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sng + pot odds ????? - 26-10-2007, 11:16
(#1)
Benutzerbild von PeseusEvans
Since: Oct 2007
Posts: 710
okay, jetzt kommt meine nächste anfängerfrage:

ich weiss nicht, wie ich mit pot odds bei sngs umgehen soll bzw. sind sie überhaupt sinnvoll auf sngs anzuwenden.

folgende situation: relative frühe phase des sngs, viele spieler sind noch am tisch. meine pot odds würden es zulassen den bet mitzugehen. falls ich verliere, würde ich jedoch an sehr früh aus dem tunier aussteigen oder nur noch sehr wenige chips haben.

bis jetzt habe ich es immer so gemacht, dass ich mich aus der großen aktion zu beginn rausgehalten habe und die pot odds eher missachtet habe. richtiges oder falsches verhalten?

... und ganz allgemein gefragt: sollte ich zu beginn streng nach pod odds spielen, da ich damit auf lange sicht gewinne?
 
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26-10-2007, 11:22
(#2)
Benutzerbild von vpams
Since: Sep 2007
Posts: 1.173
BronzeStar
Ja und nein

Also erstmal ist es wichtig die pot odds tzu haben, nicht gegen sie zu spielen und dann kommt halt das Problem was du angesprochen hast.
Ob man sich in solche Pötte involvieren lassen sollte, wenn du die pot odds richtig berechnet hast ( discounten), machst du ja zwangsweise Gewinn und bist somit nur einer größeren Varianz ausgesetzt.
Ich würde sagen poste einfach mal Hände kannst du dir auch nachträglich per mail zusenden lassen.
 
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26-10-2007, 12:10
(#3)
Benutzerbild von Parvex
Since: Aug 2007
Posts: 840
Pot Odds sind grundsätzlich erstmal für jede Pokervariante wichtig. In SNGs verlieren sie mit zunehmender Spieldauer und sinkender Spielerzahl allerdings an bedeutung, was sogar so weit geht, dass etwas, das den Pot Odds nach +EV ist sich negativ auf den Gewinn im long run auswirken kann.

Dies rührt daher, da wir in einem SNG nicht mit Geld spielen und die Gewinne sich nicht direkt auf unsere BR ausschlagen, sondern das wir um einen fest gesetzten Geldbetrag spielen, dessen Distribution von den Pot Odds abweichen.
Da kommt dann das ICM (das hier ja auch ein eigenes Unterforum hat) ins Spiel. Dieses System berechnet an Hand der vorhandenen Chipzahl die Wahrshceinlichkeit für ein Finish auf den entsprechenden Plätzen und leitet daraus eine Turnier Equity ab. Die Equitys, die die möglichen Entscheidungen haben, muss man dann mit den Siegwahrscheinlichkeiten dieser Entscheidungen gegenrechnen um heraus zu finden, was +$EV ist. So kann ein Call (bzw. ein Raise, Push), der zwar auf jeden Fall (den Pot Odds nach) +cEV ist durchaus (dem ICM nach) -$EV sein. Und da wir ja um $ spielen und nicht um die Chips, müssten wir uns dann gegen diesen Call entscheiden.
 
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26-10-2007, 12:12
(#4)
Benutzerbild von vpams
Since: Sep 2007
Posts: 1.173
BronzeStar
Schöner post aber es ging ja um die early blinds.
 
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26-10-2007, 12:45
(#5)
Benutzerbild von Parvex
Since: Aug 2007
Posts: 840
Darauf beziehe ich mich ja auch, wenn auch nur vergleichsweise kurz
 
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26-10-2007, 12:48
(#6)
Benutzerbild von Greel13
Since: Aug 2007
Posts: 112
das ist wirklich ein recht interessantes thema, das sich eiegntlich auf eine fragestellung reduzieren lässt: lohnt es sich in der anfangsphase eines sngs situationen einzugehen in denen der erwatungswert einer entscheidung nur knapp positiv ist.
tatsache ist, dass am anfang der $EV keine rolle spielt, bzw dem normalen EV entspricht. das würde dafür sprechen jede situation die +ev ist zu spielen.
es gibt aber auch zwei aspekte die für ein übertightes spiel sprechen. macht man beispielsweise einen großen call für einen flushdraw weil der pot entsprechend groß, so dass man im fall des verfehlens vom flush crippeled ist, hat man einen reststack dessen chips in dieser menge weniger wert sind als sie es als teil eines großen stacks wären, weil man einfach weniger optionen als shortstack hat.
der zweite und wichtigere punkt der meiner meinung nach für das auslassen einiger marginaler situationen in der anfangsphase spricht ist der, dass die small stake sngs sehr fischig sind und, wenn man eine edge hat, dann ist diese in der späteren phase (wenn das icm greift) sehr viel größer, als wenn man beispielsweise seinen stack am anfang in einer 55:45 situation "opfert".
 
