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Auf Fehlersuche... - 14-05-2009, 13:04
(#1)
Benutzerbild von bino1st
Since: Feb 2008
Posts: 390
Hi,

kurz zur Vorgeschichte: Habe bis Februar diesen Jahres BSS bei PStars gespielt, dann durch ein Freeroll 2$ bei FT gewonnen und bin so zur SSS gekommen. Hatte Anfangs einen Mörderupswing auf NL2 (quasi 40 Stacks am Stück gewonnen), dann ging es kurviger weiter. Durch eine Promo kam ich über 35$, bin zu NL5 gewechselt und bin jetzt soweit, dass ich wieder NL2 spielen muss, ohne mir wirklich über meine Fehler bewusst zu werden, deswegen will ich hier mein Spiel offenlegen und bedanke mich schonmal für eure Hilfe.

Grunlegend spiele ich nach der Intelli-Strategie und den Intelli-Charts für Starthände und fürs All-In, wenn ich gereraised werde; folgende Dinge habe ich geändert:

Pocket Pairs bei Overcards:
Bin ich Preflop Aggressor mit einem Pocket Pair 77+ und am Flop Headsup und habe nur eine Overcard, die kein Ass ist, gehe ich Broke. Z.B. mit JJ auf einem Q72-Rainbow Board mit einem Gegner der mein Raise Preflop gecalled hat.

Flop getroffen mit Overcards:
Spiele ich genauso, als hätte ich ein Pocket Pair mit einer Overcard, also Heads-Up mit AJ, Flop QJ2-Rainbow, gehe ich Broke.

Continuation-Bets:
Bei getroffenem Flop ist die Sache klar, bei nicht getroffenem Flop kommt die CB von mir nur in Position, wenn der Gegner zuvor gecheckt hat. In nicht Heads-Up Situationen mache ich gar keine CB bei verpasstem Flop.

Direkt Pushen aus SB und BB:
Wie schon in nem anderen Thread hier diskutiert, gehe ich mit Händen, die ich vor dem Flop raisen (ja, zuletzt mit fast allen, nicht mehr nur mit AT+, sondern auch 77 - TT) würde aus SB und BB direkt All-in, um am Flop nicht OOP spielen zu müssen.

Steals:
Mache ich grundsätzlich nur mit S/C-Push aus SB und Button, im SB mit jeder Hand aus der S/C-Range, vom Button aus nur mit den Händen, die ich nach S/C-Pushen kann, aber nach Standard-Chart folden müsste (44-66, A9, A8s).

Blinddefense:
Mit allen Händen, die ich nach Standard-Chart raisen würde (AT+, 77+) pushe ich aus den Blinds direkt gegen Open-Raises aus SB oder Button. Sollte es vorher schon Limper gegeben haben oder der Raise erfolgt aus einer anderen Position, schmeiß ich wie gehabt weg (natürlich abgesehen von AK und JJ+, mit denen ich ja ohnehin bei einem Raiser reraise).

Weiteres:
- Ich spiele ohne die Stats der Gegner zu kennen (abgesehen von Spielernotizen, die ich selber mache)
- Ich habe mit weniger angefangen, bin aber zuletzt bei 12 Tischen gleichzeitig stehen geblieben. Fehler, die durch die Anzahl der Tische bedingt wären, habe ich selten bemerkt (hatte zwischendurch den ein oder anderen Misclick, insgesamt nichts dramatisches).
- Habe zwischendurch auch mal experimentiert, wie ich mit Minraises preflop oder sehr kleinen Raises am Flop umgehen soll. Preflop betrachte ich Minraises jetzt als ganz normales Raise und am Flop calle ich nach Odds/Outs und gehe meistens davon aus, dass ich bei 2 Overcards mit einem zukünftigem Treffer vorne liegen würde.

Habe mir um mein Spiel zu analysieren die Trial Version von Holdem-Manager geholt und poste mal die Ergebnisse der letzten 23K Hände. Die zeigen fast den kompletten Down, in Wirklichkeit sind es vllt 34 statt 30 Stacks und ca. 3K Hände mehr.

