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Spiele ich zu passiv im Cashgame?

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Spiele ich zu passiv im Cashgame? - 15-04-2009, 21:25
(#1)
Benutzerbild von Stindis
Since: Apr 2009
Posts: 26
BronzeStar
Soo, nachdem mich doch einige ermutigt haben auch mal mit realem Geld zu spielen und man hier ja sehr leicht an 5$ ran kommt, habe ich es mal versucht... mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen:

1. Cashgame 0.01/0.02$ (mehr gibt das BR ned wirklich her):
Da ich immer noch leichte Probleme habe meine Gegner im Onlinepoker richtig einzuschätzen, spiele ich immer nur einen Tisch (frage mich sowieso wie das manche bei 10+ Tischen schaffen).
Insgesamt habe ich ca. 4h gespielt und aus meinen 5$ immerhin 7,31$ gemacht, also einen "Stundenlohn" von ca. 0,58$ erreicht.
Ich spiele laut Statistik ca. 29% der Flops, gewinne ca. 60% der Showdowns, die meisten Hände jedoch ohne meine Karten zu zeigen (die Artikel über Conti-Bets sind wirklich Gold wert!).
Leider waren zumindest meine Tische immer sehr aggressiv, so dass ich nicht wirklich viel spielen konnte.
Sollte ich hier mehr Hände zumindest mal bis zum Flop spielen und auf Glück hoffen?

2. SnGs:
Hier bin ich glaube ich besser aufgehoben
Habe bisher an 3 0.25$ SnGs mit jeweils 45 Teilnehmern mitgemacht und bin 2 mal ins Geld gekommen *jubel*
In Turnieren (ich sehe die SnGs einfach mal als welche an) spiele ich um einiges aggressiver, laut Stats bin ich hier bei 38% der Flops dabei, in den Showdowns gewinne ich zu 57% und auch hier gewinne ich die meisten Hände ohne die Karten des Gegners zu sehen.
Vom reinen "Stundenlohn" her bin ich - zumindest momentan - bei SnGs besser dran, liegt das daran, dass ich hier um einiges mehr anschaue?

Langer Text, kurzer Sinn:

Hat man als "Ein-Tisch-Spieler" mehr Chancen wenn man häufiger "drauf haut"?
Und wie um alles in der Welt bekommen es einige hin bei mehreren Tischen gleichzeitig alle Gegner zu analysieren? Ich brauch schon bei 8 Gegenspielern sehr viel Zeit meine Notizen zu tippen, bei mehreren Tischen brauch ich ja ne Tippse^^

Geändert von Stindis (19-05-2009 um 10:44 Uhr).
 
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Smile
15-04-2009, 22:06
(#2)
Benutzerbild von egni49
Since: Aug 2007
Posts: 2.320
Was schreibst du zu deinem cashgame-Spiel? Du gewinnst 60 % der Showdowns, die meisten Hände aber ohne die Karten zu zeigen? Also folden deine Gegner und du musst nicht zeigen? Das ist doch gar kein Showdown.

Im übrigen finde ich 29 % VPIP (das ist es doch, was du schreibst?) sehr sehr hoch! Scheinst mir ein recht looser Spieler zu sein mit weiter Handrange. Da solltest du noch dran arbeiten, so zwischen 10 bis allerhöchstens 18/20 % sind o.k.!

Und bei SNGs, was heisst "in 38 % der Flops dabei"?
In welcher Phase des Turniers? An Anfang -Blindlevel I bis IV- viel viel zu viel!
Später gegen Ende ist es anders, da spielt man schon mehr Hände.

Aber ich meine, erstmal solltest du tighter werden und wirklich nur gute Hände spielen. Sonst ist deine Bankroll bald dahin...


Wandel und Wechsel liebt, wer lebt:
das Spiel drum kann ich nicht sparen.

R. Wagner (Rheingold)
 
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15-04-2009, 22:22
(#3)
Benutzerbild von Stindis
Since: Apr 2009
Posts: 26
BronzeStar
Wenn es zum SD kommt, gewinne ich 60% der SDs, aber von der reinen Anzahl her gewinne ich mehr Hände pre-SD.

Die Prozent-Zahlen sind overall, also von Anfang bis zum Ausscheiden... hmm, ich halte mich eigendlich schon für einen recht zurückhaltenden Spieler, alles unter 88 geht i.d.R. in den Mack.
Naja, mal ein SnG extra tight versuchen, vielleicht ist dann ja auch mal Platz 1 drin
 
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15-04-2009, 22:25
(#4)
Benutzerbild von olideca
Since: Jan 2008
Posts: 2.798
BronzeStar
in der tat spielst Du deutlich zu viel hände. vor allem wenn Dir eh unsicher bist obs den zuviel oder zuwenig sein sollen. als tipp kann ich Dir geben mal zum reinzufinden nach der starthandtabelle von intelli hier im ausbildungszentrum zu spielen. Dann wirst Du automatisch weit unter 20% liegen.

soviel zum cashgame.
und für sngs sind diese statistiken (wahrscheinlich hast Du sie vom pokerstars-tisch-statikstik) sowieso nichtssagend. hier ist die spielweise zwischen den ersten blindstufen bis hin zu den letzten wenns ums geld geht grundlegend unterschiedlich.

also fazit:
liess Dich einfach mal ein wenig im intelli-ausbildungszentrum durch. wenn Du dies verinnelicht hast, dann hast Du eine gute Basis für erfolgreiches pokern.
 
