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[HU] A3s am BB $320 NLHE HU WCOOP - Poker Hand der Woche (Tickets zu gewinnen)

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[HU] A3s am BB $320 NLHE HU WCOOP - Poker Hand der Woche (Tickets zu gewinnen) - 16-09-2016, 12:08
(#1)
Benutzerbild von NerdSuperfly
Since: Jun 2007
Posts: 3.303
(Administrator)

Die Poker Hand der Woche mit und von xflixx - wie hättet ihr gespielt?

Postet eure antworten hier bis Montag (26. September, 23:59 Uhr). Alle Antworten bekommen ein School Pass Ticket, die beste(n) Antwort(en) bekommt ein Freeroll-Ticket für das $5.000 Big Bang.

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- Kopierte Postings, Einzeiler im Stil von "fold preflop" oder "würde wie Poster XY spielen" zählen nicht, ebenso kopierte Postings
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Klicken, um Text anzuzeigen



Geändert von NerdSuperfly (19-09-2016 um 15:04 Uhr).
 
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19-09-2016, 15:23
(#2)
Benutzerbild von SamuraiFrog
Since: Jan 2013
Posts: 180
Preflop würde ich erstmal auch nur callen!
Flop erhöhe ich auf 3 BB!
Ein Paar ist im Heads Up nicht schlecht!
Turn würde ich halben Potsize setzen!
River nochmals halben Potsize, ich glaube dann hätte der Gegner gefoldet!
So versucht er definitiv zu bluffen, denn die 7 hat der Gegner nicht, dann hätte er ja bereits beim Turn erhöht, folgedessen ist es nur ein Bluff von deinem Gegner!
 
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19-09-2016, 19:46
(#3)
Benutzerbild von LaChSc
Since: Dec 2015
Posts: 6
So … Jetzt sind wir schon bei „Hand der Woche“ Nr. 98.
Wir sitzen im Heads-Up, 50/100 Blinds und halten A3 suited.

Pre-Flop:
Der Gegner min-raised, da es sich um einen etwas aggressiveren Spieler handelt, schließt es seine Range kaum bis gar nicht ein, dennoch callen wir.
Den Call finde ich an der Stelle eher ein schwaches Play, A3s ist keine schlechte Hand im Heads-Up ist und der Gegner tendiert zu einem eher aggressivem Spiel, deshalb würde ich an der Stelle eher auf 5,5BB bis 7,5BB reraisen. Foldet der Gegner daraufhin ist alles OK, called er können wir wenigstens ein Paar Hände ausschließen und seine Range etwas eingrenzen, zudem behalten wir die Oberhand in dem Hands-Up.

Flop:
Der Flop kommt mit Kd/2c/Ac wir halten also Top Pair. Der Gegner Spielt klein an und wir callen.
Den Call am Flop finde ich, im Gegensatz zum Pre-Flop genau richtig, wir haben Top Pair was im Heads-Up schon oft die beste Hand darstellt. Wir verraten mit der Hand also nicht viel nur das wir nach wie vor im rennen um dem Pot sind. Der Gegner dagegen gibt ebenfalls nicht viel von seiner Hand her, denn er würde wahrscheinlich mit fast jeder Hand am Flop betten, weshalb man einen Reraise in Betracht hätte ziehen können, jedoch finde ich den Call etwas besser. Aufgrund der kleinen Bet würde ich ihn an der Stelle eher auf einen Schlechten König oder einen Backdoor-Flush setzen. Mit Top Pair halten wir wahrscheinlich die beste Hand, durch den Call kann er nicht folden und können im Verlauf der Hand noch mehr Profit schlagen.

Turn:
Der Turn kommt mit einer 7s und es geht check, check.
Der Turn ist relativ unspektakulär, ich denke das geht klar auch, wenn wir dem Gegner so eine Freecard schenken. Nur ein dem Fall, dass der Gegner K7 hält wäre es an der Stelle ein Fehler gewesen, da dies die wahrlich einzige Hand wäre die uns schlägt, da der Gegner dort im seltensten Fall ein Ass hält.

River:
Auf dem River kommt die 7h, alle Flush- bzw. Straight-Draws gingen daneben und der Gegner setzt den 2fachen Pot von ungefähr 140BB.
Mein Problem ist, ich kann in der Situation nur Call sagen, wir haben das Ass getroffen und der Gegner würde mit jedem König am River setzten, das Problem ist das seine Range sehr groß und ich ich die Bet am Flop eher als Bluff sehe und viele seiner Bluffs am turn beinhalten eine 7, jedoch ist es auch nur eine 7 die uns hier gefährlich werden könnte, da er diese aber auf dem Turn wahrscheinlich anspielen würde, außer er slowplayed K7, so halte ich dies eher unwahrscheinlich.
Seine Bet am River sieht jedoch sehr schwach aus, da es sich um jedoch starken Spieler handelt finde ich es mehr als erstaunlich, dass er in der Hand so schwach wirkt.
Dennoch würde ich CALL sagen, er wirkt schwach wir haben Top Pair und sollten im Heads-Up damit fast immer callen.

