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[6-Max] AQo am SB auf NL200 - Poker Hand der Woche (Tickets zu gewinnen)

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Question
[6-Max] AQo am SB auf NL200 - Poker Hand der Woche (Tickets zu gewinnen) - 15-03-2017, 11:10
(#1)
Benutzerbild von NerdSuperfly
Since: Jun 2007
Posts: 3.301
(Administrator)

Die Poker Hand der Woche mit und von xflixx - wie hättet ihr gespielt?

Postet eure antworten hier bis Montag (20. März, 23:59 Uhr). Alle Antworten bekommen ein School Pass Ticket, die beste(n) Antwort(en) bekommt ein Freeroll-Ticket für das $5.000 Big Bang.

Wenn der Thread mehr als 40 Einträge hat, dann gibt es 2 Big Bang Tickets zu gewinnen, bei 80 Einträgen oder mehr 3 Tickets!

- Kopierte Postings, Einzeiler im Stil von "fold preflop" oder "würde wie Poster XY spielen" zählen nicht, ebenso kopierte Postings
- Felix sucht den Gewinner aus und gibt sie zeitnah* im Thread bekannt
- Alle Tickets werden in den ersten beiden Wochen des Folgemonats gebucht**!

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Geändert von NerdSuperfly (15-03-2017 um 12:03 Uhr).
 
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15-03-2017, 20:15
(#2)
Benutzerbild von Moik1975
Since: May 2008
Posts: 3
ChromeStar
Player 3 gebe ich AJ oder AK suitet, Player 6 gebe ich in Anbetracht dessen, daß er überlegt QQ oder KK (ich denke nicht, daß wer so dumm wäre mit JJ zu callen)...ich würde an Deiner Stelle (und auch an meiner , wenn ich in der Situation wäre :-) ) mit AQ offsuit DEFINITIV folden!
 
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15-03-2017, 20:53
(#3)
Benutzerbild von Eschenhahner
Since: Nov 2012
Posts: 11
Player 3 gebe ich als non-reg und looser Freizeitspieler ein mittleres Pärchen von 66 - TT oder auch ein Ass mit hoher Beikarte T, J, Q, K . Möglicherweise diese auch suited. Er hat die wenigsten Chips und spielt/verhält sich LAG.
Die beiden hohen Chipcounts der Gegner sind ihm scheinbar egal...alles oder nichts.
Player 6 als REG-Player weiß sicher, was er da macht und ich setze ihn auf ein hohes Paar.
Dein AQo ist m.E. ziemliches Glückspiel - kann gutgehen oder auch nicht. Falls nicht, bist Du erst einmal weg aus dem Spiel. Ich würde hier folden.

Good Luck vom "Eschenhahner"
 
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15-03-2017, 21:18
(#4)
Benutzerbild von heavyshay
Since: Mar 2017
Posts: 1
BronzeStar
Achtung bin das erste Mal hier, also nicht zu viel erwarten
Ich würde dem Spieler am Big Blind mit kleinem Stack eine eher schwächere Hand zutrauen. Mittleres Paar oder auch zwei hohe Karten wie KQ oder KJ vielleicht auch suited. Da er ein Freizeitspieler ist und bei solchen Händen eventuell denken könnte, dass es überlegene Karten sind. Player 6 traue ich ein stärkeres Paar QQ-AA durchaus zu, da du aber erst nach ihm dran bist könnte er dich auch einfach aus dem Spiel nehmen wollen und deinen Call von seinem ersten Raise mitnehmen wollen.
Ich würde hier trotzdem wahrscheinlich folden..
 
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15-03-2017, 23:32
(#5)
Benutzerbild von WoPokerStars
Since: Jan 2016
Posts: 78
Der "sehr gute, kompetenter, regulärer Spieler", den xflixx als einen Spieler einschätzt, der auf Dauer Gewinne macht, dieser macht ein OR auf 2,25xBB aus dem CO.

Je nach Spielweise des Gegners kann ich hier für mich persönlich sogar ein Fold mit AQo vorstellen.
Tendenziell aber eher ein Call, um den Pot überschaubar zu halten, denn wir sind Out Of Position - und diese ungünstige Position ist gegen kompetente Spieler ein deutlicher Nachteil.
Ein Raise lohnt sich nur, wenn wir seine Calling-Range deutlich looser einstufen als unsere AQo. Eine 4-Bet würde dann zwangsweise unser Fold bedeuten.

