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NL 25 FR 77 in Late Position

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NL 25 FR 77 in Late Position - 09-09-2009, 02:41
(#1)
Benutzerbild von Betontico
Since: Sep 2007
Posts: 201
Moin

ich hab heute mit dem BSS spielen angefangen und mal ne Frage zu folgender Hand und wie ihr sie gespielt hättet.


Stats vom Initialraiser, der davor schon durch relativ loose raises aufgefallen ist:

gespielte Hände: 93
VPIP : 33
PFR : 20
AF : 5,75

Ich hatte 16/12/2,0 Stats am Table.

Meine Gedanken zu der Hand:

Er openraist UTG mit in meinen Augen einer relativ weiten Handrange. Von hohen Pocketpairs bis 89suited.

Das Openraise von ihm calle ich auf Setvalue. Auf dem Flop erscheint dann 883 also ein Overpair und eine Lifecard. Somit sehe ich mich auf dem Flop gegen seine Range vorne. Da sein AF sehr groß ist, war die Continuationbet schon zu erwarten und Standard. Diese Raise ich um alle Overcards zum Folden zu bringen.
Dann allerdings bekomme ich eine 3-Bet von meinem Gegner, die in meinen Augen nicht allzu viel Sinn macht. Mit was für einer Hand spielt er auf so einem Board ne kleine 3-Bet, bzw. was möchte er repräsentieren.

Nach meinem Reraise kann er wohl davon ausgehen, das ich mindestens ein Pocketpaar halte, wenn nicht sogar ne 8. Wenn er mir die 8 und das Set mit Pocketdreien nicht gibt, wovon ma dann ja bei der Riverbet ausgehen kann, ist es nicht logisch den Flop nicht als 3-Bet all-in zu pushen.

Eigentlich würde sein Play nur Sinn machen, wenn er selbst ne 8, das Set 3er oder totale Luft hält. Durch die relativ kleine 3-bet verhindert er das der Pot zu groß wird, da ich mit einem kleinen Pocketpaar schlecht 4-Betten kann.

Der Check am Turn ergibt für mich danach ebenfalls keinen Sinn, weil er mit ner starken Hand ja Geld von mir haben möchte, und somit betten würde. Für mich also ein Indiz das ich vorne liege.

Am River erscheint dann die 4 und er pusht seinen restlichen Stack rein. Da er auf dem Turn nicht gebettet hat, ergibt dieser Move am River auch keinen Sinn.

Mit ner getroffenen 8 hätte er wie gesagt schon den turn gebettet, genauso wie mitm Overpair oder nem Fullhouse. Das einzige was er jetzt hier am River getroffen haben könnte, wäre ein Set 4er, was aber nicht sehr wahrscheinlich ist. Somit lag für mich die Vermutung nahe, das er hier mit purer Air pusht und ich vorne liege.

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MP1 ($4.15)
MP2 ($5)
MP3 ($25.90)
CO ($5)
Button ($6.90)
Hero (SB) ($25)
BB ($21.90)
UTG ($21.85)
UTG+1 ($17)

Preflop: Hero is SB with ,
UTG bets $0.75, 6 folds, Hero calls $0.65, 1 fold

Flop: ($1.75) , , (2 players)
Hero checks, UTG bets $1.50, Hero raises to $4, UTG raises to $8.50, Hero calls $4.50

Turn: ($18.75) (2 players)
Hero checks, UTG checks

River: ($18.75) (2 players)
Hero checks, UTG bets $12.60 (All-In), Hero calls $12.60

Total pot: $43.95 | Rake: $2.15




PS: Bitte zerreißt mich dafür^^

MFG Tico

Geändert von Betontico (09-09-2009 um 02:54 Uhr).
 
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16-09-2009, 14:03
(#2)
Benutzerbild von Eckesach
Since: Sep 2008
Posts: 676
Moin Tico,

ich versuch mich mal an Deiner Hand:

Preflop:

Hier gibt es einen kleinen Widerspruch, Du setzt den Gegner auf eine weite Range (bei den Infos auch ok) und "callst auf Set-Value"

Problem 1 hierbei ist, dass Du im Schnitt gegen eine weite Range nicht die Implied Odds bekommst, da er den Flop sehr häufig verfehlt:

Faustformel: 1 im Schnitt den Betrag, den Du Preflop bezahlt hast, wieder reinholen, wenn Du ein Set triffst, und zwar jedesmal!

Bedeutet, dass Du 10.65$ = 7.80$ im Schnitt holen musst, jedesmal, wenn Du ein Set triffst, nicht sehr wahrscheinlich

Problem 2 ist Dein Positionsnachteil, Du bist Postflop immer oop, hast keine Initiative und bist gegen eine schwer zu definierende Range unterwegs, das ist die Definition von -EV!

Fazit: Fold imo besser als Call oder RR.



Flop:

Ist kein so schlechter Flop für Dich, gegen die Overcards und kleineren PPs in seiner Range bist Du vorne, gegen die höheren PPs und 8x Combos sehr weit hinten. Plan sollte hier sein, einen kleinen Pot auszuspielen und eine Line zu wählen, die aktiv ist und Deinen Positionsnachteil vor dem River aufhebt.

zur Auswahl:

aktive Lines
Donkbet Flop
Check/Raise Flop
Check/Call Flop, Donk Turn

passive Lines
Check/Call Flop, Check/Fold Turn
Check/Call Flop, Check/Check Turn, Blockingbet River

Passive Lines OOP gegen einen Laggy Gegner zu wählen halte ich für keine gute Idee, da so einer bei gezeigter Schwäche unangenehm aggressiv werden kann.

