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PLO25: Wie man Aces knackt - oder nicht...

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PLO25: Wie man Aces knackt - oder nicht... - 13-07-2008, 22:32
(#1)
Benutzerbild von Pokamon4e
Since: May 2008
Posts: 278
BronzeStar
Okay, hier eine Hand, die ich ziemlich furchtbar gespielt habe, in Unkenntnis der tatsächlichen Equity-Verhältnisse:

Cryptologic
Pot Limit Omaha Ring game
Blinds: $0.15/$0.25
5 players
Converter

Stack sizes:
UTG: $17.88
CO: $28.52
Hero: $44.09
SB: $10.44
BB: $33.20

Pre-flop: (5 players) Hero is Button with
CO raises to $0.9, Hero raises to $3.1, 2 folds, CO raises to $10.6, Hero calls.

Flop: ($21.6, 3 players)
CO is all-in $18.82, Hero calls.

Turn: ($59.24, 2 players + 1 all-in - Main pot: $59.24)


River: ($59.24, 2 players + 1 all-in - Main pot: $59.24)


Results:
Final pot: $59.24

Preflop hatte ich ca. 30 % Equity gegen AAxx. Ist das dann trotzdem ein Call, weil ich ja am Flop entscheiden kann, ob das Geld in den Pot wandert oder nicht? In den Büchern steht ja immer, dass das eine tolle Situation ist.

Aber... ist es gar nicht unbedingt, weil man am Flop schließlich mit 33 % Equity gezwungen ist, seinen Stack in die Mitte zu bringen. Wenn man 40 % Equity hat und foldet, verliert man ja erst recht Geld.

Gut, ich hatte hier irgendwie 22 % gegen die Hand, die er tatsächlich hatte (Aces mit Spades-Draw), aber da hab ich mich halt getäuscht. Das grundsätzliche (Preflop)-Problem bleibt ja.

Beziehungsweise: Dass ich hier den schlechten Flop-Call gemacht habe, hätte ich mir auch einfach durch einen Preflop-Fold ersparen können. So habe ich mich halt in eine Situation gebracht, in der ich eine schwierige Entscheidung treffen musste - rauskriegen, ob ich 28 % oder 35 % Equity habe. Und mit 8 Outs oder so ist das wirklich irgendwo in der Gegend (dachte ich).
 
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13-07-2008, 22:45
(#2)
Benutzerbild von maddin57
Since: Mar 2008
Posts: 114
BronzeStar
oouuh man tatsächlich ne sehr unüblich gespielte hand... naja aba wenn die dämliche queen aufm river eben kommt, was will man tun
 
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14-07-2008, 13:39
(#3)
Benutzerbild von MartinL77
Since: Oct 2007
Posts: 50
IMO (ich bin kein sehr erfahrener Omaha Spieler) ziemlicher Donk-Call vorm Flop. Wenn Du Asse knacken willst, dann mit einem medium Rundown, alle vier Karten live. Dann zwei Paare (am besten + Draw) oder besser floppen und reinschieben. Und in welchen Büchern steht, das man Asse mit einer Hand callen soll, in der ein Ass ist? Außerdem müssen die Stacks einigermaßen tief sein (im Verhältnis zur Preflop Potsize). Denn wenn die Preflop-Action denn Pot so groß werden läßt, das der original raiser mit einer potsize Wette reinschieben kann, dann ist ja wohl klar, daß genau das auf dem Flop passiert. Dann callst Du weil der Pot so groß ist und kannst nur hoffen, daß Dein Gegenspieler keine Quality Aces hat. Ende vom Lied: Du hast All-In gespielt obwohl Du die ganze Zeit hinten warst.
 
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14-07-2008, 20:10
(#4)
Benutzerbild von Pokamon4e
Since: May 2008
Posts: 278
BronzeStar
Na, mit 30 % Equity, fast perfekter Information über seine Hand, Position und eine große Bet für den Flop kann ich das schon callen.

Ich habe die Hand zeitgleich im Forum von Deucescracked geposted, weil sie so schön war. Da haben sie geschrieben, preflop sei Standard. Das denke ich auch. Ich weiß, dass eine Hand ohne Ass schöner ist, aber aussuchen kann man sich das halt nicht.

Warum das gut sein soll, habe ich auch noch nicht ganz kapiert, aber es würde ja auch keinen großen Unterschied machen, wenn ich jetzt KQJT hätte statt dieser Hand. Dann hätte ich preflop 40 % Equity und müsste am Flop ebenfalls callen, wenn ich auch nur irgendwas treffe.