Mal abgesehen davon, dass ich 16 Stacks unter der EV-Kurve liege, macht mir vor allem Angst, dass diese Kurve selbst auch im negativen Bereich ist, was vermutlich dafür spricht, dass ich noch einiges Falsch mache, nur komme ich von alleine nicht wirklich darauf, was es ist.





EDIT:
Ich füge nochmal die Winnings der Hände hinzu (in BB).
AA 6,67
KK 4,45
QQ 2,16
JJ 0,37
TT 0,88
99 -0,07
88 -0,01

77 0,58

AKs 1,18
AKo 2,30
AQs 0,14
AQo -0,34
AJs -0,04
AJo -0,08

ATs 0,39
ATo 0,07

Geändert von bino1st (14-05-2009 um 14:00 Uhr).
 
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14-05-2009, 14:00
(#2)
Benutzerbild von Elfingord
Since: Oct 2008
Posts: 86
Vorab eine Frage an dich bzgl. der Einleitung deines Beitrags:
spielst du SSS auf NL2 und NL5 oder war das noch zu deinen "BSS" Zeiten??

Wenn du die mit dem Stoff aus dem Ausbildungszentrum beschäftigt hast solltest du wissen, dass man SSS erst ab NL10 spielen kann, sprich ab einer BR von $75...
 
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14-05-2009, 14:06
(#3)
Benutzerbild von bino1st
Since: Feb 2008
Posts: 390
Richtig, das hätte ich vllt nochmal klar machen sollen:
Da ich die SSS nicht bei Pokerstars spiele, gelten auch nicht die Einschränkungen, dass ich die SSS erst ab NL10 spielen kann. Ich kaufe mich normal für 20BB an einen NL2 bzw NL5 Tisch ein, auffüllen bei 15, verlassen bei 25BB
 
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14-05-2009, 14:29
(#4)
Benutzerbild von Elfingord
Since: Oct 2008
Posts: 86
Alles klar:

Zu aller erst denke ich, dass du auf diesen Microlimits auch ohne Software gute Gewinne machen kannst.
Zu deinen Cbets und Postflop moves: Ich sehe in deiner Beschreibung keine gravierenden Fehler (evtl. 2nd Barrel bei einer Overcard und einem ersten Call lässt sich darüber streiten).

Dann ist mir noch aufgefallen, dass du schon eine Art der fortgeschrittenen SSS spielst. Meiner Meinung nach solltest du vielleicht eher bei der Standard SSS bleiben. (sprich keine S-C pushes oder Blinddefense). Ich denke du würdest auf den Micro-Limits besser dransein, wenn du dich strikt an den SHC hälst.
Steals, resteals und S-C pushes machen erst ab NL25-NL50 Sinn.

Dann noch eine Frage an dich: großer Vorteil und Basis der SSS ist das Rakeback. Soweit ich weiss ist das RB-Programm bei PS eines der besten. Hast du vor, irgendwann auf PS umzusteigen?

Vielleicht wäre es ganz hilfreich, wenn du ein paar Beispielhände posten würdest. Da könnten wir dir bestimmt besser weiterhelfen.
 
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14-05-2009, 15:10
(#5)
Benutzerbild von bino1st
Since: Feb 2008
Posts: 390
Danke erstmal für die Tipps!

Zitat:
Dann noch eine Frage an dich: großer Vorteil und Basis der SSS ist das Rakeback. Soweit ich weiss ist das RB-Programm bei PS eines der besten. Hast du vor, irgendwann auf PS umzusteigen?
Meine BR bei PS reicht derzeit aus um SSS NL25 zu spielen (hab sie mit SNGs aus ursprünglich 50$ soweit ausgebaut), dass ich überhaupt derzeit woanders spiele liegt eigentlich nur daran, dass ich eben die 2$ gewonnen habe, es am Anfang grandios lief und ich einfach mal was anderes als SNGs spielen wollte.

