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Smallball - 21-09-2007, 10:57
(#1)
Benutzerbild von DAS2006
Since: Aug 2007
Posts: 24
BronzeStar
Könnte mir mal einer erklären was es mit smallball eigentlich aufsich hat?
klar ist: smallball nennt man das spielen vieler kleiner pöte, wo man versucht die billig einzusacken.

jetzt ist aber die frage: was bedeutet mit kleinen bets den pot gewinnen?

im full tilt strategy guide schreiben howard lederer und gavin smith, dass sie genau das versuchen. sie setzen ein bisschen mehr als den halben pot um die odds für einen draw zu zerstören aber bei einem raise billig wegzukommen.

in HOH2 unterscheidet Harrington zw. smallball und "longball", wobei er sagt, dass bei longball sehr viel gesetzt wird, wodurch man den gegner mit hoher wahrscheinlichkeit verdrängt, jedoch wenn es schief geht seinen ganzen stack riskiert.
in den beispiel das er anführt, setzt jedoch sam farha am flop und turn jeweils ein bisschen mehr als den halben pot um in zu gewinnen.

wie ist jetzt die richtige smallball spielweise?
wie definiert man kleine bets die den gegner vertreiben können?
(mir ist schon klar, dass das von vielen sachen abhängt, aber über eine grobe richtlinie wäre ich dankbar)

hoffe das ich mich halbwegs klar ausgedrückt habe und einige denkanstösse zu diesem thema bekommen werde.

mfg,
DAS2006
 
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21-09-2007, 16:40
(#2)
Benutzerbild von cythev
Since: Aug 2007
Posts: 52
Ich würde sagen das ist wiedermal ein klarer Fall von "it depends"... Man muss halt schauen wie die Gegner spielen. Wenn man einen Gegner hat, der sehr schnell seine Hand aufgibt, dann reicht oft schon der halbe Pot auf eine Scarecard geschossen um ihn aus der Hand zu treiben. Man darf es halt nur nicht übertreiben, denn irgendwann fällt's auf. Hat man jedoch Gegner, die Draws auch dann noch spielen wenn die Odds nicht mehr stimmen muss man mehr bieten, was dann aber auch wieder eher nach Steal aussieht je nach Board. Hat man mehr wie 1-2 Gegner kann man diese Taktik IMHO gleich in die Tonne kloppen, denn irgendwer callt fast immer und die Chance, dass dieser Spieler dann ne Hand hat ist gross.
 
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05-10-2007, 20:52
(#3)
Benutzerbild von I3betyoufold
Since: Aug 2007
Posts: 15
WhiteStar
Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, wie ich es in Kill Phil gelesen habe, geht es bei smallball und longball nicht um die exakte Größe des Beteinsatzes. Vielmehr bedeutet es, dass man als smallball Spieler in viele Pötte involviert ist und versucht, diese ohne große Konfrontation, sprich allin oder das Riskieren eines halben stacks, postflop zu gewinnen. Man spielt seinen Gegner also postflop aus und vergrößert so seinen eigenen stack ohne zu viel zu riskieren.
Speziell in frühen Phasen von Turnieren wird dies von top pros angewandt, um ihre weniger erfahrenen Gegenspieler auszumanövrieren.
Longball hingegen heißt, dass man auch preflop seinen stack in die Mitte stellt um die blinds und antes abzugreifen. Dies wird in späteren Phasen von Turnieren sehr wichtig, da die blinds im Verhältnis zu den stacks immer gewaltiger werden. Auch wird diese Taktik von unerfahrenen Spielern angewandt um nicht postflop ausgespielt werden zu können. Sie gehen preflop allin und wenn sie gecallt werden und verlieren sind sie raus.
 
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06-10-2007, 00:15
(#4)
Benutzerbild von KINGDING114
Since: Aug 2007
Posts: 401
Ich bin mir nicht sicher ob dir das zu 100% weiterhilft aber ich finde das Prinzip wird in den 3 Teilen recht gut geschildert.

http://www.youtube.com/watch?v=Xeeoz...elated&search=

Ansonsten kann ich nur meinen Vorrednern zustimmen der Bet muss von Situation zu Situation jedes mal explizit gewählt werden, so etwas wie ein Geheimrezept gibt es auch hier nicht.
 
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13-10-2007, 15:16
(#5)
Benutzerbild von San Juan jr.
Since: Aug 2007
Posts: 28
Zitat:
Zitat von I3betyoufold Beitrag anzeigen
Speziell in frühen Phasen von Turnieren wird dies von top pros angewandt, um ihre weniger erfahrenen Gegenspieler auszumanövrieren.
Longball hingegen heißt... Dies wird in späteren Phasen von Turnieren sehr wichtig
Wann etwa findet den der Wechsel statt? Natürlich ist es fliessend aber bei welchen blinds oder bei welchem M sollte man eher zu longball wechseln?

@Kingding nice vids, ty
 
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15-10-2007, 12:49
(#6)
Benutzerbild von miauerle
Since: Sep 2007
Posts: 998
hallo juan,

würde sagen das ist so ein mischding, kommt drauf an wie hoch dein stack ist im vergleich zu den blinds und wo du damit im turnier stehst.

wenn du sehr früh viel gewinnst, die blinds also noch gering sind und dein stack im verhältnis zu den gegnern sehr groß, dann kann man schonmal die raises an seinem stack orientiern und mit den für die gegner unverhältnismäßig hohen einsätzen den ein oder anderen pot stehlen. wenn einer aber callt muss man vorsichtig sein, dann wird er auch was haben.

wenn du aber vergleichsweise wenig geld hast zu den anderen spielern und den blinds, dann solltest du evtl. schon preflop allin gehn, damit du so wenig wie möglich gegenspieler hast und so viel wie möglich gewinnst.


miau miauerle
 
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17-10-2007, 17:12
(#7)
Benutzerbild von Erwin Walter
Since: Oct 2007
Posts: 14
Hi,

wie bereits mehrfach gesagt: "it depends". Das hängt wie immer von Position und Situation ab. Wenn Du hinter Dir einen Maniac sitzen hast, kannst Du das total vergessen. Der wird Dich schnell durchschauen und immer raisen.