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Unterschiedliche SSS's

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Unterschiedliche SSS's - 16-11-2008, 16:17
(#1)
Benutzerbild von \iceman XII/
Since: Jan 2008
Posts: 1.546
Eine Frage die mich schon seit Längerem beschäftigt:
Bei meinen Ausflügen durchs Netz habe ich auf pokerstrategy (ich hoffe, ich darf das hier schreiben - ist ja schließlich keine Werbung sondern ein diskussionsthread) auch eine Anleitung zur SSS gefunden.

Diese unterscheidet sich allerdings in einigen Punkten von der Intelli-Version:

PREFLOP:
- AT wird nicht gespielt
- Grenze, für die man mit allen gespielten Händen pusht ist 2,5*Raise und nicht 3*Raise

POSTFLOP:
-Laut Intelli soll man immer dann AI gehen, wenn man betten würde und nur noch 1,5*Pot dahinter hat (das passiert imo recht häufig und macht die guten Odds, die eine C-Bet eigentlich bieten soll absolut kaputt)
-pokerstrategy setzt die Betsize auf 2/3 Pot fest (imo auch suboptimal) und wendet bei All-Ins die gleiche Regel wie preflop an (also wenn man mehr als seinen halben Stack setzt geht man AI -> wenn Stack < 4/3 Pot, also etwas weniger All-Ins als bei Intelli).
Was haltet ihr von diesen Unterschieden und - vor allem: welche Strategie haltet ihr für sinnvoller? Oder sind die Unterschiede so minimal, dass man selbst im Rahmen der "eigenen Spielweise" da schon mehr Abweichungen drin hat??

so long ~xii

/e: Die kleine Zusatzregel von Intelli, dass man postflop - unabhängig von der Hand und der Gegnerzahl - pusht, wenn man nurnoch weniger also 0,5*Pot übrig hat gibt's bei pokerstrategy auch nicht..

Geändert von \iceman XII/ (16-11-2008 um 22:08 Uhr).
 
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17-11-2008, 00:41
(#2)
Benutzerbild von lnsert Coin
Since: Nov 2007
Posts: 322
Hallo iceman,
ich kann dir nur raten lieber auf das zu schauen, was Intellipoker sagt (im Live Coaching) oder schreibt.

Im Gegensatz zu Pokerstrategy sind bei Intellipoker Profis beschäftigt, die genau wissen was sie tun.

Schau dir einfach mal ein Live Coaching bei beiden an, denn erkennst du den Unterschied:

Bei Intellipoker sind erfolgreiche Coaches die dir deine Fragen beantworten und dir genau und sachlich alles erklären ... auch wenn sie mal eine Hand verlieren verhält sich der Coach professionell, bleibt ruhig und wird auch nicht ausfallend.

Bei Pokerstrategy sind die Coaches irgendwelche Studenten die (angeblich) mehr oder weniger erfolgreich pokern. Ich hab schon erlebt, dass der s.g. Coach schmatzend während des Coachings gegessen hat (weil er Abends noch ausgehen wollte - stellt euch mal vor, ihr macht sowas bei eurer Arbeitsstelle). Ausfallende Beleidigungen nach einem Beat sind dort auch völlig normal. Unprofessionell und alles andere als sachlich!

Intellipoker will dir einfach nur helfen, ein guter Pokerspieler zu werden und da sie von Pokerstars finanziert werden können sie auch auf Profis zurückgreifen.

Pokerstrategy ist ein 'Unternehmen' mit rein kommerziellen Interessen. Denen kommt es nur darauf an, dass du möglichst viel Rake produzierst, da sie prozentual daran beteiligt sind. Ob du gut oder schlecht spielst, ist denen daher völlig egal, Hauptsache du spielst überhaupt.

Ziel dort ist dass man möglichst viele Tische gleichzeitig spielt und das bei möglichst hohen Limits, weil dies am meisten Rake bringt. Die besten 'Pokeräffchen' die am meisten Rake im Monat produziert haben, werden sogar mit Geldpreisen belohnt, damit sie auch morgen wieder fleißig Multitablen.

Damit auch die schlechten Spieler bei der Stange bleiben, gibt es dort im Forum sogar eine 'Sorgenhotline' wo man sich ausheulen kann wenn man mal wieder alles verloren hat.

