Home / Community / Forum / Poker Forum / Poker Ausbildung / Poker Handanalysen /

2+2 Anthology - deutsche Uebersetzung

Alt
Standard
2+2 Anthology - deutsche Uebersetzung - 11-02-2008, 17:35
(#1)
Benutzerbild von Muellfreak
Since: Aug 2007
Posts: 178
Moin zusammen!!!

Ich habe in meinem hiesigen Blog angefangen die 2+2 Anthology zu uebersetzen.
Zum einen hat das sicherlich fuer mich einen positiven Lerneffekt, zum anderen ist es aber sicherlich fuer einige hier im Forum auch sehr interessant.
Dazu kurz ein paar Anmerkungen.
1. Der Content stammt von verschiedenen Usern der 2+2 Foren
2. Die Uebersetzungen sind nicht immer wortwoertlich, aber geben den Inhalt schon so wieder, wie er gemeint war, denke ich
3. Die Inhalte sind (leider) nicht auf meinem Mist gewachsen und somit sind die Beispiele auch nur uebernommen und uebersetzt
4. Es werden nicht jeden Tag Updates kommen, sondern je nach Zeit, aber sie werden kommen (kommt drauf an, wie viel Zeit ich fuer Uebersetzungen habe, ist ja auch zeitaufwendig das Ganze)
5. Sollten die Mods die Entscheidung treffen, dass Community-fremder Content hier nicht rein gehoert, dann sollen sie es loeschen, aber ich denke es hilft nur dabei sein Spiel zu verbessern
6. Ein Grossteil der Artikel bezieht sich auf Fortgeschrittenen-Wissen, weshalb ich dringend dazu rate, zunaechst den Content von Intellipoker zu lesen, zu verstehen und anwenden zu koennen. Dieser Thread ist nicht umsonst im Fortgeschrittenen-Bereich des Forums zu finden.

Abschliessend werde ich als Ende des ersten Posts hier noch eine Art Inhaltsverzeichnis einfuegen, das ich nach und nach aktualiesieren werde.
Die Artikel selber werde ich immer in eigenen Posts einstellen. Falls einer auf die Idee kaeme ich sei IPP-Jaeger, dem sei sein Denken gelassen, aber ich denke, dass es auf Grund der Uebersichtlichkeit so sinnvoller ist.
Letztendlich noch die Bitte an andere IPP-Jaeger, diesen Thread nicht mit Kommentaren, wie "nett" oder "schoen, dass du das Uebersetzt hast" oder "Danke" zu fuellen, denn darunter leidet auch die Uebersichtlichkeit. Wenn es Kommentare dazu gibt, dann schreibt sie doch wenn in meinem Blog (Link siehe oben), und verweist kurz auf diesen Thread, damit ich die Kommentare und Kritiken zuordnen kann.

