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Die Sache mit der Mathematik

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Die Sache mit der Mathematik - 28-02-2009, 23:28
(#1)
Benutzerbild von stbaac07
Since: Feb 2009
Posts: 12
BronzeStar
Hallo!

Zuerst einmal gratuliere ich mir selbst zu meinem ersten Beitrag und begrüße euch recht herzlich .

Hätte den Beitrag auch "Glück und Pech gleichen sich nicht aus" nennen können.

Ich weiß nicht, wie viele zig oder gar hunderttausend Hände ich nun schon gespielt habe. Würde mich aber selbst als "fortgeschrittener Anfänger" bezeichnen.

Habe sowohl Cash-Games als auch Turniere gespielt, wobei ich mich in letzter Zeit eigentlich nur noch auf Turniere beschränke, da ich mich dort weniger schwarz ärgern muss, wenn es mal nicht klappt.
Eigentlich habe ich auch weniger Probleme damit, in die Gewinnränge zu kommen. Es reicht aber jedes 2.-3. Mal (bis auf Ausnahmen) nur, um das Buy-In zu verdoppeln. Dabei ist meine Spielweise keineswegs zu abwartend, bin mir aber auch nicht zu schade, mal gute Hände wegzulegen, wenns mir nicht geheuer ist. Auf lange Sicht kommt man so aber auch ein wenig ins Minus.

Aber wie ihr wisst warten die vernünftigen lohnenden Gewinne erst am Final Table oder wenigstens knapp drunter (je nach Teilnehmerzahl).
Ich akzeptiere es voll und ganz, wenn ich mit einer schlechteren Hand geschlagen werde. In Turnieren sollte man seinen Chipstapel schon so weit erhöht haben, dass man gewisse Hände verschmerzen kann. Wenn nicht, ist man halt draußen. Hier muss man halt den sogenannten "Braten" riechen können, um erfolgreich zu spielen.

Mein Problem ist aber, dass ich jedes Mal sobald ich in den Gewinnrängen bin mit wesentlich besseren Karten verliere. Da geht es meist um so große Pötte, dass dies meistens schon ein Ausscheiden bedeutet. Ein symptomatisches Beispiel von gestern:

1 § - Turnier mit 3000 Teilnehmern. Befinde mich unter den letzten verbliebenen 85 Leuten und bin schon lange Zeit in den Gewinnrängen (aber lohnen tut sichs trotzdem noch nicht).

Habe einen beachtlichen Chipstapel von 28000 Chips. War zwar nicht Top10, aber immer noch besserer Schnitt. Sitze im BB und habe AA auf der Hand.
In MP geht ein Spieler (25k Chips) all-in. Da gehe ich natürlich mit. Er hat 8 8.
Der Flop kommt (und jetzt achtet mal auf die üble Art des Verlierens): 4 5 7 (Rainbowflop)
Turn: A (habe Drilling)
River: Na, erraten, was natürlich kommt? ... 6

Brauche ja nicht zu erwähnen, was 25k weitere Chips für den Turnierverlauf für mich bedeutet hätten.

Tja, und dies ist leider keine Seltenheit. Nein, ich gehe sogar so weit zu sagen, bei mir ist es ab den Gewinnrängen die Regel. Wenn er mit nem 8er-Drilling gegen meine 2 Asse gewonnen hätte ok, aber mit nem Straight?

Ich weiß, was Bad Beats sind, ich weiß ebenso, was man Spielern sagt, die einen schlechten Lauf haben, um sie zu ermutigen. Dass Glück und Pech sich auf Dauer ausgleichen. Ich kann ja noch nicht einmal sagen, dass bei mir grundsätzlich alles schlecht läuft. Aber sobald es einmal um etwas mehr geht, verlässt mich das Glück total - und zwar immer.

Weiteres Beispiel: Spiele vor 3-4 Tagen eine Intellipoker-Freeroll mit 4000 Teilnehmern. Die ersten 18 Plätze bekommen ein Ticket für das heutige 10$-Turnier. Ich komme unter die ersten 18. Aber es ging quasi nur um das Ticket.
Heute spiele ich das 10$-Turnier (also wo es mal laut meinem Geldbeutel um etwas mehr als nur 5 Dollar oder so geht^^) und bekomme wirklich die ganze Zeit nur 7 3 oder 9 3 unsuited. Klar, es geht ja auch um etwas, warum mir auch nur einmal vernünftige Karten austeilen? Ich verzichte auf jegliches Callen. Getroffen hätte ich nichts, selbst wenn ich gespielt hätte - also 0 Chance.
Mein Chipstapel reduziert sich von 1500 auf 970 Chips, ohne gespielt zu haben.
Dann calle ich mit K K, verliere aber gegen 8 T. Glücklicherweise habe ich noch 550 Chips über, da der Gegner noch weniger Chips hatte. Bekomme A K, womit ich einfach All-In gehen muss mit diesem kleinen Chipstapel. Verliere am Ende gegen A Q. Das wars. Hatte ich vor 3-4 Tagen mein Glück bei der Freeroll schon überstrapaziert?
Warum spiele ich eigentlich nur bei Turnieren erfolgreich, wo es um die goldene Ananas geht?

