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[NLHE] [NL2] Ac6s im SB

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[NL2] Ac6s im SB - 13-05-2017, 11:13
(#1)
Benutzerbild von Aratier
Since: Mar 2017
Posts: 31
Leider diesmal auch wieder andere Seite, daher kein Replay.

Situation:
1-2Cent Mikro Cash Game, 9 Spieler
(Spieler 1 = SB,
Spieler 2 = BB, usw. bis Spieler 9 = Button)

Hero (Spieler 1) [5,59$]
Spieler 3 [2,17$]
Spieler 4 [2,98$]
Spieler 7 [1,88$]
Rest irrelevant, da gefoldet. Wenig Infos über die anderen Spieler.


Pre-Flop
Spieler 3 [b]raise] auf $0,04
Spieler 4 call $0,04
Spieler 7 call $0,04
Hero call $0,03 (+$0,01 SB) mit []
Pot $0,17

Flop
[ ]
(er stellt das As Karo gerade bei mir nicht richtig dar:
As Karo, 2 Pik, 10 Kreuz)

Hero check
Spieler 3 check
Spieler 4 check
Spieler 7 bet $0,10

Frage
Hold'em or Fold'em ?

Auflösung



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Meine Gedanken
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Meine Frage
War mein Handeln prinzipiell vernünftig?

Geändert von Aratier (13-05-2017 um 16:53 Uhr). Grund: Flop vergessen zu beschreiben; Bin Spieler 1 nicht 2 ... gibts doch nicht
 
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13-05-2017, 14:22
(#2)
Benutzerbild von DarkSeppel
Since: May 2017
Posts: 5
Es wäre hilfreich, die Positionen der beteiligten Spieler dazuzuschreiben. Und natürlich auch den Flop mitzuposten, bzw. alle Karten anzugeben. Aus dem Text ergibt sich, daß die fehlende Karte offenbar ein As war.

Preflop:
Fold. Bist out of position in einem 4 way-pot und das beste auf das Du hoffen kannst ist Top Pair mit schlechtem Kicker. Suited Aces oder suited connectors könnte man callen, wenn man sich postflop gute Entscheidungen zutraut.
Wenn es Dir zu sehr in der Seele weh tut, ein As zu folden, dann 3betten. Würde ich an Deiner Stelle aber auch lassen, erst recht gegen unbekannte Villains. Daher nochmals: Fold

Flop:
Wenn Du Top Pair triffst, dann musst hier auch callen. Die Tatsache, daß Du Dich auf einem relativ unkoordinierten Board mit einer 60%-bet aus dem Pot drücken lässt, sollte Dir zeigen, warum pre hättest folden sollen. Darauf zu bauen, daß man Two Pair oder besser floppt, ist als Matchplan ziemlich suboptimal.

Hand also insgesamt nicht vernünftig gespielt.
 
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13-05-2017, 15:02
(#3)
Benutzerbild von Aratier
Since: Mar 2017
Posts: 31
Ups irgendwie ist da was verrutscht beim Schreiben, was mir beim Durchlesen gar nicht aufgefallen ist.
Ich editiere das oben


Dachte die Reihenfolge wäre offensichtlich:
Spieler 1 = SB,
Spieler 2 = BB,
usw. bis Spieler 9 = Button
Ups gerade gemerkt: Hab mich fälschlicherweise als Spieler 2 statt 1 eingetragen ... Oh mann sorry.


PS:
Deine Einschätzung teilt meine Analyse nach der Hand. Leider habe ich daran beim auffüllen Pre-Flop nicht dran gedacht.

Geändert von Aratier (13-05-2017 um 16:54 Uhr). Grund: Nicht mein Tag...
 
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16-05-2017, 15:52
(#4)
Benutzerbild von Speedy39
Since: Sep 2007
Posts: 305
Preflop im Sb find ich es knapp.
as played Flop
kannste nie nie nie folden. UTG sieht 3 checks vor sich und wird da seine ganze Range mit ner cbet versehen, dazu blocken wir mit unserem Ass und dem Ass am Flop auch die Anzahl AX kombos von UTG massiv. selbst gegen eine tighte Range (JJ+,ATs+,KQs,AJo+) hast du noch ca 46% EQ. Wenn wir da noch 12 kombos KQo reinhauen sind wir sogar Favorit.
Du solltest viel mehr Equityberechnungen machen. Überhaupt schon über einen Fold auf der Boardstrucktur nachzudenken gegen eine UTG cbet ist ein klares Zeichen das du noch viel über Boardstruckturen nachdenken solltest.
 
