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[6max turbo SNG] Strategy Guide

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[6max turbo SNG] Strategy Guide - 20-05-2009, 16:05
(#1)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
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Multitabling 6max turbo SNG

Erstmal alle Angaben nur provisorisch; ich sammle hier Erfahrungen und Daten und möchte einen wirklich super ausgereiften Strategy Guide schaffen, mit Eurer Hilfe!


Zwecks Analyse und Verbesserung stelle ich hier mal die wichtigsten (vermeintlich fishigen?^^) Thesen, Ranges und Konzepte auf, an die ich versuche mich in frühen und mittleren Phasen (20BB+) zu halten. Da ich durch mein letztes Down sehr unsicher geworden bin, hoffe ich, mit Eurer Hilfe hier einen guten Strategy Guide, also lehrreichen neuen Content zu schaffen.

Meine Ausführungen beziehen sich auf SNG bis 6,50$ BI; hier wird sehr loose gespielt und sehr light broke gegangen (auch auf der Bubble), es gibt wenige gute Regs. Dementsprechend kann man straight forward spielen und braucht sich fast keine Gedanken um Tells, Deception und Balancing zu machen.

Ziel sollte es sein, mit einem möglichst großen Stack in die Push/Fold-Phase zu gelangen und dann gemäß ICM zu pushen. Ich empfehle dazu dringend den ICM-Trainer (-> Google).

Natürlich spielen in frühen Phasen die POdds und IOdds (-> cEV) eine große Rolle, da häufig geminraist wird und die Action oft multiway ist.

Die Bubble ist extrem wichtig, da man möglichst als Chipleader ins HU will. Im HU sind die Blinds meist bei 100/200, nur sehr selten höher als 200/400.

Im HU kann man tight/passive Spieler mit Raises attackieren, sofern die Blinds noch niedrig sind, aber generell sollte man ab 20BB abwärts gemäß NASH-Equilibrium bzw ICM push/folden.

Hier sind nun meine Erfahrungen, wie man am besten diese Ziele erreicht. Es handelt sich nur um eine grobe Richtschnur, weshalb ich um Eure Mithilfe bitte um die Ranges und Konzepte auszureifen.



Level 1-2 (15/30)

Sollten in den ersten Levels Spieler ausscheiden, was nicht selten passiert, entfallen die frühen Positionen entsprechend.

Openraise-Ranges:


UTG: AK, JJ+
MP: AK, TT+
CO: AQs+, AK, 99+
BU+SB: AJs+, AQ+, KQs, 77+

In den ersten Blindstufen braucht man einen sehr guten ChipEV, um profitabel spielen zu können.
Ich raise ungern niedrige Paare, da man sehr oft mehrere Caller und/oder kleine Raises bekommt. Das wäre im CG nicht so schlecht, aber man trifft eben nur selten ein Set, was die Sache im turbo SNG unangenehm macht. Der Pot soll erst dann groß werden, wenn wir wirklich eine sehr starke Hand haben. Lieber limpe ich nur mit kleinen Paaren und calle ein Raise auf Setvalue, wenn ich damit die Action recht sicher abschließen und den Pot kontrollieren kann. Die effektive Stacksize für Setvalue sollte deutlich höher liegen als 15:1, aus genannten Gründen.

Limp-Ranges:

UTG: 88-TT
MP: 77-99
CO: 66-88

3bet-Ranges:

MP: QQ+
CO vs UTG: QQ+
CO vs MP: AKs, QQ+
BU vs UTG: AKs, QQ+
BU vs MP: AK, JJ+
SB/BB vs UTG/MP: AK, QQ+
SB/BB vs CO/BU: AK, JJ+
BB vs SB: AQ+, TT+

Coldcall-Ranges:

AnyPos:
55+ bei Setvalue
CO: AQs+, KQs
BU: 22+, AJs+, AQ+, 87s+
BB vs SB: AJ+, KJs, KQ

Overlimp-Ranges:

AnyPos: 22+
CO/BU: KJs, ATs, 65s+
SB: ATs+, 76s+

Isolation-Ranges:

MP/CO:
AQs+, JJ+
CO/BU: AJs+, AQ+, TT+
SB/BB: AJs+, AK, TT+

Fällt man in den ersten Levels unter 13BB, sollte man nur noch pushen.

Openpush-Range: ATs+, AJ+, 88+
3bet-Push-Range: AQs+, AK, 99+
Callen eines Push: AK, TT+

In den ersten Levels Cbette ich oop unimproved so gut wie nie und spiele oft c/f. Mit Overcards oder schwachen Draws generiert man nicht den cEV, den man zwingend braucht.

