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Fragen zum 6max SHC - 07-01-2010, 01:37
(#1)
Benutzerbild von Qancho
Since: Nov 2008
Posts: 567
Servus Intelli Gemeinde

Ich spiele im Moment FLHE SH .10/.20 und es läuft im Moment ganz gut. (1600 Hände, 16BB/100, natürlich noch ne winzige Samplesize)

Allerdings bemerke ich, wenn ich mir meine Stats so ansehe, dass ich ne ziemliche nit bin.
VPIP: 19,3%
PFR: 9,5%
WTSD: 31,1%
W$SD: 65,3%
AF: 2,39

Man sieht schon, diese Stats sind ziemlich verkorkst und gleichen sich bei weiterem Spiel eher nach unten als nach oben an.
Deswegen wollte ich mal etwas bezüglich des Starthand Charts hier aus dem Ausbildungszentrum fragen:
Im gesamten Artikel wird ja ständig nur von Open Raise gesprochen und ich denke mal danach richtet sich auch der Chart, oder? Denn auf den Micros ist es ja üblich, dass man in nahezu jeder Hand preflop mindestens 1-2 Caller hat, wenn nicht sogar mehr. Und gerade in solchen Situationen fühl ich mich einfach absolut unwohl wenn ich am Cutoff z.B. mit Q9s oder A4s in die Horde der Limper rein spiele.

Ich bin derzeit mit meinem postflop Spiel sehr zufrieden, aber preflop seh ich da bei mir einfach noch riesige Leaks.

Kann mir jemand einen weiteren Rat bezüglich des preflop Spiels bzw des Starthand Charts geben?

Geändert von Qancho (07-01-2010 um 03:04 Uhr).
 
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07-01-2010, 02:13
(#2)
Benutzerbild von chess87
Since: Feb 2008
Posts: 907
ein WTSD von 31 ist ein riesen leak, also ist dein postflop spiel auch noch sehr verbesserungswürdig

@ preflop: ich sehe keinen sinn darin, wenn du dein spiel jetzt auf einen schlag auf den intelli-SHC umstellst
erweitere deine ranges lieber peu à peu, nimm nach und nach die nächstschlechteren hände dazu und gewöhn dich damit ein und nimm dann die nächsten, solange bis du dich an einen normalen SHC angepasst hast

dann steht einem aufstieg richtung .5/1 nur noch dein offenbar weakes postflop-play im weg

was das angeht: wenn du dir unsicher bist, ob du eine hand zum SD bringen willst, dann bring sie zum SD

nimm ruhig ein paar mehr verlorene SDs in kauf und sieh dir die hände deiner gegner an
nur so kriegst du ein gefühl dafür, wie deine gegner bestimmte hände in bestimmten situationen spielen und kannst dich darauf einstellen
das heißt aber nicht, dass du mit jedem müll zum SD sollst
 
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07-01-2010, 02:18
(#3)
Benutzerbild von Qancho
Since: Nov 2008
Posts: 567
Jau, mein Problem ist denke ich auch, dass ich postflop einfach ungern z.B. mit middle Pair und 2 Gegnern spiele. Ich weiß zwar selber das die, gerade auf meinem Limit, da jeden Schwachsinn nochmal raisen, aber irgendwas hält mich innerlich immer zurück

Aber so wie du es sagst, nezieht sich der Intelli SHC also nicht ausschließlich auf open Raises richtig?

Danke schonmal für deine Antwort, ich werd nachher mal an 1-2 Tischen ein wenig probieren.

Geändert von Qancho (07-01-2010 um 03:04 Uhr).
 
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07-01-2010, 03:40
(#4)
Benutzerbild von oblom
Since: Nov 2007
Posts: 1.274
Zitat:
Zitat von chess87 Beitrag anzeigen
ein WTSD von 31 ist ein riesen leak[...]
Na ja, 31 ist schon wenig, aber so riesig ist das Leak auf dem Limit auch wieder nicht. Du musst bedenken, dass die meisten Pots multiway sind, und gegen die zahlreichen CSs sind Hero-Calldowns mit A- oder gar K-high auch nicht wirklich profitabel.

