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check-raise am turn - 28-11-2007, 10:35
(#1)
Benutzerbild von skyflyhi
Since: Nov 2007
Posts: 2.231
Liebe Freunde des Pokers,

ich spiele relativ wenig FL, beobachte aber immer wieder auf PokerStars die Profis, gerne auch stundenlang.
Es gibt da einen Standardmove, der geht in etwa so:
1.) 2 Spieler bleiben nach dem Flop übrig
2.) 1 Spieler hat die Initiative, hat also bspw. preflop und flop als letzter gebettet und ist in position
3.) Dieser Spieler bettet und kriegt einen raise
4.) Der bettende Spieler zahlt (das ist wohl der Knackpunkt) den raise
5.) Der bettende Spieler gewinnt, bspw. top pair oder bottom pair
6.) Der check-raisende Spieler hatte nichts (Ax normalerweise, manchmal faces), da ich sowas immer wieder sehe, nun die Frage:
Wie heisst dieser move? Wie rechnet sich der?

LG
sky
 
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28-11-2007, 11:14
(#2)
Benutzerbild von Scots75
Since: Aug 2007
Posts: 829
Wie der Move genau heißt kann ich Dir nicht sagen.
Allerdings wird er, wie Du schon gesagt hast, recht häufig verwendet.
Bei zwei übrig gebliebenen Spielern in einer Hand ist das Bluffen recht wichtig.
Wird zu Dir gecheckt, spielst Du an.
Du spielst an, wenn Du etwas hast, Du spielst in den meisten Fällen aber auch mit einem Bluff an.

Nun kommt es auf die Reaktion des Gegners an:
Fold: klar, Hand gewonnen, Gegner hatte nichts oder sah sich hinten
Call: in meinen Augen die schwierigste Entscheidung, da der Gegner alles haben kann. Made Hand, ausbaufähige Hand, nur Luft wird er nicht haben
Raise: In den meisten Fällen ist hier davon auszugehen, dass man mit seinem Bluff hinten liegt, da der Gegner schon eine Hand hat. Der Check war dazu da, um Geld in den Pot zu bekommen, den Gegner zu locken!

Beim Fixed Limit ist eine Art Conti Bet wie beim NL sehr schwierig. Dieser Move kann Dir aber einen Anhaltspunkt über die Stärke Deiner Hand liefern.

Gruß
Scots75
 
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28-11-2007, 11:36
(#3)
Benutzerbild von Keule23
Since: Oct 2007
Posts: 51
Zunächst einmal, je höher das Level desto aggressiver wird gespielt.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, meinst du 'Raise for free showdown'? Man Raised in Position am Turn um den River free (vergleichbar mit Raise for Freecard am Flop) zu bekommen.
Die Vorteile sind in Kürze: 1. Der Gegner kann am Turn folden. Ich gewinne den Pot. 2.) Wenn ich am Turn 3-Bettet werde, weiß ich das ich die schlechtere Hand habe und muss folden ohne das ich zusätzliche Kosten gehabt hätte.
Nachteil: Der Gegner kann am River wieder betten und bringt mich womöglich zu einer schwierigen Entscheidung.

Ein normaler Check-Raise beruht hingehen meist auf die Erhöhung der Potgröße, verbunden mit der dadurch zusätzlich Aggressivität.
 
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28-11-2007, 12:36
(#4)
Benutzerbild von skyflyhi
Since: Nov 2007
Posts: 2.231
Zitat:
Zitat von Keule23 Beitrag anzeigen
Wenn ich dich richtig verstanden habe, meinst du 'Raise for free showdown'?
Hört sich gut an. Also es ist der Spieler mit bspw. Ax oder faces, der den turn out of position check-raised und zwar ohne Paar bzw. made hand. Manchmal hat der einen Ansatz, manchmal eigentlich nur das A als "Hoffnungskarte".
Meinst Du die Kombination aus sd-value und fold equity macht diesen move profitabel?

Zitat:
Zitat von Keule23 Beitrag anzeigen
Man Raised in Position am Turn um den River free (vergleichbar mit Raise for Freecard am Flop) zu bekommen.
Hrgg, dann habe ich doch was anderes gemeint.

Zitat:
Zitat von Keule23 Beitrag anzeigen
Ein normaler Check-Raise beruht hingehen meist auf die Erhöhung der Potgröße, verbunden mit der dadurch zusätzlich Aggressivität.
Ich sehe diesen move sehr oft, oft ist er erfolglos (wenn er den Gegner rausblufft kriege ich den move natürlich nicht zu sehen ). Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass die das nur machen um unberechenbar zu bleiben, d.h. die investieren in ein Spiel bspw. 0,2 BBs (so viel kostet der move möglicherweise im Durchschnitt) um dann in anderen Händen ausgezahlt zu kriegen?