InPos Cbette ich dagegen fast immer, und starke Hände barrele sowieso immer for Value (auch oop), auch in multiway Pots, da zu oft Draws oder schwächere MadeHands draußen sind, die lieber Freecards nehmen. Wenn man aggressiive Spieler am Tisch hat, kann man natürlich auch c/c oder c/r spielen, aber dazu muss man sich seiner Sache sehr sicher sein. Ebenso sollte man dringend auf Spieler achten, die bevorzugt gute Hände slow spielen (anstatt zu protecten), was recht oft vorkommt.

Genrell sollte man in frühen Phasen nur extrem selten bluffen und darauf achten, dass man seine eigenen Hände nicht in Bluffs verwandelt oder overplayt, wenn diese einen gewissen SD-Value besitzen. Es ist auch schwer, Scarecards auszunutzen, da viele Spieler mit K-hi oder Ace-hi im Pot bleiben oder mit Bottom Pair einfach downcallen.

Hände, mit denen man ohne wirklich sichere Reads early jederzeit easy broke gehen kann, sind NUR KK und AA! Selbst mit QQ muss man sehr aufpassen, da man gegen AK zB nur flippt, gegen ein Ace allein auch nicht optimal dasteht (cEV!!!). AK ist keine geeignete Hand, da man meist auch nur den Flip hat.



Level 3 (25/50)

Blindsteals werden attraktiver; oft sind schon ein oder zwei Spieler ausgeschieden und man sollte beginnen, langsam die Aggression zu steigern und mindestens den Avg Stack zu behalten. Limps, Cold- und Overcalls entfallen fast komplett (ermangels IOdds), ebenso Spielen von Paaren auf Setvalue.


Openraise-Ranges:

UTG: AQs+, 99+
MP: AJs+, AQ+, 88+
CO: AJ+, ATs+, KQ+, 77+
BU+SB: A9s+, AJ+, KQ, KJs, 66+

3bet-Ranges:

MP/CO: AK, JJ+
BU vs UTG: AQs, AK, TT+
BU/SB vs MP/BU: AJs+, AQ+, KQs, TT+
BB: AJ+, KQs, TT+
BB vs SB: AJ+, KQ+, 99+

Coldcall-Range:

BB vs SB: ATs, KJs, QJs, 77-88

In anderen Positionen calle ich nicht gerne (weil oop), es sei denn natürlich ich habe besondere Reads.

Es spricht imo nichts dagegen, den oberen Teil der 3bet-Ranges gegen "postflop schwierige" Gegner direkt zu 3bet-shoven.




Level 4 (50/100)

Das vierte Level stellt den ersten Schritt Richtung P/F dar. Je nachdem wie viele Spieler noch dabei sind, beträgt der AvgStack etwa 18-24BB, was Postflopspiel nahezu ausschließt. 3bets entfallen, es sei denn man spielt eine Konfrontation mit effektiven Stacks über 25BB.

Imo können die 3bet-Ranges aus Level 3 in Anpassung an den Gegnertyp (mittlerweile sollte man ihn ein wenig kennen; die meisten variieren ihr Spiel nicht) in Pushs übertragen werden.

Die Openraise-Ranges werden inPos nochmal etwas looser und die Betsize kann kleiner ausfallen; bei vielen loosen Gegnern funktioniert das allerdings nicht gut.

Man kann wohl aufgrund etwas größerer FE auch SC und beinahe AnyPair hinzunehmen, besonders je weniger Spieler am Tisch sind. Allerdings sollte man oop nicht viel looser werden und auch gegen Shortys nur mit guten SD-fähigen Händen spielen, da diese oft aus Verzweiflung coldcallen oder reinstellen.

Das ist auch ein wichtiges Merkmal an 6max turbo SNG: die meisten Spieler wollen viele Flops sehen und nicht geblufft werden, wollen eigentlich lieber SNG mit CG-Charakter spielen. Das führt dazu, dass sie gezwungen werden, Hände zu spielen, die sie nicht spielen wollen, oder die sie misplayen, weil sie sich nicht anpassen können.

Daher ist es im Grunde kein Fehler, gänzlich auf Openraises und 3bets zu verzichten und nur noch zu pushen. Im Speziellen meine ich damit aber wirklich gute Starthände wie AQs oder AK, die wir postflop mit kleinen Stacks unimproved kaum noch gut spielen können.

