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Zu "tight-aggressive" in MTTs?

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Zu "tight-aggressive" in MTTs? - 05-01-2009, 15:16
(#1)
Benutzerbild von Thod Harper
Since: Dec 2008
Posts: 7
BronzeStar
Hi,

ich bin noch ein echter Frischling im Bereich Poker, spiele aber gerne MTTs als meine Favoriten, meistens die freerolls, aber die größten Erfolge hatte ich bisher bei 1$ und 2$ Rebuy-Tournieren.
Trotzdem muß ich folgendes feststellen:
Ich spiele als Anfänger mit schlechtem Post-Flop-Spiel extrem tight, um nicht in schwierige Entscheidungssituationen zu kommen und zu frühzeitig (vor der Auszahlung) aus dem Tournier zu fliegen.
Mir reichen meistens zwei oder drei gute Hände, um in die Auszahlung zu kommen, falls die Pots entsprechend ausgefallen sind.
Dennoch rauschen an mir viele Spieler mit ständig wachsendem Stack vorbei, die auf Grund ihres bereits hohen Stacks auch mit schlechten Karten sehr viel Druck ausüben.
Meine Fragen: Wie kommen die an diese Monsterstacks? Mit loose-aggressivem Spiel? Und wie genau passt man die richtige Spielweise auf MTTs mit mehr als 1000 Spielern an?

Vielen herzlichen Dank für jegliche Hilfe,

Thod Harper
 
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05-01-2009, 17:10
(#2)
Benutzerbild von beckskoepi
Since: Dec 2007
Posts: 181
nun...ich würde dir einfach empfehlen ins ausbildungszentrum zu gucken. deine frage ist ja doch sehr umfassend und ne bessere antwort wirst du daher wohl erstmal nicht kriegen.
 
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05-01-2009, 17:37
(#3)
Benutzerbild von abgerammelt
Since: Sep 2007
Posts: 2.831
BronzeStar
Zitat:
Zitat von beckskoepi Beitrag anzeigen
nun...ich würde dir einfach empfehlen ins ausbildungszentrum zu gucken. deine frage ist ja doch sehr umfassend und ne bessere antwort wirst du daher wohl erstmal nicht kriegen.

"Danke" dür Deinen nixaussagenden Beitrag!


Was das tighte Spiel angeht habe ich meine eigenen Gedanken.
In jüngster Zeit spiele ich bei MTTs auch sehr tight (zu tight)

Problem bei mir ist folgendes: Ich spiele primär 6max Cashgame, das sehr lag.
Nachdem Umstieg auf MTTs haben mir einige "schlaue Köpfe" geraten nur Monster zu spielen. Kaum habe ich es umgesetzt warte ich auf cashes...max. komme ich in die zweite Geldstufe...

Als ich damals meinen lag style beibehalten habe war es besser.

Und Nein, das soll kein Aufruf zu lagstyle sein.



Finde Dein eigenes Spiel und variiere Dein game!


offline
 
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05-01-2009, 18:29
(#4)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Welcome to Intelli!

Unbedingt erwähnen sollte man das M-Zonen-System. Das sollte speziell einem Anfänger schonmal sehr gut weiterhelfen, die richtige Strategie für die jeweilige Situation zu finden.

Dazu gibt es doch auch hier einen Artikel und den M-Kalkulator:
http://www.intellipoker.com/articles/?id=1471 (Art.)
http://www.intellipoker.com/articles/?id=2487 (Kalk.)



IP Community Battle - Neu: Sonntags "Players Choice"
Die Karten sind nur dazu da, damit die schwachen Spieler denken, sie hätten eine Chance!
 
