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7CS und Razz Turniere (kleine Buy-ins), ein Erfahrungsbericht

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7CS und Razz Turniere (kleine Buy-ins), ein Erfahrungsbericht - 10-10-2008, 11:37
(#1)
Benutzerbild von RatMal
Since: Feb 2008
Posts: 59
Hi Leute,

in den letzten Monaten habe ich immer wieder einmal kleine 7 Card Stud (nur Hi) und Razz Turniere mit niedrigen Buy-ins (bis max. 11$) gespielt und möchte Euch meine Erfahrungen schildern.

In der Anfangsphase der Turniere sind äußerst viele loose passive Spieler unterwegs, die nicht einmal ihre Starthände einigermaßen auswählen (sobald sie eine Face Card oder ein kleines Paar (7CS) oder 3 Karten kleiner J (Razz) haben, wird bis mindestens 5th street, eigentlich sogar bis zum River (7th street) alles gezahlt).
Im Schnitt ist ein solches Starterfeld bei 7CS und Razz Turnieren als wesentlich schwächer einzustufen als bei einem No Limit Hold'em Turnier mit gleichen Buy-ins.
Hieraus ergibt sich, dass Ante-Steals praktisch sinnlos sind, weil zu kostspielig und zu selten erfolgreich. Ganz im Gegensatz zu einer äußerst tighten Spielweise, die mir um einiges gewinnträchtiger als bei NL Hold'em Turnieren erscheint.

Somit sollten starke Starthände äußerst aggressiv gespielt werden.

In niedrigen bis mittleren Turnierstufen sind starke Draws (wobei möglichst keine der Karten, die für den Draw benötigt werden, auf dem Board (die offenen Karten bei den Gegnern) liegen) wertvoller als in der Endphase des Turniers, da unter Umständen für den Draw ein zu großer Teil des Stacks zu investieren ist, falls die (dann aufmerksameren) Gegner Euch auf einen solchen Draw setzen.

In der Endphase des Turniers ist das Ante-Stealing Euer Brot und Butter.
Einem Complete wird aufgrund der höheren Bets und Eures u.U. tighten Images eher Respekt gezollt, so dass Euer Stack mit einem Steal leicht über 10% vergrößert werden kann.
Die meisten Hände sind in dieser Phase spätestens auf 4th Street entschieden.

Für mich jedoch die wichtigste Erfahrung: DON'T PANIC !
Mögen die zu zahlenden Bets auch noch so hoch sein, die Antes und das seltener zu zahlende Bring-in (an einem mit 8 Spielern voll besetzten Tisch halt einmal in acht Fällen im Schnitt) haben bis zu einem gewissen Grad keine verherende Auswirkung auf Euren Stack, so dass bei einer guten Starthand Euer (kleiner) Stack in die Mitte geht und dies meist erfolgreich. Meines Erachtens wird's erst kritisch, wenn die zu zahlenden Antes vielleicht ein Fünfzehntel Eures Stacks ausmachen (und bis dahin ist's wirklich lange hin).

Wie sieht's mit Euren Erfahrungen auf diesen Gefilden aus?

Bis die Tage

Geändert von RatMal (10-10-2008 um 12:01 Uhr).
 
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14-10-2008, 18:30
(#2)
Benutzerbild von hagenvers
Since: Nov 2007
Posts: 1.043
Zunächst mal vielen Dank für den Bericht, ich fand ihn sehr hilfreich und informativ!

Ich habe bisher immer nur Cashgame, und hin und wieder just for fun freeroll-Turniere im Stud gespielt, jedoch auch bisher immer gedacht, dass die extrem loose Spielweise dort eine Besonderheit der Freerolls sei.
Die Spielentwicklung ist dort jedoch praktisch identisch mit der die du da beschreibst. Sehr loose am Anfang, später immer tighter und aufmerksamer werdend, zudem wird der Showdown immer seltener erreicht und die Angelegenheit wird ziemlich zäh.
Zudem haben viele Spieler oft keine profitablen Entscheidungen getroffen. Ich hab mir in vllt. einem halben Dutzend Stud und Stud H/L Turnieren, die als Freerolls trotzdem mit ca. 4000 bis 10000 Spielern gespielt werden, drei Tickets für die weekly Round 2 gewonnen als einer der 88 letzten Spieler.
Die Qualität Der Spieler auf die du dort triffst, ist nach meiner Meinung nicht so gut wie bei Holdem.
Vielleicht versuche ich es demnächst dann auch mal mit echten Turnieren im Stud, größtes Problem dabei ist halt oft der Zeitfaktor, ich hab ja noch nen anderes Leben als Poker
 
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19-11-2008, 04:39
(#3)
Benutzerbild von SMMR
Since: Feb 2008
Posts: 17
@RatMal guter Bericht. Kann dir nur voll und ganz zustimmen. Habe selber aber nur Erfahrungen in den täglichen 3 + 30 $ Turnieren (Razz / Stud / Stud hi/lo / Horse) gemacht.

Vor allen in den 3.30$ Razz turnieren hat man sehr oft am ersten Tisch mindestens 1 Spieler dabei, der erst mal 10 Minuten konsequent Stud Hi spielt (oder nach seiner Spielweise grenzwertig alkoholisiert zu sein scheint). Heute war beispielsweise 1 Spieler am Startisch, welcher als erstes im Chat fragte "does the ace count as high or low" und im folgenden nachdem er die antwort low erhalten hatte alle raises mit k q high etc. durchcallte .