Beispiel: Ich mit KQJT gegen einen Gegner mit AAxx. Preflop-Equity ist 38 %. Ich kriege 2:1 bei einem pot-sized Raise und habe einen klaren Call. Schließlich kommt noch dazu, dass mein Gegner praktisch jeden Flop betten wird und ich mir dann aussuchen kann, ob ich calle. Also sind meine Odds sogar noch besser.

Aber: So ganz stimmt das mit dem Aussuchen halt doch nicht, denn ich werde sehr oft callen müssen. Wenn ich auf einem K63-rainbow-Flop Top Pair treffe, habe ich 37 % Equity - und wieder einen klaren Call. Und trotzdem habe ich mich in eine blöde Situation manövriert. Schöner sind halt die anderen Situationen: ein A22-Board, auf dem ich einfach folden kann, oder ein KT6-Board, auf dem ich ein Riesen-Favorit bin. Ich weiß nur nicht, wie oft welche Situation vorkommt.
 
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15-07-2008, 10:54
(#5)
Benutzerbild von MartinL77
Since: Oct 2007
Posts: 50
Naja, fast perfekte Informationen hast Du ja nicht, Du kennst seine Beikarten nicht. Wenns ganz dicke kommt, hast Du nicht mal 22%. Ich weiß auch nicht, wie häufig es vorkommt, daß Du am Ende reinschiebst obwohl Du die ganze Zeit hinten warst, aber ich würde mal stark davon ausgehen, daß es recht häufig vorkommt. Auf alle Fälle häufiger als Dein Wunschfall, Du schiebst rein wenn Du einigermaßen weit vorne bist. Denn so häufig kommen die schönen Flops auch in Omaha nicht.

Normalerweise will man in Poker doch einfache Entscheidungen haben. Deswegen versucht man ja z.B. in NLHE preflop mit Assen den Pott groß zu machen. Nicht nur, weil so das Geld in die Mitte wandert wenn man weiß, das man vorne ist. Sondern auch weil dann das Flop-Spiel einfach wird. Wenn man mit Assen nur noch einmal Pot wetten kann, dann muß man auf dem Flop keine Entscheidung mehr treffen, kann so auch keine Fehler machen.

Du bringst Dich hier mit Absicht in eine Position wo Du eine schwierige Entscheidung treffen mußt. Und selbst wenn Du fast immer richtig entscheidest, dann ist es eine Situation in der Du hohe Varianz bei geringem Erwartungswert hast. Und wenn Du unter solchen Umständen (hohe Varianz, geringer Erwartungswert) auch nur sehr gelegentlich eine Fehlentscheidung triffst, dann kehrt sich Dein Erwartungswert ins negative.

P.S. Ich hab' auch noch mal ein bißchen rumprobiert, und mit Deine Hand gegen verschiedene Asse auf ein K62 Board antreten lassen, und ich komme in der Regel auf weniger als 33% Equity, meistens knapp 31%.

Geändert von MartinL77 (15-07-2008 um 11:07 Uhr).
 
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15-07-2008, 23:25
(#6)
Benutzerbild von Pokamon4e
Since: May 2008
Posts: 278
BronzeStar
Inzwischen sagen sie bei Deucescracked auch, dass der Preflop-Call schlecht war.

Ich will das auch gar nicht groß verteidigen, aber meine Entscheidung am Flop ist natürlich trotzdem die einfachste, die es geben kann: Call oder Fold. Und bessere Information als zwei seiner Holecards praktisch zu kennen werde ich auch so schnell nicht kriegen.

Das größere Problem ist, denke ich, dass die einfache Entscheidung und die Information über seine Hand mir nichts nützt, weil es einfach so viele Flops gibt, die zwar schlecht sind, aber halt gerade gut genug, um eben doch callen zu müssen (zugegeben, der hier war keiner davon, aber ich lerne ja noch).

Außerdem habe ich heute aber auch gelernt, dass man ganz tolle Diagramme erstellen kann, auf wie viel Prozent der Flops meine Hand x % Equity hat. Und für diese Hand zeigen die leider nur an, dass es sehr viele marginale, viele schlechte und nur wenig wirklich tolle Flops gibt:

Link
 
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16-07-2008, 00:11
(#7)
Benutzerbild von MartinL77
Since: Oct 2007
Posts: 50
den Link kannte ich noch gar nicht. Sofort gebookmarked! Ja, ich wünsch mir auch immer ne Hand mit 90% Equity auf 90% der Flops
 



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