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Bluffen - 11-07-2009, 07:57
(#1)
Benutzerbild von Chester_Lump
Since: Jun 2009
Posts: 14
Hallo zusammen,

man sagt ja, dass bluffen zum Pokern dazugehört - aber ich kanns nicht.
Ich tue mir schon mit dem Contibet so schwer, wenn ich nicht die Top Hand geflopt habe.

Ich bin auch im normalen Leben eine super ehrliche Haut und tue mir da schwer, denn letztendlich ist bluffen ja lügen.

Vielleicht habe ich ja auch Angst, dass mein Gegner doch die Monsterhand geflopt hat und ich mit dem Conitbet einen Haufen Geld verliere. Das beeinflusst doch mein Spiel extrem und ich weiß nicht, wie ich es ändern könnte.

Vielleicht hat mir jemand ein paar Tipps. (Aber bitte nicht schreiben, dass ich das Pokern lieber aufhören soll - das kann ich nicht )

Das Geld mit dem ich spiele, tut mir nicht weh, wenn ich es verliere (Das ist doch meistens der Grund für die Angst).

Ich sage mir immer: Andere Menschen spielen jede Woche für 100 Euro Lotto, wenn ich dann im Halbjahr 200 verliere ist es alles andere als drastisch. Und dennoch will ich nicht verlieren - wie die meisten wahrscheinlich.

Aber trotzdem werde ich so oft geblufft, und frage ich - wie können die das nur so skrupellos?

Würde mich freuen, wenn mir jemand dafür eine Antwort geben könnte...

Liebe Grüße
 
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11-07-2009, 08:24
(#2)
Benutzerbild von JamesDuff
Since: Jul 2008
Posts: 503
Hallo erstmal.

erstmal würde mich interessieren welches Limit du spielst.
Denn auf nl2 zB. brauch man nicht bluffen. Dort reicht es wenn du setzt wennde was hast und checkst wennde nichts hast.

Ansonsten musste dich mal in die Lage deines Gegenübers versetzten.Dieser trifft ja auch nicht immer den Flop und wenn du setzt bauste ja gewissermaßen Druck auf. Als preflop agressor würde ich fast immer die c-bet machen. Grade auf den Limits nl5-25 kriegt man die Leute sehr schnell zum folden. Wie es ab nl50 aussieht weiß ich allerdings nicht^^

Auf nl2 bluffen die Leute teilweise enorm viel. Das sind dann solche die nen paar Tv Sendungen gesehen haben und meinen sie wären die Superspieler und wenden das dann an den nl2 Tischen an womit sie voll auf die Schnute fliegen^^
 
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11-07-2009, 08:40
(#3)
Benutzerbild von Chester_Lump
Since: Jun 2009
Posts: 14
Ich spiele die Micros, jaja, ich weiß, da sollte man das bluffen eh lassen.
Aber auch viele SNG's (2-5$ buy-in).

Ich weiß, dass da viele Donks unterwegs sind, die alles callen.

Aber fällt es psychologisch bei den Micros nicht leichter zu bluffen? Immerhin kannst du da weniger Geld verlieren als bei den hohen Limits...

Grundsätzlich sei gesagt, dass ich es eigentlich nicht mag und höchstwahrscheinlich nur in absoluten Ausnahmen anwenden werde (hauptsächlich bei SNG's, wenn ich nur Mist bekomme und die Blinds steigen). Wobei natürlich nie bei einer Calling Station :-)

Doch wie gesagt, das Gefühl dabei ist immer super schlecht und ich bin dann meistens froh, dass die online mein Gesicht nicht sehen können
 
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11-07-2009, 10:05
(#4)
Benutzerbild von dNáa
Since: Mar 2009
Posts: 290
Zitat:
Zitat von Chester_Lump Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

man sagt ja, dass bluffen zum Pokern dazugehört - aber ich kanns nicht.
Ich tue mir schon mit dem Contibet so schwer, wenn ich nicht die Top Hand geflopt habe.

Ich bin auch im normalen Leben eine super ehrliche Haut und tue mir da schwer, denn letztendlich ist bluffen ja lügen.

Vielleicht habe ich ja auch Angst, dass mein Gegner doch die Monsterhand geflopt hat und ich mit dem Conitbet einen Haufen Geld verliere. Das beeinflusst doch mein Spiel extrem und ich weiß nicht, wie ich es ändern könnte.

Vielleicht hat mir jemand ein paar Tipps. (Aber bitte nicht schreiben, dass ich das Pokern lieber aufhören soll - das kann ich nicht )

Das Geld mit dem ich spiele, tut mir nicht weh, wenn ich es verliere (Das ist doch meistens der Grund für die Angst).

Ich sage mir immer: Andere Menschen spielen jede Woche für 100 Euro Lotto, wenn ich dann im Halbjahr 200 verliere ist es alles andere als drastisch. Und dennoch will ich nicht verlieren - wie die meisten wahrscheinlich.

Aber trotzdem werde ich so oft geblufft, und frage ich - wie können die das nur so skrupellos?