Gute Pokerspieler versuchen nicht, gegen andere Winning-Player anzutreten, sondern Freizeitspieler - Fische - auszunehmen, deshalb ist es zusätzlich gut, mit einem Call am SB, den Freizeitspieler auf BB mit vielen schwächeren Händen in den Pot einzuladen.

Der Freizeitspieler stellt nun vom BB mit einer völligen Overbet mit dem 18,5fachen des Open Raise und dem 7,5fachen des Pots All-In. Das sieht nach 88+, AK oder AQ aus.

Nun callt der CO. Bei dieser Overbet braucht er 46% um nicht EV- zu haben. AA, KK, ggf. QQ und AK fallen mir da maximal ein.
Nun müssen wir aber überlegen:
Warum callt er und stellt nicht seinerseits All-In?
Er gibt uns die Chance zum Raise-All-In, zum Call und zum fold.
1. Er hat QQ, KK oder AK und will nicht weitere 116,61$ gegen xflixx verlieren, falls dieser AA hat. Dann kann er auf ein Raise von xflixx folden.
2. Er will xflixx mit drin behalten. Das könnte ich mir bei AKs vorstellen, ggf. bei AA - welche ich aber lieber 1 vs 1 haben möchte. - Ich würde also AA sogar aus der Calling-Range von CO rausnehmen, weil diese eher ein Raise-All-In statt call wären.
Somit ist m.E. die Range von CO KK, QQ, AK.

Nun könnte man wirklich überlegen, ob man im Fall 1 mit einen Reraise-All-In den CO aus dem Pot zu verdrängen versucht. Für ein Turnier sicher eine raffinierte Variante. Würde ich aber selbst nicht machen.

Ich haue AQ weg, denn gegen beide haben wir mit AQo nicht genügend Chancen, denn die Range von CO wirkt auf mich zu stark. Und wie gesagt: Im Cash-Game wollen wir nicht das Geld der kompetenten Spieler, sondern das der Freizeitspieler. Wenn zwei EV+ Spieler gegeneinander antreten, so werden auf Dauer beide zu Verlierern und das Rake reduziert deren Bankroll.

Geändert von WoPokerStars (16-03-2017 um 10:53 Uhr).
 
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16-03-2017, 02:19
(#6)
Benutzerbild von Rich_theEar
Since: Dec 2007
Posts: 87
AQ im SB, ein Spieler vor mir erhöht auf 2,2 BB; kann man stehen lassen oder erhöhen. Der Spieler hinter mir ist bekannt für loses Spiel, vielleicht kann ich ihn zum Call bewegen, also erhöhe ich hier nicht, sondern gehe nur mit.
Der BB geht All-In mit sehr hohem Einsatz. Das kann von Bluff bis Monster fast alles sein, er spielt bekanntermaßen nicht zurückhaltend.
Der ursprüngliche Erhöher geht mit. Wahrscheinlich hat er das selbe gedacht wie ich, der loose Spieler erhöht sowieso mit fast allem. Da der OpenRaiser selbst etwas hat (sonst wäre er nicht als Erster eingestiegen), rechnet er sich gute Chancen aus.
Ohne den Spieler in der Mitte wäre es ein klarer Call für mich gewesen, aus den beschriebenen Gründen. So aber stehe ich mit meinem guten Blatt gegen ein weiteres gutes Blatt und gegen ein Blatt, das nicht einzuschätzen ist. Das verschiebt meine Chancen in die falsche Richtung.
Wenn auf dem Flop nichts für mich kommt, kann mich der andere Spieler mit einem Gebot in Bedrängnis bringen. Zwar könnte ich dann bluffen, aber den All-In Spieler werde ich nicht los.
Das sieht nicht gut aus, hier steige ich aus.
 
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16-03-2017, 16:48
(#7)
Benutzerbild von HeroForZero
Since: Mar 2017
Posts: 1
SilverStar
Hallo, meine Analyse zur Hand der Woche #120
Spieler 6 macht das Openraise mit 2.5 x BB. Du bezeichnest Ihn als "Winning Player". Sein Gedanke von Middle Positon sollte in etwa so aussehen, Spieler 4 und 5 folden frühzeitig eventuell kann ich mir den Pot stealen. Seine Handrange zu diesem Zeitraum setzte ich auf MiddlePair 77-TT oder schwächer A-.. K-.. oder unter Umständen auch Q-..aber meist Offsuit. Stärker setze ich ihnn nicht, sont wäre das OR vermutlich höher. Du callst, was ich in dieser Situation für richtig erachte, da AQ offsuit nicht unbedingt die beste Hand am Tisch ist. Der loose Freizeitspieler geht daraufhin All In, was ich für einen ausergewöhnlich fraglichen Move ansehe. Zudem mit dieser Unüberlegten handelsweise ( schnell ) Seine Handrange setze ich auf AA , KA suited, KK ,QQ JT suited oder eine Müll Karte , mit der er versucht euch aus dem Spiel zu treiben. Der gute Spieler callt das ganze nach einigem Überlegen und du solltest an meiner stelle folden da du dich nicht zwingend mit diesem starken SPiler mit deiner Hand in den Shodown wagen solltest. Also FOLD
 