Wenn ich einen Tipp noch zum Schluss, rein aus dem Gefühl, abgeben darf so würde ich sagen, er blufft mit 9/8s oder hat uns mit viel Glück und K7 outlplayed.

Grüße aus Bonn
Lars
 
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19-09-2016, 20:11
(#4)
Benutzerbild von JoeCrocodill
Since: Oct 2014
Posts: 357
Preflop könnten wir mit A3s auch 3-betten.

As played - Flop: Call ist sicher okay. Vs. aggro-player würde ich nicht raisen.

Turn: Wir checken und lassen so beim aggro-gegner seine Bluffs in seiner range.
Gegner checkt behind.

River: Die 7 pairt das Board. Wie oft hat er da eine 7 ??
Wir zeigen am Turn und am River Schwäche indem wir checken.
Der Gegner ist aggressiv und wird am River sehr oft bluffen. Das macht er vielleicht mit jedem mittleren PP, einem busted FD, einem Kx, oder mit total air. Checken ist daher okay.
Er overbettet. Wir halten Top-2Pair-TK. Never ever können wir hier folden.
 
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19-09-2016, 22:39
(#5)
Benutzerbild von WoPokerStars
Since: Jan 2016
Posts: 78
Der Gegner ist tendenziell aggressiv (laut deiner Beschreibung).
Du hast A3s, sitzt am Big-Blind, was im Heads-Up Out of Position ist.
Du hast 143,5BB als Stack, der Gegner 55,5BB.


So, der Gegner hat Small-Blind und Button, was heißt, er hat die erste Aktion dieser Hand.
Er macht ein Min-Raise.
Ein Fold wäre definitiv ein Fehler und scheidet als Option aus.
Option 1: Call.
Option 2: 3-Bet.
- Für ein Call spricht, dass der Gegner aggressiv ist und somit auch anfälliger für eine Falle.
- Für eine 3-Bet spricht,
1. Wir haben eine starke Hand für Heads-Up.
2. Wir haben einen kräftigen Stack.
3. Wir sind out of Position.

Bevorzugen würde ich, gerade, weil du out of Position bist, die Variante 3-Bet.
Nun zur 3-Bet-Size, die da ratsam ist:
- Zu klein sieht nach antesten oder einer sehr starken Hand aus (wie AA), die sich über ein Fold kräftig ärgern.
- Zu groß schränkt die Range zu sehr ein.
Auf etwa 400 zu setzten finde ich hier OK.


Der Flop kommt mit K2A mit 2 Kreuz.
Bei der Variante 3-Bet vor dem Flop, welche der Gegner callt, würde hier jetzt eine C-Bet von Hälfte Pot sehr gut passen.
Bei einem Call oder einer 3-Bet mit 4-Bet und Call passt hier ein Check um den Gegner die Aktion zu lassen und die Chips zu entlocken.
Dein Check-Call passt zu deiner Pre-Flop-Handlung.

Check-Reraise würde ich nicht bringen, weil
- du mit einem Paar Asse auf dem Flop eine sehr starke Hand für ein Heads-Up hälst
- der Gegner eine vergleichsweise kleine Bet von unter Pot-Size bringt und damit m.E. schon ein bisschen polarisiert:
* entweder ist er schwach und wir verraten uns mit Check-Raise und er wirft weg
* oder er ist sehr stark und freut sich, wenn wir die Action übernehmen und versucht uns durch runter callen und Raise auf dem River auszunehmen.

Eine Bet von vorne auf dem Flop nach einem Preflop Call sortiert zuviele schwache Hände beim Gegner aus, die sonst noch eine C-Bet bringen würden.
Zur Vollständigkeit: Check-Fold macht für uns keinen Sinn an der Stelle.


Nun kommt der Turn mit einer 7.
Check oder Bet?
Wann macht der Check Sinn?
- Wenn der Gegner tatsächlich eine vergleichsweise gute Hand wie Kx hat. Diese würden noch eine Bet bringen.
Wann macht eine Bet Sinn?
- Wenn der Gegner schwachen Hände oder Draws hält, können wir damit noch Value generieren.
Da die Bet auf dem Flop so klein war und in der Range des Gegners also mehr schwache Hände und Draws liegen, bin ich hier für eine Bet von vorn. Als Bet-Size empfehle ich hier, unter Pot-Size zu bleiben, um schwache Paare und Draws nicht zu vertreiben.

