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Lebensunterhalt mit Online- Poker verdienen?

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Lebensunterhalt mit Online- Poker verdienen? - 05-04-2009, 08:41
(#1)
Benutzerbild von Big_C.K._86
Since: Jul 2008
Posts: 15
BronzeStar
Hallo.

Mich würde mal folgendes interessieren:
Ist es möglich sein Lebensunterhalt mit online-poker
zu finanzieren?Und zwar nicht nur für die pros, sondern für
einen einfachen intelli z.B, der sss, oder bss auf 0,10$/0,25$ bis 1$/2$ und SNGs mit kleineren buy-ins (6$-24$)spielt?

Gibt es hier vllt sogar Leute, die Poker zu ihrem Beruf gemacht haben?

Ich hab in diversen Foren von Spielern gehört, die auf kleineren Limits selbst bis zu 100$ am Tag Gewinn haben.Ist das Poker-latein? Was ist bei einem down-swing, wie geht man mit der Varianz um?

Auch geht mir der Artikel nicht mehr aus dem Kopf, den ich hier beim stöbern bei intellipoker gefunden habe. Da hat jemand gewettet, dass er inerhalb von 15 Tagen, allein durch SNGs mit kleineren buy-ins aus hundert dollarn 10k machen würde...und er hat es tatsächlich geschafft. ..unglaublich!

Oder ist das Poker nur eine gute finanzielle Nebenquelle für einen Normalsterblichen?


Posted einfach mal drauf los....Hypothesen, Erfahrungen,Meinungen... was euch einfällt...ich bin echt gespannt!


Grüße
 
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05-04-2009, 09:46
(#2)
Benutzerbild von mr.bujachaka
Since: Jan 2008
Posts: 1.093
du hast ja vorstellungen
was meinste denn wieviel du im monat gewinnen musst?
ich denk mal unter 4000$ im monat geht nix wenn man halbwegs gut leben will und das konstand.
das ist nen harter brochen.
du musst jeden monat miete zahlen(wenn du zur miete wohnen solltes)
strom,oel bzw gas,sozialversichrungen sonstige versicherungen.
hast du genug rücklagen für schlechte zeiten?
sehr gewagtes unternehmen das nur wenige schaffen
 
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05-04-2009, 10:16
(#3)
Benutzerbild von egni49
Since: Aug 2007
Posts: 2.320
Zitat:
Zitat von Big_C.K._86 Beitrag anzeigen
Hallo.



. . . ist das Poker nur eine gute finanzielle ...quelle für einen Normalsterblichen?
LOL

Für die diversen Online-Pokeranbieter ist es das auf jeden Fall.
Ansonsten . . . ?


Wandel und Wechsel liebt, wer lebt:
das Spiel drum kann ich nicht sparen.

R. Wagner (Rheingold)
 
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05-04-2009, 11:45
(#4)
Benutzerbild von Nallo
Since: Nov 2008
Posts: 180
BronzeStar
Ein paar Gedanken dazu:


I. Einkommen
II. Ausgaben, die der normale Arbeitnehmer nicht hat
III. Risiken

I. Einkommen
Mal eine kleine Abschätzung:
Wenn du von deinem Pokerspiel leben willst, solltest immer danach streben, dein A game zu spielen. Das wirst du nicht jeden Tag können. Sagen wir an 20 Tagen im Monat. Du spielst 8 Stunden am Tag und schaffst 8 Tische gleichzeitig (Respekt, die meisten schaffen das nicht) bei immer noch einer Winrate von etwa 3 bigBlids/ 100 Hände (Respekt, damit gehörst du zu den besseren Spielern). Bei 60 Händen pro Stunde und Tisch macht das etwa 75000 Hände im Monat oder 2250 BigBlinds Gewinn. Auf 0.5/1 wären das $2250 oder 1700 Euro. Nicht grade das süße Leben.