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05-01-2009, 20:12
(#5)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
Ach, wie bekannt kommt mir das Eingangsposting vor! Da sprechen mir doch zwei Leute - vor allem der Poster, der vor allem SH Cash Game spielt - aus der Seele. Auch ich spiele eher SH Cash Games, Limit und No Limit.
Und in MTTs bin ich auch so ne tighte Spielerin (wahrscheinlich auch zu tight).
Was ich jetzt Schritt für Schritt probiere - vielleicht hilft das ja - in der gelben M-Zone auch mal so Hände wie zB Broadway-Karten dazu nehmen: A-10, K-10, Q-10 & Co. Oder in LP auch mal einen Call mit so so la la Händen wagen und schauen, was der Flop bringt. Wenn die Pot-Odds gut sind, kann man auch mit mediokren/nicht so guten Start-Händen einen Call wagen und einen Flop ansehen. Vielleicht entwickelt sich die so so la la Hand ja zum wahren Monster? Wer weiss?

In der orangenen Zone sollte man - hat das nicht geholfen - doch mal einen Push/Coinflip wagen, um seinen Stack wieder gesunden zu lassen.

Ich habe gerade gestern den "Harrington" nochmals repetiert. Und besonders eine Zeile hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt.
Zitat aus dem Buch:

"
Niemand erreicht je einen Final Table, ohne dass er ein- oder zweimal seine perfekte Karte trifft
".

Glück gehört zum Poker nun mal dazu. Kein noch so guter Spitzenspieler hat jemals einen Finaltisch ohne Glück erreicht.

Also ist man (fast) komplett card-dead dann ist das wohl einfach "nicht Dein Tag" oder "Pech". Das nächste Mal klappts besser. (Das sag ich mir immer)

Geändert von Eurynnia (05-01-2009 um 20:15 Uhr).
 
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05-01-2009, 20:45
(#6)
Benutzerbild von venomed fire
Since: Jul 2008
Posts: 472
BronzeStar
So ähnlich wie bei abgerammelt lief das bei mir auch ab: Hab allerdings 6max SnGs gespielt und das auch relativ erfolgreich und LAG, am Ende sogar über loose und extrem aggressiv. Das Problem beim Wechsel auf MTTs oder Fulltisch ist wohl, dass man zu tight wird, da man denkt: Ich spiele diese Hand zwar gegen 5 Gegner (eventuell sogar noch turbo), aber gegen 8 ist die Hand zu schwach. Daher hab ich genau das selbe Prob wie der Poster im Moment. Ich erreiche sehr oft die untersten 2 Geldbereiche, aber das war es dann auch. Wenn ich nicht grad total deepstacked bin, wie in der Sunday million, dann geht die Taktik tight zu spielen oft nicht auf. Das M-System ist richtigerweise hier erwähnt worden und es sollte jeder das System kennen. Zu unserem Problem: KQ hat gegen AQ oder AK auch noch 3 outs und gegen AJ sogar 6, also zu tight sollte man nicht spielen. Versuch mal in freerolls testweise eine LAG-Strategie oder andere Strategien und schau, was du am liebsten spielst, und was dich am weitesten bringt.
 
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Ausbildungszentrum - 05-01-2009, 22:54
(#7)
Benutzerbild von Thod Harper
Since: Dec 2008
Posts: 7
BronzeStar
Recht herzlichen Dank für die Tipps. Die allermeisten Artikel im Ausbildungszentrum habe ich bereits mit großem Interesse gelesen. Sobald ich allerdings von der "tight"-Spielweise abrücke, wird es oft für MTTs zu teuer.
Auch das M-Zonen-System ist mir bereits bekannt, den M-Kalkulator habe ich unter den Werkzeugen bereits gefunden.
Die Tipps von Eurynnia waren tatsächlich am hilfreichsten.
Die untersten ein bis drei Geldbereiche erreiche ich übrigens auch bereits mit der "tight"-Spielweise in einem aus zwei bis drei Turnieren.

Aber ich habe selten große stacks. Andere gehen wiederum mit wesentlich schlechteren Blättern ins Rennen, als im Ausbildungszentrum beschrieben, und gewinnen Monster-Pots. Aus diesen großen Stacks spielen die dann super-aggressiv, meist mit großem Erfolg.

Meine Frage also etwas präziser gestellt:
Haben manche Tische einfach zufällig in der Anfangsphase große Pots, aus denen hervorgehend dann der Sieger frühzeitig Monsterstacks im Vergleich zu den anderen Spielern hat, um sie auch mit extrem schlechten Blättern ständig anzugreifen, oder gibt es noch ein anderes Geheimnis, welches im Ausbildungszentrum nicht erwähnt wurde?

