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Umstieg von Old-School nach New-School

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Umstieg von Old-School nach New-School - 23-04-2009, 10:26
(#1)
Benutzerbild von chrismarkos
Since: Dec 2007
Posts: 31
Moin,

habe in den letzten Wochen folgendes Problem:

Mein Einstieg in die Theorie des Turnierpokern war (wie bei vielen anderen auch) die Pokerschule(Uni), dann mehr oder weniger parallel das Ausbildungszentrum hier und natürlich Harrington.

Extrakt aus allem ist ja : Thight is right am Anfang (Range der spielbaren Hände am Anfang >8%) und zum Ende hin, wenn die Pötte größer werden und das M (oder wie auch immer man das nennen will)sich signifikant ändert, die Range entsprechend anpassen.

Nun versuche ich, meine Strategie anzupassen um gerade am Anfang mit einer großen Range an Händen Chips zu sammeln, um dann in der späten Phase der Turniere Druck auf die Middle-Stacks ausüben zu können.

Hat jemand diesen Umstieg schon erfolgreich gemeistert????


Chris
 
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23-04-2009, 10:44
(#2)
Benutzerbild von RoninAQ
Since: Sep 2007
Posts: 4.724
Wenn Du am Anfang des Turniers viele Chips einsammeln möchtest must Du aggressiver spielen und Deine Handrange von tight auf loose umstellen.

Warum wird nach der "alten Schule" tight für den Anfang eines Turniers empfohlen ? Weil man damit in der Regel weiter kommt also mit dem loosen Spiel.

Mit dem loosen Spiel wird man sehr viel öfters das Turnier fürh beenden und ganz selten früh einen grossen Chipstacke aufbauen.

Aber den loosen Spieler reitzt dies mehr als ewig unter Average(dem Durchschnitts Chipstack) rumzukrebsen und dann ggf. nach einiger Zeit doch ohne Gewinn oder nur mit einem geringen Gewinn das Turnier zu beenden.

Online macht der loose Spieler einfach ein weiteres Turnier auf (falls er nicht sowieso eine Reihe von Turneiren paralell spielt).

Live sucht man sich den nächsten Tisch, oft beleibt dann nur das Cashgame oder eine längere Pause.
 
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23-04-2009, 11:12
(#3)
Benutzerbild von chrismarkos
Since: Dec 2007
Posts: 31
Hallo Ronin,

danke für deine schnelle Antwort. Ich komme auf die Idee, weil ich mich durch "Kill Everyone" gequält habe. Sooo toll finde ich das Buch nicht...

Aber die Argumente die für die Spielweise zu Beginn von MTTs gegeben werden finde ich einleuchtend....

Vllt. sollte der Schuster aber auch bei seinen Rappen bleiben.
 
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23-04-2009, 12:32
(#4)
Benutzerbild von RoninAQ
Since: Sep 2007
Posts: 4.724
Einen Test ist es sicher wert.

Wobei man sich doch auch immer versucht auf den Tisch einzustellen. Bein einem sehr tighten Tisch wird man auch als Harrington Fan normalerweise looser um einfach den einen oder anderen Pot ohne Showdown einzustreichen.

Beim Home Game haben wir den einen oder anderen sehr loosen um nicht zu sagen Mainiac am Tisch.

Eingentlich sind die meisten froh wann Sie schnell von Tisch verschwunden sind (was auch recht häufig ist), da dann das Spiel ein bischen ruhiger ist.

Beispiel: Bei 3 SnG an einem Abend kam es im ersten Blind Level zu All Ins auf den Flop, bzw. spätestens auf den Turn. Jedes Mal hatte ich ein Overpair, 2 mal geht der Mainiac mit einem treffer am Board vom Tisch, bei 3ten mal trifft sein Top Pair auf dem River die und bustet meine Asse. (Seine 4 BB auf 16 BB preflop erhöht und die 16 BB Anspiel auf den Flop auf 52 BB geraised, auf den Turn geht dann der Rest rein).
Da kann man mit leben, Ihm gefällt sein Spiel und oft akkumuliert er am Anfang eine Anzahl Blinds, die er mit einer Overbet einfach einsammelt.
 
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23-04-2009, 13:32
(#5)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
LAG ist sicherlich kein schlechter Spielstil. TAG oder LAG: beides hat seine Vor- und Nachteile.

Allerdings braucht es für den LAG, bzw. Maniac-Spielstil sehr viel Erfahrung und spielerisches Können. Man muss seine Villains sehr gut lesen können, schnell und gut Handanalysen machen können, Villains Schwächen gut ablesen können und dies optimal ausnutzen. Und: Es braucht viel Mut und Riskiobereitschaft.

Soweit ich es verstanden habe, ist der LAG/Maniac Spielstil sehr psychologielastig. Also Du musst Villains schon sehr gut psychologisch einschätzen können.

Gute LAGs spielen ja nicht & Co. weil sie "hoffen, damit ein Monster zu treffen"...nicht nur: Sie spielen solche Hände, weil sie sich sicher sind, dass sie Villains dann auf dem Flop gut analysieren und ausspielen können.