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16-03-2017, 19:50
(#8)
Benutzerbild von SamuraiFrog
Since: Jan 2013
Posts: 180
Handanalyse #120
Starthand: AQ offsuit im Small Blind, ein Call zum Beginn ist die richtige Entscheidung, da die Hand eh nur offsuit ist und somit einfach nur zwei hohe Karten sind ohne großen Wert. Da würde ein guter Flop weiter helfen mit der 10, J und K. Da der Spieler im Big Blind sofort ALL-IN geht, hält er bestimmt irgendein hohes Paar AA, KK, QQ, JJ oder irgendeine hohe Karte Ass oder König.
Der andere Spieler überlegt etwas länger, wahrscheinlich hat er ein Paar mit 10 10, 9 9 oder 8 8
Gegen zwei Spieler würde ich folden, denn wie gesagt wir haben einfach nur zwei hohe Karten und garantiert hat einer der beiden ein Paar, also klares FOLD!
 
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16-03-2017, 21:11
(#9)
Benutzerbild von HeHe2015
Since: Nov 2015
Posts: 12
Woche 120, AQo am SB

Hallo Xflixx,

auch ich möchte gern meine Analyse vorstellen:

Eines sollte beim Pokern klar sein: Wir wollen mit schlechteren Spielern spielen, weil nur von diesen können wir dauerhaft Geld gewinnen. Es kann zwar sehr lehrreich sein sich mit den besten Spielern zu messen und dabei einen "abgefahrenen" Move nach dem nächsten zu zeigen, doch das ist meist nicht profitabel.

Turnier/Spiel:

NL 200 Cash-Game

Cash-Game unterscheidet sich extrem vom Turnier-Poker.
Einerseits in emotionaler Hinsicht, hier ist der Stress größer, weil man genau sein Bankroll-Management im Blick haben muss, weil man alles (Geld) riskiert, nicht nur sein Turnier-Leben.
Andererseits ist die strategische Grundeinstellung anders. Im Turnier geht es früher oder später darum ein Chip-Monopol aufzubauen und zu nutzen. Das Ziel ist eine möglichst gute Platzierung, wobei auch das ein oder andere Risiko angebracht ist.
Man kann fast sagen, dass Cash-Game wie die ersten Runden eines Turniers ist: viele Chips im Vergleich zu den Blinds, daher immer so spielen, wie es für die Hand am Besten ist. Man muss auch keine Angst haben ausgeblindet zu werden, man kann einfach Geld nachtauschen.

Die Cash-Game-Strategie ist daher simpler als die Turnier-Strategie, da sie sich nicht ständig den ändernden Gegebenheiten anpassen muss.

Daher wird im Cash-Game oft mit mehr Druck gespielt. Es wird aggressiver und höher gewettet.

NL200 bedeutet, dass die Blinds bei $1/$2 liegen.

Tisch:
6-max bedeutet, dass eben nur sechs Spieler am Tisch sitzen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein gegnerischer Spieler ein besseres Blatt in der Pocket hat, deutlich verringert, als bspw. an einem 9 oder 10 Tisch.
Statt 9-10 mögliche besser Kombinationen an Pocket-Karten beim Gegner an einem Tisch, sind es hier nur noch 5.

Position:
Position ist das alles Entscheidende beim NLHE und spielt in allen Spielsituationen eine wichtige Rolle.
Im Poker ist es immer ein Vorteil, wenn man nach einem anderen Spieler an der Reihe ist. Dabei unterscheidet man die absolute Position (im Vergleich zum Dealer) und die relative Position (im Vergleich zum Wettenden). Wir befinden uns im SB. Nach dem Flop müssen wir als Erstes entscheiden, was wir machen, und haben somit ab der zweiten Wettrunde die schlechteste Position.
In der vorliegenden Hand wiegt dieser Nachteil aber schon nicht mehr so schwer. Spieler 3 ist bereits All-In und Spieler 6 hat eines Stack, der in etwa so hoch ist wie unserer.