Ich bitte vielmals um Verzeihung, wenn manch einer die Fragen zu trivial findet....

Geändert von Thod Harper (05-01-2009 um 23:14 Uhr).
 
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06-01-2009, 00:14
(#8)
Benutzerbild von DrJ_22222
Since: Jan 2008
Posts: 1.200
Also als absoluten Anfänger würde ich dir erstmal dringend davon abraten MTTs zu spielen. Für einen Anfänger ist diese Pokerform sehr ungeeignet.

Zum eigentlichen Thema:
Ein tightes Spiel am Anfang ist auf jeden Fall nicht verkehrt, die Kunst ist nur zu wissen, wann man aufgrund der steigenden Blinds looser werden muss.
Wenn du so tight, wie am Anfang, das ganze Turnier durch spielst, wirst du nie sonderlich weit kommen, da dich in aller Regel irgendwann die Blinds auffressen werden.

Natürlich gibt es gerade am Anfang viele Spieler die sehr schnell einen großen Stack aufbauen, aber diese Spieler verlieren ihren Stack meistens genausoschnell, wie sie ihn gewonnen haben.
Die Spieler, die in der frühen Phase einen großen Stack anhäufen sind in der Regel eher schlechte Spieler.
 
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06-01-2009, 09:47
(#9)
Benutzerbild von mafi1968
Since: Mar 2008
Posts: 246
Zitat:
Zitat von Eurynnia Beitrag anzeigen
...
Was ich jetzt Schritt für Schritt probiere - vielleicht hilft das ja - in der gelben M-Zone auch mal so Hände wie zB Broadway-Karten dazu nehmen: A-10, K-10, Q-10 & Co. Oder in LP auch mal einen Call mit so so la la Händen wagen und schauen, was der Flop bringt. Wenn die Pot-Odds gut sind, kann man auch mit mediokren/nicht so guten Start-Händen einen Call wagen und einen Flop ansehen. Vielleicht entwickelt sich die so so la la Hand ja zum wahren Monster? Wer weiss?
...
So einfach ist die Sache nicht. Generell sind Kombinationen wie QT oder KT (und z. T. auch AT) so genannte Trouble Hands. Häufig gewinnt man mit diesen Händen kleine Pots und verliert die großen. Ich bemühe mich in der gelben Zone vor allem meine Chips zusammen zu halten. Viel zu leicht verbrennt man sukzessive seine Chips in spekulativen Händen, die zu selten treffen und plötzlich findet man sich in der orangen Zone wieder, viel früher als es nötig gewesen wäre. AT in später Position wird auf alle Fälle geraist, sollte vorher nur gelimpt worden sein, oder gefoldet, falls schon einmal geraist wurde. Der Schlüssel ist nicht "tight" oder "aggressive" sondern "tight-aggressive". Mit AT bei fehlender Action nur zu limpen ist viel zu passiv.

Wichtig ist, sich die richtigen Spots zu suchen um Druck zu machen. Eigentlich möchte man in der gelben und später in der orangen Zone gar nicht mehr limpen sondern immer open-raisen, reraisen oder folden. Vielversprechende Situationen, die einen limp rechtfertigen, also in denen man die richtigen Odds bekommt (und Position hat, ganz wichtig!) sind in dieser Phase des Turniers sehr selten. Konsequenterweise folde ich in der gelben und später der orangen Zone auch kleine Pocket-Pairs in früher und mittlerer Position, wenn ich keine Chance habe zu open-raisen. In der orangen Zone werden kleine Pocketpaare wiederum nur aus späten Positionen gepusht und auch nach einem openlimper gefoldet.


Zitat:
Zitat von Thod Harper Beitrag anzeigen
...
Die untersten ein bis drei Geldbereiche erreiche ich übrigens auch bereits mit der "tight"-Spielweise in einem aus zwei bis drei Turnieren.

