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Baluga Theorem - 10-12-2008, 10:39
(#1)
Benutzerbild von theFOLDER539
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Mir kommt das Beispiel auf der Seite ziemlich komisch vor. Die einzigen beiden Hände, die durch den Turn für uns bedrohlich sind, sind: A7 und 77. Mit A7 wird kaum ein Spieler den 4-BB-Preflop-Raise mitgehen und es ist auch fraglich, ob er den Flop Raise mitgeht. Schließlich ist es einfach zu wahrscheinlich, dass er mit A7 dominiert wird. Sofern wir nicht gegen totale Anfänger spielen, können wir davon ausgehen, dass ein Spieler mit A7 gefoldet hätte.

Bei 77 genau dasselbe. Ein Spieler mit 77 wird den Preflop Raise wahrscheinlich mitgehen. 77 ist eine spielbare Hand: In einem von rund Sieben Fällen trifft er ein Set und sich das dann von Agressor auszahlen lassen. Aber kein Spieler geht den ZweiDrittel-Pot-Raise auf dem Flop mit, wenn er das Set nicht getroffen hat. Es sind zwei Overcards auf dem Board und es ist möglich, dass der Preflop-Aggressor ein Overpair oder sogar ein Set hat. Mit 77 hat man außerdem nur zwei Outs und trifft damit nur in einem von 25 Fällen die Sieben auf dem Turn.

Wenn man also gegen halbwegs erfahrene Spieler pokert, kann man A7 und 77 Hände getrost ausschließen.

Was meint ihr?

Geändert von Gelöschter Benutzer (10-12-2008 um 14:23 Uhr).
 
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10-12-2008, 10:55
(#2)
Benutzerbild von Mr. Kodex
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Also ich muss dir vollkommen recht geben. Welche Preflop hand schlägt uns hier? A7 schließe ich zu 100%aus. 77 hat ne kleine Wahrscheinlichkeit, aber nicht viel.
Selbst wenn wir hier tatsächlich auf das Set 7er treffen, wäre der call meiner Meinung nach auf lange Sicht Profitable weil das board ganz gut zum semibluffen und auch gut für spieler mit Middleoverpair (KK,QQ,JJ) ist. Vllt versuchen sich uns aus dem Pot zu quetschen oder glazuben uns das ass nicht!!
Hinzu kommt, dass man den straight draw auch vernachlässigen kann... denn alle Hände die diesen haben würden, wären Preflop sicherlich nicht mitgegangen!!!
Greetz
 
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10-12-2008, 11:12
(#3)
Benutzerbild von theFOLDER539
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Das mit dem Straight Draw sehe ich auch so. Und selbst wenn Preflop einer mitgegangen wäre, er hätte einen Running-Running-Straight-Draw geflopt und wäre daher niemald den Flop-Bet mitgegangen.
 
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10-12-2008, 11:24
(#4)
Benutzerbild von DrJ_22222
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Aber was ist denn mit 99 oder 33 (oder vielleicht auch A9, wenn Hero bisher sehr loose gespielt hat)?
In dem Artikel steht doch nirgends, dass Hero am Flop nicht schon geschlagen war.
Und wie soll hier jemand semibluffen, wenn du alle Draws ausschließt? Für einen Semibluff brauchst man doch mindestens einen Draw.
Und jegliche schlechtere Hand (schwächeres A oder sowas wie KK, QQ), die rausfinden will, ob wir das Ass haben, würde doch wohl eher am Flop raisen, da die Info da günstiger ist.
 
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10-12-2008, 11:29
(#5)
Benutzerbild von Mr. Kodex
Since: May 2008
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Ich Schließe nur den Str8 draw aus!
Da bleibt noch der Flushdraw und wenn er uns das Ass nicht glaubt und KQ oder KJ hat dann hat er noch (seiner Meinung nach) ne Menge outs!!!
Greetz
 
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10-12-2008, 11:29
(#6)
Benutzerbild von theFOLDER539
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99 und 33 sind möglich. Aber würde ein Spieler mit einem Set nicht besser bis zum River callen, um so Schwäche zu zeigen, und dann auf dem River all-in gehen, um einen billigen Bluff vorzutäuschen?

Der Reraise auf dem Turn ist ein Donkbet und ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich hinter diesem Donkbet eine gute Hand versteckt. Möglich ist es durchaus, aber ich halte es für unwahrscheinlich.
 
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10-12-2008, 11:54
(#7)
Benutzerbild von DrJ_22222
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Also warum das jetzt ne Donkbet sein soll, musst du mir mal erklären.
Sicherlich könnte man gerade auf diesem sehr drawfreien Board auch den Turn noch callen und dann den River raisen, allerdings ist diese drawfreiheit auch ein großes Problem für den Riverraise. Denn welche Hand callt denn Flop, Turn und raist dann den River?
Wenn Draws möglich wären, könnte man ja noch einen busted Draw repräsentieren, aber auf dem Board?

@Mr.Kodex
Welcher Flushdraw? Das Board ist komplett rainbow.
Und ein raise mit KQ oder KJ wäre für mich kein Semibluff. Das Konzept des Semibluffes ist es doch entweder den Pot direkt einzusammeln, oder wenn man gecallt wird, noch Outs zu haben.
Wenn man aber mit K high raist, wird alles gegen das man Outs hat (PPs), oder gegen das man sogar vorne liegt folden, und nur Hände gegen die man drawing dead ist (top pairs und aufwärts), werden callen.
Und wie schon gesagt: einen reinen Information-Raise (mit K high) würde er doch wohl eher am Flop machen, oder?
 
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10-12-2008, 15:51
(#8)
Benutzerbild von theFOLDER539
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Zitat:
Zitat von DrJ_22222 Beitrag anzeigen
Also warum das jetzt ne Donkbet sein soll, musst du mir mal erklären.
Sicherlich könnte man gerade auf diesem sehr drawfreien Board auch den Turn noch callen und dann den River raisen, allerdings ist diese drawfreiheit auch ein großes Problem für den Riverraise. Denn welche Hand callt denn Flop, Turn und raist dann den River?
Donkbet, weil es wenig Sinn macht... Er hätte bessere Alternativen. Wenn er tatsächlich ein Set hat, wäre es für ihn besser Slowplay zu betreiben, evtl. einen Bluff vortäuschen und sich so auszahlen lassen.



Zitat:
Wenn Draws möglich wären, könnte man ja noch einen busted Draw repräsentieren, aber auf dem Board?
M.E. wird man deshalb stets callen. Es wird wie ein ganz billiger Bluff wirken und der andere callt.
 
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10-12-2008, 16:45
(#9)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
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Also meiner Meinung nach eben genau das nicht. Denn es gibt keine bluffbare Hand, die man hier repräsentieren könnte.
Und irgendwann ist ein Bluff auch so billig, dass er nichtmehr glaubhaft ist, und wenn mein Gegner auf einem komplett drawfreien Board den Flop callt, den Turn callt und den River raist, dann glaube ich ohne Reads nicht mehr wirklich, dass mein TPTK noch gut ist.

Wenn man natürlich gegen einen totalen Fisch spielt, mag sich das Spiel natürlich ändern, aber darum geht es imho nicht in dem Theorem. Und ich wüsste keine Hand, die ein halbwegs thinking player so spielt und gegen die man mit TPTK vorne liegt.