Nun aber endgueltig zur Uebersicht.
  1. Hintergrundwissen
    • Abkuerzungen und Ausdruecke in NL-Foren
    • Basic Theory & Expected Value
    • Wie man alles zusammenfuegt und WinningPlaeyer wird
    • Wo kommt das Geld her?
    • Kontrolle
    • Wann man aufsteigen sollte: Sicherheit und Koennen
  2. Strategie
    • Grundlagen
      • Shorthanded Gundlagen fuer SSNL-Spieler
      • Das loose aggressive Spiel
      • Was von Bedeutung ist, und was nicht
      • Ein Grundgeruest fuer Poker-Studien
      • Das ABC des Setzens in NLHE
      • Wie man PokerTracker nutzen kann
    • Preflop Spiel
      • Warum man 4BB + 1BB pro Limper raisen sollte
      • Preflop Raises - Eine Disukussion
      • Raising for Information
      • AK gegen ein Reraise spielen
      • Die 5/10-Regel
      • Ratschalege zum Spielen von suited Connectors
      • Den Fisch regelmaessig isolieren
      • Kleine PocketPairs aus UTG raisen
      • Einige gaengige, aber interessante Situationen (Reverse Implied Odds etc.)
      • Man sollte nicht open limpen
    • 3-Betting
      • Einige 3-Betting Situationen
      • Duenne 3-Bets
      • Warum man preflop mit Haenden wie AJ 3-Betten sollte
      • 3-Betting mit AK - Eine Diskussion
    • Continuations Bet
      • Die Continuation Bet (Teil 1)
      • Warum man ContiBetten sollte
      • Sollte man ContiBetten? - Ein Quiz
      • ContinuationBet (Teil 2)
      • Weiterfuehrende Theorie und Diskussion
      • Wann man nicht ContiBetten sollte
      • Ein Artikel zur Continuation Bet
      • Eine weitere Situation, in der man nicht ContiBetten sollte
    • Blinds
      • Blinds stehlen (Teil 1)
      • Blinds stehlen (Teil 2): Limper bestrafen
      • Das Spiel aus den Blinds
      • Eine Grundsatzfrage zur Verteidigung der Blinds
      • Wie man aus dem SB spielen sollte
      • Verteidigung der Blinds - Eine Diskussion auf Grundlage von Statistiken
      • Ranges zum Auffuellen des SB
      • Auffuellen aus dem SB mit willkuerlichen suited Karten - Ein grosser Fehler
    • Position
      • Das Spielen von schlechten Karten in Position
      • Das Spielen Out of Position
      • Der Vorteil der Position
      • Wie man TPTK OOP spielen kann - Ein Leitfaden
      • Die Bedeutung von Position
      • Eine interessante, neue Spielweise zum Spielen des zweitbestens Paare OOP
      • Wie man einen Draw OOP spielen kann
      • Wie man TPTK in Position spielen kann
    • Floating
      • Floating
      • Eine theoretische Frage zum Floaten
      • Warum man floaten sollte
      • Einige Beispiele
      • Floating in SSNL
      • Floating - Eine Definition
      • Floaten in reraised Pots
      • Setzgroessen beim Floaten
      • Eine typische Hand zum Floaten
      • Floaten OOP - Eine schlechte Idee
    • Blocking
      • Nutzen wir hier eine BlockBet?
      • Das Raisen eine BlockBet
      • Die Setzgroesse bei BlockBets
      • Das ist keine BlockBet
      • Fuehr mich vor
      • Mehr zum Thema BlockBets
    • Pot Control
      • Pot Control
      • Pot Control - Eine Diskussion der Theorie
      • AQs floppt TP2K
      • Pot Control?
      • Das Mysterium Pot Control
      • Pot Control nimmt OOP eine unerwartete Wendung
    • Fold Equity
      • Ueber Fold Equity
      • Die Bedeutung von Fold Equity
      • Pushen, Fold Equity und +EV gegen +++EV
      • Callen statt Pushen, wenn man keine Fold Equity hat
      • Das richtige Denken ueber EV/Fold Equity am Beispiel OESFD gegen TPTK
    • Image
      • Mentalitaet, Image und das Wechseln des Tempos
      • Wie man aus Muell zu Gold macht
    • Bluffing
      • Eine Abhandlung ueber das Bluffen
      • Die Kunst des Semi-Bluffs
    • Value
      • Das Geld in die Mitte bekommen
      • Check-Raise gegen Bet-3Bet
      • Wie man Value bei NL25 herausholt
      • Das Setzen am Turn gegen das Setzen am River - Eine Abhandlung
      • ValueBetting
      • Slowplay ist selten richtig
    • Implied Odds
      • Reverse Implied Odds
      • Ueber suited Connectors, Implied Odds und dich
      • Die Ueberbewertung der Implied Odds
      • Grosse Stacks, Implied Odds, Preflop-Spiel und mehr
    • Hand Reading etc.
      • Handranges und das Denken auf mehreren Ebenen
      • Gewinnbringende Reads
      • Eine Randnotiz zum FTOP (Fundamental Theorem of Poker)
      • HandReading: AK
      • Makro- und Mikro-Ebenen des Denkens
    • Verschiedene Haende
      • KK - Geld sparen oder es verbrennen
      • Wie man TT auf einem Q-high Board OOP spielt
      • Das Grunch Theorem und eine Diskussion ueber gegen KK auf einem -Board
      • JJJ in einem raised Pot - Eine gute Situation fuer einen check-raise
    • Generelles
      • Das Vermeiden von schwierigen Situationen
      • Die sinnvollsten Notes
      • Das sogenannte Baluga Theorem
      • Das Baluga Theorem in der Praxis
      • Alltaegliche Aktionen und warum wir uns auf sie einlassen
      • Tipps zum Multi-Tablen
      • Eine optimale SSNL-Strategie
      • Die Augen und das Spiel offen halten
      • Wann man nachladen sollte
      • Dinge die man ohne Reads beachten sollte
      • Slowplay ist fast nie richtig - ausser in dieser Hand
      • Das Verstehen von Ranges und das Abschaffen des ergebnisorientierten Denkens
      • Kleine PocketPairs
      • Die Erklaerung des Stop-n-Go Moves
      • 2 grundlegende SSNL-Fragen
      • Spielauswahl, Platzauswahl etc.
      • Wie man MultiTable-TAGs schlaegt
      • Der "Deine Geschichte"-Teil
  3. Psychologie
    • Wie man mit Downswings umgeht
    • Die Wahrscheinlichkeit ueber 20.000 Haende breakeven zu spielen
    • Varianz, Tilt, Ego und SSNL
    • Geduld
    • Der groesste Fehler, den man beim "Aufstieg" machen kann
    • Wie irrationale Spieler Erfolg haben koennen
    • Tilt von Gewinnern und Tilt von Verlierern
    • Die harte Realitaet von Downswings
  4. Sonstiges
    • Wie man ein Video macht

Geändert von Muellfreak (14-02-2008 um 11:14 Uhr).
 