Check/Raise auf einem paired board gegen einen LAg mit einer Hand, die ShowdownValue hat, halte ich für keine gute Idee, schon eher mit sowas wie 75s in der Situation, gleich Donken nimmt dem Gegner die Möglichkeit, mit seinen schwächeren Händen zu Cbetten, daher finde ich:

Check/call Flop, Donk Turn ohne A oder K eine gute Line und hier zumindest für mich besser als ein check/R.

Nach seiner 3bet solltest Du die Hand aufgeben, Plan war, einen kleien Pot auszuspielen, was Du nicht mehr machen kannst, wenn Du hier callst.

Turn:

Nach dem call am Flop bist Du comitted, es sind über 18$ im Pot und noch knapp 13$ im Reststack vorhanden, d.h. bei einem Push von ihm bekommst Du immer 2.3:1 Odds und musst nur in 30% der Fälle gewinnen, um brak even zu sein.
Daher lieber selber pushen und sich vor Overcards protecten, anstatt dem Gegner faktisch 2 Freecards zu geben, Deine Hand ist fertig und wird sich nicht mehr verbessern, die Freecards arbeiten hier definitiv gegen Dich.

River:


Standard-Call aufgrund der Ausführungen über die Odds am Turn.


Gruß
Ecke
 
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17-09-2009, 02:30
(#3)
Benutzerbild von freemot
Since: Jan 2009
Posts: 223
@ Ecke: Aber kann man 77 gegen einen loosen Gegner preflop denn wirklich aufgeben? Ich finde auch wirklich nicht, dass man 77 gegen einen loosen Stealer (ATS wäre halt interessant) nur auf Set minen kann. 77 hat für mich absolut auch Showdownvalue, immerhin die 15. beste Hand überhaupt und auf dem Flop wirklich sehr, sehr oft vorne! Als Preflop-Aggressor meiner Meinung nach auch ganz gut zu spielen.

Also ich persönlich hätte preflop gereraist, bei einigermaßen hohem ATS beim Gegner und bei 3Bet aufgegeben.

Auf dem Flop wirds natürlich eklig, wenn der Gegner den Reraise ex ante callt, aber eine raise/fold oder raise/call-Linie fände ich dann immer noch besser, als 77 preflop zu folden.

Nachdem ich aber selbst nur NL 100 SSSler bin, darf ich aber nicht mitreden. Aber lernen würd ich die BSS halt auch mal gern, deswegen frag ich^^
 
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17-09-2009, 12:58
(#4)
Benutzerbild von Eckesach
Since: Sep 2008
Posts: 676
Zitat:
Zitat von freemot Beitrag anzeigen
@ Ecke: Aber kann man 77 gegen einen loosen Gegner preflop denn wirklich aufgeben? Ich finde auch wirklich nicht, dass man 77 gegen einen loosen Stealer (ATS wäre halt interessant) nur auf Set minen kann. 77 hat für mich absolut auch Showdownvalue, immerhin die 15. beste Hand überhaupt und auf dem Flop wirklich sehr, sehr oft vorne! Als Preflop-Aggressor meiner Meinung nach auch ganz gut zu spielen.

Also ich persönlich hätte preflop gereraist, bei einigermaßen hohem ATS beim Gegner und bei 3Bet aufgegeben.

Auf dem Flop wirds natürlich eklig, wenn der Gegner den Reraise ex ante callt, aber eine raise/fold oder raise/call-Linie fände ich dann immer noch besser, als 77 preflop zu folden.

Nachdem ich aber selbst nur NL 100 SSSler bin, darf ich aber nicht mitreden. Aber lernen würd ich die BSS halt auch mal gern, deswegen frag ich^^
Hey Freemot,

nicht böse sein, aber imo steckt da noch ein Überbewertung der Hand in Relation zu den anderen Faktoren wie Position, Initiative, Spielstil des Gegners usw. in Deiner Argumentation.
Vor 3-4 Jahren sah man auch noch diverse Coaches in Trainingsvids hier in so einer Situation einen Coldcall spielen, NLHE hat sich aber in letzter Zeit weiterentwickelt, Gegner verdonken keine Stacks mehr mit TP oder OPs, feuern 2. und 3. Barrels auf Scarecards und benutzen gezeigte Weakness des Gegners als schriftliche Aufforderung, ihn aus dem Pot zu drücken.
Diese Hand ist ein gutes Beispiel für diesen Paradigmenwechsel in der Behandlung von PPs und deren Implied Odds und natürlich generelle Profitabilität, klar hat 77 Showdownvalue gegen die Range des Gegners, das erfordert aber auch, dass Du damit einen Showndown zu sehen bekommst
Preflop zu folden hat einen EV von genau 0, alle anderen Optionen sollten daher +EV nachweisen, imo hier Postflop in der Konstellation der Faktoren nicht möglich.
Die 3bet kann profitabel sein, die Range des Gegners ist mir dafür nur nicht weit genug, ein genereller PFR von 20% bedeutet nicht, dass Villain auch von der Position aus mit den TOP20% raist, normalerweise etwas tighter, wenn er über eine positional Awareness verfügt, und eine große 3bet sollte zumindest in knapp 70% der Fälle Erfolg haben, um break even zu sein, das ist meist nur bei weiten Ranges und hohem Fold to 3betWert beim Villain der Fall.

Hoffe, dass hat Dir etwas Aufschluss gegeben.

Gruß
Ecke
 



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