Entscheide selbst, ob du lernen willst wie man Poker spielt, oder ob du nur lernen willst wie man möglichst viel Rake produziert bevor man Broke geht.

Gruß,
lnsert COin

PS: ich habe inzwischen auf eigenen Wunsch meinen Account bei Pokerstrategy schließen lassen

Geändert von lnsert Coin (17-11-2008 um 00:43 Uhr).
 
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17-11-2008, 03:22
(#3)
Gelöschter Benutzer
Moin,

ich bitte euch hier sachlich zu diskutieren und nicht über Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Seiten zu diskutieren.Es geht hier um eine Analyse einiger Unterschiede in verschiedenen SSS Spielweisen, die soweit und abhängig von bestimmten Situationen durchaus beide berechtigt sind.

1.) AT+, KQ wird bei uns nur in später Position gespielt und hat praktisch nur den Wert eines Steals. Die Hände an sich sind besser als durchschnittliche Hände und können daher in später Position sicher profitabel gespielt werden. Je nachdem wie tight/passiv die Blinds sind, oder wie aggressiv z.b. der Button 3betted, kann sich die Range der spielbaren Hände hier verändern. Solche Variationen sind natürlich auch limitabhängig und vorallem Gegnerabhängig. Mathematisch gesehen sollten die Hände definitiv aus später Position spielbar sein und Profit erwirtschaften. Die andere SSS ist da vlt. ein wenig zu tight und wohl nur für reine Anfänger geeignet.

2.) Wir pushen preflop alle Hände die wir auch openraisen, wenn unser Reststack nur noch 3x so groß ist wie der ursprüngliche Raise oder kleiner. Diese Grenze basiert auf folgende Rechnung:
- 20BB Stack, 4BB Openraise, 16BB left -> JJ+, AK
- 20BB Stack, 5BB Openraise, 15BB left -> 77+, ATs+, KQ
- 20BB Stack, 6BB Openraise, 14BB left -> 77+, ATs+, KQ
Der Hauptunterschied liegt also genau dadrin, welche Hände wir spielen, nachdem wir einen Limper isoliert haben und ein weiterer einen Reraise macht. Wenn wir miteinkalkulieren, dass für BigStacks ein Isolationsraise schwächer aussieht, als ein normaler Openraise und wir 1BB mehr Deadmoney im Pot haben, ist es schon profitabel mit einer Range von 77+, ATs+, KQ gegen den 3Better broke zu gehen und nicht nur mit der Range von TT+, AQ+. Dies liegt vorallem dadrin begründet, dass wir schon 1/4 unseres Stacks preflop investiert haben(Isolations Raise) und 2,5BB Deadmoney im Pot liegen(Limper+ Blinds). Sozusagen ist "praktisch schon der Pot > 1/3 unseres Stacks (5BB + 2,5BB = 7,5BB)".

3.) Contibets und Valuebets sollten immer im Rahmen von 1/2 bis 3/4 Pot gespielt werden. Machen wir aber eine Contibet(z.b. 1/2 Pot) und unser Stack ist kleiner 1,5*Pot, so sind wir durch die Contibet annähernd committed(in den meisten Fällen schon ganz) und müssten dann dennoch callen da wir ja öfters 2 Overcards wie AK haben und mit denen noch ~20-25% Equity gegen 1 Pairs). Es ist daher von Vorteil mit einem Allin die maximale Foldequity auszunutzen. Gleichzeitig sollte man natürlich keine Odds zum drawen geben, wenn man ein Pair oder besseres hat.
Noch ein Nachwort zu den Contibets: Es ist bei weitem einer der größten Leaks aller SSSler, dass sie zu viele Contibets machen!

4.) Eine feste Betsize ist suboptimal. Auf drawheavy Boards will man mehr setzen, als auf dry boards, etc. Wichtig ist, dass die CBet genauso groß ist wie die Valuebet auf entsprechenden Boardtypen.

Fazit: Es gibt verschiedene Möglichkeiten die SSS zu spielen. Wichtig ist zu verstehen, welche Änderungen am Spiel die unterschiedlichen Ansätze implizieren und man sollte danach die für sich profitabelste auswählen. Ab den höheren Limits spielt man sowieso ohne solcher starren Regeln eine praktisch individuell auf jeden Gegner angepasste SSS. Für die low Limits kann ich persönlich natürlich die Intelli SSS empfehlen, da mir die andere nicht bekannt ist.