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Change-Gears-Spielkonzept?

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Change-Gears-Spielkonzept? - 02-04-2009, 11:39
(#1)
Benutzerbild von Lamengo
Since: May 2008
Posts: 369
Hallo,
wer kann mir über Change-Gears-Spielkonzept etwas neues erzählen?
Das Konzept besagt, das man Zeit zu Zeit seine Spielweise verändern soll, um undurchschaubar zu bleiben. Klingt einfach,ist aber sehr schwehr. Ich benutze es leider sehr wenig, weil es schwer fällt, Z.B. mit zwei beliebigen Karten in frühere Position Reisen, oder sogar Re-reisen?... und s.w.
Natürlich es ist mir klar, das meine Gegner sind keine schlechte Spieler und beobachten mein Spiel und versuchen meine Spielweise zu lesen, so wie es ich mache, oder sogar viel besser als ich. Solche Spielsituationen erstehen sehr oft. Sobald ich mein recht tighte Immage aufgebaut habe und spiele nur gute Starthände bin ich sehr leicht zu lesen. Ab diesen Punkt bekomme ich kaum Aktion. Hier versuche ich andere Starthände aggressiver zu spielen um ein Paar Stellversuche starten, aber treffe sofort auf ein Wiederstand.Verliere fast die Hälfte meinen Stack. Dann spiele mein tighte Spiel weiter und in meisten Fällen werde von Blinds aufgefressen.
Wo liegt mein Problem? Verstehe ich Falsch Change-Gears-Spielkonzept?
 
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02-04-2009, 11:59
(#2)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Wichtig ist zu beachten, wie die Gegner Dich wahrnehmen. Angenommen, Du bekommst zu Beginn eines Turniers sehr gute Karten, zB KK, AQ, AJ, TT, 99, und spielst die alle aggressiv, gewinnst manchmal pre und manchmal am Flop den Pot, ohne zeigen zu müssen; Sicher hast Du tight gespielt, aber Deine Gegner könnten das anders wahrnehmen; für sie bist Du sehr aggressiv und kämpfst um jeden Pot. Der um,gekehrte Fall wäre, dass Du ziemlich carddead bist um kaum am Spiel beteiligst; wenn Deine Gegner Dich dann als tight einstufen, kannst Du hier und da mal - gegen sehr gut ausgewählte Ziele - einen Angriff starten.

Du darfst auch Deine Gegner nicht aus den Augen verlieren; Wenn jemand zB mit 99 auf einem Board QK4K8 trotz heftiger Action in den SD geht, wird er das sowohl dann tun, wenn Du loose spielst als auch dann, wenn Du ein Rock bist.

Generell wendet man das CG-Konzept an, um sich davor zu schützen, von cleveren, aufmerksamen Gegnern durchschaut zu werden. Daher finde ich das in Turnieren unter 20$ eher unangebracht, da die Gegner hier selten auf Dich achten; die meisten durchschauen sich ja selber nicht^^.

Viel wichtiger ist also, die Gewohnheiten des Gegners zu studieren und sein Spiel daran anzupassen. Bedeutet: Du solltest den gegnerischen Spielweisen mehr Beachtung schenken als Deiner eigenen. Das hat wesentlich mehr Vorteile als einfach phasenweise loose und passiv spielen.

Generell sollte man erst dann den Spielstil umstellen, wenn man sicher ist, durchschaut worden zu sein. Aber nicht alle Gegner am Tisch durschauen Dich; Gegen die Gegner, die Dir keine Beachtung schenken, solltest Du einfach weiter Deine standard-Lines spielen.



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Geändert von TheKillerAD (02-04-2009 um 12:02 Uhr).
 
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02-04-2009, 14:05
(#3)
Benutzerbild von Björn77
Since: Feb 2008
Posts: 57
BronzeStar
Zitat:
Zitat von TheKillerAD Beitrag anzeigen
Daher finde ich das in Turnieren unter 20$ eher unangebracht, da die Gegner hier selten auf Dich achten; die meisten durchschauen sich ja selber nicht^^.
Das finde ich ziemlich treffend
Man baut sich ja ein Image auf, um dieses später nutzen zu können am Tisch. Wenn man immer gleich spielt, hat man wenig nutzen davon. Wenn man zunächst sehr tigth spielt, lassen sich später leichter die Blinds stehlen. Wenn man zunächst sehr losse spielt, läßt sich natürlich leichter mit Monster Händen ein großer Pot aufbauen.
Wenn man nun seine Spielweise öfter ändert, läßt sich ja für die Gegner es nur schwer erkennen wie man spielt und damit welche karten man haben könnte. Aber es ist manchmal gar nicht so leicht umzusetzen. Man muss ja auch immer die Spielweise der anderen betrachten. Das halte ich auch für wichtiger. Seine eigene Spielweise krampfhaft umzustellen, denke ich geht selten gut, das kostet einem selbst wohl nur zuviele Chips auf Dauer.
 