Könnte jetzt noch hunderte weitere solche Ergebnisse aufzählen, aber beschränke mich wirklich nur auf die letzten 3 Tage. Dies zieht sich aber wie ein roter Faden über Jahre (spiele seit ca. 3,5 Jahren).
Aufs Cash-Game möchte ich gar nicht eingehen, da ist es noch viel dramatischer. Da baut man sich immer langsam auf, und bekommt am Ende jedes Mal doch den Dämpfer.

Bei jedem ähnlichen Posting werden Spieler damit vertröstet, dass sie alles richtig gemacht haben und sich bei einigen hundert Händen alles mal ausgleichen sollte. Entschuldigung, aber bei mir sinds vielleicht 50.000 oder mehr Hände.

Ich spiele weder unvernünftig noch gedankenlos, aber in jeder wirklich entscheidenden Situation hab ich unendliches Pech.

Sicherlich stellt sich euch die Frage, warum ich mich beklage, wenn ich doch relativ regelmäßig wenigstens in die Gewinnränge rutsche. Da muss ich ja auch Glück für gehabt haben. Ist sicherlich so, keine Frage, daher läuft ja auch nicht grundsätzlich alles schlecht. Was mich nur wundert, warum es in den entscheidenden Spielsituationen immer so dermaßen schlecht läuft. Also ich kenne keinen Spieler, der in o.g. Bsp A A gefoldet hätte.

Ein weiteres Bsp. zum Verdeutlichen des Problems nur auf andere Art:
Spiele ich 1 $-Turniere (Double or Nothing) gewinne ich mind. 7 von 10. Mache ich nach einer längeren Erfolgsphase dann mal ein 5 $ Double or Nothing auf, so versage ich jämmerlich. Und das nicht, weil die Gegner wesentlich anders spielen würden. Aber die ungünstigsten Kartenkombinationen häufen sich (für mich) auf dramatische Art und Weise.
Tja, was mache ich falsch? Einige würden sagen, dass ich dann bei niedrigen Limits bleiben sollte. Klar, da ist ja nicht alles schlecht. Aber aus meiner Sicht gesehen müsst ihr verstehen, dass ich dann folglicherweise nicht wirklich voran komme.

Ich finde es nur äußerst merkwürdig, dass ich vielleicht 100 Mal in äußerst guter Position in Turnieren war (z.b. verbleibende 200 Leute von 3000 oder gar 5000) mit nem sehr guten Chipstapel vor mir, dann aber grundsätzlich nie mehr draus wird, es sei denn es handelt sich um eine Freeroll oder TV-Total-10-FPP-Satellite (Rang 1 belegt, anschließend keine Zeit gehabt für das eigentliche Turnier, für dass ich mich qualifiziert hatte^^)).

Also da ist doch echt der Wurm drin...

Gibt es vielleicht Turnierspieler unter euch, die mir das erklären können?
 
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28-02-2009, 23:55
(#2)
Benutzerbild von \iceman XII/
Since: Jan 2008
Posts: 1.546
Grats erstmal^^

Die Erklärung hast du dir schon selbst geliefert: Varianz: 80% preflop heißt nicht, dass ich gewinne!! Auch nicht wenn ich schon 5 mal in dem Spot vorher verloren habe!

Tut mir leid, dass ich das so sagen muss aber das ist mal wieder ein (wenn auch ausführlicher) Heulthread!!

~xii
 
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01-03-2009, 00:01
(#3)
Benutzerbild von stbaac07
Since: Feb 2009
Posts: 12
BronzeStar
Achso, kurzer Zusatz: Die Anzahl Hände bezieht sich auf die insgesamt gespielten (und nicht gespielten) Hände, also nicht überbewerten. Ist sicherlich schwer, über Jahre ohne Tracker da ne genaue Angabe zu machen.