Alt
Standard
Abkuerzungen und Ausdruecke in NL-Foren - 11-02-2008, 17:45
(#2)
Benutzerbild von Muellfreak
Since: Aug 2007
Posts: 178
Hier ist eine Liste mit gebraeuchlichen Abkuerzungen, die man in NL Foren findet
AKQJT – Ace, King, Queen, Jack, Ten

UTG – Under the Gun, Erster Spieler, der preflop agieren muss
UTG+1 – Zweiter Spieler der preflop agieren muss
EP – Early Position
MP – Middle Position
LP – Late Position
OTB – On the Button
CO – Cut off, Spieler rechts vom Button
HJ – Hijack, Spieler 2 Plaetze recht vom Button
SB – Small Blind
BB – Big Blind

c/c – check/call
c/f – check/fold
c/r – check/raise
b/f – bet/fold
3-bet – eine Bet, ein Raise und ein weiteres Raise, die dritte Aktion ist eine 3-Bet (s. auch reraise)
b3b – Hero plant zu raisen und nach einem Reraise zu 3-betten
reraise – den PFR raisen (s. auch 3-bet)

VB – Value bet
CB – Continuation Bet
PSB – pot-sized bet
PSR – pot-sized raise
PFR – preflop raise oder preflop Raiser

Overbet – eine groessere Bet als die Potsize
Check behind – checken, wenn man als letzter an der Reihe ist, und zu einem gecheckt wurde
Donkbet – in den PFR betten, oder eine kleine Bet setzen im Verhaeltnis zur Potsize / eine Bet ohne Initiative
Thin value bet – normalerweise eine Riverbet, wenn man sich nicht sicher ist vorne zu liegen

Monotone / Monochrome – Flop mit drei mal der gleichen Farbe
Rainbow – Flop mit drei verschiedenen Farben
Overpair – Ein hoeheres Paar auf der Hand, als die hoechste Karte auf dem Board
Gutshot – Straightdraw mit einer fehlenden mittleren Karte

TPTK – Top Pair Top Kicker
TPWK – Top Pair Weak Kicker
TPGK – Top Pair Good Kicker
TP2K – Top Pair mit dem zweitbesten Kicker
TPCK – Top Pair Crap Kicker
TPBK – Top Pair Bad Kicker

9To – Nine Ten offsuit
KJs – King Jack suited
Ax – Ein Ass mit beliebiger Beikarte
Kxx – bezieht sich auf ein K-high Flop
Q73r – Das „r“ bedeutet rainbow

OESD – Open Ended Straight Draw
OESFD – Open Ended Straight Flush Draw
Pp – Pocket pair
Sc – suited connector

EV – Expected Value
OOP – out of position
FE – Fold Equity
AI – All-In
ATC – any two cards, zwei beliebige Karten
Ui – Unimproved

TAG – Tight aggressive
LAG – Loose aggressive
LAP – Loose passive
sLAG – semi Loose aggressive

MHIG – My hand is good
MHING – My hand is no good
WA/WB – way ahead/way behind

IMO – In my opinion
IMHO – In my humble opinion
JMO – Just my opinion
FYP – fixed your post
OP – original post or poster

Tl;dr – too long; didn’t read
QFT – quoted for truth
x-post – post, der in mehreren Foren auf einmal gemacht wurde
OT – off topic
Lc – low content
Nc – no content

Goot – good
Moran – moron
Nh – nice hand
Meh – weder gut, noch schlecht
Pwned – man wurde ausgespielt

BB/100 – Anzahl der gewonnen BB pro 100 Haende
PTBB/100 – anzahl der gewonnenen PokerTracker BB pro 100 Haende (1PTBB = 2BB)
~7$ - ungefaehr 7$
FPS – fancy play syndrome
Aggro – aggressiv

SSNL – Small Stakes no limit
MSNL – mid stakes no limit
Hsnl – high stakes no limit
Nlhe – no limit holdém
BBV – Das Beats, Brags and Variance Forum

PT – PokerTracker
VPIP – voluntarily put money in the pot
AF – aggression factor
Villain is 24/10/3(98) – PT Stats die VPIP/PFR%/AF (Ohne preflop aggression) ueber 98 Haende bedeuten

GT+ - Gametime Plus
PA – PokerAce
PAHUD – PokerAce Heads Up Display

PP – PartyPoker
PS, Stars – PokerStars
FT – FullTilt
UB – Ultimate Bet

PL – pot limit
Pf – preflop
Hh – hand history
Hu – heads up
Fr – full ring
Ft – full table
6m – 6-max
NL100 – Die Zahl bezieht sich auf das max. Buy-In

Der Original-Thread auf 2+2 ist hier zu finden.

Geändert von Muellfreak (14-02-2008 um 11:14 Uhr).
 
Alt
Standard
Basic Theory & Expected Value - 11-02-2008, 17:58
(#3)
Benutzerbild von Muellfreak
Since: Aug 2007
Posts: 178
Die Abkuerzung EV bezieht sich in der Regel auf den Erwartungswert.

Von nun an benenne ich einen positiven Erwartungswert mit „+EV“ und einen negativen Erwartungswert mit „-EV“.

Poker ist ein Spiel, in dem das Koennen das Glueck jedes Mal besiegt, vorausgesetzt man spielt lange geung. Es ist sicherlich richtig, dass zwei beliebige Karten, die man preflop bekommt, jede andere Hand schlagen koennen, und das Glueck ein grosser Teil dieses Spiels ist. Wenn man aber das Bestreben hat das Spiel als Gewinner ueber eine grosse Anzahl an Haenden zu spielen, muss man lernen Spielzuege zu machen, die +EV sind, und solche, die –EV sind zu vermeiden.

EV ist einfach das, was man im Durchschnitt erwartet mit einem bestimmten Spielzug zu gewinnen (oder zu verlieren).