Du entscheidest dich für ein Check. Das der Gegner checkt, finde ich erwartungsgemäß. Hier geht dir wohl unnötig Value verloren.


Nun kommt auf dem River eine zweite 7.
Nach dem Check auf dem Turn sollte jetzt keine Bet von vorn kommen. Man nimmt den Gegner die Change zum bluffen und wirkt polarisierend.
Also ist dein Check folgerichtig.
Nun kommt eine polarisierende Bet vom Gegner.
Durch diese Polarisierung wäre ich gegen ein Reraise (bzw. All-In) und würde callen, denn es callen nur stärkere Hände und folden alle geschlagenen Hände. Mit König-Paare (welche ich schon durch die früheren Straßen nicht mehr in seiner Range sehe) würden hier sicher nicht so polarisieren und wären vermutlich auch die einzigen Hände, die ein Reraise gezahlt hätten.
Für ein Fold ist unsere Hand zu gut.

PS: Die 7 auf dem River ist gar nicht so schlecht für uns, denn Ax (außer AA, A7 und AK), die definitiv auch noch in der Range des Gegners sind, können uns nun nicht mehr durch deren Kicker gefährlich werden.
Eine 7 auf der Hand des Gegners passt nicht zum Check des Gegners auf dem Turn - außer als 77, A7 oder K7. Ein Drilling auf der Hand des Gegners schließe ich also aus.

Einschätzung zu deiner gespielten Line:
Diese Line ist solide und schlüssig. Mir jedoch ein bisschen zu passiv, so dass wir kaum Value generieren und sehr wenig Infos über die Gegnerhand erhalten.

Meine bevorzugte Linie für diese Händ wäre: PF: 3-Bet, Flop: C-Bet, Turn: Check(Schwäche vortäuschen)-Call, River: Bet

Geändert von WoPokerStars (22-09-2016 um 12:45 Uhr).
 
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19-09-2016, 22:51
(#6)
Benutzerbild von D_Equalizer
Since: Nov 2014
Posts: 2
Erstmal Gratulation zum Deep run!

Nun zur Hand:
Wir halten A3ss im BB und haben einen 3.1 Chiplead zu einem wie du sagst Aggresiveren Spieler

Preflop: Wir spielen effektiv für 55BB und befinden uns out of position. Unser Gegner minopened und du flattest. Ich finde hier wäre es schon sehr sinnvoll zu 3betten und auch mehr als 3x weil wir eben wie gesagt 55BB deep spielen und uns out of positon befinden. Zudem ist es immer gut preflop gegen einen aggresiven Spieler eine balanced 3 betting range zu haben, in der sich auch unsere stärkeren Asse und hohen Paare befinden. Somit bringen wir ihn dazu lighter zu 4 betten, was uns ermöglicht unsere guten Hände unserer 3betting range profitabel zu spielen.

Flop; Kd2cAc
Du checkst auf dem Flop nur was auf jeden Fall sinvoll erscheint, da wir Bluffs in seiner Range halten wollen und mit dem Ass die meiste Zeit vorne sind. Da wir preflop nur gecallt haben ist seine Range offen wodurch es sehr schwer wird ihn hier zu rangen aber er bettet hier jede 2 jeden K und jedes Ass. Er bettet jeden Flushdraw und auch Hände mit backdoorflushdraw, die eventuell auf dem Turn ein 2. mal barreln um viele deiner middle pairs etc. zu folden. Die Bet ist nicht sehr groß, weswegen ich an dieser Stelle auch nichts gegen eine kleine 3 bet hätte, um zu sehen wo wir stehen und dem aggressiven Spieler ein bisschen aggresivität entgegenzusetzen. Aber der Call ist an der Stelle auf jeden Fall gut.

Turn: 7s
Der Turn bringt die 7s und die Hand geht check check.
Ich denke mal, dass das check in Ordnung geht, da wir unserem Gegner auf jeden Fall noch Platz zum Bluffen lassen müssen und unsere Hand under representen. Den Turn zu analysieren finde ich sehr schwierig, da er hier eigentlich viele seiner Bluffs weiter betten würde vor allem seine Flushdraws. Ich habe erwartet, dass er den Turn aufgrund deines passiven Verhaltens hoch betten würde und denke nicht, dass er hier oft stark ist, da er sein Image als agressiven Spieler oft wahren will und seine guten, wie auch seine Hände mit Potenzial feuern würde.