Der sehr hohe W$SD weist natürlich schon darauf hin, dass OP zu tight zum SD geht, aber Samplesize ...

Ich sehe das Hauptproblem schon mehr in der weak-nittigen Preflopspielweise (die letztlich auch zu "von der Idealnorm" abweichenden Postflopstats führen muss). Ich würde daher auch vorschlagen, dass Du Dich zunächst einmal langsam an das Open Raising Chart herantastest, da werden sich dann auch die Postflopstats automatisch ändern.

Ansonst - Samplesize.
 
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07-01-2010, 03:44
(#5)
Benutzerbild von chess87
Since: Feb 2008
Posts: 907
doch, der intelli-chart bezieht sich auf die openraises
nach dem chart, schätze ich, würdest du etwa 24/18 stats bekommen

da du auf dem limit normalerweise viele limper haben wirst, ist es normal, dass dein PFR geringer ist, zumindest in late position

trotzdem ist sowohl der VPIP als auch dein PFR viel zu niedrig und um das zu ändern, solltest du dich langsam an den intelle-SHC annähern

normalerweise werden limper mit ähnlichen ranges isoliert, wie man auch openraisen würde, nur die jeweils schlechtesten hände der OPR-range fallen weg

auf 0.1/0.2 ist das aber imo noch nicht ganz so notwendig, dafür bekommst du umso mehr spot, in denen du profitabel mitlimpen und coldcallen kannst
deshalb denke ich, du wärst mit stats richtung 25/15 gut gewappnet, auch für .25/.5 ...wenn du es denn schaffts, deinen WTSD auch nen halbwegs vernünftigen wert zu kriegen


EDIT:
Zitat:
Zitat von oblom Beitrag anzeigen

Ich sehe das Hauptproblem schon mehr in der weak-nittigen Preflopspielweise (die letztlich auch zu "von der Idealnorm" abweichenden Postflopstats führen muss).
ein tighteres preflopspiel führt normalerweise zu einem höheren WTSD
 
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07-01-2010, 04:54
(#6)
Benutzerbild von Qancho
Since: Nov 2008
Posts: 567
Erst einmal vielen Dank für eure super Antworten

Hab jetzt mal eine kleine Session mit 4 Tischen gespielt und viel mehr Hände eröffnet. Hab einfach mal grob bei 1-2 Limpern so gespielt, als wärs nen stink normaler open Raise und es lief dazu auch noch wahnsinnig gut

Bin nach (nur) 369 auf folgende Stats gekommen:

VPIP 23,3%
PFR 16,3%
WTSD 37,7%
W$SD 55,8%

Bin also schonmal nen gutes Stück näher dran. Hab einige Hände mehr zum Showdown gebracht und habe darauf eigentlich nur verzichtet, wenn ich multiway A high oder bottom Pair hatte, oder mir wirklich sicher war, dass der Gegner mich geschlagen hat (4 Flush Board etc).
Ich denke was an den vielen Raises einen Großteil des Profits ausmacht ist einfach die Fold Equity die man damit generiert. Fast noch mehr auf dem Turn als auf dem Flop.
Welchen WTSD Wert sollte ich denn so in etwa anpeilen?

Wo ich mir noch sehr sehr unsicher bin ist das Spiel im Small oder Big Blind. Hab bisher dort nur AJs+ gespielt.

Genauso wie das Spielen nach Raises die vor mir kamen. Beispielsweise ATs am Button und vor mir gabs nen Raise vom CO oder UTG+1. Raise ich dann nochmal, oder call ich nur? Ich hab das mal ein wenig variiert, da ich aufgrund der Position einen Vorteil hatte, aber auf ein wirkliches Ergebnis bin ich nicht gekommen.

