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freecardraise im hu - 21-03-2008, 16:15
(#1)
Benutzerbild von btownstar
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BronzeStar
hi,

wollte mal fragen, wann ihr die line raise flop for freecard spielt im heads up.
viele gegner raisen ja häufig den flop und betten dann immer den turn. gegen die kann ja sehr gut call flop, check raise turn spielen. so gewinnt man ein sb bet, als wenn man 3bet flop lead turn spielt. außerdem bekommt man bis zu einer bb mehr von einem purebluff, da der häufig auf ne 3bet am flop direkt foldet.
grundsätzlich soll man ja immer auf einem drawheavy board oop mit einer madehand den flop 3betten, aber wenn der gegner den turn immer bettet, dann ist es ja besser den turn zucheckraisen.

da ich auch häufig den flop in position raise, aber mir nie die freecard nehme, kann mein gegner mich eigentlich sehr häufig am turn checkraisen.
daher dachte ich mir, dass ich mir wohl auch ab und zu ne freecard nehmen sollte, wobei ich eigentlich nicht viel von dem freecardplay halte, da man seine hand häufig offenlegt.

wie seht ihr das?
bzw. wie balanced ihr eure flop raise ip am flop?
 
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21-03-2008, 18:02
(#2)
Benutzerbild von jaybeastie
Since: Oct 2007
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BronzeStar
interessantes thema, ich denke mal, dass man den move im HU nicht allzu häufig einsetzen sollte, andererseits aber manchmal durchaus einstreuen kann, falls man denkt sonst evtl zu leicht zu lesen zu sein...

mal ein bsp: Hero ist Button mit KJ und openraist, BB callt
Flop: 29T BB bet, Hero raise, BB call
Turn: 5 BB check...

hier kann man denke ich auch mal behindchecken, da es einige Karten gibt, die hier am river helfen können und man häufig noch hinten liegt gegen kleine PPs oder A9 oder ähnliches...
die betonung liegt auf "mal", immer abhängig von villain.

ich hoffe du meintest HU situationen bei 6max und nicht an 2max tables, sonst müsste ich meinen post wohl nochmal überarbeiten ^^
 
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22-03-2008, 12:49
(#3)
Benutzerbild von btownstar
Since: Nov 2007
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BronzeStar
jo danke für deine antwort. meine frage bezog sich auf heads up, wenn man short hand spielt. also auf die situation, wenn man nur zu zweit am flop ist.
 
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22-03-2008, 13:24
(#4)
Benutzerbild von Mart83
Since: Aug 2007
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Das Problem am Freecard Play ist, dass es aufgrund vieler Boardtexturen zu offensichtlich ist. Auf höheren Stakes oder kompetentere Gegner in den Blinds funktioniert das immer weniger, weil diese dann auch non nut Hände wie Top Pair Weak Kicker etc. gegen offensichtliche Freecard Raises aggressiv spielen und damit Flops cappen und den Turn leaden.
Zudem ist ein Check Behind am Turn nach starker Flop Action ein super transparentes Play, was sich easy exploiten läßt. Es ist als würde man seine Karten Face Up spielen oder in den Chat schreiben "Ich habe Overcards / einen Flush Draw / einen Straight Draw".

Gerade extrem starke Draws wie 15outer setze ich dann doch lieber nochmal am Turn, weil wir so gegen viele marginale (uns aber dennoch schlagende) Hände wie kleine PPs etc. Foldequity bewahren.
 
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22-03-2008, 15:51
(#5)
Benutzerbild von oblom
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Ich verwende den Freecardraise gar nicht, dh. ich raise eventuell schon am Flop, aber nicht for Freecard sondern for Foldequity.

Mit einem Check behind am Turn vergibst Du die Foldequity und gibst Deinem Gegner seinerseits die Chance, den Pot mit einer (Bluff-)Bet am River mitzunehmen.
 
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22-03-2008, 17:27
(#6)
Benutzerbild von btownstar
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BronzeStar
ich verstehe ja, was ihr meint. es wäre aber schön, wenn ihr auf den punkt eingehen würdet, dass der gegner einen dann ja am turn checkraisen kann, wenn ihr jeden turn bettet.
so gesehen ist das spiel ja auch offensichtlich, wenn man sich nie die freecard nimmt.
 
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22-03-2008, 18:41
(#7)
Benutzerbild von oblom
Since: Nov 2007
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Na ja, wegen der Checkraise-Gefahr verzichte ich nicht auf die Foldequity.

Warum soll der Move offensichtlich sein? Gebalanct ist das Ganze doch dadurch, dass Du Deine Made Hands genau so spielst (darauf beruht ja die Foldequity ).
 
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22-03-2008, 19:13
(#8)
Benutzerbild von jaybeastie
Since: Oct 2007
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BronzeStar
ich weiß nicht, ist jetzt zwar ein bisschen abstrakt, aber würde es nicht sinn machen, dass man sich die freecard nimmt, wenn der gegner eine equityedge hat, die durch die foldequity nicht ausgeglichen wird? dafür müsste die range die man dem gegner gibt sicher recht eng sein, aber ist jetzt eh nur mal son theoretischer ansatz...
und falls man seine outs noch trifft und gegen nicht so aufmerksame gegner spielt könnte ein vorteil noch sein, dass diese den angekommenen draw nicht peilen und dann ihr lowpair barreln und den raise callen.
kp, nur son gedanke...

edit: ach und nicht vergessen, dass wir alle noch davon sprechen dies MAL einzusetzen, for deception halt
 
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22-03-2008, 19:51
(#9)
Benutzerbild von oblom
Since: Nov 2007
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Also, Raise Flop for Freecard + Check behind Turn kostet 1BB.

Call Flop, call Turn kostet 1.5BB.

Dh. mit dem Freecard Raise spare ich 0.5BB gegenüber der passiven Spielweise, gebe dafür aber die Foldequity auf und verrate meine Hand (und auch meine Made Hands, die ich am Turn bette!). Die Rechnung geht IMO nicht auf.

Und wenn der Gegner dann am River auch auf einem Busted Draw - was oft genug vorkommen wird - sitzt und den Pot mit einer Bet kassiert, wird es klar -EV.

Ich mag die Check behind Line gar nicht.
 
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22-03-2008, 20:32
(#10)
Benutzerbild von jaybeastie
Since: Oct 2007
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BronzeStar
gute gründe, das mal vorab...

aber muss man nicht auch die foldequity am flop beachten, die man bei der passiven spielweise nicht hätte?
vielleicht gibt der gegner hier direkt ein kleines PP oder nen Gutshot auf, den er in der Hoffnung den Pot einfach so zu gewinnen mal gedonkt hat. zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich, aber möglich...

edit: und die made hands verrätst du trotzdem nicht, wenn du das konzept nur for deception in seltenen fällen einsetzt