Ohne Reads ignoriere ich Limper ab Level 4, dh ich pushe meine für die Position "normale" Range.



Level 5+ (75/150+)

Ab 15-13BB sollte man nur noch P/F spielen. Dazu ist es wie gesagt sehr wichtig, sich gut mit ICM auszukennen.



So, das soll für den Anfang erstmal reichen. Ich hoffe auf reges Feedback; ich möchte diesen Post immer aktuell halten und zähle auf Euch. Bitte helft mir, meine Leaks zu finden und mehr Spielern einen Einblick in das Spiel und damit einen Anreiz zu geben, und nicht zuletzt eine fundierte Diskussion anzukurbeln.

Gerne könnt Ihr auch Anpassungen an bestimmte Gegner, höhere Limits etc posten, ich versuche alles so gut wie möglich einzubauen.

*wavez*



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Geändert von TheKillerAD (02-06-2009 um 17:31 Uhr).
 
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20-05-2009, 16:29
(#2)
Benutzerbild von yeti64
Since: Aug 2007
Posts: 326
Ist ja ziemlich Umfangreich.
Ich spiele zwar kaum 6max Turbo, halte aber deine openraise Range im 1.-2. Level für zu tight, passt eher für 9-10 Handed.
Ich würde 6max UTG AJs+,99+ openraisen.
Aber wie gesagt, mir fehlt hier die wirkliche Erfahrung.
Später vielleicht mehr.

Geändert von yeti64 (20-05-2009 um 16:31 Uhr).
 
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20-05-2009, 19:14
(#3)
Benutzerbild von BelaLany
Since: Feb 2008
Posts: 1.270
BronzeStar
Ich spiele zwar nur FR MTT-SnG (aber da ist man ja auch öfter mal shorthanded), deshalb sollen meine Überlegungen nur Anregungen darstellen. Also bitte nicht gleich angegriffen fühlen.

Was ich nicht weiss ist, ob es in nem 6max-turbo nötig ist, in frühen Phasen so tight zu spielen.
Mir kommt Deine opening-Range insgesamt etwas zu tight vor.
Opening in UTG und MP würde ich AJ und 99 hinzunehmen. LP ein paar BW-Kombis (z.B. QJs).

Aber mein erster Gedanke war, wenn die Spieler in 6max-turbos so loose-passiv spielen, ist es dann nicht sinnvoll, gerade in LP (CO & Bu) die calling-Range und v.a. die 3bet-Range zu erweitern?
Also alle min-bets mit ~10% (77+, AT+, KQ) in pos 3betten und mit ~30% in pos (xx, Axs, BW(broadway), sC>76s) callen?
Somit erreicht man, dass man in pos mit nuts-fähiger Hand entweder mit Initiative oder zu einem guten Preis spielt.
Und viell kann man so mehr Chips für die wichtige späte Phase, in der man ja meist durchschnittl keine 10BB mehr hat, akkumulieren?
Netter Nebeneffekt bei hoher 3bet-Range ist, dass weniger häufig meine Blinds gestohlen werden, was ja in den späten Phasen essentiell ist.

Nur son Gedanke.
 
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20-05-2009, 19:45
(#4)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Das Problem ist eigentlich, dass die Spieler so loose sind und viele Pots entweder riesengroß und/oder multiway sind. In Position ist das noch kontrollierbar, aber oop wirds echt schwierig (geht schon, keine Frage). Vor allem kommst Du eben meistens in marginale Spots.

Die Blindstufen dauern ja auch nur 5min. Ich arbeite eben im Moment dran, nicht mehr so oft als 5. oder 6. auszuscheiden, denn dadurch erhöht sich der prozentuale Anteil an den ersten 2 Plätzen (lief zeitweise extrem gut^^). Es bringt einfach nix, früh schon marginale Situationen einzugehen - man kann das Turnier in Level 1-2 nur verlieren, aber nicht gewinnen. Ûnd je mehr Chips man hat, desto weniger sind sie (noch) wert (cEV>$EV).

Am BU kann man natürlich eine weitere Range spielen, aber man kommt eben auch oft (gegen unknown) in marginale Spots, wenn man zb mit QJ Top Pair floppt. Oft darfst Du keine Draws zulassen, musst protecten, darfst aber den $EV nicht aus den Augen verlieren, also Deinen Stack riskieren. Und c/f kannst Du auch nicht ständig spielen.