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16-05-2017, 18:38
(#5)
Benutzerbild von Aratier
Since: Mar 2017
Posts: 31
Du hast Recht, dass ich noch viel lernen muss. Ich bin noch nicht lange "richtig" dabei, und ich kann leider auch nicht so regelmäßig spielen.
Aber genau deswegen poste ich ja auch eine Hand, die ich im Nachhinein als sehr schlecht empfunden habe. Lernen kann ich ja auch nur, wenn ich mir sowas wieder anschaue.

Das Problem ist immer, dass es in ruhiger Analyse mir noch wesentlich einfacher fällt, als mitten in schneller Entscheidung im Spiel. Grob war hier so der Gedanke:
A6o ist nicht so toll, aber auch nicht die schlechteste Hand. Ich bekomme gute Pot Odds. Daher einfacher Call.
Im Nachhinein war mir aber dann die Gedanken gekommen, dass ich mir unsicher war wie ich die spiele.
Die Bet vom letzten Spieler war dann irgendwie so hoch, dass ich dachte mindestens einer hat ein Ass mit höherem Kicker haben und dann wirds teuer. Daher dann der Fold, da ich die ganzen Berechnungen sowieso nicht in kürze anstellen kann... Kurze Abschätzung ist dann halt: Ich sehe mich womöglich bereits hinten und habe 3 Outs = 6% Chance am Turn bzw. 12% Chance bis zum River mich zu verbessern bei im Schlimmsten Fall knapp 30% nachbezahlen.

Wobei es nicht der PreFlop Better war, sondern der Button "limper", der die Bet am Flop gebracht hat.

Was für ein Tool würdest du für Equity Berechnungen empfehlen und wie würdest du damit lernen?
Sprich Hände im Nachhinein mit angenommenen Gegner Ranges durchspielen?
 
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18-05-2017, 01:24
(#6)
Benutzerbild von Speedy39
Since: Sep 2007
Posts: 305
ich nutze immernoch equilab, aber pokerstove ist ähnlich.
Es gibt viele Möglichkeiten damit sein spiel genauer zu machen. Solche Tools sind von der Handhabung noch sehr simple. Man gibt halt einfach Ranges ein und schaut dann wie diese gegen die eigenen Ranges laufen. Macht man das in vielen Situationen wird man schnell gewisse Boardstruckturen erkennen die ähnlich sind und kann diese dann anfangen zu kategoriesieren und somit ein Gefühl davon bekommen welche Konsequenzen calls oder Raises haben können.
Du kommentierst ja oft auch bei der Hand der Woche mit, da kannst du z.B. auch oft diese Tools mit in deine Analyse einfließen lassen. Die Qualität der Hände hat leider sehr stark nach gelassen dennoch gibt es gerade bei Einsteigern immer noch viel Möglichkeiten dort in die Equityberechnung zu gehen.
Zu dem Thema das es dir In Game schwieriger fällt als nach der Session Hände genauer zu analysieren, kann ich dir nur sagen so geht es jedem von uns Man muss versuchen sich auf das Spiel einzulassen und genau zu focusieren. Such dir Gegner raus die du genauer betrachtest um keine Konzentrationslücken aufkommen zu lassen. Auch die Tatsache das du schon mit einen Negativen Gefühl in eine Hand einsteigst ist suboptimal. Das ist als würdest du unvorbereitet in eine Prüfung gehen. Möglicherweise reicht dein Wissen aus um sie zu bestehen deine Versagensängste lösen aber dennoch Nervosität und hohen Druck aus.
Fehler zu akzeptieren kann dich viel weiterbringen als Fehler vermeiden zu müssen. Versuche die Fehler nicht während deiner Spielphase zu suchen!!!

Geändert von Speedy39 (18-05-2017 um 01:26 Uhr).
 
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18-05-2017, 14:28
(#7)
Benutzerbild von DarkSeppel
Since: May 2017
Posts: 5
Die Analyse im Nachhinein macht man, um dann zukünftig ähnliche Situationen im Spiel besser einschätzen zu können. Deswegen würde ich an deiner Stelle auch A6o aktuell einfach folden und mich nicht von "Pot Odds" in schwierige Situationen reinleveln lassen, die mich langfristig Geld kosten.

Beschränk Dich auf die Premium-Hände (AJ+, Pocketpairs) und lerne, diese sicher zu spielen und ein Gefühl für die Wahrscheinlickeiten zu bekommen (Deine Chance, das As zu treffen war beispielsweise nur ca. 16% und lag damit unter Deinen Pot Odds). Auch Premium-Hände sind nicht immer trivial zu spielen, man kann mit AQ oder AJ sehr oft in sehr unangehme Situationen kommen.
Wenn Du ein gutes Gefühl dafür hast, in welcher Position und gegen welche Gegnertypen Du mit diesen Händen folden/callen/raisen solltest und mit diesen Händen profitabel agierst, kannst Du nach und nach Deine Range um weitere Hände erweitern. Und zwar eine nach der anderen und nicht alle auf einmal. Poker zu lernen ist ein Marathon und kein Sprint ;-)
 
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18-05-2017, 18:39
(#8)
Benutzerbild von Aratier
Since: Mar 2017
Posts: 31
@Speedy

Wo kann man Pokerstove compiliert aus einer seriösen Quelle bekommen?
Unter Linux bekomme ich es leider nicht kompiliert, da irgendwelche relative Pfade falsch gesetzt sind und unter Windows habe ich die notwendigen Entwicklungsumgebungen nicht.
Ansonsten schaue ich mir mal Equilab an, danke für den Tipp.