Anbei mal der Graph für die Session, weil ich grad einfach super happy bin und das Spiel so um ein vielfaches mehr Spaß gemacht hat.


Steht ausversehn auf bb statt BB, aber das ist ja wurscht
 
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07-01-2010, 05:08
(#7)
Benutzerbild von Dafejo
Since: Jun 2008
Posts: 253
Also die Stats sehen schon besser aus. Aber dass du aus den Blinds nur AJs+ spielst solltest du schleunigst ändern. Poste doch bitte mal deinen "Fold BB/SB to Steal-Wert".

Das 3betten ist so ne Sache. Es gibt Hände die kann man immer 3betten aber hundertmal mehr Situationen wo man nur mit "kommt drauf an" antworten kann.
Je nach looseness und Position deines Gegners varriert die eigene 3betting Range doch sehr stark. Auch wie du die Spielstärke deines Gegners einschätzt ist mit von Bedeutung. Ansich kann es aber nicht verkehrt sein auf den Microlimits einen 3bet wert von 5%-7% anzupeilen mMn.
 
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07-01-2010, 05:37
(#8)
Benutzerbild von Qancho
Since: Nov 2008
Posts: 567
Au weia. Da muss ich definitiv dran arbeiten.
Hab jetzt nur mal die Stats aus der Session grad genommen und die sehen horrormäßig wie folgt aus:

Fold SB to steal: 75%
Fold BB to steal: 85,7%
3Bet: 3,1%

Ist die Frage, was sieht der alles als steal an? Nur open raises von Button und Cutoff oder generell wie oft ich den Blind gegen jegliche raises gefoldet hab?

Die samplesize ist jetz natürlich minimal, aber dennoch verwunderlich das BB fold höher ist als SB

Bisher auf alle meine knapp 2000 Hände siehts wie folgt aus:

SB to steal: 84,4%
BB to steal: 76,9%
3Bet: 2,9%
 
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07-01-2010, 05:52
(#9)
Benutzerbild von Dafejo
Since: Jun 2008
Posts: 253
Das bei den ersten Stats SB<BB ist, liegt mit Sicherheit an der Samplesize. Du solltest aber echt darauf achten, mehr Hände zu defenden, v.a. da auf deinem Limit noch viele Multiwaypötte entstehen. Es wäre jetzt hier auch sicherlich falsch zu sagen, defende Hand XY+ und UVs+. Ich würde dir einfach mal raten dir Programme wie Pokerstove und Pokerazer herunterzuladen und mal ein wenig mit Ranges und deren Equity in MW-Pötten herumzuspielen. Das sollte deine Auffassung von Handstärken stark ändern.
Sofern du dich Postflop noch nicht allzu stark ansiehst und noch Probleme hast beim Handreading, solltest du die Hände mit denen man defenden kann, du dich aber nicht wohlfühlst sie oop zu spielen, weglassen.

Wenn du Fragen zur Benutzung von Pokerstove und dem herumspielen von Ranges etc. hast, kannst du mir ne PM schreiben oder wir skypen mal.
 
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07-01-2010, 14:10
(#10)
Benutzerbild von oblom
Since: Nov 2007
Posts: 1.274
Zitat:
Zitat von chess87 Beitrag anzeigen
ein tighteres preflopspiel führt normalerweise zu einem höheren WTSD
Ja auf Deinen Stakes schon. Auf den Micros ist aber nicht ganz so einfach. Wenn Hero looser raist und 3-bettet, gibt es auch weniger Multiway Pots, und er kann lighter zum Showdown gehen. Es gibt da also gegenläufige Effekte.

Ich denke, dass es richtig ist, dass OP zunächst sein Preflopspiel geändert hat, das Postflopspiel ändert sich dadurch - wie gesagt - automatisch.

Ansonst kann ich OP nur raten, bei unklaren Spots das Handbewertungsforum zu bemühen. Anhand konkreter Hände läßt es sich IMO besser diskutieren als so ganz allgemein.