Hier ist ein einfaches Beispiel:

Hero (100BB) hat AsAh und raist preflop auf 4BB vom CO

Villain (100BB) callt aus dem BB und beide sehen den Flop 9c3d6h.

Villain sagt uns, er habe die schwarzen Kings (er luegt nicht) und raist dann AI. Hero calls.

Villain zeigt euch auch KsKc .

Wie hoch ist unser EV im Bezug auf den Call gegen diese spezielle Hand (ungeachtet wie gut Villains Spiel in dieser Hand war)?

Wenn wir diese Werte und Daten in PokerStove eingeben bekommen wir folgendes Ergebnis

Board:

Dead: ///

Equity (%) Win (%) Tie (%)

Hand 1: 08,3838% 08,38% 0,00% {}
Hand 2: 91,6162% 91,62% 0,00% {}

Wir sehen also, dass Hero diese Hand in durchscnittlich ~92% der Faelle gewinnen wird, wenn sie zum Showdown geht (und das wird sie). Wenn wir diese Hand also in dieser Konstellation 100 mal spielen wuerden, wuerde Hero 92 mal gewinnen und 8 mal verlieren.

Es sind in dieser Hand ~200BB im Pot. Hero gewinnt also 18400BB in den 92 Faellen, in denen seine AA halten, und er verliert 1600BB, in den 8 Faellen, in denen er die Hand verliert.

Das macht einen gesamten Nettogewinn von 168BB/Hand.

Dieser Spielzug ist also +EV und hat einen EV von 168BB jedes mal, wenn du diesen Spielzug machst.

Es ist wichtig sich klar zu machen, dass der EV sich in einer kurzen Zeitspanne von den tatsaechlichen, aktuellen Resultaten massiv unterscheiden kann. Es kann zum Berispiel sein, dass wir die Hand 100 Mal spielen, und 100 Mal auch gewinnen. Heisst das dann auch, dass sich unser EV geaendert hat? Oder wir koennten Pech haben und die Hand 25 Mal von den 100 Spielen verlieren. Heisst das nun, dass unser Spiel einen geringeren EV hat? Nein. Der EV bleibt bei 168BB pro Hand. Jedes Mal, wenn wir diese Hand so spielen „gewinnen“ wir 168BB und je oefter sich diese Situation wiederholt, desto weiter naehern sich die tatsaechlichen, aktuellen Resultate dem „perfekten Durchschnitt“ von 92% an.

Wenn ihr irgendwann mal genug Haende gespielt habt (eine unendlich grosse Anzahl), werden sich eure tatsaechlichen Rasultate der Summe angleichen, der euer EV aller gemachten Spielzuege entspricht. Je naeher sich die Anzahl eurer Haende der Unendlichkeit naehert, desto naeher kommen sich auch eure Resultate und die theoretischen Zahlen. Theoretisch heisst das also, dass ihr jedes mal, wenn ihr einen –EV Spielzug macht und eure Chips als Underdog in die Mitte schiebt, „Geld verliert“, ganz egal wie das tatsaechliche, aktuelle Ergebnis der Hand aussieht. Andersrum gewinnt ihr aber auch jedes Mal Geld, wenn ihr eure Chips als Favorit in die Mitte schiebt, selbst wenn ihr die Hand tatsaechlich verliert. Wenn ihr all eure „Sklansky Bucks“ (das theoretische EV-Geld) zusammenzaehlt und ihr diese mit eurer Winrate vergleicht – nachdem ihr unendlich viele Haende gespielt habt – werdet ihr feststellen, dass diese Werte identisch sind. Je mehr Haende ihr also spielt, desto naeher kommen sich diese beiden Zahlen.

Lasst uns nun ein etwas komplizierteres Beispiel betrachten. In dem obigen kannten wir die genaue Hand, mit der Villain gespielt hat, bevor wir gecallt haben. Dementsprechend brauchte wir ihm keine Handrange zuordnen (was den EV unseres Spielzuges beeinflusst). In der Praxis werden wir aber nie genau wissen, welche exakte Hand unser Gegner nun haelt. Unsere Entscheidungen sind also auf Vermutungen gestuetzt. Diese Hand ist eine reale Hand aus meiner Datenbank.

Poker Stars
No Limit Hold’em Ring game
Blinds: $0.10/$0.25
6 Players

Stack sizes:
UTG: $27.85
MP: $24.65
CO: $28.95
BU: $23.95
Hero: $25.15
BB: $27.80

Pre-flop: (6 players) Hero is SB with ,

UTG calls, 2 folds, BU calls, Hero calls, BB checks.

Flop: , , ($1, 4 players)

Hero bets $1, BB raises to $3, UTG folds, BU calls, Hero raises to $8, BB raises all-in $24.9, Button folds, Hero calls.

Turn: ($53.8, 1 player + 1 all-in – Main pot: $53.8)

River: ($53.8, 1 player + 1 all-in – Main pot: $53.8)

Results:

Final pot: $53.8

- Mir geht es hier nur um die Action am Flop

In der Realitaet wissen wir nicht, welcher Hand wir uns gegenuebersehen, wenn wir unsere Entscheidung treffen. Welche Hand hat der BB hier? Ist meine Hand stark genug um sein All-In zu callen? Und wie arbeiten wir den EV aus dieser Hand heraus?

