Home / Community / Forum / Poker Forum / Poker Ausbildung / Poker Handanalysen /

Chipleader im Turnier - und Jetzt

Alt
Standard
Chipleader im Turnier - und Jetzt - 25-06-2008, 01:10
(#1)
Benutzerbild von MavMav27
Since: Jun 2008
Posts: 91
Für mich eines der bedeutendsten Fragen,

ich bin Chipleader in einem Turnier und kriege gute bis passable Karten,
wie weiter machen?
Soll ich weiterhin die Raises gleich groß machen wie vorher und genauso viel riskieren, oder soll ich Lowplayen, da ich die Karten meiner Gegner vorher nicht weiß kann ich ja eigentlich nur Fehler machen.

Ein Beispiel
Letztes Turnier 3 Euro Buy-In.
Durch gutes Spiel und ein gewonnenes All-In bin ich Chipleader.
Die ersten 2 Plätze qualifizieren sich für die nächste Runde.
3-4 müssen das Turnier wiederholen.
Ich leade die ersten 20 minuten, dann gewinnen die anderen Spieler mehr und mehr an Chips dazu. Ich hatte einen Raise gemacht auf 250 Chips und durch den schlechten Flop bin ich von ursprünglich 3600 chips auf 3000 abgesackt.
Egal jedenfalls kriege ich mittelgute Karten mache Continous Bets der Pot wird verhältnismässig groß. Ich halte die beste
Hand, die nach dem Flop möglich wäre. Mein Gegner callt "nur" bis zum River. Ich halte immer noch das beste pair. Doch er hat plötzlich K-K.
Ich verliere also alles und bin ausgeschieden.
Ich schätze also ich habe zuviel riskiert, als Chipleader.
Jedoch habe ich auch schon andererseits die Erfahrung gemacht,
dass wenn man zuwenig riskiert auch schnell rausfliegt.
Für mich als Turnierlaie, also intressant zu wissen, welche
Strategien ihr anwendet um lange Turnierphasen zu überstehen.
bzw. wie schafft ihr es in Turnieren das Potential und die Unsicherheit-Callbereitschaft eurer Gegner für euch auszunutzen?
 
Alt
Standard
25-06-2008, 01:29
(#2)
Benutzerbild von Chupuff
Since: May 2008
Posts: 19
Also ich merke bei mir auch oft, dass ich als Chipleader viel zuviel Riskiere und dann ganz schnell wieder im Mittelfeld bin. Ich glaube die richtige Art zu Handeln ist stark von deinen Gegnern abhängig. Neulich saß ich z.B. an einem Tisch bei dem ich den Spielern 6 Runden hintereinander ohne Probleme egal aus welcher Positiuon die Blinds klauen konnte. Allerdings war es auch so, dass mir ein All-In als Konter von einem Gegner nicht wehgetan hätte und nur deshalb erschien mir das ständige pushen als profitabel.
Nja die Situation war so schön, dass ich dachte agressiv zu spielen als Chipleader ist superprofitabel und hilft immer. Ich wurde aber sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als ich in einem anderen Turnier diese ''Strategie'' anwand und sofort wieder im Mittelfeld landete .
Ich denke man sollte seine Spielweise als Chipleader von den Gegnern, dem eigenen Tableimage und den Blinds abhängig machen.
Wenn ich weis ( oder glaube zu wissen), dass meine Gegner eher folden sobald sie unter Druck gesetzt werden, ich bisher sehr tight gespielt habe und die Blinds hoch genug sind damit sich ein solches Risiko lohnt ( bei mir ungefair ab 100/200 ), dann pushe ich sehr viel aber höre auch auf, sobald ich denke, dass meine Gegner genug haben und einfach mit dem nächsten Blatt mitgehen.
Wenn aber die Blind niedrig sind oder ich weis, dass ich ein par Gegner habe, die so ziemlich alles callen, dann lasse ich es lieber sein und warte bis die Blinds steigen lehne mich ein bisschen zurück, baue mein Tableimage so auf wie ich es gene hätte und spiele weiterhin tight. Sobald die Blinds dann hoch genug sind und meine Gegner, von denen ich ziemlich sicher bin, dass sie callen könnten gefoldet haben dann fange ich wieder an zu pushen.

Habe aber auch nicht so viel Erfahrung. Also Verbesserungsvorschläge gerne .

Geändert von Chupuff (25-06-2008 um 01:32 Uhr).
 