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02-04-2009, 14:24
(#4)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Zitat:
Zitat von Björn77 Beitrag anzeigen
Man baut sich ja ein Image auf, um dieses später nutzen zu können am Tisch. Wenn man immer gleich spielt, hat man wenig nutzen davon. Wenn man zunächst sehr tigth spielt, lassen sich später leichter die Blinds stehlen. Wenn man zunächst sehr losse spielt, läßt sich natürlich leichter mit Monster Händen ein großer Pot aufbauen.
In schnellen online-Turnieren sollte man auch aus dem Grund nicht allzuviel ins Metagame-Image investieren, da die ganze Vorbereitung massiv -EV wird, wenn man umgeseated wird. Und gegen Spieler, die vor kurzem erst an den Tisch gekommen sind, generiert man mit CG auch keinen Vorteil, sondern eben nur gegen die wenigen Spieler, mit denen man viel Zeit verbringt und die wirklich gut und aufmerksam sind.

Imo macht es mehr Sinn, sein Spiel durch gelegentliche Variation zu verschleiern; also mal UTG mit 86 raisen, mit KK last-to-act mal nur zu cold-callen, am River oop mit einem Monster mal zu checken etc pp. Aber meine Strategie radikal zu ändern stellt mich vor zu schwierige und falsche Entscheidungen, als dass ich daraus konsequent Nutzen ziehen könnte. Und die guten und aufmerksamen Spieler werden auch diese Art der gelegentlichen Variation mitbekommen, womit also bei weniger Risiko dasselbe Ziel erreicht wird.



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Geändert von TheKillerAD (02-04-2009 um 14:27 Uhr).
 
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02-04-2009, 15:43
(#5)
Benutzerbild von der brachse
Since: Jan 2008
Posts: 167
Hallo,

also ich stell einfach mal die Frage:

CG wo und wann kann es effektiv eingesetzt werden?

Meine Theorie dazu ist

1. in MTT nur am Anfang eines Tuniers und dann nur eingeschränkt.
Eingeschränkt deshalb weil du immmer wieder andere Tische versetzt
wirst und es dir nur schwer gelingt ein Tableimage
auf zu bauen. Gelingt es dir trotzdem sollte man meiner
Meinung nach ab und zu gegen alle Regeln des Tunierpokers
spielen und einfach mit allem und von jeder Position raisen.
Immer wissend wie dich die anderen sehen. Also ist mal so ne
Aktion mit marginalen Karten aufgeflogen, nehmen dich die
Gegner als loose oder sogar als Gambler wahr. Das gilt es
wiederum aus zu nutzen. CG ist meiner Meinung nach einfach
da Anpassen des Spiels auf gegebene und vergangene
Situationen.
Meiner Meinung nach aber im Tunierpoker nur eingeschränkt zu
Beginn oder in der mittleren Phase einsetzbar. In der späteren
Phase wenn die Blinds und Antes hoch sind, ist es OFT nur
eine mathematische Frage ob Call oder Push.

2. CG im Cashgame wohl das Seele deines Spiels.
Ich spiel in Cashgame gern small ball Poker. Versuche öfter
billig rein zu kommen und den Flop zu sehen und dann wieder
zu entscheiden. Diese Taktik wird natürlich schnell durch-
schaut und die höheren Raises werden gegen mich häufiger.
Dann spiel ich konsequent konservatives Tight-aggressives
Poker und beobachte das Ganze mal. Wenn die Gegner anfangen
auf die Openraises zu folden, wechsle ich wieder in dem semi-
loose Modus. Meiner Meinung nach kaum durchschaubar und meine
Art des CG.

Fazit:

CG in Tunieren nur eingeschränkt einsetzbar und zwar wenn die Blindstrucktur für einen selbst angenehm ist, also entweder am Anfang eines Tuniers oder wenn Bigstack ist. Dann kann man relativ ungefährdet experementieren. Ansonsten klassische GodfatherofTunierpokerDanHarringtonTaktik in den einzelnen Phasen des Tuniers spielen.

Bei Cashgame muss man ab und zu verrückte Sachen wagen um dauerhaft Profit zu machen.

LG der Brachse,

PS: So jetzt brauch ich ein Bier
 



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