Die Antwort heisst: Wir muessen unseren Gegner auf eine Handrange setzen. Nehmen wir an, wir wiederholen diese Hand 1000 Mal. Nehmen wir weiter an, unser Gegner habe manchmal AA und wir sind ein grosser Favorit, manchmal hat er 55 und wir sind ein rieiger Underdog, er koennte aber auch JJ-KK, AJ, KJ, J2, 52, J5, Ahxh haben, er koennte aber auch bluffen. In diesem speziellen Fall ist seine Range sehr weit, denn es gab keinen Raise preflop. Wir sagen auch nicht, dass er jede Hand dieser Range jedes Mal auf diese Art und Weise spielt, wie er sie gespielt hat – sondern dass er keine andere Hand ausserhalb dieser Range in diesem Fall spielt.

Gegen die meisten dieres Haende sind wir Favorit und gegen ein paar sind wir Underdog. Es gibt keine Moeglichkeit festzustellen, welche exakte Hand unser Gegner hier haelt und wir haben auch nicht die Zeit am Tisch, um die Daten in Pokerstove einzugeben, also koennen wir nur eine fundierte Vermutung anstellen.

Ich nutze beim Spiel die Grundregel, dass man ein geflopptes Set nie folden soll, wenn beide Spieler noch ~100BB haben.Wir sollten versuchen unser Geld bereits am Flop in die Mitte zu bekommen. Der Grund dafuer ist, egal wie der Rest des Flops aussieht, dass wir fast immer grosser Favorit – gegenueber der Handrange unseres Gegners – sind die Hand am Showdown zu gewinnen. Ich bin also sehr froh dieses All-In zu callen. Aber habe ich die richtige Entscheidung getroffen, die langfristig +EV ist?

Lasst uns seine Handrange und meine Hand in PokerStove eingeben. Hier ist das Ergebniss…

Board:

Dead: ///

Equity (%) Win (%) Tie (%)

Hand 1: 78,7155% 78,72% 0,00% {, }

Hand 2: 21,2845% 21,28% 0,00% {JJ+, 55, AhKh, AJs, J5s, J2s, Ts7s, 52s, Ajo, J%o, J2o, 52o}

( habe ich in seine Range als theoretischen Bluff eingefuegt)

Und die Zahlen sprechen eine recht eindeutige Sprache. Bei seiner weiten Range ist mein Spielzug zu callen +EV und dass ich erwarten kann in 79% der Faelle diese Hand zu gewinnen.

Das tatsaechliche Ergebnis ist uninteressant, so lange meine Range praezise ist. Die Karten auf Turn und River sind ebenfalls uninteressant, da die Entscheidung bereits gefallen war). Wenn ich diesen Spielzug jedes Mal mache ist er +EV und ich werde langfristig davon ausgehen koennen jedes Mal ~170BB zu gewinnen, wenn ich so spiele. Da mich dieser Spielzug 100BB kostet um zu callen, werde ich also jedes Mal 70BB Gewinn davontragen. Dabei ist es auch egal, ob mein Gegner mir JJ fuer das Top Set oder Ah8h fuer einen vrpassten Flushdraw zeigt.

Wenn du also am Tisch beschliesst, dass ein Spielzug +EV ist, solltest du ihn auch Jedes Mal machen. Solltest du es nicht machen, verlierst du auf Dauer Geld. Verstehst du jetzt warum?

Letztendlich ist es der EV, der Entscheidet, wie eure tatsaechliche Winrate aussieht. Due kannst sie nicht schlagen oder umgehen. Auf Dauer werden sich eure tatsaechlichen Gewinne den erwarteten Gewinnen angleichen.

Eng verbunden mit dem EV ist die Varianz – viele Leute verstehen nicht, was Varianz ist, und versuchen sie zu umgehen oder zu vermeiden. Das sollte man aber nicht. Die absolut besten Pokerspieler kuemmern sich nicht um die Varianz und versuchen jeden +EV Spielzug zu machen, den sie koennen (das ist der hauptgrund, warum sie wirkliche Gewinner sind). Varianz ist einfach die Abweichung der tatsaechlichen Gewinne vom statistischen EV in einer kurzen Zeitspanne. Sie ist der Grund, warum eine Bankroll von mindestens 20 Buy-Ins vorgeschlagen wird, also damit du nicht bankrott gehst in der kurzen Phase, in der du +EV Spielzuege machst, aber auf Grund der Varianz verlierst. Varianz ist weder gut noch boese – und je groesser deine Bankroll ist, desto mehr wirst, willst und kannst du in marginalen +EV Situationen setzen.

Nehmen wir an, du findest heraus, dass ein bestimmter Spielzug +EV ist und du 51% der Faelle gewinnen wirst. Je mehr Geld du in diesen Situationen investierst, desto mehr wirst du auf lange Sicht gewinnen. 51% von 200B ist mehr als 51% von 20BB – aber die Resultate werden grossen Schwankungen unterworfen sein in einer kurzen Zeitspanne und es besteht eine grosse Chance in genau dieser Situation zu verlieren. Wenn du es dir aber leisten kannst (also eine Bankroll hast, die gross genug ist), dann solltest du in dieser Situation, in der du 51%iger Favorit bist, so viel setzen wie moeglich.

