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TAG oder LAG - 11-08-2009, 22:57
(#1)
Benutzerbild von crossino
Since: Oct 2007
Posts: 145
MTTs: wenn man irgendwann mal den TAG modus gepeilt hat, fängt man ja normalerwiese an LAG zu spielen um sich zu entwickeln...
angenommen man kann beides gleich: wieviel % +ev is auf LAG?



CHEEEEERS
sooooooo intelli die frage,kommt ma klar hier...

Geändert von crossino (11-08-2009 um 23:11 Uhr).
 
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14-10-2009, 18:09
(#2)
Benutzerbild von GHSE00011364
Since: Aug 2007
Posts: 31
Hängt von Deinen Postflopskills ab. Wenn Du da gut bist (ich meine aber auch wirklich gut, folden von AA auf gefährlichen Boards, gutes Handreading, gutes Erkennen von Spots, in denen man bluffen kann, etc.) ist LAG immer stärker +EV als TAG.
 
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14-10-2009, 18:42
(#3)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
Uuuh, dieses Thema hatten wir schon paar Mal, wobei sich TAGs und LAGs fast an die Gurgel gingen

Meine Meinung dazu:

- also TAG oder LAG : Das ist mir zu schwarz-weiss. Es gibt etliche "Graustufen".

- beides hat seine Vor- und seine Nachteile

- jeder Spieler muss selbst für sich herausfinden, welche "Graustufe" seinem Naturell (Skills, Charakter) am ehesten enspricht.

Allerdings sollte man - wenn man mit Pokern anfängt, erstmal TAG lernen. Später, wenn man TAG wirklich gut beherrscht und die Limits hochsteigt (weil gegen Donks in den Mikros reicht TAG-ABC-Poker vollkommen aus!), dann kann man sich über LAG Gedanken machen.

 
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15-10-2009, 03:15
(#4)
Benutzerbild von GHSE00011364
Since: Aug 2007
Posts: 31
Natürlich gibt es etliche Graustufen, aber dennoch sind die Unterscheidungen Tight-aggressive und Loose-aggressive relativ bedeutend.
Führen wir es auf VP$IP (voluntarily put money into the pot)zurück: Der Eine spielt vielleicht 13% an Händen und der Andere 30%. Einer wird looser sein als der Andere, unabhängig davon, wie sie die Hände spielen.
Ich flatcalle zum Beispiel relativ selten, bin trotzdem ziemlich loose. Ich raise halt auf dem Button an die 70% von Starthänden, wenn schlechte Spieler in den Blinds sind. Als Aggressor bin ich postflop sehr komfortabel. Zum Callen brauch ich schon gute Gründe wie Handstärke (und da sind früh im Spiel 22 bis QQ häufig bei mir genau gleich gespielt, nämlich mit einem Call des openraises), Position (Button, Cutoff, gelegentlich Hijack wenn CO und Bu passiv sind) oder wenn ich die Action schließe (zumeist im BB).

Generell würde ich sagen, dass in einem STT der Tag dem Lag überlegen ist (daher bin ich in STTs auch super TAG), und in einem MTT der LAG dem TAG. In einem MTT ist es halt einfach egal, wenn man häufig bustet und daher kann man es sich erlauben, mehr varianzlastige +EV plays in Kauf zu nehmen. Und wenn man auch noch gut Postflop ist und seine komplette Range openraist, kann man halt aus vielen Situation die Kartenmäßig -EV sind +EV Situationen machen, allein schon dadurch, dass man viele Pötte preflop abgreifen wird.

