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Handanalyse JJ nach ReRaise und Push nach uns [Wunsch]

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Handanalyse JJ nach ReRaise und Push nach uns [Wunsch] - 24-02-2009, 13:11
(#1)
Gelöschter Benutzer
Moin,

auf Wunsch einiger User werde ich hier nochmals die JJ Hand aus meinem letzten Handanalysetraining reinstellen und erneut analysieren. Die Probleme mit der Rechnung kamen leider deswegen zu Stande, da ich mitten im Training bemerkt hatte, dass meine Notizen falsch waren und ich alles im Kopf machen musste. Dabei hatte ich mich wohl etwas selbst geleveld Kommt nicht wieder vor.

PokerStars No-Limit Hold'em, $1.00 BB (9 handed) - Poker-Stars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

saw flop | saw showdown

UTG ($121.40)
UTG+1 ($107.80)
Hero (MP1) ($27.50)
MP2 ($127.30)
MP3 ($98)
CO ($22.20)
Button ($102.60)
SB ($51.55)
BB ($19)



Preflop: Hero is MP1 with ,
UTG calls $1, 1 fold, Hero bets $5, 2 folds, CO raises to $22.20 (All-In), 1 fold, SB raises to $51.55 (All-In), 2 folds, Hero calls $22.50 (All-In)

Flop: ($79.20) , , (3 players, 3 all-in)

Turn: ($79.20) (3 players, 3 all-in)

River: ($79.20) (3 players, 3 all-in)

Total pot: $79.20 | Rake: $3
Main pot: $68.60 between Hero, CO and SB, won by Hero
Side pot 1: $10.60 between Hero and SB, won by Hero

Results in white below:
SB had , (high card, Ace).
Hero had , (three of a kind, Jacks).
CO mucked , (one pair, Kings).
Outcome: Hero won $76.20


So los gehts
UTG limpt in den Pot. Imo wird er hier eine Range von any Pair, any Broadway und vielen suited Connectors halten.
Wir sitzen mit 27,5BBs in MP und warten auf den BB um den Tisch zu verlassen. Eigentlich sollten wir in dieser Situation nur noch AA und KK spielen. Unser Hero war aber der Überzeugung, dass er hier auch JJ profitabel spielen kann und isoliert damit den UTG Limper. Kann man machen, muss aber jeder für sich selbst entscheiden!
Nun pusht der Shortstack hinter uns drüber. Laut SHC wird er dabei eine Hand wie JJ+, AK halten. Gegen diese Handrange haben wir exact 36,5% Equity. Da wir unseren Gegner covern beträgt der effektive Stack in diesem Falle 22.2$.
Nun pusht noch der SB drüber. Hier wird es nun etwas shcwieriger die Handrange zu bestimmen. Um gegen 2 Shortstacks reinzustellen benötigt er schon eine sehr starke Hand. Die Handrange würde ich daher mit: QQ+,AKs angeben. Gegen diese Handrange haben wir nur noch 24,9% Equity. Da er uns hier covert ist unser Stack für den Sidepot der effektive Stack. Für den Mainpot bleibt der effektive Stack gleich dem des andren ShortStacks.
Wir müssen also an der Stelle unsere Equity für den Main Pot und den Sidepot getrennt betrachten.

Berechnung der Pot Odds:
- UTG-Limp 1$
- Unser Isolationsraise 5$
- Shorty Push 22.2$
- SB Push 27.5$(Da hierbei unsere Stacksize die effektive ist und der Rest zum SB returned)
- BB 1$
=> Aufaddiert: 56.7$ sind im Pot. Demgegenüber müssen wir noch 22.5$ in den Pot investieren. Das macht Pot Odds von 56.7$:22.5$ <=> 2.52 : 1 => Wir müssen also in einem von 3.52 Fällen gut sein um Callen zu können. Das entspricht ~ 28,4% Equity die wir benötigen um Callen zu können. Auf den Mainpot(gegen beide Spieler) haben wir ~19.5% Equity. Die Pot Odds sprechen also klar für einen Fold! (Anmerkung: Ich habe die Potodds hier nur für den Mainpot incl. den Sidepot berechnet und angenommen, dass wir auf beide Pötte die 19,5% Equity haben. Den Sidepot wollte ich hier nicht noch extra aufschlüsseln, bezieht man ihn mit ein dann werden die Pot Odds etwas besser, allerdings bei weitem zu schlecht für einen Call.)

Rechnen wir an dieser Stelle mal den EV des Calls aus:
In 19.54% der Fälle gewinnen wir den Main Pot in Höhe von 68.6$. Das entspricht: 1340.44$ Gewinn Demgegenüber steht ein Verlust von: 1810.35$. => EV: -4.69$ Wir verlieren also bei jedem Call im Schnitt 4.7$!