Der Grund, warum ich nicht wieder zurückrudere ist, dass ich zum einen irgendwie nicht wahrhaben will, NL5 nicht schlagen zu können und zum anderen Angst habe, SSS auf NL10/NL25 bei PS zu spielen, wenn es schon auf NL5 hapert.
 
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14-05-2009, 15:26
(#6)
Benutzerbild von Sattelite1
Since: Oct 2008
Posts: 190
BronzeStar
Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Hi,

Pocket Pairs bei Overcards:
Bin ich Preflop Aggressor mit einem Pocket Pair 77+ und am Flop Headsup und habe nur eine Overcard, die kein Ass ist, gehe ich Broke. Z.B. mit JJ auf einem Q72-Rainbow Board mit einem Gegner der mein Raise Preflop gecalled hat.
Hängt von der CB-Höhe ab bzw. von deinem Stack. Meist ist die CB ohnehin schon das AI
Warum nicht auf einem A Board. Da sind die Opponents sehr viel mehr scared. Das ist aber nicht das entscheidende. Wichtiger ist das du deinen Gegner einschätzen lernst. Welche Position, was für ein Typ, welche Blätter kennst du von ihm und daran deine Entscheidung triffst ob du Broke gehst oder ihm in seiner Range die Q gibst oder nicht

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Flop getroffen mit Overcards:
Spiele ich genauso, als hätte ich ein Pocket Pair mit einer Overcard, also Heads-Up mit AJ, Flop QJ2-Rainbow, gehe ich Broke
siehe Antwort von vorher.

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Continuation-Bets:
Bei getroffenem Flop ist die Sache klar, bei nicht getroffenem Flop kommt die CB von mir nur in Position, wenn der Gegner zuvor gecheckt hat. In nicht Heads-Up Situationen mache ich gar keine CB bei verpasstem Flop.
Wenn du den Flop triffst ist es eigentlich ne ValueBet und keine CB aber egal.
Und wieder. Mach deine Entscheidung von der Boardtextur abhängig und auf den Gegner.
Weiters überleg dir mal die Mathematik hinter der CB und wie oft die erfolgreich sein muss um +EV zu sein.
Als Hinweis sag ich mal bei 2/3 so ~40% und bei 1/2 so ca. 30%.
Wann wieviel und das immer weisst du ja bestimmt bzw. steht im Artikel auch wohl beschrieben.

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Direkt Pushen aus SB und BB:
Wie schon in nem anderen Thread hier diskutiert, gehe ich mit Händen, die ich vor dem Flop raisen (ja, zuletzt mit fast allen, nicht mehr nur mit AT+, sondern auch 77 - TT) würde aus SB und BB direkt All-in, um am Flop nicht OOP spielen zu müssen.
Kann man machen, würd ich aber nur empfehlen wenn mein Stack kleiner ist und mehr Limper im Pot sind wodurch ich mich mit einem Raise nahezu schon comitten muss.
Ansonsten eher nein. Mach es einfach und setz dich mit dem Spiel OOP auseinander. Auf höheren Limits zwingen dich die anderen dazu. Und warum nicht das Postflopspiel auch verbessern.
Für Anfänger ist es so einfacher. Heisst aber nicht das es die optimal profitabelste Spielweise ist die du ja offensichtlich lernen willst , weil wozu sonst das ganze adapten.

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Steals:
Mache ich grundsätzlich nur mit S/C-Push aus SB und Button, im SB mit jeder Hand aus der S/C-Range, vom Button aus nur mit den Händen, die ich nach S/C-Pushen kann, aber nach Standard-Chart folden müsste (44-66, A9, A8s).
Warum nicht auch aus dem CO. Grundsätzlich kannst alle Positionen nach Sklansky spielen. Kenn solche Spieler auch. Die HighStakes SSS´ler sind sich aber in dem Punkt einig das man dadurch Value verschenkt. Wenn man den nicht verschenken will muss man aber im Postflopspiel seine Skills verbessern wo wir wieder beim Punkt von vorher wären.