Aber ich habe selten große stacks. Andere gehen wiederum mit wesentlich schlechteren Blättern ins Rennen, als im Ausbildungszentrum beschrieben, und gewinnen Monster-Pots. Aus diesen großen Stacks spielen die dann super-aggressiv, meist mit großem Erfolg.

Meine Frage also etwas präziser gestellt:
Haben manche Tische einfach zufällig in der Anfangsphase große Pots, aus denen hervorgehend dann der Sieger frühzeitig Monsterstacks im Vergleich zu den anderen Spielern hat, um sie auch mit extrem schlechten Blättern ständig anzugreifen, oder gibt es noch ein anderes Geheimnis, welches im Ausbildungszentrum nicht erwähnt wurde?

Ich bitte vielmals um Verzeihung, wenn manch einer die Fragen zu trivial findet....
Das hört sich danach an, als ob Du etwas zu tight-passiv spielst. Generell muss man auch mal riskieren vor dem Geld auszuscheiden (z. B. mit AT aus später Position Druck machen), wenn man an den Final Table will. Die Kunst ist wirklich, sich die richtigen Spots für seine Moves zu suchen. Schau mal in meinen Blog rein, dort habe ich - teilweise sehr ausführlich - über meine MTTs berichtet.

Das Phänomen mit den frühen großen Stacks gibt es bei jedem großen MTT. Viele dieser Bigstacks sind sogenannte Ghoststacks, weil es zu Beginn des Turnieres viele Gambler gibt, die mit jedem (auch niedrigen) Pocket-Paar, z. T auch mit Connectors wie KQ o. ä., ihre Chips reinstellen und Karten vergleichen. Die Stacks dieser Leute sammeln sich bei einige wenigen Leuten und werden im Verlauf des Turniers i. d. R. sukzessive wieder an die "echten" Pokerspieler verteilt. Der Chipleader in den ersten Leveln des MTT sitzt selten am Final Table. Viel wichtiger für erfolgreiches Turnierspiel ist es, den average Stack und die M-Zonen im Auge zu behalten und sein Spiel entsprechend anzupassen.

Deine Fragen sind übrigens keineswegs trivial, wie man an der Spielweise vieler (erfolgloser) MTT-ler sieht.
 
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06-01-2009, 10:25
(#10)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
An mafi:

Hey Danke!
Ah ja und suited-connectors sind ja in der gelben u organgen Zone gar nicht spielbar, bzw. höchstens zum stehlen. Und von teuren Draws ist natürlich auch abzusehen, es sei denn man hat irgendwie ein Paar uuuuund einen Draw, da kann man pushen, man ist über 50% Favorit.
Was ich allerdings auch schon gemacht habe, ist quasi "alles auf eine Karte gesetzt". Falls man einen Draw hat und Fold-Equity kann man pushen, weil es zwei Möglichkeiten gibt, den Pot zu gewinnen: Jetzt gleich oder man macht den Draw (Chance um die 30-35%, je nachdem was für ein Draw).

Natürlich muss man mit Trouble Hands sehr gut aufpassen und ganz gut lesen! AT, QT, KT, QJ, KJ, KQ sind mir persönlich allerdings immer noch lieber als unsuited-Baby-Asse oder sonstige mediokre/schwache Hände wie J-9, Q-8 ....

Aber klar ist: Man muss im Turnier auch mal etwas riskieren! Und viel Mut fassen!

Auch ich komme meist ITM, aber nicht ins Grosse Geld.

Ich denke, es braucht viel Übung, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann "ES an der Zeit ist", um zu pushen, etwas zu riskieren & Co.

Inzwischen pushe ich selbst fast ein bisschen zu früh oder zu spät.

Neulich hatte ich :

Ich war in middle Position, vor mir zwei Limper

Die Blinds waren 75/150, ich hatte noch 2800 Chips

Also ging ich all-in mit meiner Kournikova

Der eine Limper callte und zeigte

Das Paar hielt Stand und ich flog raus.

Weiss jetzt nicht, ob ichs richtig gemacht hab.....?
 



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