Zu Beginn TAG lernen wenn man anfängt... Da bin ich nicht sicher. Der Punkt ist, wenn der Gegner AK hat ist bei AQ der Kicker genauso schlecht wie bei A2. Und wenn man 77 hat und der Flop 222 ist, hat man genauso hohe Gewinnchancen gegen AA wie wenn man KK hätte. Man kommt in vergleichbare Situationen. Und daher wird ein Spieler, der mehrere Hände spielt ganz einfach viel mehr Erfahrung im Postflopspiel haben als jemand, der immer nur die "valuemäßig" guten Karten spielt. Ich würde auch Harrington nicht mehr als TAG bezeichnen, und das ist der Mann, der anfänglich mein Spiel am stärksten geprägt hat. Der callt halt echt nicht so häufig, aber seine Openraisingrange ist schon hochgegangen in den letzten Jahren, in denen NLHE aber auch wesentlich aggressiver geworden ist. Harrington ist halt gut und hat sich angepasst. Generell sind Pokerspieler aber auch stärker geworden. Früher waren alle schlechten Spieler weak-tight oder weak-loose, heute hat man aber auch maniacartige Fische und Lag-Fische, die zumindest wissen, dass man aggressiv sein sollte.
Der Lag hat außerdem den Vorteil, dass er unberechenbarer wird, was das bessere Auszahlen von starken Händen zum Vorteil hat!
Ich denke, dass "Tight is right" vor 5 Jahren noch profitabel war, aber jetzt nur noch mit übelst guten Skills und sehr langsamen Strukturen funktioniert.
Daher immer LAG in online MTTs und nimmer TAG. At least in my opinion.

Dazu muss ich noch sagen, dass ich auch schon die ersten 40 Hände nur gefoldet hab, halt weder Pair, noch Highcardhand, noch Suited Connector oder vergleichbares bekommen.

Oh, ich overlimpe ziemlich viel Unfug, das hab ich vergessen.

Geändert von GHSE00011364 (16-10-2009 um 21:14 Uhr).
 
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15-10-2009, 17:55
(#5)
Benutzerbild von Eurynnia
Since: Jul 2008
Posts: 1.431
Ich würde jetzt mal generell sagen: Sollte auch immer von Villains abhängen.

Gegen einen Haufen Möchtegern-Maniac-Fische spielt man anders als gegen Rocks oder gegen Calling Stations.

Und ich persönlich bin immer bestrebt, das Richtige zu tun, in diesem Moment. In dieser Situation. Gegenüber diesem Villain.

TAG spielt wenige, gute Hände, diese aber dreimal so aggressiv Ich finde TAG eignet sich sehr gut, wenn man viele Aggri-Fische und Calling Stations am Tisch hat, die sich in ihre Karten verlieben und sie bis zum bitteren Ende spielen.

LAG setzt voraus, dass die Gegner gegebenenfalls auch mal folden können. Also Du brauchst Fold-Equity, um immer wieder kleine- u mittlere Pötte zu sammeln und etwas Fear-Equity, wenn nämlich der HINTERLETZTE geschnallt hat, dass mit Dir nicht gut Kirschen essen ist. (Siehe "Kill Everyone")

Im STT musst Du sowieso Stil variieren.

Du darfst auch nicht vergessen: LAG erfordert doch einiges an Erfahrung, ein Äuglein für gute Spots, gute Post-flop skills..usw...

In Büchern kann man vieles lernen: Aber gute Sports sehen und ausnutzen, gut bluffen, gut beobachten & co. hat Imho sehr sehr viel mit Erfahrung Erfahrung Erfahrung zu tun! Spielen Spielen Spielen, Schauen, Beobachten, Lernen, Probieren.

Ein Intelli-Trainer hat mal gesagt (Eckesach oder MartenJ, einer von beiden), dass Harrington-Spiel sehr gut ist für low- bis medium Limits. In den höheren Limits ginge es dann anders zu und her ....

Aber ich verstehe Deinen Standpunkt sehr gut, denn ich hab schon mit einigen LAGs (gut!) diskutiert.

Der Unterschied ist die Grundstrategie/Grundeinstellung:

TAG: Ich warte auf gute Hände, während die Donks busten (so in dem Sinne)

LAG: Entweder barfuss oder Lackschuhe! Viele Chips oder Turniertod!