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gap-konzept - 05-09-2008, 00:09
(#1)
Benutzerbild von powerhockey
Since: Dec 2007
Posts: 4.723
hello!!

hab mal ne frage zum gap konzept,
es heißt ja, dass ich zum mitgehen eine bessere hand hab, als zum betten oder raisen,
an sich is es klar, wegen fold equity,
ABER (und jetzt is es mir nich mehr ganz klar):
dafür hab ich ja position auf den better
after flop, klar da kommt wenn wir im HU sind ziemlich sicher ne continuation bet (oder doch ne value bet)
aber ich kann darauf reagieren...

z.b. better hat AKs
ich halte AJs (für unser bsp in herz)

jetzt kommt
inzwischen bin ich beinahe gleich auf, und wenn ich treff, gewinn ich wohl einiges,
ich kann jedenfalls wieder callen und den turn neu evaluieren...
was ich damit sagen will, ist das gap konzept wirklich so strikt anzusehen?
was meint ihr?
 
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05-09-2008, 13:55
(#2)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Kommt imho auf den Gegner an. Wenn der eher loose agiert, würd ich in guter Position die Callrange etwas runterschrauben. Besonders wenn der Gegner nicht sehr aggressiv ist, also selten C-bettet. Wenn er aber gegen einen großen Reraise meistens foldet, wäre auch das evtl eine Überlegung, ebenso wenn er kurz vor den Blinds sehr short ist.

Gegen einen TAG oder unbekannten Spieler empfehle ich, sich strikt an das Gap-Konzept zu halten. Denn da gibt es "so gut wie grundsätzlich" nur 2 Optionen: Du gewinnst einen kleinen Pot oder verlierst einen großen.



IP Community Battle - Neu: Sonntags "Players Choice"
Die Karten sind nur dazu da, damit die schwachen Spieler denken, sie hätten eine Chance!
 
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06-09-2008, 08:34
(#3)
Benutzerbild von powerhockey
Since: Dec 2007
Posts: 4.723
hmm ist dir da also der positionsvorteil egal?

gerade bei nem TAG kann ich ja davon ausgehen, dass er den flop nicht unbedingt checkt, von daher wird er ja eh größer,
aber ich bin auf weitere meinungen gespannt, weil es mir wirklich nicht klar ist,
was zählt mehr: position oder gap-konzept
 
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06-09-2008, 10:56
(#4)
Benutzerbild von MullMurmel
Since: Nov 2007
Posts: 544
Zitat:
Zitat von powerhockey Beitrag anzeigen
...

dafür hab ich ja position auf den better
after flop, klar da kommt wenn wir im HU sind ziemlich sicher ne continuation bet (oder doch ne value bet)
aber ich kann darauf reagieren...
Das mit der Position ist doch unlogisch. Es ist doch egal, ob du callst oder raist, deine Position auf deinen Gegner verändert sich doch nicht. In beiden Situationen hast du doch Postion auf deinen Gegner, wenn er vor dir geraist hat.
Callst du jetzt immer, musst du den Showdown gewinnen.
Raist du jetzt immer, kann er auch folden und du gewinnst eventuell mit der schlechteren Hand.
 
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06-09-2008, 11:06
(#5)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
wer sagt denn das es um den gleichen Gegner geht?

Also ich kann mir nicht vorstellen, dass der Positionsvorteil so groß ist, um mit einer looseren range callen zu können, als der Raiser raist.
Zumal gerade bei SNGs die verlorenen Chips deutlich mehr schmerzen, als die Gewonnen helfen.

Davon abgesehen gibt das gap concept ja auch keine statische Zahl vor, die sagt "so viel tighter musst du einen Raiser callen, als dieser raist". Da spielen ja viel Faktoren hinein, wie z.B. Zahl der Chips die beide Spieler noch übrig haben, postflopskills der beiden Spieler, Payoutstruktur, bzw. wie weit ist es noch bis zum Geld, und die Position fließt natürlich auch in die Größe der "Gap" hinein.