Das ist auch das Problem mit den 3bets: Man hat extrem wenig FoldEquity, weshalb man eigentlich erstmal nur for Value 3betten sollte, bis man die Gegner grob einschätzen kann.

Das bezieht sich ja auch alles aufs Multitabling, ab 6 Tische aufwärts (auch 12 sollten kein Problem sein). Als Singletabler hab ich auch ganz anders gespielt, aber A: hats net viel Vorteil gebracht und B: gehts jetzt net mehr so einfach mit mehr Tischen. Aber was zählt ist der Profit pro Stunde, imo. Und natürlich, die Varianz gering zu halten, das ist auch ganz wichtig bei der schnellen Struktur.



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Geändert von TheKillerAD (20-05-2009 um 19:51 Uhr).
 
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20-05-2009, 22:18
(#5)
Benutzerbild von BelaLany
Since: Feb 2008
Posts: 1.270
BronzeStar
Hmm, is natürlich richtig, was Du übers Multitabling schreibst.

Dann wäre aber der logische Schluss, bis Blinds 50/100 absolut nitty zu spielen und danach nach ICM bzw. SAGE (hast Du ja schon oben geschrieben) P/F zu spielen.
Übers Massgrinden (12 Table +) wird Deine hourly dann hochgehen, Dein ROI ein wenig runter.
Nach meiner Erfahrung lassen sich 4-8 Table noch locker mit Tischbeobachtung, Reads und Betting-Patterns machen. Drüber wirds schwierig bis überflüssig, da die Moves Automatismen werden (siehe Boku).

Also würde ich oop super-nitty spielen und vom Bu meine gesamte Range, die aber dann seltener 3betten, um den pot nicht schon pre zu gross zu machen. Beim CO würde ich Einschränkungen vornehmen, aber angepasst an dem Spieler hinter mir (er hat ja dann den Bu).
Im BOB (BattleOfBlinds) wäre es dann fast das gleiche, nitty im SB und semi-loose im BB.

Also, um es nochmal klar auszudrücken. Die Opening-Range ist dann von Dir gut gewählt (evtl TT/JJ EP weglassen, da die sich oop multiway echt scheisse spielen) dafür aber die calling-/limping-Range im Bu krass erweitern (wenn der Preis stimmt !!!). Evtl ist smallball postflop noch ne Idee. Also evtl auch mal nen draw zulassen, um sich nicht gleich für turn/river zu committen. Also ip kleine pots spielen, wenn man nicht die nuts hat.

Aber wie gesagt, hab kaum Erfahrung in 6max-turbo-Formaten.
 
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20-05-2009, 23:02
(#6)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Im Prinzip kommt das hin, supernitty in die mittlere Phase zu gelangen ist schon machbar. Aber ich denke, aufgrund der Leaks im Spiel der Gegner lässt man auch wiederum Value liegen, wenn man zu tight spielt.

Auf die Ranges bin ich übrigens dadurch gekommen, dass ich mir meine Ranges und Stats mal entsprechend gefiltert und gründlich angeschaut habe. Alle Hände, die schwächer sind als die "ermittelten", sind nicht wirklich profitabel (genug) in den frühen Phasen.

Ich habe quasi versucht, meine teilweise recht ungeordneten und weiteren Ranges anzupassen, um die marginalen und unprofitablen Spots zu vermeiden - ohne dabei Gefahr zu laufen, zu nitty zu spielen und schon früh in Bedrängnis zu geraten.

Das kann nämlich ratz fatz gehen, speziell nach dem Sprung von 25/50 auf 50/100 kann man plötzlich ganz schön schlecht dastehen. Dem sollte man natürlich vorbeugen, zumal dann oft schon Spieler ausgeschieden sind und man schnell unter Average fällt.

Aber wie gesagt, die angegebenen Ranges sind keine endgültigen Ergebnisse, sondern erstmal nur Vorschläge sozusagen.




Zu den erweiterten Limping Ranges ist meine Theorie:

Selbst wenn der Preis (in Chips) oft stimmt und auch die Position dafür spricht, trifft man einfach zu selten und gewinnt einen derart großen Stack, als dass das profitabel wäre.

Bei der Spielbarkeit von (guten) Draws bin ich mir auch unschlüssig. Sehr oft entwickelt sich ein großer Pot und man bekommt den richtigen Preis, ist also im Endeffekt gezwungen, einen Großteil seines Stack zu investieren.