Was die Sache mit den verbleibenden 200 Leuten angeht:
Hier könnte man auf die Idee kommen, mir den Tip zu geben, an Sit and Go-Turnieren mit 180 Leuten teilzunehmen, um jene Situationen zu trainieren. Auch hier habe ich in der Regel keine Probleme mit. Soll heissen, mal schließe ich ein solches Turnier erfolgreich ab und mal nicht. Gleicht sich auf Dauer aus (mit den Buy-Ins und Gewinnen).

Wenn ich also 100 mal ein solches spiele, dann ist da ein gewisser Prozentsatz von auch erfolgreich.
Betrachtet auf 100 Turniere mit mehr als 3000 Teilnehmern (wenn ich unter den letzten verbleibenden 200 Leuten bin) trifft dieser Prozentsatz eben nicht mehr zu. Strenggenommen sogar 0%. Das ist für mich dann eben klar Pech, um noch mal auf das Titelthema der Mathematik zurückzukommen.

@iceman

erstmal danke für deine Antwort.

Einen Heulthread wollte ich sicherlich nicht aufmachen. Kann natürlich sein, dass es Dir so vorkommt, da wahrscheinlich einige ähnliche Beiträge existieren.

Mir ging es darum, mich mit anderen Turnierspielern auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Vielleicht haben diese Leute ja auch einen Tip für mich, d.h. andere Turnierarten vorschlagen oder ähnliches...

*Beiträge zusammengeführt. Bitte beim nächsten Mal Edit Funktion benutzen. Danke!* Paelzer115

Geändert von Gelöschter Benutzer (01-03-2009 um 00:36 Uhr).
 
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01-03-2009, 01:23
(#4)
Benutzerbild von Gyomorrotty
Since: Dec 2008
Posts: 231
Mal ne andere Frage:

Spielst Du, weils Dir Spass macht oder weil Du damit Geld machen willst? Weil wenn es eine Passion ist und Du Freude am Spiel hast und das ohne Verluste wie Du schreibst, dann ist doch alles ok.
 
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01-03-2009, 01:59
(#5)
Benutzerbild von CoLa7687
Since: Aug 2008
Posts: 531
Also ich hätte auch des öfteren schon mal verzweifeln können, dass ich in entscheidenden Situationen mit den besten oder auch kalr besseren Händen verloren habe.
Aber es sit ja wirklich so, dass man auf dauer damit gewinnen wird, allerdings solltest du Dir auch eines vor Augen halten:
wenn du 80% Gewinnchance hast gewinnst du 4 von 5 Malen. Angenommen du ahst nun in einem Turnier 5 Mal Situationen, wo es um alle oder fast alle deine Chips geht, dann ist es einfahc der Normalfall, dass du 1 Mal davon verlierst und somit draußen bist (Beachte, dass amn selten 80 % Chance hat). Das soll jetzt nciht heißen, dass du AA folden sollst, aber dass es nicht unnormal ist, sicher solltest du dann an einem ähnlich wichtigen Spot nächstes Mal gewinnen. Also wenn das alles so stimmt wie du sagst müsste wirklich irgendwann mal der" größere Erfolg" kommen für dich.

paar Tipps:
1. Evtl mehr spielen, heißt jetzt nicht Harakiri oder sonstwas, is auch erfahrungssache, aber wenn du in später Phaser immer nur die allerbesten Hände spielst, dann sit das zu tight
2. andere Tuurnierarten spielen. Je mehr Leute mitmachen, umso mehr spielt Glück eien Rolle, um so "ungerechter" ist die GEldverteilung, weil alles nur um den FT geht
-> spiel doch normale SnG's oder 2-3 TAble, meinetwegen auch 180er vermehrt, bei den ersteren gelangst du schon bei 2,3 gelungen aktionen itm. und 180er sind auch bekömmlicher als größere, einfach wei lder Abstand von itm zum Hauptpool kürzer ist !
 
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01-03-2009, 09:02
(#6)
Benutzerbild von Neon1974
Since: Feb 2009
Posts: 91
Hallo!
Tja, mir geht es ähnlich wie dir. Allerdings hast du das Glück noch ins Geld zu kommen. Ich fliege meist 1 oder 2 Plätze davor raus. Ich spiele fast so wie du, also sehr tight. Denn "tight is right" sagt man hier und man liest es auch überall. Aber wenn man mal einige andere Spieler und ihrer Meinungen dazu liest, dann merkt man, dass aggressive Spieler genau auf Leute wie mich warten. Denn mich kann man ausnehmen, da ich am Anfang ja nur sehr gute Hände spielen soll, ich also viel gegen raises wegwerfe.
Dann kommt es, dass ich mit 1000 Chips rumdümmpel, wo die meisten Anderen mit 5000-20000 am Tisch sitzen. Also kaum noch eine Chance zu aggieren geschweige denn, mal die Blinds stehlen zu können, da ich mindestens von einem permanent gereraist werde. Und das dann so hoch, dass es mehr als mein Stack ist.
Habe ich dann z.B. AKs und schiebe den kümmerlichen Rest in die Mitte, verliere ich z.B. gegen 92o. Ich fliege als 13. aus dem Turnier. Alle freuen sich, denn am Platz 12 gibt es Kohle!