Schade ist nur das diese Turniere oft im Vergleich zu den nl holdem donkaments mit gleichem buyin (rede von denen mit 1 - 3 $ buyin) sehr geringe Teilnehmerfelder sprich Preispools generiren.
 
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19-11-2008, 08:14
(#4)
Benutzerbild von Mr. Kodex
Since: May 2008
Posts: 335
Ich lese hier im Forum immer wieder davon dass es sich lohnt die 7card stud egal welche variante zu zocken. Ich denke ich werde das auch mal ausprobieren. Bin zwar noch nicht wirklich versiert in dieser Pokerart aber ich bin uch kein blutiger Anfänger mehr. Wie würdet ihr meine Chancen beschreiben in den Turnieren ITM zu kommen und im Cash game zu gewinnen?
Greetz
 
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19-11-2008, 14:42
(#5)
Benutzerbild von SMMR
Since: Feb 2008
Posts: 17
@ Mr. Kodex - ist echt schwierig zu sagen - auf jeden Fall kannst du in den Turnieren (anders als bei nl holdem) nicht durch einen einzigen Fehler ausscheiden. Allerdings wirst du dadurch das es Limit Poker ist auch des öfteren ausgedrawt. Wenn du in den genannten Varianten etwas sicherer und routinierter werden willst, hört sich hagenvers (siehe 3. Posts weiter oben) Idee, die täglichen Freerolls zum Weekly Round 2 in diesen Varianten zu spielen, sehr gut an. Da kannst du, außer Zeit, nichts verlieren und kriegst gleichzeitig eine Menge Übungshände und ein Gefühl für die Dynamik der Varianten. Die Untersten Cashgame Limits (0.04 / 0.08 $) der Stud-Varianten sind, meiner Erfahrung nach, im Longrun sehr einfach zu schlagen. Allerdings kann es hier, abhängig vom jeweiligen Tisch, kurzfristig auch sehr swingig zugehen (bezogen auf Big Bets), da an diesen Tischen sehr viele Gambler und Callingstations sitzen.
Wie groß deine Chancen sind bei den Turnieren gleich ITM zu kommen ist echt schwierig zu sagen. Wichtig ist am Anfang vor allem (wie RatMal oben schon beschrieben hat), das du Tight und Geduldig spielst und dir günstige Spots aussuchst.
 
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19-11-2008, 14:46
(#6)
Benutzerbild von Mr. Kodex
Since: May 2008
Posts: 335
Ok also wie in allen anderen Pokervarianten auch ist die oberste Pflicht geduldig zu sein.... hehe das kann cih gut!^^
Aber profitabel ist es auf die Dauer sagst du.. Na gut dann werd ich das mal austesten.. udn wehe nicht^^
Krieg ich dann geld zurück??
Greetz
 
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19-11-2008, 15:23
(#7)
Benutzerbild von SMMR
Since: Feb 2008
Posts: 17
nee, nee - Geld zurück is nich ^^ (daher ja auch der Vorschlag mit den Freerolls zum testen).

Es sollte imho für jeden, der bereit ist sich mit der Materie zu beschäftigen, im Longrun profitabel sein.
Allerdings würd dir sicherlich keiner (ohne dich und deinen Spielstil zu kennen) genau sagen können ob diese Turniere/ Cashgames, für dich speziell, besonders profitabel sind.

Ein Vorteil dieser Turniere ist auf jeden Fall, dass die Teilnehmerzahl in der Regel nur zwischen 100 und 300 (300 = Spitzenwerte an den Wochenenden) Spielern liegt und daher die Varianz deutlich geringer ist, als bei den gleichen nl Holdem Buyin-Turnieren, welche oftmals ein 5 bis 10 mal so großes Teilnehmerfeld generiren.

PS: Wenn du es nicht schon getan hast, schau dir doch mal ein Paar der Artikel zu den Varianten im Ausbildungszentrum an. Die sind sehr hilfreich.

Greetz zurück und viel Erfolg

Geändert von SMMR (19-11-2008 um 15:37 Uhr).
 
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19-11-2008, 15:45
(#8)
Benutzerbild von Mr. Kodex
Since: May 2008
Posts: 335
Danke nochmal für deine Antworten.
Die Atrikel habe ich mir schonmal zu geüte geführt, nur so wie alles vergisst man die wieder wenn man sie nicht anwendet...
Also: nochmal lesen^^
Aber ich dneke das werde ich schon hinkriegen!!
Greetz
 
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21-11-2008, 23:51
(#9)
Benutzerbild von SMMR
Since: Feb 2008
Posts: 17
NP - Hab viele Artikel auch mehrmals durchgelesen (ausgenommen Basics etc.).
Am meisten Probleme habe ich immer noch, mir beim Stud die toten Karten die 4th und 5th street etc. gefoldet wurden zu merken (grade bei mehr als 1em Tisch oder Turnier).

Wenn da jemand ne Eselsbrücke o.ä. empfehlen kann - immer her damit plz.
 
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23-11-2008, 13:28
(#10)
Benutzerbild von NuKamma
Since: Jul 2008
Posts: 53
ich schreibs mir in den playernotes auf einfachste lösung
 



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