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SNG - Einfach? - 14-03-2008, 23:41
(#1)
Benutzerbild von obi0808
Since: Sep 2007
Posts: 56
Vor kurzem sagte Jan Heitmann in einem Q&A, dass SNG wahrscheinlich die einfachste Art ist von Poker zu leben.

Diese Aussage beschäftigt mich seitdem...

Warum vertritt ein sehr guter Spieler diese Meinung?
Wenn man davon ausgeht eine große edge gegenüber seinen Mitspielern zu haben, wäre es dann nicht sinnvoller Cashgame zu spielen?
Gerade in SNGs ist man doch früher oder später gezwungen reinzustellen und auf das Beste zu hoffen.

Meint ihr in vergleichbaren levels (keine micro limits) sind die SNG Gegener schlechter als die Cashgame Gegener?
 
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15-03-2008, 00:15
(#2)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
ich glaube es geht eher darum, dass das Spiel in SNGs eben sehr mechanisch ist. Im Lategame pusht man nach ICM, was man mehr oder weniger auswendig lernen kann, und im early Game spielt man so tight, dass man kaum in schwierige Situationen kommt.

Und je nach Seite sind die SNGs auch bis in die hohen Buyins noch sehr fischig.


Und warum sollte man Cashgame spielen, wenn man in SNGs ne Edge gegenüber seinen Gegnern hat?
Denn nur weil man in SNGs eine Edge hat, heißt das noch lange nicht, dass man auch im Cashgame ne gleichgroße Edge hätte.
 
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15-03-2008, 03:55
(#3)
Benutzerbild von ms1272
Since: Aug 2007
Posts: 237
Ich kann mir auch vorstellen das er damit meint, dass sich beim SNG die Erfolge schneller und vor allem konstanter einstellen als beim MTT und die Varianz im Vergleich zum Cashcame sehr viel geringer ist. Somit ist das SNG wohl die "sicherste" Form des Pokerns mit einem geringeren aber stetigen Gewinn. Während man als Profi im MTT auf den einen hohen Gewinn angewiesen ist oder bei den Cashgames eben einen guten Run braucht. Im Cashgame oder MTT kann man bei einem guten Lauf schnell zu viel Geld kommen während das bei SNG nicht in dieser Form möglich ist. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Geändert von ms1272 (15-03-2008 um 03:59 Uhr).
 
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15-03-2008, 10:15
(#4)
Benutzerbild von GFGDanielSan
Since: Oct 2007
Posts: 94
BronzeStar
SnG spielen ist einfacher, da man auf schwieriges postflop spiel meistens verzichten kann....

Dafür kann nen SnG spieler die range des gegner wesentlich besser einschätzen als nen cashgaem spieler (behaupte ich mal so)


Aber generell ist SnG wohl wirklich einfacher als Cashgame, da weniger psotflop spiel = weniger entscheidungen
 
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Smile
15-03-2008, 10:51
(#5)
Benutzerbild von sostegno
Since: Oct 2007
Posts: 452
Mit SNG, auch wenn mans gut kann, lässt sich im vergleich zu MTTs nur eine sehr kleine ROI erzielen die selbst bei den besten Spielern selten über 20% geht.
Und in hohen buy ins (>$100) selten über 10%

In MTTs hingegen kann ein guter Spieler auch in buy ins über $100
eine ROI von über 120% erreichen.

Das kommt daher, das der Anteil an schwachen Spielern auch in hohen buy-in MTTs grösser ist als in SNGs, wo man in den hohen limits meist nur regulars antrifft (wie beim cashgame auch).

Für die Top MTT pros stellen MTTs eine geringere Variance als cashgame dar, und spielen deshalb nur MTTs.

Also man kann mit SNGs schnell bisschen was dazu verdienen, aber dafür bleibt der verdienst auch sehr begrenzt, weil der Skill Factor halt ne geringere Rolle spielt als in den anderen Pokervarianten.
 