Als letzten Gedanken habe ich hier noch eine Aufgabe, die ihr loesen koennt, wenn ihr eure naechste grosse Verlust-Session hinter euch habt:

Seht euch alle Haende der Session noch einmal an. Fuer jede Hand, die ihr gespielt habt gebt ihr allen Gegnern eine Handrange. Die Zahlen gebt ihr in Pokerstove ein und seht euch an, wie euer EV aussah, also wie viel ihr in Sklansky Bucks gewonnen habt.

Manchmal mache ich das auch, und finde dann heraus, dass ich eigentlich eine +EV Session hingelegt habe, obwohl ich viel Geld verloren habe. Wenn die meisten eurer Verlust-Sessions eigentlich +EV waren, dann spielt ihr gut und eure tatsaechlichen Ergebnisse werden sich langfristig zu Gewinnen mausern. Lacht also ueber kurzzeitige Verluste, denn ihr wisst, dass ihr langfristig gewinnen werdet.


Der Originalthread auf 2+2 ist hier zu finden.

Geändert von Muellfreak (11-02-2008 um 18:04 Uhr).
 
Alt
Standard
11-02-2008, 17:59
(#4)
Benutzerbild von lilgambler4U
Since: Dec 2007
Posts: 56
ich fänd es gut, wenn du immer am ende links zum original einfügst, damit man bei irgendwelchen zweifeln das englische original nachlesen kann.
 
Alt
Standard
12-02-2008, 06:38
(#5)
Benutzerbild von Pokerhonter
Since: Dec 2007
Posts: 21
Zitat:
Zitat von Muellfreak Beitrag anzeigen
3-bet – eine Bet, ein Raise und ein weiteres Raise, die dritte Aktion ist eine 3-Bet = reraise = den PFR raisen


Donkbet – Eine Bet ohne Initiative


Monotone – Flop mit drei mal der gleichen Farbe !Soll wohl monochrom bedeuten/3-suited!
Das mit den Links zu den Orginalen finde ich auch eine gute Idee.

Weiter so.
 
Alt
Standard
12-02-2008, 11:06
(#6)
Benutzerbild von Fast0r
Since: Dec 2007
Posts: 93
Zitat:
Zitat von Muellfreak Beitrag anzeigen
Die Guten (Vom Wissen, Erfahrungen und Fehlern erfolgreicher Online-Spieler lernen)
  • aba20
  • 4_2_it
  • dbitel
  • ahnuld
  • cts
  • El Diablo
  • kitaristi0
ahh, is doch scho besser hier aufgehoben
seh dich wg dem arbeitsaufwand jetzt schon im geiste fluchen, aber du hast es ja so gewollt...

zum zitierten Absatz: the well übersetzt sich hier mit der Brunnen bzw die Quelle, oder um es im kontext zu bringen: der wissensquell. würde aber in deinem interesse die übersetzung dieser passage gaz sein lassen, da die meisten fragen eher was mit der person an sich zu tun haben (wann angefangen?; weshalb?; größe der unterhose; namen der eltern; etc ), aber weniger mit pokertheorie. das wenige, was an substanz drin ist, ist entweder schon weiter oben zu finden, oder zu speziell.

wg der übersichtlichkeit:
irgendwelchen spam wirst du nicht verhindern können u er wird kommen. vllt solltest du mal nen mod/admin hier kontaktieren, ob deine übersetzung nach fertigstellung (und nur diese, also keine anderen posts) in nen neuen thread kommt, in dem sämtliche schreibrechte verboten sind u der sticky is.
 
Alt
Standard
14-02-2008, 05:21
(#7)
Benutzerbild von uG-Phoe
Since: Nov 2007
Posts: 13
danke für die gute arbeit, sehr nice hat mir echt weitergeholfen, mein englisch is net so gut
 
Alt
Standard
3. Wie man alles zusammensetzt und Winning Player wird - 17-02-2008, 19:54
(#8)
Benutzerbild von Muellfreak
Since: Aug 2007
Posts: 178
Meine Pokerkarriere war eine lange Reise. Ich habe in einem unorganisierten Homegame ohne Blinds angefangen und einen Teil meines Gehalts online verzockt. Nach 9 Monaten Abstinenz vom Spiel aus persoenlichen Gruenden (Umzug/kein Homegame/neue Freundin) juckte es nun wieder einzusteigen. Seit damals habe ich mich bemueht mein Spiel zu verbessern. Ich las viele Buecher zum Thema, begann mich bei 2+2 in den SSNL Foren einzulesen und den dortigen Inhalt zu verstehen, und (das wichtigste) begann ein vernuenftiges Bankroll Managment.