Dabei haben wir den Sidepot außer Acht gelassen! Diesen gewinnen wir immerhin in 24.9% der Fälle gegen den SB! Wir gewinnen also zusätzliche 263,94$. Berechnen wir den Sidepot mit in obige EV Kalkulation so erhalten wir einen gesamten EV auf den Call von: (1340.44$ + 263,94$) - 1810.35$ = 1604.38$ - 1810.35$ => EV: -2.05$

Wir sehen also, dass wir bei jedem Call 2BBs verlieren!

Geändert von Gelöschter Benutzer (24-02-2009 um 13:35 Uhr).
 
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24-02-2009, 14:21
(#2)
Benutzerbild von Sportklub
Since: Jan 2008
Posts: 141
Danke, sehr netter Beitrag.

Hätte jedoch eine Anmerkung dazu:
Du gibst dem SB eine gewisse handrange (QQ+,AKs),
doch im Endeffekt pusht er mit AQs, diese Hand
hast du aber in deinen Berechnungen nicht berücksichtigt.
So würde die EV-Berechnung ein bisschen sympathischer werden...
 
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24-02-2009, 14:42
(#3)
Benutzerbild von Vigil
Since: Oct 2007
Posts: 662
Wenn wir davon ausgehen, das der SB halbwegs weiß, was er tut, sollte er wissen, daß mindestens einer der Shortstacks nach SSS spielt. Demnach sollte ihm klar sein, das die Spieler vor ihm ihre Moves nur mit JJ+ und AK machen. Selbst wenn der SB von SSS gar keine Ahnung von der SSS hat, sollte ihm klar sein, das AQ nicht zu der Range an Händen gehört mit denen er hier weit kommen kann. Insofern ist für unsere Berechungen AQ keine Option. Selbst wenn wir ihm AQ geben würden, änderte der negative EV nur minimal.

Gruß

Vigi
 
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24-02-2009, 18:06
(#4)
Benutzerbild von El91Can
Since: Aug 2007
Posts: 1.370
Bei jedem halbwegs normalen Spieler im SB müssen wir davon ausgehen, dass er eine bessere Hand als AQo hält. Klar gibt es immer wieder Gambler, die mit jedem ATo+ hier reinstellen. Aber dann ist uns dieser Spieler schon zuvor aufgefallen, und ändert eh relativ wenig am Ausgang.

Fazit: PF fold hätte hier den größten EV!!!!


Da der UTG-Limper den SB covert, hätte ich normalerweise bei dem SB nur AA erwartet, da ja der Spieler UTG auch ein Monster (QQ+) nur gelimpt haben könnte.

Geändert von El91Can (24-02-2009 um 18:09 Uhr).
 
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10-03-2009, 12:09
(#5)
Benutzerbild von Dedomas
Since: Aug 2007
Posts: 203
Das mag ich an Poker gar nicht: (grobe) Fehler werden belohnt...suckout für den, der richtig gespielt hat .
Der SB mag sich gedacht haben, er riskiert nur seinen halben Stack (dass der Limper wegwirft ist ziemlich sicher)..aber mit AQs zu pushen ist m.E. schon sehr optimistisch, weil er nicht von einer HU-Situation ausgehen kann.
Der Hero-Call ist dagegen ein Paradebeispiel von Donk-Play, das fürstlich entlohnt wird...und nach dem Motto: Wer gewinnt hat recht....wird der Spieler das sicher nicht einsehen, dass er schlecht gespielt hat....glauben wir mal daran, dass er das auf lange Sicht zu spüren kriegt (allerdings würde ich dafür nicht meine Hand ins Feuer legen wollen, es gibt nun mal Menschen, die haben mehr Glück , andere weniger )
 
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10-03-2009, 12:32
(#6)
Benutzerbild von 2$killed4u
Since: Jan 2009
Posts: 307
ich finde den call hier auchnicht wirklich gut, weil dem 2. all in muss man einfach eine bessere Handrange geben als das bei AQ der Fall ist, sonst könnten wir ja auch gleich von TT mit ausgehen, wenn wir deken, er will geld verschenken.
Also nochmal danke für die echt ausführliche und vor allem verständliche Berechnung
 
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16-03-2009, 20:21
(#7)
Benutzerbild von Revager
Since: Sep 2007
Posts: 289
BronzeStar
es ist hier tatsächlich sehr oft der Fall, dass keiner unserer beiden Gegner AA, KK oder QQ hat. die Entscheidung ist trotzdem extrem Grenzwertig und muss sehr gut durchdacht werden
 



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