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15-03-2008, 10:55
(#6)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
also dass SNGs die "sichere" Alternative sind, wage ich zu bezweifeln. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn im Cashgame hat man deutlich mehr Infos über die Hand des gegners, wenn das Geld in die Mitte wandert.
Man sieht einen Flop, der Gegner hat schon in einer bis zwei Wettrunden gespielt, so dass man sich ein deutlich besseres Bild über die Karten des Gegners machen kann.

Und dementsprechend bekommt man auch ein direkteres Feedback ob man die Hand gut oder schlecht gespielt hat.

Beim SNG hat man in der Regel überhaupt keine Infos über die Hände der potentiellen Gegner, wenn man Preflop All-in geht.
So kann man in einem SNG 10 mal einen mathematisch richtigen Push machen, und 10 mal hat ein Gegner eine bessere Hand.

Und die größee Varianz zeigt sich ja schon darin, dass für SNGs deutlich mehr Buyins empfohlen werden, als für Cashgames.

@sostegno
Der Vergleich der ROIs hinkt aber gewaltig.
Denn wenn man vom Pokern lebt, ist einem der ROI ziemlich egal, der Verdient pro Stunde zählt.
Und da ein größeres MTT wesentlich länger dauert als ein SNG, und da man SNGs auch besser multitabeln kann (zumindest als ein MTT am Final table), wird der Unterschied im ROI dadurch wieder plattgebügelt.

Geändert von DrJ_22222 (15-03-2008 um 11:01 Uhr).
 
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15-03-2008, 17:59
(#7)
Benutzerbild von ms1272
Since: Aug 2007
Posts: 237
Zitat:
Zitat von sostegno Beitrag anzeigen
Also man kann mit SNGs schnell bisschen was dazu verdienen, aber dafür bleibt der verdienst auch sehr begrenzt, weil der Skill Factor halt ne geringere Rolle spielt als in den anderen Pokervarianten.
Ich bin zwar der Meinung das SNG die am schnellsten zu lernende Form ist um erfolgreich Poker zu spielen, kann und will aber die Aussage, dass der Skill eine geringere Rolle als in anderen Varianten spielt so nicht stehen lassen. Ein schlechter Spieler kann durch den glücklichen Gewinn eines MTT ein Jahr oder länger positiv dastehen auch wenn er alles was danach kommt verliert. Damit hat er keinen Skill bewiesen. In einem SNG, wie in jeder anderen Art, wächst die Wichtigkeit des Skills je höher der BuyIn wird und spielt in allen Formen die gleiche Rolle. Denn nur der Skill entscheidet darüber wie viel Gewinn jemand macht oder nicht. Es ist eben lediglich eine andere Art von Skill. Wenn ein sehr guter Cashgamespieler glaubt sich einfach mal so an die SNG Tische zu setzen und zu gewinnen dann irrt er (vor allem wenn mehr als drei Regulars an diesen Tischen sitzen). Umgekehrt genauso.
 
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15-03-2008, 18:03
(#8)
Benutzerbild von Dee0609
Since: Jan 2008
Posts: 817
BronzeStar
SNG sind einfach kurze aber knackige Auseinandersetzungen, die Fehler kaum verzeihen. Man muß mit Konzentration spielen, wenn man das kann hat man die Gegner schnell im Griff. Vielleicht meint er es deswegen.


"Wir können nicht alle Helden sein.
Irgendwer muss schließlich auch am Wegrand sitzen und ihnen zujubeln!"
Will Rogers
 
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17-03-2008, 15:06
(#9)
Benutzerbild von nieou
Since: Nov 2007
Posts: 46
WhiteStar
hmm - gegner schnell im griff haben/geringe varianz? ich spiel wohl noch zu sehr mikrolimits um das nachvollziehen zu können . die varianz ist imho bei sngs zwar schon geringer als mit der sss aber fl spielt sich sicher varianzärmer.
 
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17-03-2008, 15:22
(#10)
Benutzerbild von Stoxx81
Since: Aug 2007
Posts: 118
Die Swings in SNGs sind ja wohl bitte deutlich fieser als im CG. In den seltenstens Fällen bist du im CG mal kurz 10 Stacks an einem Tag down, wohingegen man bei SNGs ständig Achterbahn fährt...