Als ich anfing hier zu lesen, glaubte ich nicht, dass es Leute gab, die das Spiel mit 8, 10 oder sogar 12 PTBB/100 Haende schlagen. Ich hoffte selber ein marginaler Gewinner zu werden (3-4 PTBB/100). Ich glaubte die grossen Gewinner waeren Luegner oder Glueckskinder. Langsam aber sicher (und nachdem ich auf Shorthanded gewechselt bin) sah ich meine Winrate steigen. Ich sah, dass man dieses Spiel derart deutlich schlagen kann.
Ich sollte euch sagen, dass es nicht einfach ist. Wenn Leute sagen, ihr soltet Haende posten, im SSNL Forum lesen, euer Spiel in PT auswerten usw. dann machen sie keine Witze. Diese Dinge bilden das Fundament auf dem alles andere dann entsprechend einfacher wird. Es ist vergleichbar mit einem Musiker, der die Tonleite immer und immer wieder hoch und runter spielt, oder einem Fussballer, der Freistoss nach freistoss tritt. Wenn ihr einmal die Grundsaetze beherrscht, kommen die fortgeschrittenen Aspekte Stueck fuer Stueck von selbst.

Ich will euch nicht sagen, ich wuesste alles. Das tue ich sicherlich nicht. Wie ich bereits sagte, versuche ich mich immer weiter zu bilden. Aber das hier sind einige Dinge, die ich festgestellt habe, und die fuer meinen Erfolg wichtig waren.
  1. Leidenschaft – Poker ist ein Spiel. Du kannst mit einem guten Verstaendnis der Grundsaetze gewinnen. Wie bei vielen Leidenschaften sind diejenigen, die am meisten Arbeit hineinstecken, die Erfolgreichsten. Michael Jordan erreichte sein Koennen nicht dadurch, dass er lediglich am Wochenende ein paar Koerbe warf. Bill Gates wurde nicht erfolgreich, weil er nur in seiner Freizeit Softwareprogramme schrieb. Diese Leute waren/sind im Bezug auf ihre Arbeit aeusserst leidenschaftlich. Das bedeutet nicht, dass ich 8 Stunden am Tag spielen sollt, oder 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche an Pokern denken sollt, wenn ihr nicht an den Tischen sitzt. Aber es bedeutet, dass ihr euch regelmaessig und konstant Moeglichkeiten suchen sollt, euer Spiel zu verbessern. Und werdet nie selbstgefaellig – ganz besonders nicht zu Beginn eurer Karriere.
  2. Bankroll Managment – Ich weiss, das hoert sich wie eine kaputte Schalplatte an fuer diejenigen, die regelmaessig in den Foren unterwegs sind. Immer wieder das Selbe: „Bankroll Managment“. Ea kann aber nicht oft genug erwaehnt werden. Wenn ihr auf einem Limit spielt, auf dem ihr euch unwohl fuehlt, wird es sehr shwer werden erfolgreich zu sein. Wenn ihr euch nicht drum kuemmert, ob ich euren Buy-In verliert und einfach nachladet, dann solltet ihr so hoch spielen, wie ihr es euch erlauben koennt. Wenn ihr aber Angst habt All-In zu gehen und eventuell einen BadBerat zu kassieren, spielt ihr vermutlich viel zu hoch.
  3. Marginale Situationen – Je mehr Erahrung ihr habt, desto besser werdet ihr mit marginalen Situationen umgehen koennen. Das kann definitiv einen BB zu eurer Winrate hinzufuegen. Aber, wie schon viele andere sagten, sind diese Situationen nicht so wichtig. Wenn ihr Probleme mit marginalen Situationen habt, dann spart ihr viel Geld und nerven, wenn ihr euch aus diesen raushaltet. Foldet QJo auf dem Button, wenn vor euch alle gelimpt sind, und ihr weder raisen noch callen wollt. Es ist vielleicht nicht das optimale Spiel, aber wenn ihr euch an einem Pot beteiligt, riskiert ihr eventuell euren ganzen Stack. Der marginale EV ist es nicht wert, wenn ihr vielleicht gestackt werdet, weil ihr Top Pair trefft.
  4. Beteiligt euch im Forum – Postet Haende, Antwortet auf andere Haende. Meldet euch fuer eine Session Nachbreitung an (Coaching – kann ich nur empfehlen). Macht irgendwas. Je mehr ihr euch selber dazu zwingt euch kritisch im Forum mit dem Spiel auseinander zu setzen, desto einfacher werden euch die Entscheidungen am Tisch fallen.
  5. Bleibt bescheiden – Ich weiss nicht, wie oft ich meinen Downswing selber gestartet habe, weil ich zu gierig wurde. Sicher wollen wir so viele Haende wie moeglich gegen einen Fisch spielen, aber (und das bezieht sich auf Punkt c) das heisst nicht, dass wir uns selbst in marginale Situationen bringen sollten. ATo aus UTG zu spielen bedeutet fuer die Meisten Probleme. Lasst einen Upswing euch nicht dazu bringen, anders zu denken.

Das sind die Dinge, die mich dazu gefuehrt haben ein Gewinner zu werden. Den Startschuss und einen Raketenstart gab das Forum von 2+2. Allein schon die Tatsache, dass ihr euch hier und in anderen Foren beteiligt ist ein guter Start. Bleibt am Ball, lernt immer weiter und habt keine Angst dvor Fehler zu begehen.
 
Alt
Standard
Wo kommt das Geld her? - 24-02-2008, 20:17
(#9)
Benutzerbild von Muellfreak
Since: Aug 2007
Posts: 178
Die eigentliche Frage, die sich stellt ist, ob wir mehr Geld gewinnen durch die Fehler anderr, oder dadurch, dass wir all unser Geld als leichter Favorit in die Mitte bekommen.
Ich weiss, dass es fuer manche eher uninteressant ist, aber fuer andere ist die Mathematik, die das Spiel umgibt vielleicht interessant.