Wenn sie ein Monster treffen: umso besser. Dies wird dann oft schön dick ausbezahlt, weil keiner ihnen glaubt. Wie die Geschichte vom Mädchen, das 2 x "Hilfe Wölfe" schreit, und dabei nur Aufmerksamkeit will. Das dritte Mal sind dann die Wölfe wirklich da, das Mädchen schreit wieder "Hilfe Wölfe", aber keiner glaubt ihr mehr.

So ist es vermutlich bei den LAGs. Keine S** glaubt ihnen die gute Hand und BUMM!! Man meint mit einem Paar Asse vorne zu liegen, callt den LAG runter und pusht und - hoppla! Man schaut in die Nuts des LAG/Maniacs.

Scheint ein guter, profitabler Spielstil zu sein, wenn man es kann!!!!!!! Wenn man es nicht richtig macht und nur "halbe Sache" macht, ist es wohl eher in "Rückschritt zum Donk".

Chrismarkos, ich weiss nicht, wie lange Du Poker spielst, wieviel und wieviel Erfahrung Du hast.

Ich möchte Dir nur gerne zu bedenken geben, dass LAG wirklich etwas für bereits sehr gute Spieler ist, solche, die den TAG-Stil schon in- und auswendig, vorwärts und rückwärs und im Schlaf beherrschen und sehr gut und erfahren in der Handanalyse sind.

Wenn Du Dich sicher und gut darin fühlst, probiere es aus!
 
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23-04-2009, 13:49
(#6)
Benutzerbild von chrismarkos
Since: Dec 2007
Posts: 31
Moin,

ich denke der Satz

Rückschritt zum Donk

genau das ist, wie es mir in letzter Zeit ging.

Du erweiterst deine Range, triffst reicht aber nie.

Vielen Dank für deinen Eintrag Eurynnia!
 
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23-04-2009, 14:04
(#7)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
Gern geschehen!

Ich versuche auch ab und zu mal die eine oder andere Hand LAG zu spielen, um ein wenig zu variieren. Dies aber nur, wenn ich zu mind. 80% sicher bin, dass ich einen bestimmten Villain gut lesen und ausspielen kann (was aber noch nicht so oft vorkommt) und: keine calling stations am Tisch sind, was leider in "meinen Mikrolimits" nicht sehr oft vorkommt, freue mich ab und zu über weak-tighte Fische, an denen ich paar Sachen ausprobieren kann.

Vielleicht kannst Du auch mal so ein bisschen....nur ein bisschen ab und zu LAG probieren?

Aber im Grunde würd ich sagen: LAG/Maniac ist eigentlich schon so eine Art "Königsdisziplin" im Poker (wenn man Gus Hansen und Phil Ivey so anschaut). Wow.

Geändert von Eurynnia (23-04-2009 um 14:08 Uhr).
 
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28-04-2009, 15:48
(#8)
Benutzerbild von der brachse
Since: Jan 2008
Posts: 167
Hallo,

also ich bin auch ein Anhänger der DanHarringtonGodfatherofTournamentpoker-Taktik, habe aber mein Spielstil in letzter Zeit (spiele seit ca. 2,5 Jahren Poker) etwas geändert.
Und zwar aus einem Grund:
Nachdem ich als TAG in der Bubblephase u. sofern ich die auch überlebt habe, danach, immer sehr short war und auch dann bald mal ausgeschieden bin, weil mein Overpair gegen 5 6 oder ählichem nicht gehalten hatt, beschloss ich am Anfang eines Tuniers Semi-loose zu agieren.
Bedeutet:
aus später Position fast alle suitet Conectors - und aus allen Positionen A x suited mit dem Hintergrundgedanken Nutflush zu treffen, zu spielen.
Grundsätzlich mit Any Two versuchen in spiel zu kommen wenn ich merke es bildet sich ein Family Pot - also öfter mal limpen.

Wenn das aufgeht, gehörst du in der Bubblephase und kurz danach meist zu den Middlestacks und kannst auf gute Hände warten. Eine Basis deinen Stack dann wieder kontinuierlich auf zu bauen und zwar dann wieder als TAG.


Lg der Brachse

Geändert von der brachse (28-04-2009 um 15:52 Uhr).
 
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28-04-2009, 20:03
(#9)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
Gehört das nicht auch noch in die Kategorie "TAG"? - In einem Multiway-Pot, wo man billig den Flop sehen kann, darf man ja mit suited connectors, offsuited connectors ab 45 und suited Assen callen. Dies schreibt sogar Harrington in seinem Buch.

Ist das schon loose?
 
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28-04-2009, 23:32
(#10)
Benutzerbild von FiftyBlume
Since: Jan 2009
Posts: 1.950
Offsuitconnectors sind grässlich.....die spiele ich nur, wenn es gar nicht anders geht.

Naja, suited Connectors ist schon nicht mehr TAG, genauso Suited Asse(die sind megaschwer zu spielen, btw).

Mit solchen Karten spielt man ganz arg auf Implied Odds, deswegen eher "loose" als "tight".
 



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