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15-04-2009, 23:59
(#5)
Benutzerbild von Stindis
Since: Apr 2009
Posts: 26
BronzeStar
Danke für den Tipp

Ich hab mir die Tabelle der Starthände jedoch von Anfang an neben meinen Monitor gelegt und befolge sie zu 99% auch (hin und wieder limpe ich einfach mal gerne mit 54s o.ä. wenn ich billig zum Flop komme und vor mir viele nur reingelimped haben).

Im SnG gerade hatte ich nun 21% der Flops gesehen, wurde aber wieder "nur" Platz 7, gab aber immerhin 2$ was einer Verdoppelung des Buyins bedeutet

Und ja, ich hab die Stats von den Pokerstar-Tischen, gibts da ne bessere (wenn möglich kostenlose) Möglichkeit sich die Stats aufzuzeichnen?

Bin schon fleißig am Ausbildungscenter dran, sobald ich jedoch etwas neues gelernt habe muss ich es immer gleich austesten

U.U. muss ich aber einfach mal mehr Hände spielen, um genaue Zahlen zu erhalten, die 45Mann-SnGs gehen ja immer recht schnell vorbei.
 
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16-04-2009, 00:10
(#6)
Benutzerbild von Pokerzeeck
Since: Nov 2008
Posts: 79
Alles unter 88 foldest Du direkt (ich hoffe doch mal, dass Du so etwas wie QT auch unter 88 einordnest, obwohl die Karten höher sind? ), in früher Position eventuell noch einiges tighter, wie es sich gehört, und spielst an "sehr aggressiven" Tischen trotzdem mit einem VPIP von 29%???

Wenn das der Fall sein sollte, dann kannst Du erst sehr wenige Hände gespielt haben und dabei unverschämtes Glück mit den Starthänden gehabt haben!!! Bei einer durchschnittlichen Handverteilung wirst Du damit niemals auf 29% kommen!!!

Ich schließe mich also meinen Vorrednern an: Um auf Dauer erfolgreich zu spielen, solltest Du Dich auf jeden Fall mehr in die tightere Richtung orientieren, und auf keinen Fall noch looser werden, so wie Du es in Deiner Frage andeutest.
 
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16-04-2009, 01:09
(#7)
Benutzerbild von FiftyBlume
Since: Jan 2009
Posts: 1.950
Das hängt aber sehr stark vom Typ ab...
und sagt man nicht allgemein, dass jede 3te Hand spielbar ist?

Ich bevorzuge auch SnGs....das entspricht einfach viel mehr meiner Art(kurz zurückhalten und dann volle Kraft voraus)...

trotzdem kann man im Cashgame sehr, sehr gute Ergebnisse auf den kleinsten Limits(0,01/0,02) erzielen...

Was für Notizen machst du dir denn, ich mache eigentlich nur Notizen, wenn der Gegner etwas macht, womit ich nicht gerechnet hätte...und das kommt nicht ganz so oft vor(oft reicht auch ein "Maniac")...

Für SnGs sind die Stats im übrigen "voll daneben" meiner Meinung nach, es kann durchaus sein, dass ich die ersten 20 Hände gar nichts mache.....aber rein prinzipiell kann es natürlich sein, dass du einfach ein sehr guter loose-aggressive Player bist(unwahrscheinlich).

Wobei du gerade bei den SnGs aufpassen musst mit den Stats, die können hinterher durchaus mal eine 180-Grad Drehung hinlegen.

Bsp:
Hand 1-20 no Action
Hand 20-50 5x Action(1- Double Up)
Hand 50-80 30x Action(tighte Gegner 3-handed/HeadsUp)
Overall: 35 von 80 =>44% played
First Stage: 0%
Second Stage: 16%
Third Stage: 100%


Klar, was ich ausdrücken möchte? Für SnGs kann man nicht einfach den normalen Wert Flop seen nehmen, sondern muss jeden Abschnitt neu bewerten...
 
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16-04-2009, 01:49
(#8)
Benutzerbild von Tallowisp
Since: Aug 2007
Posts: 320
Die Statistik von Pokerstars ist Flops seen und nicht VPIP. Wenn man jede Runde ein Freeplay im Big Blind bekommt sind 29% Flop seen ~18% VPIP. Also so loose ist das dann gar nicht mehr unbedingt.

Cashgame und SNG unterscheiden sich deutlich von der Herrangehensweise, schon alleine, weil es im Cashgame nicht nötig ist mit fortlaufendem Spiel aggressiver bzw. looser zu werden, da die Blinds nicht steigen.

