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How to beat Micro PLO - 01-04-2008, 18:50
(#1)
Benutzerbild von peyn-x
Since: Dec 2007
Posts: 2
Seit gut einem Jahr spiele ich nun online fast ausschließlich Pot Limit Omaha. Die Gründe dafür sind eindeutig: Während meine NLHE Winrate auf NL10 und NL25 irgendwo zwischen 5-7PTBB/100 lag(was wohl solide ist, aber eben auch nur das), kam mir die Erkenntnis, dass ich die Fische auf den Limits vielleicht doch nicht so hart owne, wie ich das angenommen hatte. Zeitgleich war im Vergleich dazu meine Winrate in den PLO Spielen exorbitant höher. Mein NLH habe ich zwar in der Zwischenzeit weiter verbessern können, PlO ist und bleibt aber lukrativer für mich.
So weit, so uninteressant.

Mit diesem Post möchte ich einmal die Schwächen meiner Gegner ansprechen, die PLO für mich so attraktiv machen - und dem Leser zeitgleich die Möglichkeit geben, eigene Leaks auszumerzen.
Hierbei beziehe ich mich hauptsächlich auf die Limits PLO 0.05/0.10, 0.10/0.25 und 0.25/0.50 (6-max). Meine Anzahl an gespielten Händen auf den Limits darüber, reicht nicht aus, um qualifizierte Angaben zu machen.

1. Table-Selction
Fast noch wichtiger als im Holdem. Viele Microlimtspieler denken, PLO sei nur Glück, man bekäme ja vier Karten, da könne man immer treffen usw. Du suchst nun genauso wie im NLHE die Tische mit den größten AVG-Pots und den meisten Spielern pro Pot heraus. Verlasse den Tisch einfach, wenn die Superdonks des Tisches gegangen sind (lies: ihr Geld verloren haben) und such dir den nächsten. Es ist verlorenes Geld sich mit anderen Regulars zu messen, wenn am Nachbartisch wieder jemand Geld spenden will.

2. Preflopspiel
Du weißt, welche Hände es wert sind Preflop gespielt zu werden? Dann solltest du einfach aufhören mit Händen wie QhJd5h7d (ds=doublesuited) zu limpen - erst recht nicht, wenn vor dir schon Spieler in den Pot gelimpt haben. Mach dir klar, was diese Hand wirklich bedeutet: Du hälst QJo, Q5s, J5o, J7s, und 57o. Wieviele dieser Hände würdest du im NLHE spielen? Keine?
Spiele Hände mit denen du auf dem Flop die Nuts machen kannst, wie Rundowns, große Paare (am Besten mit Suits oder Connectorn, wie KK89ds). Lass die anderen Spieler die spekulativen Hände spielen, nachher werden sie deinen Nutflush mit ihrem J-High Flush ausbezahlen.
In Multiway Potts steigt der Value von Händen wie J1098 -> also raise diese Hände bei vielen Limpern!
Und das wichtigste: Du musst deine Raising-Range ausbalancieren. 95% aller Micro-PLO-Spieler reraisen bspw. nur mit AAxx. Das ist für dich super, nun kannst du deine Kings Preflop einfach weglegen und bei geflopptem Two-pair fast immer ausbezahlt werden, ABER: Mach nicht den gleichen Fehler. Reraise auch mit anderen Händen, oder gar nicht. Aber nicht nur mit Assen - es sei denn du kannst Preflop Heads-Up all in gehen, denn dann ist dein AA38 auch gegen KQJ10ds noch Favorit.


3. Postflopspiel
Continuationbets sollten beim Omaha nicht zu deiner Standardwaffe gehören. Wenn du einen Flop komplett verpasst, folde. Wenn du nach einer C-bet gecheck-raised wirst, folde. Geblufft wird im Omaha fast nie. Natürlich musst du auch hier deine Range ausbalancieren, checke auch mal die gefloppten Nuts, wenn du out of position bist (das aber nur sehr selten! die Gefahr ausgedrawt zu werden, ist zu hoch) und check-raise dann. Dein Standardplay sollte sein, aggressiv zu spielen, wenn du getroffen hast. Hab keine Angst davor all-in zu gehen, wenn du bspw. auf einem KJ8 Flop AQ109 hälst. Auf der anderen Seite solltest du aber ein Bottomset auf einem derartigen Flop mit viel Action vor dir einfach folden.
Allgemein gilt: Mit sehr starken Drawing Händen solltest du möglicht viele deiner Chips am Flop committen und möglichst viele Gegner in den Pot bekommen. Made Hands (wie zB Topset) solltest du natürlich auch aggressiv spielen, auf einem draw-heavy board ist es aber nicht verkehrt, nicht sofort zu reraisen, sondern eine Turnkarte abzuwarten. Ist diese eine Blank, feuere mit allem, was du hast. Sollte ein oder mehrere Draws ankommen, folde einfach (es sei denn du bekommst die Odds auf Fullhouse-Value zu callen - dies sollte aber nicht der Fall sein, wenn du auf dem Flop nur gecallt hast).
Noch was: Nicht zu weit mit dem Idiot-end einer Straight/eines Straight draws gehen! Hältst du 6789 und der Flop kommt J102, folde, folde, folde!

