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Mathematische Pokertheorie die richtig ist aber doch nicht funktioniert?

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Mathematische Pokertheorie die richtig ist aber doch nicht funktioniert? - 28-12-2008, 18:47
(#1)
Benutzerbild von Gekko87
Since: Nov 2007
Posts: 188
Guten Tag!

Set einigen Tagen beschäftigt mich schon eine Frage: ist die Pokertheorie für SnGs überhaupt anwendbar?

Ich hab mir hierzu mal folgendes Gedankenexperiment überlegt: wir spielen in einem SnG viermal mit A K und treten jedesmal gegen A Q an. In Zahlen ausgedrückt sind wir ca. 75%iger Favorit, d.h. wir gewinnen in 3 von 4 Fällen ein Preflop-All In (im Schnitt). Jetzt hab ich mir überlegt, was wohl passieren würde, wenn wir immer genau in 3 von 4 Fällen gewinnen würden und einmal verlieren (d.h. ohne Statistische Ausreißer). Jetzt spielen wir so lala und schaffen es durch unsere drei All In Situationen mit A K gegen A Q an den Final Table und befinden uns auf der Bubble. Wir bekommen A K und wissen ganz genau, dass unser Gegner, der uns covert, mit A Q All In setzt. Wir sind deutlicher Favorit, wissen aber, dass es an der Zeit ist nun auch mal mit unserer Hand diese Situation zu verlieren.
Was tun wir also? Fold? Call und hoffen? Ich denke, dass unabhängig vom ICM ein Call unausweislich ist, oder? Gewinnen wir dieses All In (und immerhin haben wir ne 50%ige Rendite, von solchen Werten träumt man an der Börse... ) , sind wir deutlicher Favorit auf den Sieg... Ich meine, ich spiele ja kein MTT-SnG um es irgendwie itm zu schaffen, sondern eher, um zu gewinnen, oder?

Wo ist mein Denkfehler? Oder gibt es auch in der Pokertheorie Singularitäten, wo die Mathematik nicht mehr funktioniert? Denn sollte es sowas wirklich geben, dann kann man so richtig und gut spielen wie man will, in einem solchen Szenario würde man doch nie gewinnen, oder?

Danke für eure Hilfe und besten Gruß

der Gekko
 
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28-12-2008, 18:50
(#2)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
In so einer Situation errechnet man sich deshalb die (Turnier-)Equity eines Calls.

Dh man errechnet nicht, wie der Erwartungswert in Chips ist, sondern der in Dollar.



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Die Karten sind nur dazu da, damit die schwachen Spieler denken, sie hätten eine Chance!
 
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28-12-2008, 18:51
(#3)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
Zitat:
Zitat von Gekko87 Beitrag anzeigen
Wir bekommen A K und wissen ganz genau, dass unser Gegner, der uns covert, mit A Q All In setzt. Wir sind deutlicher Favorit, wissen aber, dass es an der Zeit ist nun auch mal mit unserer Hand diese Situation zu verlieren.
Das ist dein Fehler. Die Wahrscheinlichkeit hat kein Gedächtnis, und die Wahrscheinlichkeit mit AK gegen AQ zu gewinnen ist immer gleich, egal wie oft wir vorher in diesen Situationen gewonnen oder verloren haben.
 
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28-12-2008, 18:55
(#4)
Benutzerbild von Sintoras
Since: Dec 2008
Posts: 25
mhm der fehler ist das die wahrscheinlichkeit nicht davon abhängt wie das ergebnis vorher war. die wahrscheinlichkeit wird ja nicht kleiner nur weil man ak vorher gewonnen hat. bei jeder situation hat ak wieder die gleiche gewinnchance
mfg
 
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28-12-2008, 19:30
(#5)
Benutzerbild von ashuz
Since: Dec 2007
Posts: 814
Ich finde, da ist was Wares dran. Wenn ich in einem SnG z.B. 5mal mit AK All-In gehen würde und die Gegner jedesmal schwächere Hände haben, werde ich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eines der 5 All-In's verlieren und das SnG nicht gewinnen.
 
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28-12-2008, 19:36
(#6)
Benutzerbild von Sintoras
Since: Dec 2008
Posts: 25
ja die wahrscheinlichkeit ist groß aber du kannst nicht sagen dass du genau beim vierten oder fünften mal mit ak verlieren wirst
 
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28-12-2008, 19:43
(#7)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
@ashuz
Das wiederum stimmt natürlich und zeigt auch warum bei Turbo-MTTs die Varianz so wahnsinnig groß ist.
Wenn du meinetwegen 10mal verdoppeln musst, um so ein Ding zu gewinnen, wird das selbst dann nur selten gelingen, wenn du jedesmal als deutlicher Favorit reinstellst.
 
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28-12-2008, 20:22
(#8)
Benutzerbild von St_Hawking
Since: Oct 2007
Posts: 176
Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sind im Grunde zwei verschiedene paar Schuhe. Mit Mathe berechnet man eindeutige Ergenisse (z.B. 2+2=4), Wahrscheinlichkeitsrechnung kommt ins Spiel, wenn das nicht möglich ist.
So gibt die Wahrscheinlichkeitsrechnung eben keine Gewinnwahrscheinlichkeit für eine bestimmte Hand an, sondern nur für eine Vielzahl gleicher Hände. Von 100 mal AK vs AQ wird man also ca 75 mal gewinnen. Das erlaubt aber keine Voraussage darüber, ob man nun Hand 1 oder Hand 10 oder Hand 75 gewinnt oder verliert.
Das heisst, die Pokertheorie funktioniert durchaus, man muss sie nur richtig anwenden. Man kann also AK vs AQ durchaus langfristig profitabel spielen, auch wenn man es zu jedem beliebigen Zeitpunkt verlieren kann.
 
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28-12-2008, 21:02
(#9)
Benutzerbild von Suppinho
Since: Apr 2008
Posts: 621
Zitat:
Zitat von St_Hawking Beitrag anzeigen
Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sind im Grunde zwei verschiedene paar Schuhe.
 
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28-12-2008, 21:09
(#10)
Gelöschter Benutzer
Zitat:
Zitat von Sintoras Beitrag anzeigen
ja die wahrscheinlichkeit ist groß aber du kannst nicht sagen dass du genau beim vierten oder fünften mal mit ak verlieren wirst
Lol, Du Einstein, das ist auch wurscht.
Ob Du nach dem ersten All In rausfliegst oder nach dem vierten ändert nichts am Ergebnis.

Btw, nice move, Gekko