Ich hatte auch mal eine Trial Version von Pokertracker. Aber so ein HUD mag ich nicht so, zumal es bei mir nicht so richtig funktioniert hat. Da ich auch Live spielen möchte, lerne ich lieber langsamer aber dafür für mich.
Das kann ja auch Equity Calculations, ist mir aber dafür zu teuer...

Das muss ich dann eben noch für die Boardstrukturen mir einprägen. Gerade 1 Paar getroffen, aber auf Grund von Kicker / Drawlastigen Boards oder der Bet Struktur fällt mir das dabei schwer.
Wobei ich mir jetzt Notizen der Gegner bei auffälligem Bet Verhalten gemacht habe, insbesondere wenn ich ein Showdown gesehen habe, und das hilft sehr.

Es ist ein langsamer Prozess, aber ich kann ja nicht erwarten innerhalb von 2-3 Monaten alles zu können. Zudem ich noch Beruf, Familie und andere Hobbies nebenbei habe und daher nicht so regelmäßig zum spielen (trainieren) komme.
Daher kommt es eben noch zu Fehlern, wie diesem hier. Aber gerade das finde ich gut im nachhinein zu analysieren, aus dem Grunde habe ich es hier auch geschrieben. Am Besten lerne ich aus so Erfahrungen, wenn ich das genau auseinander nehmen kann. Dafür ist aber vor Allem auch die Einschätzung anderer hilfreich.

Zum Glück "tilte" ich nicht mehr wirklich stark, so dass ich wie du sagtest die Fehler nicht bei der Spielphase zu stark analysieren. Wenn ich ein schlechtes Gefühl hatte, markiere ich mir dann genau die Hand für später.

@DarkSeppel

Ich habe nirgends geschrieben, dass ich hier im Marathon lernen will oder mich für fehlerfrei halte.

Genau für den Lerneffekt habe ich diese Hand hier im Nachhinein geschrieben. Ich spiele zwar nicht nur Premium Hände, aber normalerweise, wie du auch sagtest, Hände mit einem gewissen Plan (Im Schnitt spiele ich wohl so um 1/4 der Hände zum Flop).
Hier ist mir eben mal ein Konzentrationsfehler passiert. Daher kann ich das doch gerade nutzen für eine Diskussion, wie man die Hand hätte spielen können, unabhängig davon ob ich das jetzt morgen oder erst mit mehr Erfahrung wieder spielen würde.

Denn: Die Mathematik ist mir durchaus bewußt. Ob du es mir glaubst oder nicht, ich würde es mir sogar zutrauen einen Equity Simulator selbst zu schreiben, oder per "Hand" für eine Kombination von Karten das per Hand auszurechnen.
Es ist die In-Game Situation, die ich trainieren möchte. Die Entscheidung in einem Zeitrahmen von sagen wir mal 10sec ist eben was ganz anderes, als wenn man sich das 10min überlegen kann.
 
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19-05-2017, 16:11
(#9)
Benutzerbild von DarkSeppel
Since: May 2017
Posts: 5
Ich wollte Dir nicht ans Bein pinkeln ;-)

Ich schließe nur aus Deinem Limit sowie Deinen Aussagen und Fragen darauf, daß die Betrachtung dieser Hand hier Dir aktuell weniger bringt als das Verbessern der Basics. Stattdessen schießt Du Dich (zumindest hier im Forum) auf eine Hand wie diese ein, die Du auf NL2 gar nicht spielen brauchst.
Natürlich schadet es nicht, auch über A6o nachzudenken. Wenn Du aber in der selben Zeit Deine AJ- und AQ-Hände analysierst, wird sich das deutlich positiver auswirken. Und grade wenn man wenig Zeit hat, sollte man die verfügbare so effizient wie möglich nutzen, oder?
 
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19-05-2017, 17:02
(#10)
Benutzerbild von Speedy39
Since: Sep 2007
Posts: 305
sowohl pokerstove als auch eqilab sollten unter wine laufen. ansonsten gibt es glaub noch eine linux version von HRC(holdemressources)
Ich nutze schon lange kein Linux system aber hatte unter Ubuntu eigentlich nie probleme damit, ist aber halt schon länger her.