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Blinddefense:
Mit allen Händen, die ich nach Standard-Chart raisen würde (AT+, 77+) pushe ich aus den Blinds direkt gegen Open-Raises aus SB oder Button. Sollte es vorher schon Limper gegeben haben oder der Raise erfolgt aus einer anderen Position, schmeiß ich wie gehabt weg (natürlich abgesehen von AK und JJ+, mit denen ich ja ohnehin bei einem Raiser reraise).
Was soll ich sagen....mal anders. Ich wette das du da dicke Minus EV Hände mit bei hast.
Und wenn du das wirklich machst dann sollte deine NonShowdownKurve anders aussehen.

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Weiteres:
- Ich spiele ohne die Stats der Gegner zu kennen (abgesehen von Spielernotizen, die ich selber mache)
- Ich habe mit weniger angefangen, bin aber zuletzt bei 12 Tischen gleichzeitig stehen geblieben. Fehler, die durch die Anzahl der Tische bedingt wären, habe ich selten bemerkt (hatte zwischendurch den ein oder anderen Misclick, insgesamt nichts dramatisches).
- Habe zwischendurch auch mal experimentiert, wie ich mit Minraises preflop oder sehr kleinen Raises am Flop umgehen soll. Preflop betrachte ich Minraises jetzt als ganz normales Raise und am Flop calle ich nach Odds/Outs und gehe meistens davon aus, dass ich bei 2 Overcards mit einem zukünftigem Treffer vorne liegen würde.
Gute Tendenz in deiner Spielauffassung.
12 Tables - du merkst keine Fehler. Na gut. Einen kann ich dir sagen. Du beobachtest deine Gegner nicht entsprechend. Das geht sich bei 12 ohne HM nicht mehr aus.

Es gibt keine Experimente!!!! Stopp das oder spiel Playmoney.
Den Artikel mit den Outs und Odds gehst auch nochmal durch.

Zitat:
Zitat von bino1st Beitrag anzeigen
Habe mir um mein Spiel zu analysieren die Trial Version von Holdem-Manager geholt und poste mal die Ergebnisse der letzten 23K Hände. Die zeigen fast den kompletten Down, in Wirklichkeit sind es vllt 34 statt 30 Stacks und ca. 3K Hände mehr.

Mal abgesehen davon, dass ich 16 Stacks unter der EV-Kurve liege, macht mir vor allem Angst, dass diese Kurve selbst auch im negativen Bereich ist, was vermutlich dafür spricht, dass ich noch einiges Falsch mache, nur komme ich von alleine nicht wirklich darauf, was es ist.
IMO das beste Tool dzt. am Markt. Für deine Limits aber nicht nötig.
Die Stats sind mir persönlich etwas zu tight aber entsprechen dem BasisChart. Die Werte sehen grundsätzlich ok aus.
Was nicht passt ist die SampleSize um den Winning Graph einschätzen zu können.
Da aber auch dein EV-Graph negativ ist kann es viel Ursachen haben. Es ist möglich das du einfach Pech gehabt hast und dein Spiel passt oder eben doch die Leaks/Experimente zum negativen Ergebnis führen.


Zusammenfassend kann ich dir raten:

Hör auf mit den ganzen Moves wie Resteals,Sklansky etc.
Glaubs mir. Verbessert nicht deine Winrate.Oder siehst du das in deinem Chart??
Ohne dir nahe zu treten wollen - die Moves brauchst du auf den Limits nicht weil die meisten deiner Gegner keinen Schimmer von Outs/Odds und va. +EV haben wodurch ihre Spielweise nicht für diese Moves geeignet ist. Die spielt man v.a durch Tightness aus.
Und nur weil du was von solchen Sachen gelesen hast heisst es nicht das man sie nach Kochbuchanleitung immer anwenden kann. Nur für ganz wenige Spots sind sie geeignet und die wirst du wohl auch noch nicht erkennen.

Wart einfach ab. Das kommt dann von allein. Spiel nochmal weiter so 100k Hände, sammel Erfahrung, beschäftig dich mit dem Basiscontent.
Und wenn dir mal langweilig ist dann spiel halt auf PS. Dann kannst dem Gefallenen ein paar Hände zum Analysieren schicken. Der bekommt nicht soviele sagt er.
Oder sonst schreib sie eben hier rein und wir rechnen mal.