Würde mich freuen, wenn mir jemand dafür eine Antwort geben könnte...

Liebe Grüße
Morgen

Ganz genau DIE Situation kenn ich und erleb sie selbst zu oft.
Man hat KK, raist, wird gecallt und es floppt ein Ass.
Was jetzt?
Davor hab ich und ich glaube du auch Angst, dass jemand das Ass hat.
Aber rein mathematisch, dass Ass ist "nur" noch dreimal vorhanden.
Sich davon zu überzeugen ist meistens schwer.
Ich versteh absolut was du meinst.

Wegen dem ContiBet und den "Bluff"
Vom Bluffen halt ich nix, auch bei SnGs, weil es immer CallingStations gibt.
Daraus resultierend musst du wissen gegen wen du eine Cbet machen kannst, gegen wen nicht.
Gegen wen du floaten kannst, wann du den Cbet raisen kannst.
Alles kleinere Aspekte, die aber enorm ins Gewicht fallen.
 
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13-07-2009, 11:24
(#5)
Benutzerbild von Lerouxe
Since: May 2009
Posts: 78
BronzeStar
Für Conti-Bets gibt es ein recht simplen Tipp:

Wenn Du Preflop-Agressor und Headup gegen einen Spieler bist immer ca. 50% Potsize betten (außer das Board ist wirklich sehr unangenehm).
Angenommen Du würdest jedes mal wenn der Gegner called verlieren, reicht schon ein Fold des Gegners alle 3 Hände, dass Du Null auf Null raus kommst.
Dein Gegner "trifft" im Schnitt auch nur 1/3 der Boards, so dass es durchaus profitabel sein kann.

Gegen zwei Gegner ists schon etwas schwerer, aber auch hier kommt von mir recht häufig eine Conti.

Gegen mehr als 2 Gegner verkneife ich mir i.d.R. die Conti-Bet, ausser ich bin in Position und alle haben zu mir gechecked.

Zu Deinem Problem mit hohen PPs wenn eine Overcard im Flop ist:
Meiner Meinung nach ist es gerade hier wichtig zu betten, dann halt als Probe-Bet.
Wenn Du auf Widerstand stößt, also einen Call oder ein Raise bekommst, kannst Du zumindest schonmal grob Abschätzen wo Du stehst und den weiteren Verlauf planen.
Wichtig ist hier halt das gesamte Board, liegen Draws draußen usw. Ein Call (auch auf eine Conti) muss nicht immer heißen "ich habe etwas getroffen".
Gerade in den Micros spielen nur sehr wenige nach Odds, d.h. die zahlen für einen Flushdraw fast jeden Preis.

Zum Thema Bluffen im allgemeinen:

Ein Bluff muss halt auch zu Dir passen.

Folgende Annahme:
Du bist ein recht tighter Spieler und nach ein paar Orbits denke ich zu wissen, dass Du nur mit PP >= 99 und hohen Assen (z.B. AJ+) raised.
Wenn Du nach einem Raise jetzt auf ein Rainbowboard 26T einen Bluff machst, werde ich ihn Dir i.d.R. nicht glauben (die Wahrscheinlichkeit gegen ein Set oder ein Overpair zu laufen ist doch recht gering), also callen oder einfach mal raisen und schauen was passiert.

Das ist einer der größten Fehler der in den Micros gemacht wird:
Man erzählt zwei unterschiedliche Geschichten, die überhaupt nicht zu einem passen.
Da in den niedrigen Limits sehr viele Spieler immer "gleich" spielen, kann man sie nach ein paar dutzend Händen häufig recht brauchbar einschätzen und dann auflaufen lassen.

Zum Thema "Angst" Geld zu verlieren:

Versuch Dir abzugewöhnen an das Geld hinter den Chips zu denken.
Hat wohl jeder zu Beginn gemacht und das meist mit keinem soo tollen Ergebnis.
Preflop in BBs und Postflop im Potsize rechnen hat mir viel "Skrupel" genommen.
Das in Verbindung mit "nicht auf das Buyin achten" hat mir recht viel gebracht. Zu oft habe ich bei billigen Turnieren auch gedonkt, da ich mir eingeredet hatte "sind ja sowieso alles nur Bingospieler hier".
 
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14-07-2009, 13:53
(#6)
Benutzerbild von heipiw
Since: Feb 2008
Posts: 64
Zitat:
Zitat von JamesDuff Beitrag anzeigen
Auf nl2 bluffen die Leute teilweise enorm viel. Das sind dann solche die nen paar Tv Sendungen gesehen haben und meinen sie wären die Superspieler und wenden das dann an den nl2 Tischen an womit sie voll auf die Schnute fliegen^^
Also da kann ich mich nur anschliessen. Playmoney und Mikrolimits spielen manche Leute auf "Teufel komm raus". Wurde einmal mit AA von einem Gegner mit 72o bei All-in gecallt und hab dann auch noch verloren.

