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Big Stag Strategy an tischen mit niedrigem Niveau

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Big Stag Strategy an tischen mit niedrigem Niveau - 11-01-2010, 03:13
(#1)
Benutzerbild von 4|\|D1
Since: Dec 2009
Posts: 9
BronzeStar
Hallo zusammen,

Ich spiele jetzt schon ziemlich lange Poker. Außer in Multitable Turnieren online leider nicht sehr profitabel. Ich habe mich schon sehr viel mit der theoretischen Ausbildung beschäftigt. Dabei musste ich feststellen, dass die meisten Strategien aus Büchern leider nur dann profitabel spielbar sind wenn die Gegner auch wissen was sie tun, gerade bei der BSS. SSS kommt für mich nicht in Frage. Aus 2 Gründen. Erstens sie ist einfach relativ langweilig und stupide. Und die Gewinnspannen sind nicht sehr hoch. Außerdem möchte ich nicht ewig bei SSS stehen bleiben.

In Sit and Gos bin ich auch ziemlich gut. Aber die Gewinnspanne ist leider auch nicht sehr hoch. Im Durchschnitt bekomme ich ca das 1,05 fach raus von dem was ich eingesetzt habe. Dazu muss man sagen, dass meine SnG Skills sicherlich noch ausbaufähig ist, aber damit habe ich mich auch noch nicht viel beschäftigt.

Vllt hat jemand Harrington on Cash gelesen. Da gibt es im 2. Band auch ein Kapitel über spielen an Tischen mit schlechtem Niveau. Ich habe leider nur den 1. Band.

Was ich eigentlich gerne Wissen wollte. Wie spielt ihr an Tischen mit schlechtem Niveau? Was gibt es besonderes zu beachten. Was macht ihr anders an solchen Tischen? Ist BSS überhaupt die richtige wahl für solche Tische?

Wenn ich von Tischen mit niedrigem Niveau spreche meine ich Hauptsächlich die niedrigen Limits bis 10/25c.

Gruß
Bene
 
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11-01-2010, 07:00
(#2)
Benutzerbild von crowsen
Since: Sep 2007
Posts: 5.697
Natürlich ist die BSS die absolute richtige Wahl für Tische mit nierigem Niveau.
Und das aus folgenden Gründen:
Je höher das Verhältnisd Blind/Stack, umso größer ist dein Vorteil ( Edge / Gewinnspanne) gegen Spieler, die schlechter sind als du.

Die meitsen Konzepte gelten auch für Spiele auf nierigem Niveau. Dir muss halt im klaren sein, dass dein Gegner NICHT mitdenken und dementsprechend spielen.
Ein Prflop-Squeezeplay als Bluff wirst du eben selten spielen können aber ich spiele z. Zt. wieder NL5 und dort habe ich dieem Move immerhin in 15 K Hänen auch gespielt, weil die Situation dafür geeignet war.
Auf NL50 spielst du diesen Move dann eben 10 x in 15 K Händen.

Harrington schreibt in seinem Buch, dass das Spiel auf niedrigen Niveu sehr einfach ist:
Du musst dein Spiel weder balancen, noch irgendwelche Moves machen, die den Gegner in die Irre führen. Du musst einfach nur VALUE-Betten. Den Wert deiner Hand setzen.

Ich habe max. bis NL50 gespielt und folgende Dinge sind anders , als auf NL5 z.B.:


- Es gibt wesentlich weniger Preflop-Moves .

In den Blinds und in Late Position wird wesentlich weniger gestealt und gerestealt.


TAGS spielen meist ABC-Poker und sind weak.

Die Tags/Regs auf NL5 haben noch größere Leaks und spielen meist recht weak. Auf ne 2nd barrel die du auf eine Scarecard feuerts legen Sie die meisten Teil Ihrer Handrange weg.
Wenn du gegen Sie Squeezed folden Sie alles außer Ihre TopRange.


Es wird viel weniger "gut" geblufft.

Auch wenn das jetzt überraschen sollte:
Gut und sinnvoll geblufft wird selten.
Klar Limp/Callt der NL5-Fish und donkst auch fen 779 Board FLop / Turn und River mit je 5 Cente und zeigt A5 für gar nichts, oder der typische Maniac ballert wie Wild umher. Aber die Spieler hat man schnell ausgemacht.
Es wird auch mal vorkommen, dass deine CBET geminraist wirst und der Gegner die A High ubnter die Nase hält aber generell gilt auf den Micros:
Wenn du am Turn geraist wirst -> TopPair nix gut.
Wenn deine Gegner deine CBET Raisen und du callst, checken Sie meist den Rest der Hand runter, wenn Sie nen Move gemacht haben.