Konzentrier dich viel mehr auf deine Contibets und die Höhen derselbigen und wann man sie nicht machen sollte.
Pass bei den ReRaises auf. Nur weil du zB JJ hast heisst das nicht das man wie im Chart angegeben gegen jeden Raisen muss/soll weil es Spieler gibt gegen die das Minus EV ist.
zB Shortstackraises aus EarlyPos.
Da gibt es im Forum einen Beitrag glaub von Iceman. Anpassen an Shorties oder so heisst der.

Da liegt für dich mehr Value drin.

PS: und sieh zu das du einen Boni zum Freispielen hast. Dadurch kannst die Verluste meist abfedern um nicht broke zu gehen.

lg

PS2: Da gibt es den Kollegen KW-Armaturen. Der sagt das man sein Winning Rate erst so ab 500k Händen aufwärts besser einschätzen kann.
Ich bin etwas moderater und sag so ab 250K Hände.Allerdings kannst du es ja auch einfach nach BRM machen.

Also ob du NL5 schlägst oder nicht - das dauert noch ein wenig.

Geändert von Sattelite1 (14-05-2009 um 15:33 Uhr).
 
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14-05-2009, 17:12
(#7)
Benutzerbild von Vigil
Since: Oct 2007
Posts: 662
THIS!!!

Mal wieder klare Worte der Herren Elfingord und Satellite denen kaum etwas hinzuzufügen ist.

Allerdings will ich die Gelegenheit nutzen, um eine Gegenthese aufzustellen, die aber für eine spezielle Situation gedacht ist.

Mir ist in meiner NL25 Zeit etwas aufgefallen und das würde ich gerne zur Diskussion stellen:

Mal angenommen, wir betrachten einen Spieler, dessen Statistik ungefähr so aussieht wie die von OP. Wir stellen fest, das sein Spiel im grossen und ganzen passt, aber letztlich halten seine tighten Hände gemäß Chart über Gebühr schlecht. Daher liegen seine Showdownwinnings eigentlich gerade noch im positiven Bereich, aber seine NonShowdowns reissen das Gesamtergebnis deutlich in den Keller.

Auch wenn man grundsätzlich festhalten kann, das advanced play (stelas etc) eigentlich erst später wirklich zum Tragen kommen, besteht die Möglichkeit, dieses swing durch das Spielen erweiterter Konzepte abzufangen.

Genau so ist es mir ergangen. Erst als ich tatsächlich angefangen Steals und Pushes einzubauen, ist es mir gelungen meine Ergebnisse so zu stabilisieren, das ich ohne "Totalverlust" die Zeit aussitzen konnte, bis auch die "Premiums" wieder so ordentlich gehalten haben, das es wieder deutlich in die richtige Richtung ging.

Meinungen?

Gruß

Vigi
 
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14-05-2009, 17:41
(#8)
Benutzerbild von bino1st
Since: Feb 2008
Posts: 390
Zitat:
Warum nicht auf einem A Board
Rein aus Gefühl/Erfahrung. Ich kann es nicht mit Zahlen belegen, aber ich habe das Gefühlt, als würde viele Gegner mit jedem A raisen bzw raises callen. Sehr oft werden so gar getroffenes A + Babykicker am Flop slow gespielt und dann am Turn/River sehr stark geraised, als ob es die Nuts wären. Das kommt mir zum einen zu Gute, wenn ich selbst ein Ass habe, ich gewinne also oft Situationen durch den besseren Kicker, aber in der hier beschriebenen Situationen ist es von Nachteil.

Zitat:
Wichtiger ist das du deinen Gegner einschätzen lernst.
Ich glaube, das ist allgemein ein Problem von mir. Ich versuche zu sehr zu pauschalisieren und generelle Regeln aufzustellen, die ich auf jeden Gegner anwende, danke für den Tipp!