Du siehst, es gibt Leute, denen geht es noch schlimmer wie dir. Wenn du meist ins Geld kommst, sei froh! Dann bekommst du deinen Einsatz zumindest wieder raus.
 
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01-03-2009, 11:29
(#7)
Benutzerbild von HeikePface
Since: Feb 2009
Posts: 1
BronzeStar
Hallo also ich kenn das auch so,

aber es ist ja nicht so das dich deine Hole cards stark mache,

sondern die karten die du triffst auf dem Flop. Ich hab gestern zum Beispiel die Asse wegwerfen müssen. Da auf dem Flop 2 Könige waren und ie 2 Spieler vor mir schon richtig darauf geraist haben.

Oder wir nehmen mal ein Spiel am Final Table, wir waren nur noch 4 Spieler, ich hab die Asse in der Hand. Chipleader hat die Könige wir betten einen schönen Pot und die letzte Karte auf dem River kommt der dritte König. Der Pot war weg ich aber noch nicht. Innerhalb von 15 Minuten kamen 4 x die Asse und die Könige in meine Hand, davon 2 x hintereinander die Könige. War echt seltsam und hab 4 Platz gemacht.

Nun war leider nur Spielgeld aber echt seltsam das Spiel.
 
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Das Ding mit den klar besseren Haenden - 01-03-2009, 12:22
(#8)
Benutzerbild von karstenkloss
Since: Jan 2009
Posts: 632
Servus,

wer schon vor dem Flop all-in geht, darf sich ueber haufige "Bad-Beats" nicht beschweren. Wenn ich den Flop sehe, kann ich die Staerke meiner Hand wesentlich besser einschaetzen. AA ist zwar ein schoenes Blatt, aber meist nicht sonderlich ertragreich. Meistens gewinnt man kleine Pots und verliert grosse. Ertragreich wird AA meist nur dann, wenn ein ander Spieler AK hat und auf dem Flop das A kommt.
Ich freue mich mehr ueber kleine Pocket-Pairs (22-99). Wenn man das Set floppt, ist das fuer die anderen Spieler sehr unverdaechtig und man kann grosse Pots ohne grosses Risiko gewinnen.

 
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01-03-2009, 13:29
(#9)
Benutzerbild von Sturmfried77
Since: Feb 2008
Posts: 488
Bei Turnieren mit 3000 Teilnehmern und mehr ist der Glücksfaktor sehr hoch. Es lässt sich gar nicht vermeiden, dass man in Coinflipsituationen oder wie du beschrieben hast in 80:20 Situationen kommt. Eines sollte Dir aber aufgefallen sein bei den Händen die du gepostet hast. Du bist immer als Favorit ins Rennen gestartet und hast demzufolge keinen Fehler gemacht. Dies wird sich auf lange Sicht auszahlen und ist doch ein guter Weg für erfolgreiches Poker. Also aufhören mit dem Geheule weil dein Ansatz scheint zu stimmen.
 
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01-03-2009, 13:58
(#10)
Benutzerbild von Gyomorrotty
Since: Dec 2008
Posts: 231
Zitat:
Zitat von karstenkloss Beitrag anzeigen
Servus,
AA ist zwar ein schoenes Blatt, aber meist nicht sonderlich ertragreich. Meistens gewinnt man kleine Pots und verliert grosse.

Sorry, aber das ist völliger Quatsch! Ich selber warne auch immer davor AA zu überschätzen, aber man sollte schon genau wissen, was man mit der besten Starthand so alles anstellen kann.

Zitat:
Zitat von karstenkloss Beitrag anzeigen
Ich freue mich mehr ueber kleine Pocket-Pairs (22-99). Wenn man das Set floppt, ist das fuer die anderen Spieler sehr unverdaechtig und man kann grosse Pots ohne grosses Risiko gewinnen.
Da ist was Wahres dran, aber spekulative kleine Pocketpairs treffen nur in ca. 10% der Fälle ein Set.