II. Ausgaben

Das sind hauptsächlich Versicherungen

a Krankenversicherung

b Rentenversicherung oder alternativ Aufbau von genügend Vermögen
Das wird gerne vergessen einzuberechnen, ist aber ein ganz schöner Brocken. Mit 70 noch jeden Tag mehrere Stunden multitabling grinden sollte eine abschreckende Vorstellung sein.

c weiteres


III. Risiken

a Bankroll weg
Wenn du deine Bankroll verlierst, bist du nicht nur Pleite, du verlierst auch die Möglichkeit deinem neuen "Beruf" nachzugehen

b Gesetze
Ob online-Poker in Deutschland legal ist oder nicht, kann ich dir nicht sagen. Sollten sich die Behörden aber entscheiden, massiv gegen Online-Poker vorzugehen ... Dann musst du deinen "Beruf" aufgeben oder Auswandern.

c Krankheit/Unfall etc.
Abgesehen davon, daß du dich selbst um alle Versicherungen kümmern musst (steht auch schon unter Ausgaben), reicht zum Beispiel schon ein gebrochener Arm, damit dein Einkommen einbricht. Massive multitabling mit nur einem Arm ist nicht drin (mit einer Hand die Maus zu bedienen und mit der anderen Hotkeys und Zifferntasten geht halt nur mit 2 Armen). Eine Grippe führt dazu, daß du nicht dein A game spielen kannst. Der Arbeitnehmer wird krankgeschrieben und bekommt weiter Geld, der Pokerspieler nicht.

d Währungsrisiko
Auf Stars spielst du in Dollar. Fällt der Dollar sinkt dein Einkommen in Euro und der Wert deiner einbezahlten Bankroll.

e Psychologische Risiken
Sagen wir du nach vielen 100k Händen festgestellt, du gewinnst soviel, daß du damit mehr verdienen kannst als mit deinem normalen Job (das ist eigentlich eine Grundvorraussetzung um überhaupt Poker als Lebensunterhalt in Betracht zu ziehen).
Dann gibt es immer noch ein psychologisches Problem. Das Sicherheitsnetz ist weg. Kannst du dein bestes Spiel an den Tisch bringen, wenn ein Downswing die Möglichkeit deinen neuen Beruf auszuüben auslöschen kann? Oder fängst du an zu ängstlich zu spielen?

f Soziale Risiken
Deine neue Arbeits/Freizeit liegt vermutlich quer zu der deines Bekanntenkreises. Schließlich willst du Abends und am Wochenende gegen die Freizeitspieler antreten und nicht gegen toughe regulars unter der Woche während der normalen Arbeitszeit.
Die Angabe "ich lebe vom Pokerspielen" kann Bewunderung erzeugen, meist erntest du aber eher Kopfschütteln oder ein mitleidiges Lächeln (nach dem Motto "oh, der arme Spielsüchtige") oder gar direkte Ablehnung.

g Da gibts sicher noch mehr, fällt mir auf die schnelle aber nichts ein

Geändert von Nallo (05-04-2009 um 11:50 Uhr).
 
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05-04-2009, 12:37
(#5)
Benutzerbild von HungryEyes42
Since: Dec 2007
Posts: 5.046
Zitat:
Zitat von mr.bujachaka Beitrag anzeigen
ich denk mal unter 4000$ im monat geht nix wenn man halbwegs gut leben will
Zitat:
Zitat von Nallo Beitrag anzeigen
Auf 0.5/1 wären das $2250 oder 1700 Euro. Nicht grade das süße Leben.

Für $4000 (3000€) muss der Grossteil aller Arbeitnehmer bis zu 2 Monate arbeiten.
Als Job von zuHause aus mit freier Zeiteinteilung ein durchaus "nettes" Einkommen
 
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05-04-2009, 12:50
(#6)
Benutzerbild von theducks1989
Since: Nov 2007
Posts: 540
BronzeStar
also ich finde auch das man sich erstmal net beschweren darf mit 1,7k euro monatsgehalt.....und machen wir uns nichts vor als "profi" verbessert man sich ja auch, was wiederrum heißen würde mehr gewinn auf höherern limits


aber wie mein vorredner schon anmerkte gibt es da noch genug risiken!
 