Zitat:
Mach es einfach und setz dich mit dem Spiel OOP auseinander.
Wird ab sofort gemacht

Zitat:
S/C-Push: Warum nicht auch aus dem CO.
Weil hier die Range (bei 20BB Stack) 77+, AJ+, ATs+ beträgt, alles Hände, die ich sowieso raisen würde. Deswegen zieh ich den normalen Raise vor, hier kann ich bei einem Reraise noch folden. Erscheint mir sinnvoller.

Zitat:
Und wenn du das wirklich machst dann sollte deine NonShowdownKurve anders aussehen.
Ich habe es nicht über die volle Bandbreite des Graphen gemacht, aber sicherlich die letzten 10k Hände. Sehe da keinen markanten "Knick" in den Non-Showdown Winings, kann nur sagen, dass ich es so mache.

Zitat:
Den Artikel mit den Outs und Odds gehst auch nochmal durch.
Vielleicht sollte ich mein Beispiel nochmal deutlicher Formulieren. Nehmen wir an ich habe am Flop 2 Overcards, sprich 6 Outs. Dann calle ich genau die Bethöhe, die mir mit 6 Outs erlaubt werden, weil ich davon ausgehe, dass ich mit einem Treffer wieder vornliege (was natürlich nicht immer so ist, weil der Gegner ja auch auch schon TwoPair+ getroffen haben kann).
Den Artikel nochmal durchzugehen kann aber trotzdem nichts schaden.

Zitat:
Wenn du den Flop triffst ist es eigentlich ne ValueBet und keine CB aber egal.
Naja, ich glaube ne Conti-Bet kann sowohl for Value als auch als Bluff ausgelegt sein, aber darum gehts auch gar net

Sehr, sehr hilfreicher Beitrag, danke dafür!
 
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14-05-2009, 18:51
(#9)
Benutzerbild von Sattelite1
Since: Oct 2008
Posts: 190
BronzeStar
ad Sklansky Push aus dem CO:

Der geht auch mit mehr weil man nicht vom optimalen Spiel ausgehen kann. Und genau für das hast du die Hände genannt. Weiters wie oft hast schon 20BB.
Push eignet sich für mich viel mehr bei kleinerem Stack.

zu den Outs: Wenn du dir sicher bist das sie sauber sind ok. Besser sind aber die Situationen wo wenigstens noch Backdoorfush oder Street dazu kommen. Mit 6 outs brauchst ja mal schnell geschätzt 1:7 oder so was fast nie kriegst. Ausser bei Minbet.


Ad A on the flop: Möglich. Wo ist aber das Problem CB(1/2 Potsize reicht bei einem A normal easy) und dann check/fold zwingend!!! Bzw. mit dem Rest kannst ja auch deine Odds errechnen.
Gefühlt verlier ich auch 8 von 10 mal mit AA. Blöd is nur das HM mich dann berichtigen muss. Bin mir aber bis heute noch nicht sicher ob mich der PC da nicht besch......


Ad Vigil:


Ich brauch darüber nicht diskutieren weil es klar ist. Advanced spielen heisst eben nicht nach Kochbuchrezept zu spielen sondern all die zur Verfügung stehenden Konzepte individuell auf den Gegner abgestimmt zur Anwendung zu bringen.

Sklanksy kann gegen eine CallingStation sehr wohl der profitabeleste Spielzug sein. Gegen einen 95% BB-Folder ist er es schlicht nicht weil hier ein normales Raise auch reicht.

Und genau diese Anpassung versteht unser junger Kollege eben noch nicht. Er liest einen Blog zu Steals oder zu Sklansky und wendet die blind an.

Wenn er schreibt er Restealt mit den normalen Charthänden ist das gegen einen PFR10 Spieler mit zB AT einfach dick minus EV. Gegen einen PFR40 Spieler dagegen ist es Pflicht AI.


Wenn das funtkionieren würde wäre ja seine NSD Werte besser. Sind sie aber nicht weil er eben viel zuviel blind auch gegen Nits reingestellt hat und er das nach Anleitung macht und nicht nach Gegner was sein grösster Fehler im Spiel allgemein sein wird.

