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WAWB / Gap Konzept - 06-06-2008, 16:09
(#1)
Benutzerbild von fm2606
Since: May 2008
Posts: 135
Hallo Leute!

Beschäftige mich seit einiger Zeit mit WAWB - leider leuchtet es mir nicht ein.
Konstruieren wir mal eine Situation.
Wir halten TT und das Board

3 7 8 9 wir wetten die ganze Zeit mit unserem OP und werden gecallt. Auf dem River treffen wir nun leider unser Set.
Das wäre doch eine WAWB Situation, richtig?

Hält unser Gegner eine Straße sind wir hinten, gegen alles andere sind wir weit vorne. Also wette ich hier nach WAWB nicht mehr.

Nun können wir aber fast sicher sein, dass unser Gegner daraufhin wettet.

Jetzt sagt das GAP Konzept doch aber, dass man zum callen eine stärkere Hand braucht als zum wetten. Die wette können wir in diesem Fall doch eigentlich nicht mehr callen.

Hätten wir aber selbst gewettet, hätte ein 6 eventuell noch aufgegeben.

Naja, jedenfalls wäre ich Euch dankbar, wenn Ihr mir das WAWB weitergehend erklären könntet.

Danke und viele Grüße
 
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06-06-2008, 16:25
(#2)
Benutzerbild von Pokamon4e
Since: May 2008
Posts: 278
BronzeStar
WA/WB gibt's nicht am River, sondern nur vorher. Das besagt ja, dass du entweder way ahead (= der Gegner hat nur sehr wenige Outs) oder way behind (= du hast nur sehr wenige Outs). Das klassische Beispiel ist eine Hand wie AT, die am Flop ein Ass trifft. Wenn du nun vorne bist, kann der Gegner dich kaum überholen - und umgekehrt.

Deshalb lohnt eine passivere Spielweise eher als eine aggressive, weil der Nutzen, den du durch Protection bekommst nicht den möglichen Schaden aufwiegt, wenn der Gegner dich check-raist.

Am River gibt es das aber nicht mehr, weil niemand mehr Outs hat - hier hat entweder eine Hand 100 % Equity und die andere 0 % oder ihr splittet den Pot. WA/WB hat mit dieser Situation gar nichts zu tun.

Das Gap Konzept auch nicht. Das bezieht sich nur auf Preflop-Situationen, in denen du dir überlegst wie deine Hand im Vergleich zur Hand Range des Gegners dasteht.

Am River musst du dir grundsätzlich die Frage stellen, ob dein Gegner eher aggressiv ist und mehr Hände bettet als er callen würde. Oder ob es eher umgekehrt ist. Das hat aber alles mit WAWB und Gap Konzept nichts zu tun.
 
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06-06-2008, 17:33
(#3)
Benutzerbild von fm2606
Since: May 2008
Posts: 135
Gut, vielen Dank! Das ergibt Sinn!
 
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07-06-2008, 11:03
(#4)
Benutzerbild von goodcleanfun
Since: Apr 2008
Posts: 648
dein beispiel hinkt ein wenig (abgesehen davon, dass es am rive ist...)

da die meisten villains hier nicht mit ner trockenen 5 oder nem trockenen J callen.
und du mit nem set viel oefters ahead als behind sein wirst.
da wird wahrscheinlich valuebetten wichtiger sein als potcontrol.

Das AT Beispiel ist da schon bei weitem besser..
oder auch AT auf AKT in nem pot in der du nen pfr von ner nit gecallt hast. Da die Gefahr auf AK,AA,KK und TT so riesig ist macht hier raisen keinen spass, und wenn du geraist wirst weisst du auch nicht wo du stehst...



und gap concept ist wie mein vorredner schon sagte ein reines Preflop concept und in cashgames auch eher abgeschwaecht zu beachten.
das ist hauptsaechlich ein tourney concept, welches sicherlich auch etwas wirkung im cashgame zeigt, allerdings durch die moeglichkeit des rebuys sicherlich nicht so stark zum Ausdruck kommt.
 
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07-06-2008, 19:33
(#5)
Benutzerbild von fm2606
Since: May 2008
Posts: 135
Ja, vielen Dank nochmal. Ich habe mir mittlerweile die Harringtons bestellt und hoffe da diesbezüglich noch mehr lernen zu können.
 
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26-06-2008, 12:48
(#6)
Benutzerbild von JO$I
Since: Nov 2007
Posts: 158
BronzeStar
Zitat:
Zitat von Pokamon4e Beitrag anzeigen
WA/WB gibt's nicht am River, sondern nur vorher.
(...)
WA/WB hat mit dieser Situation gar nichts zu tun.

Das Gap Konzept auch nicht. Das bezieht sich nur auf Preflop-Situationen, in denen du dir überlegst wie deine Hand im Vergleich zur Hand Range des Gegners dasteht.

Am River musst du dir grundsätzlich die Frage stellen, ob dein Gegner eher aggressiv ist und mehr Hände bettet als er callen würde. Oder ob es eher umgekehrt ist. Das hat aber alles mit WAWB und Gap Konzept nichts zu tun.
Da hast du leider Unrecht. Natürlich ist das eine klassische WAWB-Situation. Natürlich gibts die auch am River! Aber das Gap-Konzept kommt hier nicht zum tragen, weil du ja ganz bewusst die "passive" Rolle übernimmst. Das essentielle bei WAWB ist ja der Punkt, dass du dem Gegner nicht die Möglichkeit geben willst, mit einem Reraise over-the-top zu gehen. Und in der Situation ist damit ein Check in den allermeisten Fällen richtig. Eine Ausnahme könnte sein, wenn du dir sicher bist, dass dein Gegner keine Straße hat (z.B. weil er Preflop relativ hoch gebetted hat)...


"It's ok to eat fish. Fishes don't have any feelings."