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05-04-2009, 13:46
(#7)
Benutzerbild von MrP90X
Since: Jan 2008
Posts: 503
hm wo lebt ihr das 4k$ wenig zum leben sein soll ?
ich wohn in münchen wo die mietpreise wirklich sehr hoch sind im gegensatz zu andren gegenden und trotzdem sind ~3k€ ne menge geld
viele können schon froh sein wenn sie 2k€ in ihren beruf verdienen
 
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05-04-2009, 13:48
(#8)
Benutzerbild von SKobold
Since: Aug 2008
Posts: 210
Zitat:
Zitat von Nallo Beitrag anzeigen
Ein paar Gedanken dazu:


I. Einkommen
II. Ausgaben, die der normale Arbeitnehmer nicht hat
III. Risiken
I. Einkommen
Mal eine kleine Abschätzung:
Wenn du von deinem Pokerspiel leben willst, solltest immer danach streben, dein A game zu spielen. Das wirst du nicht jeden Tag können. Sagen wir an 20 Tagen im Monat. Du spielst 8 Stunden am Tag und schaffst 8 Tische gleichzeitig (Respekt, die meisten schaffen das nicht) bei immer noch einer Winrate von etwa 3 bigBlids/ 100 Hände (Respekt, damit gehörst du zu den besseren Spielern). Bei 60 Händen pro Stunde und Tisch macht das etwa 75000 Hände im Monat oder 2250 BigBlinds Gewinn. Auf 0.5/1 wären das $2250 oder 1700 Euro. Nicht grade das süße Leben.
[/B]
Naja man darf das Rakeback auf keinen Fall außer acht lassen.
Mal angenommen der Berufsspieler ist Supernova (was man bei einem Profi wohl annehmen kann), dann bekommt er pro 1000 Hände auf Nl100 (was ehrlich gesagt noch ein ziemlich leichtes und fischiges Limit für einen Profi ist) ~ 1500 FPP, was im Monat bei deinem Beispiel mit 70k Händen (was ich ehrlich gesagt für ziemlich wenig halte) 105000 FPP sind und umgerechnet auf den 4000$ Bonus in etwa 1680$ pro Monat ergeben.
Damit hat man bei deinem Beispiel schonmal fix 3930$ und da man aber ein talentierter Pokerspieler ist, kommen alle paar Monate noch größere Turniergewinne im 4 stelligen Bereich dazu.
Natürlich kommen Downswings dazu, aber für diese Phasen sollte ein Profi eben schon eine entsprechende Bankroll zur Verfügung haben.
 
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05-04-2009, 15:01
(#9)
Benutzerbild von mr.bujachaka
Since: Jan 2008
Posts: 1.093
erich ich bitte dich
zitat von dir:
Für $4000 (3000€) muss der Grossteil aller Arbeitnehmer bis zu 2 Monate arbeiten.
Als Job von zuHause aus mit freier Zeiteinteilung ein durchaus "nettes" Einkommen
Nallo hat das sehr gut beschrieben und da sind 4k$ !!!!! wirklich nicht das meiste.
@Nallo
perfekter beitrag,super
 
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05-04-2009, 19:01
(#10)
Benutzerbild von Nallo
Since: Nov 2008
Posts: 180
BronzeStar
huch, da hab ich wohl in ein Wespennest gestochen

@ hungryeyes, theducks and P90x
Klar sind 1,7k ganz nett bei freier Zeiteinteilung ... aber von diesen 1,7k gehen private Krankenversicherung und private Rentenvorsorge und das Unfall/Krankheitsrisiko ab ... Da bleibt wenig mehr als 1,0k.
Außerdem ist die Zeiteinteilung nicht ganz so frei ... Man will schließlich zur besten Zeit spielen. Und man muss immer konzentriert spielen (nicht wie im Büro hirnlos Ordner aus Regal A in Regal B umsortieren).

@Skobold
Richtig, ich habe die VPP/FPP nicht mitbetrachtet. Böse,böse,böse, denn das macht für einen Spieler, der 75k Hände im Monat spielt richtig was aus. Ohne genau nachzurechnen schätze ich 0,8k bis 2k Euro (Auch ohne Supernova ist man zumindest Platinum nach einem Monat)



Allerdings sollte man sich nichts vormachen. Bei meiner Einkommensrechnung oben hatte ich folgendes vorrausgesetzt:

-Der Spieler kann 0,5/1 mit 3 BigBlind Gewinn/100 Hände multitabeln (8 Tische) 8 Stunden am Tag, 20 Tage im Monat, 12 Monate im Jahr ....

solche Leute gibt es, aber wohl nicht viele (die besten 1-2% auf Stars?)

Ich will niemanden abhalten, das zu versuchen. Die Punkte, die ich in meinem obigen Post aufgeführt habe sind allerdings etwas, was ein "wannabe pro" bedenken sollte.