Im Prinzip kommen diese Draws einfach zu selten an; man wird quasi in 2 SNG "verkrüppelt", um in dem dritten einen großen Stack zu gewinnen, dessen Stärke man aufgrund der Blinds noch gar nicht richtig ausnutzen kann. Hab das aber bislang noch nicht anhand von Fakten analysiert.



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Geändert von TheKillerAD (20-05-2009 um 23:05 Uhr).
 
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21-05-2009, 00:07
(#7)
Benutzerbild von BelaLany
Since: Feb 2008
Posts: 1.270
BronzeStar
Das ist ja in etwa das, was ich sagen wollte.
Supernitty in EP bezog sich auf die Position, also EarlyPosition (nicht early Phase).


Bei den limping-/calling-Ranges in später Position will ich ein paar Ideen zu bedenken geben (Achtung, die Zahlen sind nur als Beispiele anzusehen):

Wie oft bekommt man denn prinzipiell spielbare Hände im Bu oder CO?
Nehmen wir eine recht weite Range von ~30% als Grundlage (xx, Ax, BW, sC>65) - ist jetz nur mal als Beispiel gedacht. Dann können wir vielleicht höchstens in 50% der Fälle diese auch spielen, in den anderen Fällen müssen wir aufgrund preflop-Action diese Hände schon vorher aufgeben.
Wieviele Hände werden bis Level 50/100 gespielt? Ich weiss es nicht. Ich sach mal 30. In 30 Händen 6-handed, waren wir 10 mal in Bu oder CO.

Also können wir nach meiner Rechnung maximal 10*30%*50% = 1,5 Hände der limping-/calling-Range in der frühen Phase in später Position spielen. Ich runde mal auf 2 Hände auf.

Wenn wir 2 x in pos während der frühen Blindstufen preflop-minbets mit marg Händen callen, dann zahlen wir wahrscheinlich ~ 2*30 + 2*50 = ~150 Chips durchschittlich dafür.

So und jetzt kommt die Fleissaufgabe (weil auf die Rechnung habe ich atm kein Bock, da ich gleich noch ein paar Tische aufmache):
Wie oft müssen wir den flop hart treffen und wieviele Chips müssen wir dann generieren, damit sich die Investition von 10% des Stacks pro Turnier lohnt?
Dazu müssen wir bedenken, dass sich das in Limits, in denen viele Fische vorkommen, natürlich eher rentiert, da diese einen öfter auszahlen.

Ich würde also nicht prinzipiell behaupten, dass eine weitere limping-/calling-Range in später Position in frühen Blindstufen unprofitabel ist.


Zu den draws möchte ich sagen, dass ich die ohne FE ohnehin nicht besonders aggressiv spielen würde. Außerdem spielst Du draws nach Deiner Range sowieso fast immer in pos, d.h. Du kennst entweder den Preis oder bestimmst ihn selbst.

Wenn Du Deine marginalen Hände analysierst, dann schau doch mal, ob Du den Grossteil preflop oder postflop verlierst. Wenn der grösste Teil der Verluste aus dem postflop-Spiel hervorgeht, dann ist das nicht zwingend ein Beweis dafür, dass man marginale Hände preflop nicht spielen sollte.


So genug Theorie, will spielen.
Greetz.
 
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21-05-2009, 01:26
(#8)
Benutzerbild von Azreal83
Since: Feb 2008
Posts: 326
Also im Cashgame gibts bei 6max kein limpen.

Also würde ich es bei Sitngos auch so handhaben.
 
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30-05-2009, 01:06
(#9)
Benutzerbild von Waaaghbozz
Since: Jul 2008
Posts: 864
Zu den Ranges:
Zu tight!

Eindeutig zu tight. AQ UTG in den ersten Blind Level folden!? VIEL zu tight. TT nur limpen? VIEL zu tight.

Generell würde ich überall noch 2 Kicker oder Pockets tiefer raisen.
 
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Standard
30-05-2009, 01:25
(#10)
Benutzerbild von TheKillerAD
Since: May 2008
Posts: 2.690
Hm... ich hatte gehofft, so vielleicht seltener als 5. oder 6. auzuscheiden... angelehnt an Deine (zugegeben übertriebene) Anmerkung, man könne die LowLimits sogar schlagen, wenn man die ersten Levels "aussetzt"^^. Und bestärkt natürlich durch den Verlauf meiner "Karriere" (bei geringer Sample) und die widerlichen Spots, in die ich oop multiway immer gerate...

Aber ich bin Dir extrem dankbar für die "Bestätigung"; ich hoffe nur ich kanns profitabel umsetzen...^^




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