BTW:
Ich kenn bis jetz keinen der die Micros nicht shclagen konnte, weil die Konzepte nicht funktioniert haben aber dann auf NL200 die Riesen-Winnings hatte
 
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11-01-2010, 07:34
(#3)
Benutzerbild von 4|\|D1
Since: Dec 2009
Posts: 9
BronzeStar
Also erstmal Danke.

Zitat:
Ich kenn bis jetz keinen der die Micros nicht shclagen konnte, weil die Konzepte nicht funktioniert haben aber dann auf NL200 die Riesen-Winnings hatte
Ich kommen von Offline NL25 und NL50 und spiele online NL10. Ich glaube der Unterschied ist krasser als andersrum. Ich ging einfach immer davon aus dass die Gegner zumindest bischen Ahnung haben von dem was sie tun.

Ich glaube ich überschätze meine Gegner einfach. Ich achte sogar auf mein Meta Spiel online. Glaub das ist vollkommen fürn A****.

Ich werde jetzt mal versuchen einfach Value Poker zu spielen und mein Gehirn ein wenig runter zu fahren dabei. Ich glaube die Swings sind auch deutlich größer als auf den höheren Limits.
 
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11-01-2010, 11:05
(#4)
Benutzerbild von ekkPainmaker
Since: Mar 2008
Posts: 1.210
Zitat:
Zitat von 4|\|D1 Beitrag anzeigen

Ich werde jetzt mal versuchen einfach Value Poker zu spielen und mein Gehirn ein wenig runter zu fahren dabei. Ich glaube die Swings sind auch deutlich größer als auf den höheren Limits.
das klingt nach nem guten ansatz. Allerdings ist das mit den swings wohl eher nicht so richtig. Weil du auf den kleinen limits immer nur mit den nuts pusht. Ab NL50 werden dann allerdings auch draws und so gepusht und dies bringt eine höhere varianz.
 
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11-01-2010, 14:20
(#5)
Benutzerbild von 4|\|D1
Since: Dec 2009
Posts: 9
BronzeStar
Mein Fehler. Mit den höheren Limits habe ich die Offline Tische gemeint. Online habe ich noch keine Erfahrung auf den Limits. Und da sind die Swings definitiv kleiner.

Was haltet ihr von Continuation Bets auf den niedrigen Limits. Ich werde für meinen Geschmack in letzter Zeit viel zu oft gecallt. Gerade bei händen wie ak, aq, vorangegangenem Preflopraise und flops 972off zum beispiel kann ich die Gegner schlecht einschätzen, haben die getroffen, haben die mich durchschaut oder sind die vllt einfach nur von ihrem ass hoch so überzeugt?

Also C-Bets eher ja oder eher nein? Und wird ein C-Cet gecallt, wie am Turn weiterspielen (nur auf ungefährlichen Boards natürlich)?

Geändert von 4|\|D1 (11-01-2010 um 14:23 Uhr).
 
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11-01-2010, 19:22
(#6)
Benutzerbild von crowsen
Since: Sep 2007
Posts: 5.697
Die Frage ist definitiv nicht so leicht zu beantworten.

CBets ja. Du musst eben gucken, was du für nen Gegner hast.
Foldet er weak AHigh auf nem 972 Board oder callt er dich hier mit QT / QK / AJ / A4/ A8 ....
Im großen und ganzen wird er dieses Boadr oft verfehlt haben.
Du kannst darauf aber auch kaum etwas reppen.

Ich cbette auf NL5 nicht wirklich mehr als auf NL50.
 
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11-01-2010, 20:30
(#7)
Benutzerbild von ekkPainmaker
Since: Mar 2008
Posts: 1.210
Zitat:
Zitat von crowsen Beitrag anzeigen
Die Frage ist definitiv nicht so leicht zu beantworten.

CBets ja. Du musst eben gucken, was du für nen Gegner hast.
Foldet er weak AHigh auf nem 972 Board oder callt er dich hier mit QT / QK / AJ / A4/ A8 ....
Im großen und ganzen wird er dieses Boadr oft verfehlt haben.
Du kannst darauf aber auch kaum etwas reppen.