Ist doch ein Beispiel für einen gelungenen (Hazard)Bluff. Jedenfalls bin auch ich kein Freund des übermässigen Bluffs. Ab und zu ist das schon OK, ganz besonders wenn du dir ein tightes Image am Tisch aufgebaut hast. Selbst wenn du den Bluff verlierst erkennen deine Gegner, dass du auch mal einen Bluff riskierst was dazu führt, dass du in den nächsten Spielen den Pot leichter abgreifen kannst.

Also verschmerze das verlorene Geld beim Bluff, sieh es als Investition in zukünftige Pots.
 
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14-07-2009, 14:23
(#7)
Benutzerbild von Cordlette
Since: Feb 2009
Posts: 74
Zitat:
Zitat von Chester_Lump Beitrag anzeigen
Aber trotzdem werde ich so oft geblufft, und frage ich - wie können die das nur so skrupellos?
Weil der Geschmack von via Bluff eingesackten Chips herrlich ist.

Nein, im Erst: Weil gerade durch in bestimmten Situationen gezielt platzierte Bluffs zusätzliches Geld in deine Taschen fließen kann. Die Betonung liegt auf gezielt:

Dein Image am Tisch muss recht tight und deine Gegner nicht ein Haufen von Calling Stations sein, nicht zuletzt auch das Board passen. Taucht ein Ass auf, ergeht es den anderen Spielern wie dir: Sie haben Angst zu setzen, sollten sie nix Passendes auf der Hand haben. Den entsprechenden Zeitpunkt abgepasst, setzt du nun - und sackst den Stapel ein. Ein Tipp noch zum Schluss: Übertreibe es mit diesem Schachzug nicht. Wer einmal blufft, dem glaubt man noch, auch wenn es bereits nach Bluffspiel roch.

Suche in diesem Zusammenhang auch einmal nach dem Begriff des Semi-Bluffs, dh einer Hand, die Potenzial hat, sich zu einer guten zu entwickeln.

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. Und lass von dir hören, sobald der erste Bluff geglückt ist. Vertrau mir: Live macht das Ganze noch mehr Spaß

Gröten,
Nico


"Ist nen unexploitable +cEV Push nach Nash. Bezieht man ICM in die Überlegungen mit ein wirds knapper, ich rupps aber rein."SuperMod Gefallener in einem Thread zu den 180er SnGs auf Pokerstars-"wenn ich einmal groß bin, rede ich auch so. Hoffentlich verstehe ich mich dann auch noch"
 
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Literatur - 18-07-2009, 00:46
(#8)
Benutzerbild von Fingerprint2
Since: Dec 2008
Posts: 93
Doyle Brunsons Supersystem Deluxe
Caros Book of Poker Tells (nicht unbedingt für online)

Einfach ein bischen lesen und du wirst merken das bluffen eigentlich nicht wirklich "lügen" sein MUSS!
Ich tue mich auch damit schwer, aber so Dinge wie die Contibet gehen leichter von der Hand wenn man ein weig Routine im Spiel hat.

Raise or Fold Modus ist eigentlich am besten um reinzukommen!
 
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21-07-2009, 16:54
(#9)
Benutzerbild von Dahl Lambert
Since: Jul 2008
Posts: 88
Du spielst SNGs und kannst nicht bluffen (im Sinne von "Geld mit einer schlechten Hand setzen")? Das dürfte bei dir dann nicht so richtig laufen, oder? Wenn die Blinds höher werden bist du ja irgendwann so weit, dass du pushen musst, egal was du hältst...

Zumindest dazu gibts nen guten Trick... Erst mal solltest du das theoretische Wissen haben, wann es so weit ist, dass du mit jeder Hand pushen solltest. Dann wird die eigene Hand (noch bevor sie gedealt wurde) mit der linken Hand abgedeckt, die rechte schiebt den Raise-Regler ganz nach rechts. Dann darfst du gucken, womit du alles reingeschoben hast. Wenn du das irgenwdann ohne mit der Wimper zu zucken kannst, sollte es mit dem Bluffen an sich auch so klappen...
 
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Bluffen - 21-07-2009, 17:03
(#10)
Benutzerbild von lissi stinkt
Since: Sep 2008
Posts: 3.438
Supernova
In Sitngos braucht man nicht bluffen. Ich spiele ab und zu turbo Sitngos also die 16er und 20 auf einmal und selbst die kann man auch ohne bluffen schlagen aber ich spiele sie halt nicht so oft.
In Mtts bluffe ich total viel. Auch Preflop reraise ich sehr oft mit Händen wie 10 J 89 oder situationsbedingt auch mal 94. und Setze auch am Turn nochmal nachdem meine Contibet gecalled wurde.
In MTTS muss man sehr lose und aggressive spielen weil man kriegt eigentlich nicht oft genug Premiumhände um ein turnier zu gewinnen und meine Strategie klappt in letzter Zeit ganz gut und ich könnte mit meinen Gewinnen in letzter Zeit eigentlich schon leben

Viel Spaß noch in deiner Pokerkarriere
 



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