Hand:
AQo, sieht nicht so schön aus, gehört aber immer noch zur ersten Gruppe der Starthände, sollte also von einem erfahrenen Spieler gut zu händeln sein.

Situation:
SB $1, BB $2
Player 4 $259,28 = Fold
Player 5 $518,67 = Fold
Player 6 $209,44 = OpenBet $4,50 = 2,25fache BB
Player 1 $326,67 = Fold
Player 2 (wir) $200 - $1 SB = $199 = call $3,50
Player 3 $83,39 -$2 BB = ALL-IN = $ 81,39
Player 6 $259,28 = Call $81,39
Holdem or foldem?

Schlußfolgerung(-en):
Spieler 6 eröffnet standardmäßig mit einem Openbet in Höhe von 2,25 BB. Diese Eröffnungsbet ist bereits als Standard-Beginn in einem Cash-Game anzusehen, nachdem zwei Folds vor einem erfolgten und lässt noch keine Rückschlüsse auf die tatsächlich Handstärke zu, ggfls. will Spieler 6 nur den Flop sehen.
Wir callen, wir halten eine Starthand der ersten Gruppe, ein raise wäre möglich, aber so können wir sparen. Treffen wir auf dem Flop, kommt genug Geld zusammen, da der Pot im Vergleich zu den Chipstacks doch sehr klein ist.
Aus Sicht von Spieler 3 im BB ist genau das auch passiert.Ein Spieler hat eine Standard Eröffnung gewählt, ein weiterer Spieler, noch dazu im SB hat (nur) gecallt. Hier wollen beide an der Hand beteiligten Spieler preiswert den Flop sehen.
Mit einem Raise vertreibe ich zumindest einen davon. Für ein Raise benötige ich aber eine gute Hand, die zumindest eine Möglichkeit hat nach dem Flop noch etwas darzustellen. Spieler 3 sieht die Stacks der Gegenspieler: Spieler 6 noch $209,44 und Spieler 2 noch $195,50. Beide haben weit mehr Chips als Spieler 3.
Eine Pot-Size-Bet von Spieler 3 (=$11) kostet Spieler 6 und Spieler 2 jeweils nur 5% des eigenen Stacks, was wohl in jedem Fall bezahlbar wäre. (Pott-Größe dann $33 bei Rest von ca.$73 bei Spieler 3, pot committee droht, daher wenig Platz für moves.)
Ein Raise in Höhe von ca. $50 bedeutet für Spieler 6 und 2 jeweils nur 25% des Stacks und für Spieler3 pot com.. Um den Pot bestenfalls ohne weitere Wettrunde klarzumachen benötigt Spieler 3 demnach das All-In.
Den Pot sofort klarzumachen bedeutet aber, dass der Spieler 3 zwar eine Hand hat, diese aber wenig bis gar kein Potential mehr hat. Eine starke Starthand, also große Pärchen wie AA bis JJ, oder AK, kann man ausschließen, diese Hände benötigen keine große Verbesserung und können auch nach dem Flop stark sein. Diese Hände hätten zwar ein Raise gerechtfertigt, aber man will die Gegenspieler im Pot halten. Connectors sind in jedem Fall zu weak für einen solchen Move. Allerdings wäre natürlich auch eine Trash-Hand denkbar, dann nur für den Move, wobei der Einsatz für einen Freizeitspieler zu hoch erscheint.
Ich setzte Spieler 3 daher auf TT, ein mittleres Paar, zu schön zum wegwerfen, zu teuer zum Spielen nach dem Flop(, oder A7,A8,A9).

Spieler 6 überlegt lange. Das kann einerseits bedeuten, dass der Spieler lange überlegen muss, auf der anderen Seite kann dies bedeuten, dass er mehrere Tische spielt. Dafür spricht, dass er ein winning-Player ist. Aber selbst wenn er viele Tische spielt, sorgt dieses Setzverhalten an diesem Tisch für schnelle Aufmerksamkeit. Daher ist von einer gewissen Überlegungszeit trotzdem bei Spieler 6 auszugehen.
Spieler 6 hatte den Standard-Open-Bet, der nichts bedeutet, ausser das er den Flop sehen will. Der call des All-In kann durch eine weite range gedeckt sein, da dieses All-In so massive oversize ist. Ein starkes Pärchen bei Spieler 3 wäre erhöht, aber nicht oversized worden. Also bleibt ein kleines bis mittleres Pärchen, bestenfalls TT.
Ein höheres Pärchen wäre zwar denkbar bei Spieler 6, dann wäre aber die Eröffnung sicher höher ausgefallen. AA bis JJ kann man also getrost ausschließen, genauso wie AK. Bleiben aber Hände wie AQ bis AT und kleine Pärchen.
Ich denke Spieler 6 hat JJ.