Ich cbette auf NL5 nicht wirklich mehr als auf NL50.
Sagen wir einfach: "Es kommt drauf an"
 
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11-01-2010, 21:52
(#8)
Benutzerbild von crowsen
Since: Sep 2007
Posts: 5.697
Zitat:
Zitat von ekkPainmaker Beitrag anzeigen
Sagen wir einfach: "Es kommt drauf an"
Dies abgedroschen Parole wollte ich nicht sagen
 
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12-01-2010, 21:52
(#9)
Benutzerbild von Fischgerippe
Since: Dec 2007
Posts: 41
hi,

spiele im moment die deepstack NL 25/50 50BB min. tables auf stars.

leider habe ich wenig zeit zum pokern und bisher nur 12K hände gespielt, finde aber beide limits sind ziemlich leicht zu schlagen.

im moment laufe ich mit ner krassen ~20 BB/100 winrate. lief so gut, dass ich ein paar shots auf 100 versucht hab, leider mit dem resultat 2.5 stacks zu verlieren...

bin jetzt wieder bei 4 tables NL25 und so 1K hände pro session.

hab mal meine stats angehängt... folgende tipps von mir:

ausreichend bankroll (minimum 25, besser 40-50) !

wie man aus meiner NSDW line im graph sehen kann, versuche ich die spieler postflop aus den händen zu drängen, was sehr gut gegen die typischen grinder funktioniert.

meine NSD winnings sind teilweise höher als meine SD winnings.

ganz wichtig ist preflop korrekte calls zu machen im bezug auf implied odds. deepstack gibt viel mehr spielraum für den gegner fehler zu machen, grundlegende fehler die auf dauer mächtig profit generieren.

deepstack ist es z.b. schwerer AA/KK gegen setfarmer zu protecten, d.h. auf lange sicht muss man eine strategie entwickeln, bei der man sein overpair auch mal wegwirft, damit kannst du set-farmern das leben schwermachen.

stichworte zum googlen: "5/10 rule"

was contibets und co. angeht:

meine contibet frequenz liegt bei 70%. allerdings solltet ihr euch in jeder hand gedanken machen, wie weit ihr euch committen wollt ! bei den allermeisten händen solltet ihr nicht mehr als 1/3 der bankroll riskieren, also nur leicht committen und euer spiel viel mehr nach diesen regeln gestalten. also völlig egal ob der andere gerade blufft, mich "durchschaut" oder nicht.

wichtig als basis ist ein gutes gefühl für die stärke der eigenen hand zu entwickeln:

bsp:

du hast AhKs

flop: As9d4d

hat der gegner z.b. einen 20% vpip dann spielt er etwa 245 hände (2 aus 50 = 1225).

auf dem board schlagen dich alle 3 sets, two-pair und es droht flush, gegen flushdraw + mediumpair ist man ebenfalls leichter dog. das topset gibt es genau einmal (die übrigen zwei asse), für die anderen beiden sets gibt es jedesmal 3 möglichkeiten, d.h. 7 hände insgesamt zum set. bei 245 starthänden könnt ihr euch die wahrscheinlichkeit ausrechnen.

das gleiche kann man für two-pair und den flushdraw machen. danach mit der preflop action abgleichen und sehen ob man hände ausschliessen kann.

danach entscheidet man sich ob man einen grossen pot spielen will, oder nicht...

natürlich kann man die rechnerei nicht während dem spiel durchführen, das macht man offline als training. beim traning bemerkt man patterns und "typische" boards und entwickelt intuition.

imho können die meisten auf diesen limits, auch die grinder, nicht wirklich postflop spielen... sie spielen zwar zig zehntausend hände mit ner 2-3 BB/100 winrate, aber lernen imho nicht wirklich viel dabei. Ihre rote NSDW linie geht konstant bergab, sie spielen rein auf showdown value mit ABC postflop spiel und haben dadurch eine höhere varianz. nicht selten rennen sie in einen downswing und wundern sich das nach 250K händen kaum gewinn übrigbleibt. auf höheren limits werden sie entsprechend schnell einknicken, da dort ohne gutes postflop spiel nix geht.


wollte hier nur paar prinzipien anschneiden, vielleicht hilft es als anregung...

Geändert von Fischgerippe (12-01-2010 um 22:00 Uhr).
 
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16-01-2010, 20:38
(#10)
Benutzerbild von Toxic-Sonic
Since: May 2008
Posts: 394
Zitat:
Zitat von Fischgerippe Beitrag anzeigen
ausreichend bankroll (minimum 25, besser 40-50) !
Bis NL100 kann man(als Hobbyspieler) ruhig ein etwas aggressiveres BRM haben. 20-25 Stacks z.b.

Ok, wenn man tiltanfällig ist dann lieber eine paar Stacks mehr