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Aggression OOP - 20-01-2010, 16:35
(#1)
Benutzerbild von Thunder1214
Since: Nov 2009
Posts: 256
Hallo Zusammen,

bekanntlich ist Aggression ja der Schlüssel zum Erfolg.
Aus diesem Grund bemühe mich auch TAG zu spielen.

Jetzt komme ich aber immer wieder an den Punkt, wo mich grade diese Aggression viel Geld kostet.
Grade das Spiel out of Position ist hier besonders teuer.

Deshalb wollte ich mal fragen, wie ihr damit umgeht bzw. wie ihr eure Agression OOP einsetzt.

Beispiel ...

Gehen wir von den Microlimits aus, sagen wir NL5.

Hero ist UTG mit AK.

Preflop raise ist klar ... nehmen wir mal an MP3 callt.

Flop kommt mit 2 8 A ... der Einfachheit halber vernachlässigen wir mal die Farben.

Ich habe also TPTK ... Contibet 2/3 Pot und MP3 callt.

Jetzt stehe ich vor dem ersten Problem: was könnte MP3 auf der Hand haben, um das zu callen?
Wahrscheinlich das A ... damit wäre ich beim besseren Kicker.
MP3 könnte aber auch A2 oder A8 halten ... hätte 2Pair und ich wäre hinten.
Noch schlechter wäre, dass MP3 hier das Set hätte.

Also folgt der Turn: eine Blank

Was nun? Wenn ich wieder anspiele und hinten liege, habe ich ein Problem, ich baue den Pot weiter auf und ich bezahle Geld, wo ich das nicht tun sollte.

Checke ich aber, verschenke ich durchaus eine Freecard und lade zum Bluff ein.
Wenn MP3 jetzt setzt, kann ich evtl. noch folden, kann mir aber nicht sicher sein, ob ich nicht grad die beste Hand weggeworfen habe.

Ihr seht also: Ich stecke in einer sehr ungünstigen Situation.

Ich stehe zwischen den Fronten, solange ich nicht die Nuts halte.
Checke ich und will den Pot klein halten, muss ich mich ggf. rausbluffen lassen oder verschenke Freecards.

Setze ich jedoch, bezahle ich fleißig einen Pot, der immer größer wird, was ich eigentlich garnicht will, und die Summe, die ich verlieren werde, wird immer größer.

Noch gravierender wird die Situation unter folgenden Gesichtspunkten:
- wenn mein Gegner weiß, dass ich aggressiv spiele, lässt er mich bis zum River setzen um dann noch einmal zu erhöhen.

Ich habe das alles schon mehrfach erlebt und einiges an Geld verloren.
Im Prinzip basieren alle größeren Verluste der letzten Zeit auf diesem Prinzip:

Ich raise Pre und werde gecallt.
Cbett und werde gecallt.
TurnBet und werde gecallt oder checke und check behind.
Riverbet und werde geraist.

Ich habe zwar TPTK, aber Villain zeigt das Set
oder Top2Pair vs Set... er lässt mich also auflaufen, weil er evtl. weiß, dass ich setzen werde oder weil er es hofft.

Meine eigene Aggressivität kostet mich hier deutlich Geld!!

Wie spielt ihr in solchen Situationen ... wie geht ihr damit um?
 
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Cool
jo - 20-01-2010, 17:14
(#2)
Benutzerbild von HaiPoker
Since: Sep 2007
Posts: 3.449
das ist der preis für agressivität

das tighte spieler halt ausnutzten


du musst halt dein spiel ein bisschen variieren

sobald am tisch bekannt ist das du ziemlich lose spielst

das ausnutzen und nicht mehr ganz so lose spielen

und du wirst trotdem viele calls bekommen
nur diesmal hast du halt gute karten


und ich würde mehr auf die position achten

und nicht mit lose händen out of position spielen


gruss haipoker



Ich kaufe ständig T$ - Angebote könnt ihr mir gerne per PM schicken

 
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Ja doch - 22-01-2010, 14:29
(#3)
Benutzerbild von Gismo546-
Since: Jun 2008
Posts: 1.822
Ich kann HaiPoker nur beipflichten.

Auch mal 2 AA checken in früher Position

oder wenn du dir unsicher bist was der Spieler MP3 hat mach auf den Call ein Raise das gibt meistens schon genug Infos. Solltest du allerdings von vornherein ein schlechtes Bauchgefühl haben dann weg mit den Karten,das ist mein Problem ;-)

Auch auf setzmuster achten wenn spieler schnell und viel setzen haben sie meistens nichts.