Alt
Standard
25-06-2008, 02:20
(#3)
Benutzerbild von McPorck
Since: Oct 2007
Posts: 2.879
*Thema verschoben - bitte in Zukunft das richtige Unterforum nutzen*


Waaaghbozz über Pros:
Die meisten von ihnen können mindestens 5 verschiedene Varianten sehr gut spielen. Doyle Bruson kann sogar mindestens 30. Doch du als SSS-Spieler kannst leider noch nicht mal eine richtig.
 
Alt
Standard
25-06-2008, 13:14
(#4)
Benutzerbild von John_Trick
Since: Mar 2008
Posts: 4
Also vorweg: ich spiele hauptsächlich SNGs aber glaub das die Strateige auch auf MTTs übertragbar ist.

Ich unterscheide erstmal wenn ich Chipleader bin in:
1. Welcher Phase ich bin
2. Wie groß mein Steak im Verhältnis zu den anderen ist
3. Gegen wen ich spiele (anderen BigSteak oder Shorty)
4. In welcher Position bin ich

In der Frühenphase (die meisten haben mehr als 24 BB) spiel ich als Chipleader genauso als hätte ich en normalen gesunden Stack von mehr als 24 BB: also TIGHT egal ob ich gegen nen Shorty oder anderen Bigsteak spiele
Schließlich sind wir in der Frühenphase und unser Ziel muss es sein mit einem "guten" Steak in die FoP Phase zu kommen, also wozu en großes Risiko eingehen, ich lass die Gegner spielen, sollen die sich um die Chips kloppen du hast schon was du für später brauchst.

Bin ich der Mittleren bzw. Spätenphase änder sich die Strategie grundlegend. Wenn wir in dieser Phase Chipleader sind haben wir meisten mehr als 24 BB.
Jetzt können wir nicht mehr so passiv spielen aber auch nicht gleich zu aggresiv werden.
Man muss sich vor einem Move immer klar machen: Was will ich gegen den Gegner erreichen !?
Will ich en Shorty rausschmeißen oder will ich en anderen Bigsteak schwächen.

Gegen Shortys spiel ich aggresiver schließlich muss man sie zu einem All In zwingen. Man bettet doch lieber mit AQ gegen nen Shorty All In als ein All In von ihm mit AQ zu callen.
Gegen andere Bigsteaks spiel ich eher passiver (also tighter).
Ich hab ja keine Lust gegen den All In zu gehen, da er mich vlt aus dem Turnier schmeißen kann.
Ich versuch den Pot gegen ihn so klein wie möglich zu halten um nicht als ein zu großes Risiko einzugehen, selbst wenn ich ein Top Pair mit Good Kicker hab.

Das waren erstmal meine ersten Gedanken dazu, vlt schreib ich nachher noch en bisschen mehr muss jetzt los.
Ich find das is ein sehr interessantes Thema da der Chipleader sehr schwer zu spielen ist, da man über gute Postflop skills verfügen muss.
 
Alt
Standard
25-06-2008, 15:03
(#5)
Benutzerbild von tobiacdc
Since: Aug 2007
Posts: 558
als chipleader musst du dir nur eine frage stellen: wie weit ists noch bis zum geld. wenn du schon in der späten phase oder kurz vor der bubble bist, würde uich erstmal schön tight zur sache gehen. zeit für aggression ist immer noch genug, wenn die bubble geplatzt ist.
 
Alt
Standard
25-06-2008, 15:45
(#6)
Benutzerbild von John_Trick
Since: Mar 2008
Posts: 4
Zitat:
Zitat von tobiacdc Beitrag anzeigen
als chipleader musst du dir nur eine frage stellen: wie weit ists noch bis zum geld. wenn du schon in der späten phase oder kurz vor der bubble bist, würde uich erstmal schön tight zur sache gehen. zeit für aggression ist immer noch genug, wenn die bubble geplatzt ist.
Würd ich nicht sagen !
Unser Ziel muss es sein nicht ITM kommen sondern das Turnier zu gewinnen!!!
Gerade in der Bubble müssen wir aggressiver als sonst spielen da besonders gegen Midstakes.
Wir müssen die passivität unsere Gegner in dieser Phase ausnutzen.
Niemand will hier ein allzu großes Risiko eingehen und schon gar nicht die Spieler, die noch en gesunden Stake haben.
Wenn dann noch ein Shorty am Tisch sitzt is unsere Taktik klar, wir müssen uns die Chips der anderen krallen um ITM eine sehr gute Ausgangssituation zu haben.
 