Ich persönlcih hab nie auf NL10 oder kleiner mit Stats gespielt. Allerdings findet man auf NL25 imO nur recht vereinzelt Spieler die man easy Restealen kann bzw. wo es massig Spots dafür gibt weil die einfach nur ihre Karten spielen. Kann mich aber auch irren. Bin jedoch überzeugt das NL25 mit einer fehlerlos gespielten Basicstrategie sehr wohl profitabel gespielt werden kann.
Anpassungen reichen da aus sich zB an die SSS´ler anzupassen. Ein ReRaise auf ein SSS UTG Raise mit JJ schaut nicht so toll aus im Chancenrechner.
Wenn ich direkt um den Stack spiel hätt ich doch gern etwas mehr als 50%.

Fakt ist sicher auch das man eine ordentliche SampleSize braucht bis die Premiums halten.
Fakt ist auch das man nicht viel experimentieren kann weil die 2BB/100 so schnell weg sind das man das gar nicht glauben kann.

Und Fakt ist das du eben Hände spielen musst. Je mehr desto besser. Ohne Fleiss kein Preis. Die Spielerfahrung kann man nicht irgendwo rauslesen, die muss man machen.
Von daher find ich es auch ne schlimm wenn er Verluste macht weil er die Fehler billig macht. Die HighStakes haben auch nur 2 Startkarten. Allerdings kostet dich da ein Fehler doch ordentlich Geld.

Und Fehler machen und daraus lernen is auch ok. Grundsätzlich ist er ja auf einem guten Weg. Und wie du selbst an dir selber gesehen hast - wie gross wirst du den Faktor Erfahrung in deinem Spiel einschätzen - und abgeleitet daraus die Fehlervermeidung.

Allein die paar Steals werden es schon nicht sein. Und das Glück dreht sich auch mal in deine Richtung....

lg

Geändert von Sattelite1 (14-05-2009 um 21:14 Uhr).
 
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14-05-2009, 19:23
(#10)
Benutzerbild von Vigil
Since: Oct 2007
Posts: 662
@ Sattelite

Gebe dir in allem vollkommen recht. Ich habe mich, glaube ich, nicht genau genug ausgedrückt.

Mir ging es gar nicht um den OP speziell sondern um den Sachverhalt im Allgemeinen und ob mich meine Ahnung trügt oder berechtigt ist. Und zwar erst mal ganz grundsätzlich nur theoretisch.

Wenn ich, unabhängig mal vom Limit, Standard spiele und meine Premiums halten nicht im vorgegebenen Masse, dann addiert sich der Verlust der nonshowdown-winnings noch dazu und der vielleicht gerade noch schmale Gewinn der Standards verschwindet komplett im Minus.

Die Frage ist, ob ich durch den gezielten Einbau von Steals und Pushes, die ja richtig angewendet +Ev sind, meine Ergebnisse zumindest konsolidieren kann, um eben nicht abzurutschen.

Wie gesagt, es geht mir erst mal um die Theorie. Die Gefahren sind mir bewusst, wie zum Beispiel daß das ganze zusätzlich swingy werden kann.

Meine Vermutung ist, aus eigener Erfahrung, und da stehe ich übrigens auch nicht alleine, das es mittlerweile nicht mehr ganz so einfach ist auf zB NL10 nur mit der Standard-Variante Gewinne zu machen, weil tatsächlich in der Masse der Spieler durchaus Adaptionen stattgefunden haben und man an "ernsthafte" Shortstacker gewöhnt ist. KW-Armaturen hat letztens NL10 heute mit dem von vor einem Jahr verglichen, als er selber angefangen hat und sagt, das er es nicht geglaubt hätte, wenn er es nicht selber gesehen hätte, aber daß das Spielniveau im Allgemeinen deutlich angezogen hat seitdem und bei weitem nicht mehr so fischig ist wie damals.

Wir spielen mit einer relativ marginalen Edge und wenn uns die Varianz da in die Parade fährt müssen wir ja sehen wo wir bleiben. Und da das Spiel sich insgesamt weiterentwickelt, sollte man auch mal alles hinterfragen.

Gruß

Vigi
 



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