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26-10-2007, 12:53
(#7)
Benutzerbild von rentier
Since: Aug 2007
Posts: 439
BronzeStar
bin auch der meinung:
in der anfangsphase tight/weak, da lass mal die anderen die arbeit machen und sich gegenseitig vom tisch nehmen.
und später dann die monster hände so richtig reinfetzen

das schöne an No limit: solange man noch chips hat, kann man das ganze sng noch gewinnen, egal wie mies es ausschaut. (ja, das weiß ich aus erfahrung)
 
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26-10-2007, 13:04
(#8)
Benutzerbild von Parvex
Since: Aug 2007
Posts: 840
Zitat:
Zitat von Greel13 Beitrag anzeigen
das ist wirklich ein recht interessantes thema, das sich eiegntlich auf eine fragestellung reduzieren lässt: lohnt es sich in der anfangsphase eines sngs situationen einzugehen in denen der erwatungswert einer entscheidung nur knapp positiv ist.
tatsache ist, dass am anfang der $EV keine rolle spielt, bzw dem normalen EV entspricht. das würde dafür sprechen jede situation die +ev ist zu spielen.
es gibt aber auch zwei aspekte die für ein übertightes spiel sprechen. macht man beispielsweise einen großen call für einen flushdraw weil der pot entsprechend groß, so dass man im fall des verfehlens vom flush crippeled ist, hat man einen reststack dessen chips in dieser menge weniger wert sind als sie es als teil eines großen stacks wären, weil man einfach weniger optionen als shortstack hat.
der zweite und wichtigere punkt der meiner meinung nach für das auslassen einiger marginaler situationen in der anfangsphase spricht ist der, dass die small stake sngs sehr fischig sind und, wenn man eine edge hat, dann ist diese in der späteren phase (wenn das icm greift) sehr viel größer, als wenn man beispielsweise seinen stack am anfang in einer 55:45 situation "opfert".
Du hast den imo wichtigsten Punkt vergessen: Dadurch tight zu spielen, kann man die Zahl der gespielten SNgs vervielfachen, da man weniger zu tun hat. Also hat man einen wesentlich größeren Stundenlohn, da man der Edge, den man aufgibt, nur marginal ist im Vergleich zu dem, was eine handvoll weitere Tische bringen können.
 
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26-10-2007, 14:12
(#9)
Benutzerbild von paschl
Since: Aug 2007
Posts: 133
Naja theoretisch ist tight spielen zwar wohl die beste Lösung, aber ihr kennt das doch alle.
Am SNG Tisch (vor allem auf niedrigeren Limits) sitzen Anfangs Leute bei denen es so aussieht als würden sie ihre Chips verschenken wollen.
Das bringt mich dazu speziell gegen diese Leute looser zu spielen, denn bevor sie die Chips an jemand anderen abgeben nehm ich sie lieber, auch wenn ich deshalb ab und an früher buste.
Vor allem dadurch das die meisten besseren Spieler anfangs sehr tight spielen ist die Chance auf einen großen Pot mit einem schwächeren Spieler groß.
Mit schwächeren Spielern meine ich die die Postflop extreme Schwächen zeigen, TP overvaluen etc, und diese kann man perfekt ausnehmen.
Und selbst wenn man ausn Versehen in einen Pot mit einem starken Spieler kommt sind die Chancen hoch das er eine Hand wie TPTK foldet da er gelernt hat anfangs tight zu spielen.

Natürlich funktioniert das nicht so gut wenn man viele Tische offen hat da man dann einfach nicht gut genug aufpassen kann was welcher Spieler wann macht.

Und es gibt doch irgendwo diese Rechnung das selbst wenn man seinen Chipstack early verdoppelt die Equity sich nicht komplett verdoppelt und deshalb die Situationen die knapp über 50:50 für einen sind sich theoretisch als -EV rausstellen.

Insgesamt ist das ein seeehr interessantes Thema zu dem die meisten wohl unterschiedliche Meinungen haben werden

Geändert von paschl (26-10-2007 um 14:16 Uhr).