Alt
Standard
25-06-2008, 15:47
(#7)
Benutzerbild von tobiacdc
Since: Aug 2007
Posts: 558
Zitat:
Zitat von John_Trick Beitrag anzeigen
Würd ich nicht sagen !
Unser Ziel muss es sein nicht ITM kommen sondern das Turnier zu gewinnen!!!
Gerade in der Bubble müssen wir aggressiver als sonst spielen da besonders gegen Midstakes.
Wir müssen die passivität unsere Gegner in dieser Phase ausnutzen.
Niemand will hier ein allzu großes Risiko eingehen und schon gar nicht die Spieler, die noch en gesunden Stake haben.
Wenn dann noch ein Shorty am Tisch sitzt is unsere Taktik klar, wir müssen uns die Chips der anderen krallen um ITM eine sehr gute Ausgangssituation zu haben.
hast du den aus dem strategieartikel rauskopiert? wie auch immer, mein ziel ist es nunmal itm zu kommen. aber ich spiele ja auch häufig die dinger, wo es zwischen erstem und sechsten platz keinen unterschied gibt(qualifier)...
 
Alt
Standard
25-06-2008, 15:59
(#8)
Benutzerbild von udo69
Since: Jan 2008
Posts: 493
BronzeStar
Klar, bei nem Satellite kann man sich als Chipleader einfach ins Geld folden.
Bei einem normalen Turnier macht das keinen Sinn.

In der frühen und zu Beginn der mittleren Phase würde ich dir raten, ganz normal weiterzuspielen. Schau dir mal bei großen Turnieren an, wie oft der Chipleader zur ersten Pause noch nicht einmal ins Geld kommt.

Wenn es allmählich auf die Bubble zugeht, ist für den Chipleader die beste Gelegenheit, seinen Stack weiter auszubauen. Hier sollte man vor allem die Midstacks angreifen, da sie nicht gegen einen Bigstack spielen wollen, gegen den sie rausfliegen könnten.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man gegen Shortstacks spielt. Sie müssen sowieso nochmal aufdoppeln, um sicher im Geld zu landen und es ist ihnen ziemlich egal, gegen wen sie das tun.

ITM solltest du als Bigstacks wieder ganz normal spielen. Keinesfalls solltest du mit mässigen Händen Allins von Shortstacks callen, weil du ja so viele Chips hast. Such dir deine Spots und greife weiterhin eher die Midstacks an.
 
Alt
Standard
27-06-2008, 22:06
(#9)
Benutzerbild von b8r7
Since: Jan 2008
Posts: 60
also bei dickem chiplead tendiere ich eher dazu tighter zu werden und auf Situationen zu warten die sicher +EV sind - nich mehr ganz so viel riskieren halt...aber du hast ja anscheinend eher ein sng als ein mtt gespielt und dein chiplead war eher klein =>das Risiko bleibt und die Bereitschaft broke zu gehen sollte es auch!
 
Alt
Standard
27-06-2008, 22:19
(#10)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Chiplead ist ja immer relativ...
Gerade in Turbo-Games passiert es oft, daß man zwar doppelt soviel hat wie der Durchschnitt, aber immernoch unter 20BB (bei MTT ein M von unter 20) liegt, worauf man sich nicht ausruhen darf.

Generell sollte man tight-aggressive spielen und Druck ausüben, aber die Gegner sehr genau auswählen. Gerade Shortstacks geraten oft in Verzweiflung und reagieren auf einen Angriff mit Gambling, indem sie loose callen (und Dich meistens committen). Optimal für Angriffe sind mittlere Stacks, da sie eine Chance sehen, die Shortys zu überleben und so durch folden ihre Equity steigern können.

Re-Steals in Position gegen TAGs mit großen Stacks sind auch sehr lukrativ. Meiden sollte man grundsätzlich LAGs. Gegen Limper bei hohen Blinds (HBL) immer aggressiv vorgehen, sowie man eine überdurchschnittliche Hand hält.

Also, zusammengefasst ist es besser, in späten Phasen eines Turniers eher Gegner und Position zu spielen, als rein auf Odds und PotOdds zu reagieren.



IP Community Battle - Neu: Sonntags "Players Choice"
Die Karten sind nur dazu da, damit die schwachen Spieler denken, sie hätten eine Chance!
 



Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Sagt mal jetzt war heut mittag ein Spiel Division2 und jetzt schowieder! Mike$100481$ IntelliPoker Support 11 22-06-2008 19:21
Chipleader Silverloo IntelliPoker Support 1 05-06-2008 19:57
Spiel als Chipleader Joschi9878 Poker Handanalysen 26 12-05-2008 17:45
Chipleader Faulenzer Poker Handanalysen 44 19-12-2007 20:42