River: 7h
Der River bringt die 7 in Herz und du checkst, was ich nicht verkehrt finde, da es aufgrund seines Turn checks schwer wird ihn zu rangen. Ich hätte vor einer 7 nicht zu viel Angst, da es von der Kombinatorik her schwer wird hier eine 7 zu halten. Er overbettet den River und wir haben hier meiner Meinung nach ein klares Call. Wir haben unser Hand under represented und verlieren hier nur gegen wenige Hände. Wenn unser Gegner balanced genug ist, overbetted er die Hand mit vielen busted Draws und auch hin und wieder mit Händen, die uns schlagen. Das Ass ist ein super Bluffcatcher und wir müssen hier callen weil wir sonst exploitative sind. Wie bereits erwähnt, unser Gegner gibt uns nicht sehr viele Asse, da wir die meisten preflop 3 betten sollten und deswegen ist das auf dem River ein Call.

Gruß D_Equalizer
 
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20-09-2016, 03:39
(#7)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 211
Die effektiven Stacks sind 55 BB.

Preflop:

Der Gegner spielt einen Minraise. Er ist sehr aggressiv und hat wahrscheinlich any 2 oder nicht weit weg. Da er nur klein raist, muss er seine Range auch nicht einschränken. Gegen einen aggressiven und toughen Spieler sollte man sich nicht darauf beschränken, seine Blinds meistens passiv zu verteidigen. Das führt dazu, dass man zu oft auf dem Flop foldet, weil man mit high Card nicht gerne weiterspielt. Man muss ihn oft 3-betten, um seine weite Range unter Druck zu setzen.

Zunächst kann man sich überlegen, wie hoch eine 3-bet ausfallen sollte. Das hängt von den Stacksizes ab. Eine 3-bet sollte nach Möglichkeit so ausfallen, dass man selbst mit einer 5-bet all-in kommen kann, ohne riesige Overbets machen zu müssen und ohne dem Gegner Gelegenheit zu geben, mit einer mässig grossen 4-bet all-in zu gehen. Der kleine Raise des Gegners und sein mittlerer Stack lassen das zu, wenn man auf 6 bb raist. Eine 4-bet hätte dann typischerweise die Grösse von 12-18 bb und du könntest dann die 5-bet so spielen, dass der Gegner noch gut 30 bb callen muss. Was gut passt, da er dann immer in der Nähe von 2:1 Pot Odds bekommt, was ihn zwingt, eine weite Range zu spielen. Mit einer grösseren 3-bet hat man keine gute Size für eine 5-bet mehr, ausserdem erhöht sie die Gefahr einer all-in 4-bet.

Spielst du eine 3-bet von 6 bb, dann bekommt der Gegner 2:1 Odds für den Call. Er sollte dann nicht mehr als 33% seiner Range folden, damit du keinen Autoprofit hast. A3s hat einen Equityvorteil gegen eine 40% Range. Wenn der Gegner also 60% oder mehr raist, dann hast du gegen die Range, die er weiterspielt, einen Equityvorteil. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Gegner eine mindestens so loose Range hat. A3s ist daher eine Valueraise Hand. Sie sollte auf jeden Fall ge-3-bettet werden.

Deine Callrange wird dabei nicht zu schwach, denn die Callrange kann immer noch etliche offsuit Asse enthalten. Wenn du suited Asse callen willst, dann würde ich eher mittlere Asse callen, da die auf dem Flop bessere Pairs treffen. Generell würdest du aber gerne mit einer 3-bet Range von 30% kontern, damit der Raise für den Gegner nicht zu profitabel wird. Da müssen dann viele Asse dabei sein und es ist sicher kein grosser Fehler, wenn alle suited Asse in der 3-bet Range sind. Die suited Asse wären prinzipiell auch in einer 20% Range.

Also preflop 3-bet auf 6 bb.

Was wäre der Plan auf eine 4-bet? Der Gegner würde nicht so selten 4-betten, da er aggressiv und tough ist. Damit der Gegner keinen Autoprofit hat, solltest du dann nicht mehr als 30-40% deiner Range aufgeben (je nachdem, wie gross seine 4-bet ist). A3s würde dann in den Teil der Range gehören, die weitergespielt wird. Also wäre die Konsequenz 5-bet all-in. Das wäre dann ein Bluff, da A3s gegen die Callrange einer 5-bet keinen Equityvoreteil hat. Dennoch ist ein kleines Ass für einen 5-bet Bluff gut geeignet, da es dominierende Asse blockt und auch gegen Calls noch einige Chancen hat. Es ist gegen einen aggressiven Gegner auch durchaus wünschenswert, dass eine 5-bet Range Bluffs enthält, da er wegen des Aufbaus seiner Range noch Hände wegwerfen muss. Und du hast ihn gecovert, was das Risiko für ihn erhöht.