4. Showdown
Merke: Nur die Nuts sind es wert, nach dem River viel Action zu geben. Du hast den Q-high Flush gerivered und ein Late-Position-Spieler bettet in dich rein? Call, aber raise nicht. Ebenso mit der Idiot-End-Straight, oder einem schlechten Fullhouse. Eines solltest du dir merken: Eigentlich schlägst du nur noch Bluffs und extrem dünne Valuebets von schlechten Spielern. Letzteres ist der Grund, warum du überhaupt callst.

So, dies sind ein Mal die Leaks, die ich auf den niedrigen Limits am Häufigsten vorfinde - es gibt sicher noch weitere, sollte mir demnächst noch etwas einfallen/auffallen, poste ich es hier.

Geändert von peyn-x (01-04-2008 um 18:54 Uhr).
 
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02-04-2008, 00:44
(#2)
Benutzerbild von CallItOrNot
Since: Feb 2008
Posts: 5
ChromeStar
Hallo,
vielen dank für diesen sehr gut geschriebenen Artikel!
Ich selbst spiele auch PLO seit ca. einem halben Jahr, und kann dir nur zustimmen bei deinen Erläuterungen.
Gruss
 
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07-04-2008, 18:59
(#3)
Benutzerbild von GermanEagle
Since: Feb 2008
Posts: 438
Guter Beitrag, wobei ich das meiste eher an Fullring Tischen sehe, als an den shorthanded Tischen.

Auch finde ich deine Strategie zwar gut aber wahrscheinlich zu tight. Grade in diesen Limits die Du beschreibst sind sehr viele die ihre Hände überspielen und Du foldest dann viel zu oft die bessere Hand.

"Geblufft wird in Omaha fast nie", das unterschreibe ich so nicht. Man muss die Texturen des Boards richtig lesen können und auch die Gegner, nur dann kann man bluffen und Bluffs auch lesen. Check-Raises sind effektive Waffen in Omaha und werden sehr oft eingesetzt und sind auch häufig Bluffs. Auch hier gilt: Nicht zu schnell wegschmeissen und nicht zu schnell callen. Erst überlegen was könnte der Gegner haben und welches Potenzial hat meine Karte, ausserdem sind die Stacksizes wichtig und ob es eine All-In Protection gibt.
Ich hab schon oft genug gesehen dass hier einige dann die Internetverbindung kappen und dadurch wie AllIn behandelt werden und so einen Showdown bekommen.

Omaha ist komplex, viel komplex als es aussieht und das ist der grösste Fehler den Anfänger in diesem Spiel machen und auch die Umsteiger von Holdem.

PS.:
Bei deinem Preflop Beispiel fehlt noch die ganz wichtige Kombination Q7o.
 
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09-04-2008, 10:42
(#4)
Benutzerbild von sostegno
Since: Oct 2007
Posts: 452
@German Eagle

Die Einschränkungen zum oben genannten Beitrag die du hier nennst, gelten nur für "thinking players" und bei FT jedenfalls bis in die PLO$200 games selten anzutreffen (wenn, ausschliesslich regulars).
Ansonsten hast du natürlich recht.

Aber ich denke auch, das PLO im Moment eine deutlich lukrativere
Spielvariante ist als NLH, da so viel "exploited und geteached" wird, das es mittlerweile fast jeder auf passablem Niveau spielen kann.

Mike Matusow hat zB ein sehr gutes Lehrvideo bei Pokersavvy rausgebracht, in dem sehr gut die oben beschriebene Taktik angewendet wird und das beim $1/$2 PLimit.
Hat die Donks analysiert, und das waren 2/3 des Tisches..

Geändert von sostegno (09-04-2008 um 13:40 Uhr).
 
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09-04-2008, 15:59
(#5)
Benutzerbild von GermanEagle
Since: Feb 2008
Posts: 438
Keine Frage ist PLO die lukrativere Variante. Und die obere Anleitung hilft auf jeden Fall böse Swings zu vermeiden, aber nur mit den Nuts zu spielen zahlt sich nicht aus.

Wenn ich so einen Spieler identifizieren kann, dann ist er ein einfaches Ziel. Sind zum Beispiel auf dem Board drei Pik und ich halte das Pik As, aber keinen Flush Draw. Dann legt er mit jeder Bet seine Karten weg.

Ausserdem warum mit dieser Strategy Shorthanded spielen? Shorthanded ist man viel öfters in den Blinds. Wenn ich sowieso nur die Nut Hände spiele und raise bin ich doch mehr daran interessiert dass ich öfters Zeit habe die Nuts auch zu treffen.

Meiner Meinung nach ist das Zauberwort "Pot control". Durch geeignete Manipulation das Pottes vergrössert man seine Gewinne und veringert man seine Verluste.
 
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11-04-2008, 07:16
(#6)
Benutzerbild von marykate86
Since: Nov 2007
Posts: 15
hm, ja klar kann man sich vor allem shorthanded nicht nur auf die nuts konzentrieren.
aber es gibt viele situationen wo man mit seinem 2 pair, drilling o.ä. so viel action bekommt und letztendlich gg straights verliert v.a. dann auch gg das untere ende, oder gg nen trips 2 usw.
und wir reden ja auch vom niveau in den microlimits.
ich habe es da eher selten gesehen das ich mit von einem flush jack high auf dem flop gecheckraised werde. ich glaube solche kreativen sachen gibt es in den mircolimits eher selten, genau wie die sachen mit dem blocker play und diese ganzen geschichten.

je geringer das niveau eines spieles ist, so umsichtiger und solider sollte man spielen.