Nehmen wir also folgende Situation: Ihr habt noch 500 in eurem Stack, genau so wie auch Villain. 200 sind bereits im Pot (wir sind am Flop). Er setzt 100 und ihr pusht fuer 400 mehr. Ihr habt ein Overpair und er hat einen Flushdraw. Das macht ihn zu einem 2:1 Aussenseiter. Er kann hier also callen und macht keine –EV Entscheidung.

Nehmen wir an, ihr koennt sehen, dass er einen Flushdraw hat, und ihr wisst auch, dass er einen Einsatz auf dem Turn callen koennte (was von den PotOdds her –EV waere), selbst wenn er nicht trifft, solange die Bet nicht groesser als Potsize ist.
Ihr werdet ihn natuerlich nicht ausbezahlen, wenn er trifft, weil ihr ja wisst, was er hat.

Meine Frage ist nun also, ob es besser ist am Flop zu pushen, oder bis zum Turn zu warten? Welcher Betrag – den er am Turn callen muss um am Flop zu pushen und den er am Flop callen und am Turn betten muss – kommt EV-technisch auf das Selbe herua? Und was, wenn ueberhaupt, sagt uns das darueber aus, was wichtiger ist: „Ein Gegner, der eine –EV Entscheidung trifft“ oder „Viel Geld in die Mitte schieben, wenn man Favorit ist“?
Eine interessante Frage, und ich denke beide Aussagen sind nah miteinander verwandt. Ein Fehler wird grundsaetzlich in einer –EV Situation enden. Es ist so, dass man immer einen Fehler provoziert, wenn Geld gewinnt, aber es ist ein Fehler im Sinne des „Fundamentalen Theorems des Pokerns“, das D. Sklansky in seinem Buch „The Theory of Poker“ hervorragend beschreibt. Gegner werden (sollten) gegen eure Range callen, was manchmal korrekt ist, obwohl ihr in bstimmten Situationen vorne seid.
Ich denke folgendermassen daruebe: Findet die Schwaechen eurer Gegner hraus und versucht sie dazu zu bringen die groessten ihrer Fehler so oft wie moeglich zu begehen. Es ist einfacher den Schweregrad eines Fehlers einzuordnen, als jedes mal die gesamten EV-Berechnungen anzustellen. Dennoch bleibt es dabei, dass genau diese EV-Berechnungen uns ein intuitives Gespuer dafuer geben, wann ein Spielzug +EV ist.

Beispiele fuer Fehlerkategorien:

Kleine Fehler:
  • - Losse preflop calls machen mit spekulativen Haenden und zurueckhaltend/tight postflop spielen
  • - Harte Laydowns mit Haenden wie Paaren machen gegen „verrueckte“ Gegner
  • - Zu haeufiges Folden am River (Es ist aber selten ein grosser Fehler im NL am River gegen starke Action, meist in Form von grossen Bets zu folden, wenn man keine starke Hand hat in Relation zu der Handrange des Gegners)
  • - Den Flop mit einem Draw gegen die Odds (und nur mit marginalen implied odds) callen. In Position ist das widerum ein noch geringerer Fehler
  • - Angriffe auf zu viele kleine Pots

Mittlere Fehler:
  • - Zu viel OOP callen preflop und dann entwedr treffen oder folden
  • - Den Turn callen ohne ausreichende implied odds, besonders wenn ihr OOP seid
  • - Preflop zu viele Reraises mit spekulativen oder dominierten Haenden callen
  • - Tighten Spielern zu viel Action mit nur einem Paar geben
  • - Zu viel vor dem River gegen loose Spieler bluffen (Denkt dran, dass ein Bluff auf dem River gegen diese Spieler nicht immer ganz schlecht ist, da sie oft auf verpassten Draws sitzen oder schwachen Paaren, die gegen grosse Bets folden muessen)

Grosse Fehler:
  • - Grosse Bets auf dem River mit marginalen Haenden callen
  • - Grosse Teile eures Stacks bereits preflop mit dominierten Haenden (AJ/99 etc.) investieren (Domination ist natuerlich relativ zur Handrange eures Gegners zu sehen)
  • - Grosse Bluffs gegen gezeigte Staerke machen
  • - Bluffen ohne Outs zu haben fuer den Fall eines Calls
  • - Generell ist es immer ein grosser Fehler grosse Bets mit marginalen Haenden zu callen

Bedenkt, dass es bei NL meistens besser ist zu folden oder zu bluffen statt zu callen. Und wenn ihr blufft ist es besser dies zu tun, wenn ihr noch Outs habt (Semi-Bluff).

Geändert von Muellfreak (24-02-2008 um 20:20 Uhr).
 
Alt
Standard
24-02-2008, 21:12
(#10)
Benutzerbild von coren86
Since: Aug 2007
Posts: 123
Echt cool von dir das hier zu Übersetzten.

Vor allem aber das du mich dazu angeregt hast mal nen bischen im 2+2 Forum aktiv zu werden.

thx a lot