Flop:

Preflop wurde nur gecallt, du triffst top Pair. Der Gegner wird annehmen, dass er den Flop besser getroffen hat als du, weil er davon ausgeht, dass du wenigstens ein paar Asse und vielleicht auch Ks preflop 3-betten wirst. Das bedeutet, in deiner Range sind weniger Asse und Ks als in seiner. Er wird daher sehr oft contibetten wollen. Es gibt für dich keinen Grund, selbst zu betten. Der Gegner wird das für dich tun.

Der Gegner bettet klein, was für ein Board, das ihn deutlich besser trifft als dich nicht ungewöhnlich ist. Er wird dich häufig zum folden bringen, da braucht er seine Bluffs nicht teurer zu machen als nötig. Ein Checkraise wäre hier unangemessen, da du damit nur viele schlechtere Hände zum folden bringen wirst und dann gegen eine wahrscheinlich stärkere Range fortsetzen musst. Du hast auf diesem Board auch nicht viele gute Draws, die du bluffen wolltest. Die wenigen Draws, die du auf dem Board hast und checkraisen wolltest kannst du mit besseren Händen als dem kleinen Ass balancieren. Für einen Valuecheckraise bräuchte man wenigstens ein mittleres Ass, damit überwiegend schlechtere Hände callen. Also Call.

Turn:

Auf dem Turn kommt eine Blank, die nur wenigen Händen des Gegners weiterhilft. Man kann davon ausgehen, dass der Gegner nahezu jede bessere Hand betten wird, die die 7 getroffen hat, da das immer mindestens 2-Pair wäre. Er checkt, seine Range wird also aus wenigen besseren Assen und überwiegend schlechteren Händen bestehen. Zu den schlechteren Händen, die er checken könnte, wird eine 7 gehören. Diese Hände haben jetzt Showdownvalue, bekommen aber nicht viele bessere Hände zum folden und kaum noch schlechtere Hände zum callen. Da der Gegner preflop any 2 oder zumindest eine sehr weite Range haben wird und auf diesem Flop auch sehr viel contibetten wird, kann er viele 7enen in seiner Range haben. Ansonsten würde man typischerweise noch Ks, Pockets und einiges an Trash in seiner Range erwarten. Seine Flush Draws würde er weitgehend betten und wahrscheinlich auch ein paar Gutshots. Seine Asse würde er weitgehend betten, damit er seine Bluffs balanciert.

River:

Es kommt eine weitere 7, die etlichen seiner Hände weiterhilft, da er eine 7 auf dem Turn wahrscheinlich gecheckt hat. Er hat ausserdem eine grosse Menge an Trash in seiner Range und viele Ks. Deine Range enthält so gut wie keine 7, da du solche Hände am Flop nicht callst. Allenfalls ein paar Full Houses mit A7/K7 oder Quads. Er hat definitiv deutlich mehr 7enen in seiner Range. Als tougher Spieler ist er sich dessen bewusst.

Das bedeutet, würdest du dein Ass gegen einen K für Value betten, dann würde dich ein Raise in grosse Schwierigkeiten bringen. Der Gegner ist sehr aggressiv und in der Lage, einen Move zu bringen. Er ist ausserdem tough und sich wahrscheinlich bewusst, dass er an dieser Stelle deutlich mehr Monster hat als du und dass fast deine gesamte Range nach einem Raise nur aus Bluffcatchern besteht. Seine Raises würden wahrscheinlich sehr gross ausfallen, damit er Foldequity gegen deine Asse bekommt und Value für seine 7, die er dann gar nicht so selten auch hat. Du müsstest gegen einen Raise folden.

Es ist besser, zum Gegner zu checken und damit deine Range weit zu lassen. Das lässt dem Gegner die Möglichkeit, auch gute Ks für vermeintlichen Value zu betten, da er annehmen kann, dass du nicht viele Asse in der Range hast. Aber ziemlich viele Ks mit schlechten Kickern und etliche Pockets. Ausserdem hat der Gegner viele Hände, die er immer noch bluffen kann.

Der Gegner bettet doppelte Potsize. Damit wird er der Tatsache gerecht, dass du so gut wie nie ein Monster in deiner Range hast, er aber eine ganze Menge. Er hat ausserdem eine Menge Trash auf der Hand, den er bluffen will. Je grösser seine Bet, desto mehr Bluffs kann er in seiner Range unterbringen, denn desto mehr musst du folden.

Trotzdem bekommst du bessere Odds als 1:1, du solltest also nie mehr als 50% deiner Range folden, damit der Gegner nicht profitabel 100% seiner Range bluffen kann. Das Ass gehört sicher in die obere Hälfte deiner Range. Die untere Hälfte besteht in erster Linie aus Ks, wovon du mehr in deiner Range hast als Asse. Du solltest also jedes Ass am River callen. Das wird noch durch die Tatsache erleichert, dass du gegen alle plausiblen Asse des Gegners splittest. Du hättest am River nur mit einem K eine schwierige Entscheidung.