Zitat:
Zitat von Scots75 Beitrag anzeigen
Beim Fixed Limit ist eine Art Conti Bet wie beim NL sehr schwierig. Dieser Move kann Dir aber einen Anhaltspunkt über die Stärke Deiner Hand liefern.
Sehe gerade, dass Du hier mod bist, coole Software habt Ihr hier!
(Den content (die Blogs sind aber super, da hatte ich schon meine Nase drin) muss ich noch auschecken, bin neu hier.)

Geändert von Scots75 (28-11-2007 um 13:43 Uhr). Grund: Bitte Edit Funktion benutzen, keine Doppelposts!
 
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28-11-2007, 13:22
(#5)
Benutzerbild von oblom
Since: Nov 2007
Posts: 1.274
Das ist die Standardline mit einem Draw OOP gegen einen Preflopraiser.

Im Vergleich zum passiven c/c Flop, c/c Turn erzeugst Du hier für nur 1SB mehr Fold Equity, die Dir oft genug den Pot bringt, wenn der Preflopraiser nicht improvt.

Die Gefahr ist, dass Du am Flop ge-3-bettet bzw. am Turn geraist wirst, daher wirst Du den Move bevorzugt auf Low Flops, die dem Aggressor oft nicht geholfen haben, machen, während Du auf einem Flop mit High Cards auch passiv nach Odds und Outs callen kannst.
 
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28-11-2007, 13:46
(#6)
Benutzerbild von Scots75
Since: Aug 2007
Posts: 829
Zitat:
Zitat von skyflyhi Beitrag anzeigen
H
Sehe gerade, dass Du hier mod bist, coole Software habt Ihr hier!
(Den content (die Blogs sind aber super, da hatte ich schon meine Nase drin) muss ich noch auschecken, bin neu hier.)
Danke für das Lob.
Scheu Dich nicht, weitere inhaltliche Fragen zu stellen.
Von Fragen lebt der Inhalt eines Forums!

Viel Spaß weiterhin!

Gruß!
 
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check-raise OOP am turn mit/ohne draw - 28-11-2007, 14:04
(#7)
Benutzerbild von skyflyhi
Since: Nov 2007
Posts: 2.231
Zitat:
Zitat von oblom Beitrag anzeigen
Das ist die Standardline mit einem Draw OOP gegen einen Preflopraiser.
Die machens - wie auch geschrieben - auch ohne draw. Gibts hier irgendwo vielleicht Material dazu?
Und der Spass kostet immerhin 2 BBs, vgl. mit dem sicherlich weaken fold. Aber wenn nix da ist?
 
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28-11-2007, 19:29
(#8)
Benutzerbild von oblom
Since: Nov 2007
Posts: 1.274
Zitat:
Zitat von skyflyhi Beitrag anzeigen
Die machens - wie auch geschrieben - auch ohne draw. Gibts hier irgendwo vielleicht Material dazu?
Und der Spass kostet immerhin 2 BBs, vgl. mit dem sicherlich weaken fold. Aber wenn nix da ist?
Na ja, das sind halt Metagame-Geschichten, mit denen ich mich auf meinem augenblicklichen Level noch nicht so beschäftigen muss. Die Luft auf den hohen Limits wird allmählich dünner, und die Regulars kennen sich schon sehr gut. Für Maximum Deception werden da gerade heads-up wilde Moves eingelegt.

Es stimmt schon - auf den Ultra-High-Stakes schaut FLHE auf den ersten Blick ganz ähnlich aus wie auf den Microlimits. Nur die einen wissen halt, warum sie so spielen (hoffentlich!), und die anderen nicht!
 
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30-11-2007, 14:54
(#9)
Benutzerbild von Kyuss7
Since: Aug 2007
Posts: 291
Genau Oblom triff es genau auf den Punkt. Auf den höchsten Levels sieht man oft Spieler , die auf den ersten Blick sehr seltsame , bzw. schwache Moves machen. Doch als Außenstehender kriegt man oft nit mit , dass zwischen diesen Spielern fast immer irgend eine Vorgeschichte existiert.
 
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22-12-2007, 23:30
(#10)
Benutzerbild von Dani-münchen
Since: Dec 2007
Posts: 85
Ich erwisch mich auch manchmal, ewig den profis bei den high stakes zuzuschauen, und versuch mir auch den ein oder anderen move abzuschauen.
Aus deiner Geschichte lernt man, dass ein checkraise am turn dazu benutzt wird um zu wissen wo man steht, wird gereraised, weiß man dass man geschlagen ist.