Auf jeden Fall Viel ervolg.
MfG Gismo-


Meister Intelli-Teamleague(Mic) 09/2010 und 11/2013 FullTilt Banditos
----Team Player U Einzelkämpfer----

Geändert von Gismo546- (22-01-2010 um 14:32 Uhr).
 
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24-01-2010, 22:14
(#4)
Benutzerbild von binhpac
Since: Feb 2008
Posts: 28
BronzeStar
Es gibt kein einziges Erfolgspattern dass für alle Situationen geschaffen ist.

Wichtig ist, was ist ein MP3 für ein Spieler und was für ein Read hast du auf ihn. Gehen wir davon aus, du hast dich grad an den Tisch gesetzt, gibt es viele Möglichkeiten mit dieser Situation umzugehen.

1. Die "konservative" Art wäre: Bet - Bet- Check/Call
Du bietest also zweimal for value und lässt ihn auf dem River einmal bieten, wenn er bluffen oder for value setzen will.

2. Die "Pot Control" Variante dann: Kommt darauf an, was die anderen für ein Read auf dich haben? Checkst du immer OOP oder bietest du immer wenn du was triffst? Gehen wir davon aus, dass du dich grad an den Tisch gesetzt hast, könntest du hier: Check/Call spielen mit der Gefahr einer Freikarte, aber dafür bekommst du einen Read auf den Gegner ob ihm der Flop gefallen hat. Nach dem Motto "Small Hand, Small Pot" raist du auch nicht, sondern floatest mit dem Turn und setzt dann in ihn hinein. Jetzt steht er vor der Überlegung Flatcall mit Topppair schlechten Kicker oder raise mit einer stärkeren Hand. Auf dem River wieder Check/Call spielen. OOP verliert man so oder so value. Da gilt es eher den Pot klein halten wenn man "nur" Toppair hat.
Also: Check/Call - Bet - Check/Call

3. Die Maniac Variante wäre Check/Raise zu spielen. Das setzt aber voraus, dass du mit vorherigen Händen auch Check/Raise gespielt hast, also mit Sets, 2Pair oder Semibluffs. Also du pumpst jedesmal den Pot auf und setzt die Gegner massiv unter Druck und zeigst dem Gegner auch sofort "Willst du mit deiner Hand um deinen gesamten Stack spielen?". In den meisten Fällen folden die Gegner, daher muss du es unbedingt mit Semibluffs kombinieren, so dass du auch ausbezahlt wirst, wenn du was hast und nicht dass man sofort weiss was du hast.

Gegen einen unbekannten Gegner, wovon man keine Stats hat oder keinen Read würde ich Toppair bei der ersten starken Gegenwehr, also Raise die Hand aufgeben.

Wichtig ist auch egal, wie du die Hand spielst, du spielst sie nicht IMMER so, sondern ab und zu anders und vor allem solltest du auch andere Hände genauso spielen. Also zum Beispiel einen Flushdraw oder Openender, so dass man nicht herauslesen kann, ob du ein Toppair hast oder nicht.

Entscheidend für die Spielweise sollte immer der Read auf den Gegner in Bezug auf dein eigenes Image am Tisch (Bist du loose oder Tight, was für einen Eindruck haben die Gegner von dir) sein.
- Spielt er Päärchen um ein Set zu treffen.
- Spielt er AQ, AJ oder AT?
- Spielt er Axs um Flush zu drawen?
- Spielt er Suited Connectors in geraisten Pots?
- Wie tight ist der Spieler, gibt er bei einem Raise nach?
- Wie passiv ist er, callt er mit toppair schlechten Kicker oder raist er damit um zu sehen, wo er steht, etc.

Geändert von binhpac (24-01-2010 um 22:21 Uhr).
 
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25-01-2010, 11:11
(#5)
Benutzerbild von ChaozJ
Since: Aug 2009
Posts: 19
Hi!

Ich betreibe in solchen Situationen gegen Unknown oft Potcontrol mit Made Hands OOP.

Meine Standard C-Bet ist OOP etwas kleiner als IP. Am Turn schieb ich noch eine kleine Bet wegen Potcontrol hinterher. Damit bläht sich der Pot nicht übermäßig auf und ich kann so am River ohne schlechtes Gewissen eine Riverbet callen (außer halt eine Overbet).

Man gewinnt eben mehr IP als OOP...

Außerdem ist es sehr wichtig, dass man auf potentielle Set-Miner achtet. Dabei sollte man auch auf die Line von Villain achten, wenn er sein Set getroffen hat. (meistens ist die call Flop - raise turn, auf meinem Limit)
Die meisten machen mit ihren Sets noch den Unterschied, ob das Board drawlastig oder trocken ist.
Seitdem ich solche Setminer ausforsche, hab ich mir schon sehr viel Geld gespart.