Ein verrückter Move am River kommt nicht in Frage. Zwar hat man theoretisch Foldequity gegen andere Asse, jedoch blufft man keine Hände, die man bequem callen kann. Ausserdem ist es gar nicht so klar, wie viele Asse er überhaupt in seiner Range hat. Es könnte gut sein, dass er die kleiner bettet oder dass er die meisten am Turn betten würde.

Geändert von Rechnerstrom (20-09-2016 um 04:14 Uhr).
 
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20-09-2016, 13:16
(#8)
Benutzerbild von PiMastah
Since: Nov 2007
Posts: 2
Disclaimer: Da keine objektiven Stats vorliegen, interpretiere ich die gegebenen Informationen nach eigenem Ermessen.

Pre:

Ausgehend von einer aggressiven Spielweise Villains finde ich hier den Call besser als eine 3-Bet. Dies hat mehrere Gründe:

1. Stacksize - eff. Stacks um ~50 BB bedeutet für mich in der Situation (3:1 Chiplead, starker Gegner), dass ich zum Einen nicht besonders erfreut wäre, mit Top Pair A no Kicker einen großen Pot OOP zu spielen, da die Stacks nicht klein genug sind für einen easy Stackoff, aber auch nicht groß genug für ordentliche implied Odds. Zum Anderen verwandeln wir durch eine 3Bet aus meiner Sicht unsere Hand in einen Bluff. Dafür würde ich statt der konkreten Hand wohl eher KXs oder QXs bevorzugen, da in beiden Alternativen OOP die Equity deutlich schwieriger zu realisieren ist.
2. "Flopability" - baby suited Aces können einige Flops erwischen, die auch OOP vergleichweise einfach zu spielen sind, daneben reicht A high auch gelegentlich zum Bluffcatchen aus. Für den zweiten Fall machen wir uns das Leben sehr viel leichter, wenn wir nicht für Stacks bluffcatchen müssen (sondern wie z.B. im vorliegenden Fall selbst bei einer Overbet am River der Pot immernoch überschaubar groß und damit ebenfalls das Risiko sowie die Schwere einer Fehlentscheidung minimiert ist).
3. Perceived range - zumindest einen Teil meiner suited Aces will ich HU in meiner Call-Range OOP haben, um postflop Bluffs auf 2-Flush/3-Flush Boards meinerseits bessere Chancen einzuräumen sowie meinem Gegner auch weniger Möglichkeiten zu geben, selber diese Situationen zu exploiten.
4. Gegnertendenz / Exploitation - aus meiner Sicht haben wir gegen einen aggressiven Gegner eine solide Hand, die auch ohne Hit eine oder je nach Textur & Sizing abhängig von Reads auch mal zwei Streets bluffcatchen kann. Basierend auf der Annahme, dass Hero hier eher als bluffbares Ziel von Villain wahrgenommen wird, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, auch schon pre OOP Hände zu flatten, die sich zumindestens tendenziell eher zum bluffcatchen eignen.

Grundsätzlich lehne ich eine 3-Bet hier natürlich nicht ab, gegen den beschriebenen Villain finde ich den Call jedoch eindeutig besser.

Flop:

As played finde ich C/Call richtig und auch deutlich besser als C/Raise.

Villains Sizing finde ich in Anbetracht der Textur nicht abwegig (flixx' Aussage, dass Villain hier "sehr klein" die CBet sized deute ich mal dahingehend, dass die CBets vorher eher größer waren). Auf Grund der Größe der CBet und der Annahme von Kompetenz und Bluffpotential bei Villain würde ich zumindest in Erwägung ziehen, dass Villain hier durch eine tendenziell kleinere CBet als bisher ggf. inducen möchte und/oder noch maximale Foldequity aufbauen will, sollte es hier zur Line Check/Bet/Raise/3BetShove kommen.

