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Einen Schritt zu weit denken

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Einen Schritt zu weit denken - 26-12-2008, 22:11
(#1)
Benutzerbild von Arrr1111
Since: Dec 2008
Posts: 3
WhiteStar
Da meine BR noch ziemlich klein ist, spiele ich auf den Microlimits.

Hier passiert es mir oft, dass ich mich in den Gegner hineinversetze und dann zu weit denke, also ihm zu viel Kompetenz zuschreibe.

Gerade eben hatte ich im BB AKs. Es gibt fünf Limper und ich erhöhe entsprechend. Nur einer callt.

Der Flop ist 7x 7x Kx

Ich setze den halben Pot. Der Gegner raist all-in. Ich denke mir: Nie im Leben hat der mit A7 oder K7 gecallt. So schlecht kann der gar nicht sein. Mit KK hätte er auf jeden Fall geraist oder gereraist. Wahrscheinlich hat er sowas wie KQ oder AK. Also calle ich. Dann zeigt er K7o.

Oder ein anderes Mal bei einem Cashgame. Ich habe in später Position QQ. Es gab einen Limper, ein Maniac mit über 200 BBs. Ich erhöhe auf 5 BB. Alle folden, er callt. Der Flop zeigt 555. Ich habe ein Full House. Die einzigen Starthände, die mich schlagen können: X5, AA, KK. Ich denke mir: "X5 ist viel zu schlecht, als dass man damit den Raise eines soliden Spielers callen könnte, zumal ich Shortstack war und er damit auch keinerlei Implied Odds bei seinem Call hatte. Mit AA oder KK hätte er sicher geraist oder gereraist."

Der Pot war ungefähr so groß wie mein Stack. Wenn ich etwas setze, bin ich ohnehin potcommitet, also gehe ich wenn all-in. Wenn ich all-in gehe, wird der Maniac denken, dass ich den Pot stehlen will, und callen. Außerdem habe ich ihm ein Ass mit Bube oder Zehn zugeschrieben. Er hätte damit Set mit Top Kicker und würde callen.

Er callte dann auch, hatte aber A5o.

Geht es euch manchmal auch so, dass ihr viel zu weit denkt und dadurch Fehler macht?
 
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26-12-2008, 22:42
(#2)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
Also zu denken "so schlecht, dass er Hand xy hält, kann er doch nicht sein", geht meistens wirklich schief.
Egal wie schlecht ein Call ist, irgendein Gegner macht ihn garantiert.
Aber trotzdem sehe ich bei den beiden Händen jetzt keine großen Fehler (allerdings auch als nicht-cashgame-Spieler).
Natürlich ist es immer möglich, dass ein Spieler die Nuts floppt, aber in deinen Beispielen gibt es eben auch noch zahlreiche Hände, die du schlägst und mit denen die Gegner auch broke gehen würden.
 
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27-12-2008, 01:10
(#3)
Gelöschter Benutzer
Auf den Mikrolimits darfst du meistens nicht davon ausgehen, dass die Spieler (egal auf welcher Straße) korrekte Entscheidungen treffen. Du musst sogar meist vom Gegenteil ausgehen.

Ich bin zwar Limit-Spieler, aber ich denke auch im No Limit weiß man mit der Zeit, mit welchen Händen welche Spieler zu welchen Aktionen tendieren.

Mit der Zeit und somit mit zunehmender Erfahrung auf deinem Limit wirst du immer besser ahnen können, was deine Gegner halten - auch wenn man manchmal in den Tisch beißen könnte, wenn man weiß, dass der Gegner eine bestimmte Trash Hand hat, die uns nun nach dem Flop doch schlägt.
 
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27-12-2008, 17:27
(#4)
Benutzerbild von udo69
Since: Jan 2008
Posts: 493
BronzeStar
Gerade auf den Microlimits musst du beim Einschätzen von Gegnerischen Ranges sehr vorsichtig sein.

Für sehr viele Spieler ist hier eine gängige Range für Limp - Call normalhohes Raise: A2+, K2s+, K9+ Two broadway, any Pair, Scs 45+, viele suited Onegappers

Von daher ist es hier wirklich schwer zu sagen: Er kann nichts haben, was mich schlägt.
Allerdings ist es bei solchen Gegnern zum Glück so, dass sie dich auch oft genug mit einem Gutshot und Bottompair am River runtercallen.
 
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27-12-2008, 17:41
(#5)
Benutzerbild von AlleSchonWeg
Since: Mar 2008
Posts: 328
BronzeStar
Keinen Fehler gemacht. Das ist nun mal beim Glückspiel so. Die Chance das der Gegner solche Karten hat ist sehr gering, also nicht entmutigen lassen und das nächste mal wieder genauso spielen.
 
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29-01-2009, 21:43
(#6)
Benutzerbild von Lamengo
Since: May 2008
Posts: 369
das hat sehr schön Harrington beschrieben.
Immer ein Paar minuten zeit lassen, kleine Pause Machen, wer weisst, was im seinem Kopf so vorgeht und zum welchem Entscheidungen führen wird? Wie beim schach, keine Schnelle und panische Entscheidungen. Fast immer Zeit lassen.
 
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30-01-2009, 23:28
(#7)
Benutzerbild von FiftyBlume
Since: Jan 2009
Posts: 1.950
Klarer Fall, dass kenn ich...mir gehts genauso,
ständig kommen Leute mit komischen Händen, die preflop callen
und dann noch gewinnen.

Ich empfehle dir, nur wirklich starke Hände(inkl. Connectors und Suited(HOCH)) zu spielen....
denn:
1. wird man oft ausgezahlt, da sich die Spieler nicht von ihren Händen trennen können(z.B. hab ich eine preflop All-in Situation mit Raise, Reraise(ich), All-in gehabt...und mit AA gegen JJ gewonnen)
2. es denkt keiner drüber nach, dominiert zu sein(ergo ist TPTK sehr gut)
3. die meisten halten krampfhaft an getroffenen Händen fest(egal welche)

Ansonsten preflopraise u.u. höher setzen(5 BB statt 3 BB),
da viele meinen auch bei eigtl. schlechten Pod-Odds callen zu müssen.
 



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