Du checkst und bekommst ein check behind. Damit haben auch unsere Gegner Schwäche gezeigt und daher denke ich das wir vorn sind.
Der Turn bring mit der Karo 9 einen weiteren Flushdraw dazu noch einige Straightdraws der SB checkt wieder, hier müssen wir nun setzten. Du setzt knapp die Hälfte des Potts, ich hätte hier etwas höher gesetzt 2/3 Pott. CO callt und der SB foldet. Jeder Draw wird hier callen vielleicht sogar Hände mit Bube oder A9, da du den Flop ja auch gecheckt hast.
Die Herz 5 auf dem River ist eine blank. Den All-In Move hätte ich hier nicht gebracht, eine bessere Hand bringst du meiner Meinung nach nicht zum folden und einen call bekommst du nur von einem sehr loosen Bigstack. Ich hätte hier ca. 900 gesetzt und gehofft das hier noch kleinere Paare bezahlen.
Vielleicht hast du deinen Gegner aber auch als loosen Spieler gesehen, der dich mit dem All-In Move auf einen Bluff setzt und selbst mit A hoch callt, aber das wirst du uns ja nächste Woche verraten.
 
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13-09-2016, 19:44
(#9)
Benutzerbild von Maxiwin7777
Since: Aug 2016
Posts: 5
Die Riverbet würde ich nicht mehr machen, einfach durchchecken da die anderen zwar Schwäche gezeigt haben aber es immer noch sein kann das jemand deine Karten überbietet.
eine gute Hand zum mitgehen, ich habe mit K + Low Card geflusht schon oft gewonnen, auch All-Ins, mit K6 Pik zb. Man hat einfach die Möglichkeit eine gute Bet zu machen die andere nicht erwarten.
 
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13-09-2016, 22:14
(#10)
Benutzerbild von Rich_theEar
Since: Dec 2007
Posts: 87
K4s ist OK, aber nicht überragend. Vor mir kommt eine Erhöhung auf 2BB, ein Call, auch für mich ein klarer Call. Ich muss nur 1BB nachlegen für einen Pot von 6 BB, das ist mein Blatt auf jeden Fall wert. Eine Erhöhung wäre auf jeden Fall zu viel gewesen, erst einmal den Flop sehen.

Der Flop bringt mir TopPair, aber hinter mir sitzt der OpenRaiser; erst einmal sehen, was der macht. Also Check, der Gegner checkt hinterher. Da er keine Conti-Bet setzt, hat er entweder kompletten Mist oder er will später noch etwas von uns anderen abgreifen.

Der Turn bringt nicht viel Interessantes, außer dass jetzt 2 Flush-Draws auf dem Tisch liegen. Diesmal kann ich keinen Check riskieren, sondern muss so hoch setzen, dass ein eventueller Flushdraw zu teuer wird. Das Gebot in Höhe des halben Pots ist zu niedrig, das gibt dem Gegner fast schon seine nötigen Pot-Odds, und wenn der dritte Spieler mitgeht hat er sogar mehr.
Deshalb an dieser Stelle mindestens 3/4 Pot, da mein Stack aber schon recht klein ist, wäre ich wahrscheinlich All-In gegangen. Wenn der Gegner Slow gespielt hat, hat er sein Ziel erreicht und ich bin draußen, aber in vielen Fällen kann er nicht vernünftig mit einem Draw mitgehen.

Der River bringt nichts Neues (außer wenn der Gegner ein PocketPair 55 hält). Ich wäre hier schon All-In.
Falls nicht, dann spätestens jetzt. Wenn der Gegner ein Monster hält (z.B. QT), würde er mich sowieso jetzt All-In setzen, und ich müsste mitgehen. Wenn der Gegner weniger hat, z.B. QQ, muss ich mir ein paar mehr Chips holen.