Wenn man beim Cashgame mehrere Tische spielt, dann geht es darum, einen Teil seiner mögliche Winrate abzugeben um dafür mehr Geld pro Stunde zu gewinnen. Wenn du z.B. an einem Tisch pro 100 Hände 10 Big Blinds verdienst und dann einen weiteren Tisch dazu nimmst, wirst du wahrscheinlich nicht mehr 10, sondern vielleicht 7-8 Big Blinds auf 100 Hände machen. Insgesamt verdienst du aber pro Stunde ca. die Hälfte mehr.

Auf Glück hoffen ist übrigens genau der Grund, warum schlechte Spieler auf Dauer ihr Geld verlieren, also vergiss das am besten ganz schnell wieder. Es ist im Cashgame auf den niedrigen Limits so, dass du viele Gegner hast, die einfach viel zu viel callen und genau das musst du ausnutzen, also Hände spielen, mit denen du einfache Entscheidungen hast und gnadenlos "for Value" betten, also Geld reinfeuern, wenn du eine gute Hand hast.

Zum Thema Trackingsoftware: Pokertracker und Holdemmanager bieten kostenlose Probeversionen an und es gibt, soweit ich weiß, einen komplett kostenlosen Tracker, einfach mal den Herrn Google fragen.

Hilfreich ist für dich sicher das Ausbildungscenter, die Livetrainings und das Fortgeschrittenenforum mit den Beispielhänden.

Abschließend kann ich nur sagen: Spiel die Variante, bei der du dich am wohlsten fühlst und sammel ein wenig Erfahrung. Mit gutem BRM, Geduld und Disziplin wächst die Bankroll von alleine.
 
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16-04-2009, 09:34
(#9)
Benutzerbild von Stindis
Since: Apr 2009
Posts: 26
BronzeStar
Erstmal Danke für die rege Beteiligung und die vielen Einschätzungen

Das ich mit knapp 1000 Händen noch sehr sehr wenige gespielt habe denke ich auch, eventuell pendeln sich die Zahlen ab einer brauchbaren Handanzahl auch ein.

Zu der Frage meiner Notizen:
Ich versuche bei so vielen Spielern wie möglich das Setzverhalten aufzuschreiben, also spielt einer immer nach dem Flop an, wenn ja wie hoch, wirft er auch mal nach einem Raise weg usw.
V.a. wenn Spieler All-in gehen, obwohl sie noch genug Chips haben notier ich mir sehr gerne mit was sie so hart draufhauen.

Zum Thema welche Karten spiele ich:
Natürlich werf ich auch QT weg, wenn ich sowas auf der Hand habe reizt es mich nichtmal zu betten, einzig bei meiner Lieblingshand Q6 werde ich gerne mal schwach, aber auch nur weil ich gefühlt recht oft direkt ein Set auf dem Flop treffe.

Das mein Preflop-Spiel (wie eigendlich alles) noch massiv verbesserungswürdig ist sehe ich auch so, wenn ich in den SnGs am FT sitze merke ich schon oft genug, dass mir einige Spieler Meilen weit überlegen sind und mich regelrecht ausziehen^^

Aber da man hier auf seine (teils für erfahrende Spieler wohl recht "dumm" wirkende) Fragen immer sehr schnell brauchbare Antworten bekommt und ich noch Artikel ohne Ende zu lesen habe, denke ich wird es immer besser werden.
 
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17-04-2009, 10:19
(#10)
Benutzerbild von Dahl Lambert
Since: Jul 2008
Posts: 88
Erst mal: Wie dir schon gesagt wurde, spielst du eher zu viel als zu wenig. Konzentrier dich auf die guten Hände und lass das mit dem "auf Glück hoffen" weg. Wenn dir dann langweilig werden sollte, mach lieber noch nen zweiten Tisch auf.
Wenn du dann zu viel zu tun hast... Verzichte auf die ganz ausführlichen Notizen. Die meisten Spieler wirst du sehr wahrscheinlich nie wieder sehen. Und Hand aufs Herz: Wie oft hast du hinterher wieder auf deine Notes geguckt? Viele spielen auf den Limits eh, wie sie grad lustig sind, so dass "hat nie was, wenn er mehr als Pot bettet" zwar ne schöne Note wäre, aber genau dann nicht zutrifft, wenn du das ausnutzen willst... Die mit ganz abgefahrenem Spielstil erkennt man nach ein paar Händen, für den Rest sind Stats viel hilfreicher als Notes.

Und noch ein Tipp: Vergiss das mit dem Stundenlohn, da musst du noch einige Limits aufsteigen, bis der in halbwegs akzeptable Gegenden kommt.
Wenn du im CG 4h gespielt hast, sind das wohl irgendwas zwischen 250 und 300 Händen gewesen. Gehen wir von 300 Händen aus, dann hast du in der Session 38,5 BB pro 100 Hände gewonnen. Das ist ein sehr gutes Ergebnis (das du auf Dauer wahrscheinlich auch nicht halten können wirst).
Zum Vergleich: Sehr gute Spieler können auf höheren Limits etwa 10BB/100 halten. Otto-Normal-Spieler stagniert da eher bei 3-6. Für 0,01/0,02 kannst du diesen Wert sicherlich mal eben verdoppeln, da dort sehr viele Idioten rumlaufen, alles, was darüber hinausgeht, ist aber eher Glück.