Für den Fall eines C/Raises von Hero muss es aus meiner Sicht dann das Ziel sein, möglichst zügig die Stacks in die Mitte zu bekommen, da die vorliegende Hand nach dem Verlauf Pre für C/Raise/Fold viel zu gut ist und nach einem eventuellen Call unseres Raises die Stack to Pot Ratio einen Fold von Top Pair auch nicht guten Gewissens zulässt gegen den beschriebenen Villain:

Rechenbeispiele:

C/Raise auf 600 und Call:

Pot am Flop: 400
Pot am Turn: 400 + 2 * 600 = 1600
Viallain Stacksize am Turn: 4750
SPR: 3

C/Raise auf 800 und Call:

Pot am Flop: 400
Pot am Turn: 400 + 2 * 800 = 2000
Viallain Stacksize am Turn: 4550
SPR: 2,25

Aufbauend auf diesem kurzen Exkurs sowie der Tatsache, dass die Hand nach C/Raise -> Call sowieso viel schwieriger zu spielen ist, würde ich in jedem Fall eine vergleichsweise große Size wählen, um zum Einen maximale Protection zu gewährleisten und zum Anderen die Hand für uns nicht unnötig schwer zu machen.
Zu bedenken ist in jedem Fall, dass Hero sich mit C/Raise mindestens gelegentlich selber Valuetowned und Villain bei einem Doubleup in der Gesamtsituation des HU-Matches mit Momentum zurück bei quasi Starting Stacks ist. Außerdem nehmen wir einem aggressiven Spieler damit einige Möglichkeiten, den Pot "günstig" anzugreifen - was aber ja der Intention des Calls Pre entgegensteht. Daher dann lieber Pre schon 3betten als am Flop, insbesondere mit der vorliegenden Textur, mit der wir recht easy bluffcatchen können.

Turn:

Check von Hero ist mMn richtig und auch die einzige Option. Check behind von Villain ist hier entweder Aufgabe, Showdown Value oder Freecard. In die erste Kategorie fallen wohl alle unpaired Hands ohne Draw (z.B. Backdoor Diamond Draws am Flop). Showdown Value ohne Bet haben hier vermutlich KX(insbesondere mit schwachem Kicker), QQ-88 und 7X, je nachdem wie Villain deine Range hier einschätzt. Interessant wird am River dann ja vor allem die Frage, wieviele 7X Hände Villain hier haben kann. Ein kompetenter Spieler kann mMn hier so gut wie alle 7Xcc Kombinationen halten, die entscheidende Frage ist dann jedoch, ob hier nicht ein Bet mit dem FD sowie weiteren Outs durch das geturnte Paar angebracht wäre, da ein 3Barrel hier sicherlich vom Sizing der CBet in Betracht käme. Daneben ist Heros Range capped, d.h. wirklich extrem starke Hände sind bei Hero unwahrscheinlicher. Daher denke ich, dass 7Xcc zumindest zu discounten ist, da ein Bet hier besser erscheint aus Villains Sicht.

Bleiben also noch andere 7X suited Combos, die den Flop cBetten und nun den Turn checken wollen. Da Villains Range am Flop noch sehr weit ist, kann es durchaus sein, dass hier ein CBet auf Grund der Textur des Boards und giveup geplant war mit Hö
änden wie T7ss etc.

Fraglich ist auch, ob Villain auf Basis der genannten Überlegungen zum 3Barreling hier Pairs < 7 (66-33, 2X) nicht schon in einen Bluff verwandeln möchte und daher auch betten würde.

Festzuhalten bleibt, dass Villain bisher noch keine Gelegenheit bekommen hat, Hände zu folden - d.h. Einschränkungen der Range sind zum Einen nur auf Grund des Betting Patterns möglich und zum Anderen sollte Villain daher am River mit jeder Menge Garbage ankommen.

River:

Am River habe ich die größten Zweifel, ob die gewählte Line von Hero die Richtige ist (aber das hängt natürlich letzten Endes von der Entscheidung ab, die flixx getroffen hat).

Nach meinem Ermessen enthält Villains Range sicherlich einige 7x Combos (mit den genannten Einschränkungen) aber eben auch eine Menge Müll. Daher ist die Wahl der Betsize in Anbetracht der repräsentierten Hände von Villain absolut nachvollziehbar (wenige Value- und viele Bluffhände = größere Betsize). Die wichtigste Frage für mich am River ist nun, ob durch den Check unsere Hand so stark unterrepräsentiert ist, dass Villain hier einen profitablen Bluffspot sieht, da durch gecappte Range und nicht getätigte Riverbet Heros Valuerange so schwach eingeschätzt wird, dass die Blufffrequenz hier so hoch wird, dass any Ace einen einfachen Call hat (ich ignoriere hier den Fall des Split Pots gegen andere Aces, da ich nicht davon ausgehe, dass Villain hier je ein AX so spielt).

Wir brauchen für +-0 EV ungefähr 40% Equity am River. Da Villain (wie bereits begründet) aus meiner Sicht mit vielen schlechten Hönden am River ankommt und ich einige 7X Combos discounte, kommt für mich am Ende ein Call heraus. Kein Fist-Pump-Ship-It-Holla-Call, aber dennoch bin ich recht zuversichtlich, dass wir hier auf der hellen Seite von 0 EV herauskommen. Dazu bleibt uns auch im Fehlerfall noch eine knappe 2:1 Chipführung übrig, so dass ich immernoch in meine Fähigkeiten vertrauen kann. Je nach Hand die wir zu sehen bekommen, gibt es darüber hinaus vielleicht sogar noch ein paar gute Informationen hinsichtlich Range Turncheck oder ggf. welche Hände Villain bereit ist, in einen Bluff zu verwandeln am River (falls wir z.B. 88 sehen oder Ähnliches).

