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[NLHE] Strategieen mit AA

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Strategieen mit AA - 02-05-2017, 16:28
(#1)
Benutzerbild von Möchtenix
Since: Jan 2011
Posts: 138
Hi Leutz,

in einem anderen, konkurrierendem Pokerraum habe ich einen Starterbonus erhalten, den ich nun nicht zu verspielen versuche.

Leider ist dort FL klinisch tot - im Gegensatz zu PS, weshalb ich dort NL spiele.

Mir ist schon klar: Im NL bin ICH der Fisch!

Dennoch habe ich mit den AA-Starthänden diverse Strategien versucht.

Standardmäßig macht man ja ein kräftiges Raise, in der Hoffnung, gegen möglichst wenige Gegner zu spielen.

Leider kommt dabei kaum mehr als die Blinds raus.

Daher habe ich es ein paar Mal mit Limp/Raise versucht (v.A. aus EP, aber einmal aus den CO heraus).


Zunächst ging mein Plan auf: Viele Limper, mindestens ein Raiser. Lediglich beim CO-Limp hatte ich nur Limper und verlor letztlich gegen ein Backdoor-Flush mit suited trash. Der hatte zunächst ein Bottom-Pair getroffen, meine Potsicebet aber immer brav gecallt. Auf dem Turn bin ich All-In und auf dem River kam sein flush an.

In den anderen Fällen, wo mein Plan mit den Raises aufging, erging es mir auch nicht besser.

Der erste Fall:

Ich AA im UTG, Openlimp, mehrere limper, ich glaube CO oder BU mit Standard-Raise (3 BB), BB calls, ich raise den gesamten Pot, alle fold bis auf den BB, der callt.

Flop rainbow, niedrige Karten, 7,9,Q, ich plane c/r, BB fällt drauf rein und bettet. Ich raise und bin All-In.

Im Showdown zeigte sich: Er hatte 79o!!!!!

In einem ähnlich gelagerten Fall traf ich auf dem Flop mein Set, der Gegner auf dem River seine Backdoorstraight, die auf dem Turn zum Gutshot wurde.
Auch hier auf dem Turn All-In.

(Small-Stack-Strategie).

Das widerholte sich einige Male.

Entweder ich brachte die Gegner spätestens auf dem Flop zum Folden und hatte so immerhin mehr als nur die Blinds, oder aber ich rannte spätestens auf dem River in irgendwelchen Trash.

Im Moment ist AA meine teuerste Starthand, aber bei insgesamt knapp 800 gespielten Händen nicht unbedingt extrem aussagekräftig.

Welche Erfahrung macht Ihr so mit AA als Starthand?

Geht es Euch ähnlich?
 
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03-05-2017, 02:40
(#2)
Benutzerbild von MugOCoffee
Since: Jan 2014
Posts: 8
Einfach nur auf die Asse zu setzen ist keine wirklich sinnvolle Strategie.

Ich würde dir raten, hier anzufangen: https://www.intellipoker.de/articles...heinlichkeiten

Es gab hier auch mal irgendwo eine Übersicht über die Wertigkeit der Hände und was in Verbindung mit welcher Starthand an welche Position wie gespielt werden sollte, aber das Ding finde ich gerade nicht mehr. Vielleicht kann ja irgendwer das Teil rausfischen. Kann man sich als Anfänger prima neben den Rechner legen.

Ausserdem würde ich dir raten, die Hinweise zur Strategie zu lesen und den SNG-Kurs (bzw alle Kurse) durchzuarbeiten.

Einen kleinen Haken haben die ganzen Grundlagen und Strategien allerdings und damit musst du unter allen Umständen rechnen: es gibt gerade an den Spielgeldtischen und in den Billig-Buy-ins jede Menge Donks und Fische, die von Poker keine Ahnung haben und das Ganze mit Bingo oder einem anderen Glücksspiel verwechseln. Die gilt es schnell zu erkennen. Lernst du aber mit der Zeit, ein Rechtsklick auf den Spieler und "Spieler suchen" zeigt dir z.B. oft überraschende Ergebnisse. Da spielen Spieler manchmal 20 Tische gleichzeitig und das auch noch zügig...

Der weit verbreiteten Meinung, Poker wäre ein Glücksspiel muss ich aber unter allen Umständen widersprechen. Natürlich ist es ein Stück weit Glück welche Karten ausgeteilt werden, aber wenn das das Kriterium für Glücksspiel ist dann gilt das ebenso gut für Skat, Mau-Mau und Schwarzer Peter.

Geändert von MugOCoffee (03-05-2017 um 02:42 Uhr).
 
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09-05-2017, 05:56
(#3)
Benutzerbild von Speedy39
Since: Sep 2007
Posts: 305
Umstieg ist immer etwas schwieriger. NL lebt vorallem mehr über seine implieds. Also spekulative Hände können in Position zu mächtigen verbündeten werden. Slowplays können sehr teuer werden, weil calldowns teurer sind. uvm.
Also wichtig beim umstieg von FL zu NL lerne mehr über implied odds und reverse implieds. Position im NL ist vorallem wegen pot kontrolle wichtig und nicht Hauptsächlich zu Valuemaximierung, was das ganze Positionspiel und auch die selektion der Hände verschiebt. Also auch ein wichtiger Punkt der zu beachten ist.
Während man im FL noch sagt wenn kein plan dann call, sollte man sich im NL eher daran halten wenn kein Plan dann kein Einsatz. Definiere genau deinen Plan im Kopf was machst du aus scare cards was auf blanks etc. Nur von straße zu straße zu denken wird sehr teuer werden im NL.

Das wären so meine 3 Hauptpunkte beim Umstieg (hohe Implied odds, Position=Kontrolle, höhere Antizipation)