So wirst du z.B. in gleicher Turniersituation ein All-in deutlich tighter callen, als einen normalen Raise mit vielen Chips behind (also großen implied Odds), oder eben auch wirst du einen Raise in Position looser callen, als im Small Blind.
 
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06-09-2008, 11:28
(#6)
Benutzerbild von skyflyhi
Since: Nov 2007
Posts: 2.231
Zitat:
Zitat von powerhockey Beitrag anzeigen
was ich damit sagen will, ist das gap konzept wirklich so strikt anzusehen?
Das Gap-Konzept ist eigentlich nur eine Frage der Spiellogik. Wenn Du eine gute Karte wie TT hältst auf Button bspw. und es gibt UTG einen Open-Raise und UTG+1 eine 3Bet, dann weisst Du, dass Deine Karte nicht reicht, zumal der ursprüngliche Better noch mal dran kommt.
Hältst Du bspw. AJ auf Button und es gibt einen Open-Raise aus MP, dann ist Deine Karte wiederum nicht gut.
Die Betting-Action Preflop (das Gap-Konzept greift eigentlich auch auf späteren Strassen, daber schon deutlich schwächer) schwächt so zu sagen Deine Karte, da die Better nicht mit Random-Karte Action machen, loge.

Wenn Du aber sehr deep bist, bspw. 100 Bets und mehr, der effektive Stack sehr groß ist, dann ist das Gap-Konzept schon wieder zu vernachlässigen und die Playability und die Position gewinnen an Wert.

Das Gap-Konzept kommt am klarsten zum tragem, wenn alle short sind, also eine typische SNG-Situation in der späten Blindphase vorliegt, vgl. hier auch ICM.
 
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06-09-2008, 11:36
(#7)
Benutzerbild von powerhockey
Since: Dec 2007
Posts: 4.723
ah oki sky,
die verbindung mit der stackgröße, das ist sehr nachvollziehbar thx
 
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07-09-2008, 06:40
(#8)
Benutzerbild von Malachor21
Since: Sep 2008
Posts: 9
BronzeStar
Ja das GAP-Konzept ist wichtig. In deinem schönen Beispiel liegst du meinetwegen gleich auf, aber:
a) Musst du noch treffen
b) Wie oft kommt der Flushdraw für dich denn?
c) Wenn der FD nicht da ist um dich even money zu halten, was machste dann?

Du bist dominated und das ist fast das schlimmste was passieren kann, da es schwierig & teuer wird in der aktuellen hand genau das rauszufinden.

Beherzige es einfach. Später wirst du mehr Hände profitabel spielen können, aber am Anfang muss man sich selber vor dominated situationen schützen.

zum gruße
 
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07-09-2008, 20:29
(#9)
Benutzerbild von NaliaC
Since: Nov 2007
Posts: 533
Guck dir doch mal die Intelli-Ausbildung der SSS an. Da wird die Verwendung des Gap-Konzept doch am aller deutlichsten.
Nehmen wir als Beispiel die late position:
Dort raist du mit 77+, AJ+, KQ.
Reraisen würdest du aber nur JJ+ und AK.
Überleg mal, warum das so gelehrt wird?
Natürlich steckt dort das Gap-Konzept dahinter, und zwar sogar sehr ausgeprägt.
 
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08-09-2008, 22:24
(#10)
Benutzerbild von jblum4802
Since: May 2008
Posts: 1.431
BronzeStar
das gap konzept ist nicht wircklich auf hu ausgerichtet denke ich mal.es besagt ganz einfach das ich eine bessere hand zum callen als zum raisen brauche.
damit ist eigentlich gemeint das ein raise einen pot direkt gewinnen kann ein call nicht.also kann ich auch mit 23 off raisen und den pot an mich brinmgen mit einem call nicht.