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was Villain am Ende gezeigt hat, nachdem flixx gecalled hat ;D

Geändert von PiMastah (20-09-2016 um 13:33 Uhr). Grund: Formulierung
 
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20-09-2016, 20:48
(#9)
Benutzerbild von LeftBoy11
Since: Mar 2014
Posts: 1
ChromeStar
Preflop: Ich entscheide mich preflop für eine 3-bet auf 550, da mein Ass suited ist und ich auf den späteren Straßen zu einer Straße improven kann. Zusätzlich repräsentieren wir eine starke Hand, welches uns in unseren späteren Entscheidungen noch sehr hilfreich sein kann, auch im Bezug darauf, was der Gegner denken könnte, was wir auf der Hand haben.
Flop: Den Flop würde ich check-raise (ca. 40 % pot-raise, ((pot-control))) spielen, zum einen um dem Gegner zu signalisieren, dass wir stets noch eine ordentliche Hand halten. Zum anderen um Value von Händen wie JQ,KQ,KT oder jeglichen suits zu erhalten.
Turna ich auf dem flop check-raise gespielt habe, dürfte sich die Situation schon beruhigt haben, da es gut sein kann, dass der Gegner nach unserer bet aussteigt. Er könnte (er hat sich in deiner Situation, für einen check-back entschieden, dadurch komme ich zu diesem Fazit) Straßenhände, wie 6/7,7/8,7/9 oder 7/5 halten. In den seltesten Fällen, wird er hier mit third pair den turn callen.
River: So komme ich zu dem Entschluss, dass du diesen auf jeden Fall folden solltest. Ich sehe die Wahrscheinlichkeit als höher an, dass sich seine Range eben auf diese mittleren Straßenhände, die eine 7 beinhalten bezieht. In sehr seltenen Fällen hält er ein Monster wie KK oder 22. Die Option das er seinen verpassten Flushdraw in einen Bluff umwandelt, ist selbstverständlich gegeben, halte ich aber für nicht so wahrscheinlich, als das er maximum value aus dieser Situation beziehen möchte.

Grüße gehen raus,

#Kgiu

Maximilian aka der Boy alias LeftBoy11 !
 
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21-09-2016, 19:10
(#10)
Benutzerbild von 147queue
Since: Apr 2014
Posts: 12
PF: Da A2s im Heads-Up schon ne ganz ordentliche Hand ist, hätte man auch gut ne Bet von 3-4BB setzen können. Auffüllen sieht so nach "gewollt und nicht gekonnt" aus. Aber wie du ja schon im Stream sagtest, spielst du das wie Spin and Go.

Flop: Top-Paar ist hier sicher die beste Hand. Du liegst mit knapp 85% vorne. Was geben wir unserem Gegner? Kx kann sehr gut in seiner Range liegen, ich lasse meinen Gegner bluffen und bleibe bei X/C. Zum Testen und auf Grund deines hohen Stacks hätte man auch gut X/R spielen können, aber so geht's ja auch.

Turn: Die 7 ist in meinen Augen eine Blank, du legst noch 2%-Punkte zu und weiter geht's mit X/C. Leider setzt unser Gegner nichts an und der Pot bleibt klein.

River: Eine weitere 7 dürfte nicht allzuviel ändern. Deine Equity liegt immer noch bei über 86%. Außer AK, KK, 22 und 7x (connectors und gutted connectors) schlägt uns nichts. AK und KK schließe ich allerdings aus, weil die Setzhöhen nicht so ganz dazu passten. 22 kann man auch ausschließen, da er sicher auf dem Flop höher und auf dem Turn weiter gefeuert hätte. 7x könnte auf Grund der Overbet durchaus möglich sein, um Max-Value zu bekommen. Ich gehe hier allerdings von einem nicht angekommen Flush oder Kx (ohne 7) aus. Da du dein Top-Paar so langsam gespielt hast, kann man durchaus annehmen, dass dein Gegner glaubt, du hättest gar nichts und sein König wäre gut.
Gut möglich ist auch eine komplette Luftblase mit sowas wie Txs, Jxs oder Qxs. Auf jeden Fall callen. Dein Stack gibt das her und wenn du in die volle Hütte guckst, ist das halt so.

Schöne Grüße

Sven