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NL2 FR QQ vs Shortstack

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NL2 FR QQ vs Shortstack - 27-12-2016, 16:56
(#1)
Benutzerbild von I Scipio I
Since: Jul 2016
Posts: 37
Ich finde die Hand nicht wirklich schlecht gespielt von mir da ich zwar weiß dass er eigentlich immer ein Ass in der Situation hält am Turn allerdings sind die Pot odds für den call grade noch akzeptabel ausßerdem bin ich finde ich eh schon comitted. Was denkt ihr? Hätte ich vielleicht schon am Flp all in raisen sollen da er sein Tp wahrscheinlich nicht foldet?
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MP2 ($1.58)
Hero (CO) ($2)
Button ($1.94)
SB ($2)
BB ($1.60)
UTG ($0.52)
MP1 ($3.01)

Preflop: Hero ist CO mit Qs, Qc
UTG calls $0.02, 1 fold, MP2 calls $0.02, Hero raises to $0.10, 3 folds, UTG calls $0.08, MP2 calls $0.08

Flop: ($0.33) 3s, Js, 5c (3 Spieler)
UTG bets $0.06, 1 fold, Hero raises to $0.18, UTG calls $0.12

Turn: ($0.69) As (2 Spieler)
UTG bets $0.24 (All-In), Hero calls $0.24

River: ($1.17) 5s (2 Spieler, 1 all-in)

Gesamt Pot: $1.17

Ergebnisse:
UTG hat Ah, 5h (full house, fives over Aces).
Hero hat Qs, Qc (flush, Ace high).
Outcome: $1.17 returned to UTG
 
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03-01-2017, 23:46
(#2)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 212
Entweder callst du am Flop, um es am Turn reinzubringen oder du stellst den Gegner besser gleich am Flop all-in. Der Gegner ist short und wird ein top Pair oder einen Flush Draw wahrscheinlich nicht wegwerfen. Es gibt schon ein paar Karten, die du am Turn nicht so gerne siehst. Wenn eine Overcard kommt, ein J oder eine Flushkarte und der Gegner geht am Turn all-in, was machst du dann? In mehr als 1/3 der Fälle kommt am Turn so eine Karte. Das Stack to Pot Ratio ist wie geschaffen für ein all-in mit dem Overpair.

Der kleine Raise sorgt nur dafür, dass der Gegner phantastische Odds bekommt und alles korrekt callen kann. Stellst du ihn all-in, dann callt er inkorrekt, denn er wird nicht folden. Es ist ja nicht mal eine Overbet.

Wie gespielt kannst du am Turn kaum raus, da du ja einen Flush Draw zu den 2nd Nuts hast. Die Odds sind fast 4:1 und manchmal hast du Outs zum Set. Da hast du dich mit dem kleinen Raise am Flop selbst geliefert.

Geändert von Rechnerstrom (03-01-2017 um 23:49 Uhr).
 
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04-01-2017, 03:03
(#3)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Zitat:
Zitat von Rechnerstrom Beitrag anzeigen
Der kleine Raise sorgt nur dafür, dass der Gegner phantastische Odds bekommt und alles korrekt callen kann. Stellst du ihn all-in, dann callt er inkorrekt, denn er wird nicht folden.
Am Turn hat Willi as played Odds von 4:1, damit called er any Turn mit fast der gesamten Range, mit der er das Flop-Raise called. Damit sind die 'phantastischen Flop-Odds' unter dem Stichwort reversed implied Odds (RIO) zu betrachten, der Flopcall ist insofern eben halt nicht korrekt.
Auf NL2 halte ich die gespielte Weise garnicht für verkehrt: Willi ist offensichtlich FZS (limpen, blockbet). Diese minbets dienen häufig als 'bet for info'; bei gegnerischem Call hält man sich für gut, bei Gegenwehr für schwach (->fold). Das von Hero gewählte minraise geht hier genau in die Schnittstelle und gewährt (wie oben dargestellt) scheinbar tolle Odds um den Gegner noch weiter in die Hand zu verstricken mit der schwachen Handrange, man will ja nix folden sehn.
Bei deeperen Stacks würde ich ein größeres Raise (evt. /Fold) bevorzugen.
 
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04-01-2017, 16:32
(#4)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 212
Die Verstrickungshypothese hängt davon ab, wer welche Karten am Turn sehen will. Sie wäre dann gut, wenn es wenige Outs gegen Hero gibt und wenn es wenige Karten gibt, die den Gegner am Turn davon abhalten, seinen Reststack zu liefern. Das sehe ich auf drawlastigen Boards nicht gegeben. Hat der Gegner keinen Draw, dann hat er auf dem Turn auf viele Karten grosse Schwierigkeiten, sich zu committen. Auf dem Flop macht er es aber. Hero andererseits hat viele Outs gegen sich. Hero ist es prinzipiell viel lieber, auf dem Flop all-in zu stellen als auf eine schlechte Karte am Turn.

Ausserdem passen die Stacksizes nicht für einen kleinen Raise. Dein Argument lässt sich ja bei diesen Stack Sizes genau so gut mit einem Call am Flop führen. Die Stack to Pot Ratio ist klein genug, dass man auch mit einem Call am Flop am Turn bequem all-in kommt, ohne dem Gegner eine grosse Bet zu präsentieren. Nach der von dir angeführten Logik sieht sich der Gegner nach einem Call am Flop gut und wird noch mehr Geld am Turn liefern, womit man immer all-in kommen kann. Ich sehe keinen Vorteil eines kleinen Raises am Flop gegenüber einem Call am Flop. Der Raise führt nur dazu, dass man sich selbst committed, falls eine schlechte Karte am Turn fällt.

Wenn UTG noch wenigstens 40 bb übrig hätte würde der kleine Raise besser passen, weil ein all-in am Flop doch noch eine Menge Holz für einen Call ist, nach einem Flop-Call Villain aber noch mehr als den Pot für den Turn übrig hat. Dann wäre die Stacksize für ein Manöver am Turn ungeschickt, so dass man sie gerne noch am Flop ändert.

UTG hat aber am Flop nach seiner Bet nur noch 18 bb übrig in einem 22 bb Pot (nach Hero call Flop), damit sollte es nie ein Problem sein, ihn am Turn all-in zu bekommen oder ihn gleich schon am Flop all-in zu stellen.
 
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05-01-2017, 21:43
(#5)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Zitat:
Zitat von Rechnerstrom Beitrag anzeigen
Hero andererseits hat viele Outs gegen sich. Hero ist es prinzipiell viel lieber, auf dem Flop all-in zu stellen als auf eine schlechte Karte am Turn.
Hero sollte imho bei diesem Verhältnis von Dead Money und effektiven Reststack mit QQ gegen einen UTG-Limper mit 26BB-Stack auf nahezu jedem Board broken. Da mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken mehr, welchen Teil seiner 70%-Range er hier halten könnte und was ich in seinen Augen reppe.