Spieler 2 sieht jetzt einen Pot in Höhe von $171,28. Die Pot-Odds liegen bei ca. 1:3. In einem Cash-Game, in dem ein oversize-raise (ALL-In) nach openbet und call erfolgt, dass dann noch gecallt wird, hier dreht sich also unser SB-Nachteil in einen Vorteil, weil wir jetzt erst entscheiden müssen, ist ein klarer Fold mit AQo.

Hier allerdings stellt sich eine interessante Kombination.
Ein call kostet etwas weniger als den halben Stack. Fold wäre immer problemlos möglich.
Hier aber selber All-In stellen wäre eine denkbare Option.
Der Freizeitspieler (Spieler3) stellt All-In, wahrscheinlich mit einer weak-hand, der winning-player (Spieler6) callt, wahrscheinlich mit einem kleinen Paar, aber nicht wirklich stark. Stellen wir All-In muss Spieler 6 wieder überlegen. Sein OpenBet haben wir gecallt, call benötigt besser Hand; das All-In callen wir nicht nur, sondern erhöhen auf unser eigenes All-In. Hier ist ein Fold Spieler 6 sehr wahrscheinlich. Als winning-player wird er den aus seiner Sicht unlukrativen Raise von uns, der ihn fast den restlichen Stack kosten würde, nicht mehr bezahlen, sondern folden. Eine andere Entscheidung lässt seine Hand und sein Table-Image nicht zu.

Spieler 3 hingegen covern wir deutlich. Steigt also Spieler 6 aus, verlieren wir im schlimmsten Fall $83,39 gegen Spieler 3. Haben uns aber Spieler 6 entledigt. Callt Spieler 6 hingegen, so haben wir mit AQo wohl immer noch die bessere Hand gegen ihn. Mit einem kleinen bis mittleren Paar haben wir immer noch eine Wahrscheinlichkeit in Höhe von 4,5 zu 5,5, gegen ein hohes Paar 2:5, gegen Undercards sind wir sogar 5:3 Favorit.
Mit einem eigenen All-In geben wir dem Spieler 6 also erneut die Möglichkeit 2 Fehler zu machen.
Die gesamte Situation erlaubt uns hier zu agieren und All-In zu stellen.
Wir können beide Gegner besiegen.

Sollten wir verlieren, so haben wir zwar keine Chips mehr, können uns aber jederzeit nachkaufen und unser Geld vom Spieler 3 (wohl sehr leicht) und von Spieler 6 (wohl schwerer) zurückholen. Wir haben aber unser Table-Image deutlich in Richtung loose-aggressiv gepolt, was im Cash-Game nicht unbedingt das schlechteste ist.


Ergebnis:

ALL-IN (ausnahmsweise, regelmäßig Fold)
 
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16-03-2017, 22:12
(#10)
Benutzerbild von JoeCrocodill
Since: Oct 2014
Posts: 357
im SB:

Also für mich in den meisten Fällen vs. CO OR ein Fold oder eine 3-bet. Aber weil eben im BB ein Short-stack sitzt, der relativ loose pushen könnte, ist der Call durchaus legitim.
Mit dem Call signalisieren wir jedoch eine mittelstarke Hand, wie eben AQo.

Der BB pusht tatsächlich mit 40bb All-In. Das kann er jetzt natürlich mit einer etwas erweiterten Range tun, also mit vielen PPs, mit AK,AQ, mit einigen AXs, vielleicht auch mit ein paar suited connectors als Bluff.
Beispiel Range: AA-77,AKo-AQo,AKs-AJs,KQs,76s,65s,54s

Unsere Equity ist vs. diese Range noch ganz passabel -- 43%.
Aber für einen Call würden wir noch mehr Equ. benötigen.

Dann callt aber der CO., was IMO da ein relativ starkes PP erwarten lässt.
Für den +EV Call würden wir jetzt 31% Equ. benötigen.
Aber AQo ist IMO für einen Call zu schwach.

Fold-em, hat ja nicht besonders viel gekostet. Es kommen bessere Gelegenheiten...
Und der Sinn das Calls war ja vermutlich, dass wir auch die Option haben relativ billig wieder herauszukommen.

Geändert von JoeCrocodill (16-03-2017 um 22:21 Uhr).