Gegen einen Standard 50/9-Fish barrel ich hier TPTK 4 Value bis zum River durch, versuche aber auch hier, den Pot nicht unnötig auszublasen.

Maiacs überlasse ich ganz gerne die Initiative und call sie down oder mach es wie bei einem Fish, ist ganz unterschiedlich

Ist halt immer Situationsbezogen.
Und wenn ich OOP nicht treffe, spar ich mir gegen die meisten Gegner auch die C-bet. Außer eben gegen Setminer, denn die treffen ja nur einmal von 7,5 Mal. Wenn ich von so einem allerdings einen call oder gar einen Raise bekomme, ist eh alles klar. Dann heißt die Devise check/fold Turn oder fold Flop.

Finde übrigens die Antwort meines Vorposters auch ganz gut.

Bezieht sich jetzt alles auf NL2-NL10 FR...
Gruß,
ChaozJ

Geändert von ChaozJ (25-01-2010 um 11:19 Uhr).
 
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08-02-2010, 12:41
(#6)
Benutzerbild von 6chester9
Since: Dec 2007
Posts: 267
BronzeStar
[QUOTE=ChaozJ;1355601]Hi!

Ich betreibe in solchen Situationen gegen Unknown oft Potcontrol mit Made Hands OOP.

Meine Standard C-Bet ist OOP etwas kleiner als IP. Am Turn schieb ich noch eine kleine Bet wegen Potcontrol hinterher.
>>> und schon kommt einen das komisch vor, mir jedenfalls...
so spielen die, welche unschlüssig sind (kein angriff auf deine Meinung, eher ein das ist Fakt aus der Praxis).

Man gewinnt eben mehr IP als OOP...<<<<< je nachdem, jedenfalls ist es leichter IP zu spielen - keine Frage

Außerdem ist es sehr wichtig, dass man auf potentielle Set-Miner achtet. Dabei sollte man auch auf die Line von Villain achten, wenn er sein Set getroffen hat. (meistens ist die call Flop - raise turn, auf meinem Limit)
Die meisten machen mit ihren Sets noch den Unterschied, ob das Board drawlastig oder trocken ist.
Seitdem ich solche Setminer ausforsche, hab ich mir schon sehr viel Geld gespart.
>>1 mit *

Gegen einen Standard 50/9-Fish barrel ich hier TPTK 4 Value bis zum River durch, versuche aber auch hier, den Pot nicht unnötig auszublasen.
>> ein Widerspruch in sich. Kleine Bets wirken auf solche Spieler wie checks, also FreeCards - kann man machen, muss man aber nicht.

Maiacs überlasse ich ganz gerne die Initiative und call sie down oder mach es wie bei einem Fish, ist ganz unterschiedlich
>>> diese Theorie gefällt mir schon besser. Bei Maniacs darauf achten ob sie nur Betten bzw. 2-3 Barreln wenn sie gute bis sehr gute Hände halten, sonst geht der schuss nach hinten los.

Allzeit gute Hände
 
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08-02-2010, 23:04
(#7)
Benutzerbild von bamboocha88
Since: Jul 2008
Posts: 4.328
GoldStar
Aber ich sehe du hast verstanden, warum Poker kein Glückspiel ist, sonder viel mehr.
 
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12-02-2010, 14:44
(#8)
Benutzerbild von Fischgerippe
Since: Dec 2007
Posts: 41
potcontrol OOP ist ein oxymoron. das funzt oop nicht, daher ist position so wichtig.

in der beispielhand vom OP, wenn aggro gespielt, muss man die balance halten zwischen Bet und Commitment. D.h. du möchtest mit deinem TPTK nicht mehr als 30% ESS investieren, bzw. nur dann all-in gehen, wenn die gegnerstats das erlauben.

damit hast du aber durchaus luft um am flop und turn entsprechend zu betten.

Geändert von Fischgerippe (12-02-2010 um 14:46 Uhr).
 
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14-02-2010, 00:33
(#9)
Benutzerbild von zerobasic
Since: Mar 2009
Posts: 14
BronzeStar
Gegen unknown oop ist auf den micro-limits schwer... Entweder er hat ein Monster und callt deine flop- und turn-bet, was teilweise sehr verdächtig ist, wenn das Board trocken runterkommt. Oder er hält ATs und denkt was weiß ich wie gut er damit is

Bei Unsicherheit also lieber potcontrol betreiben.

Wenn du mit dem Gedanken, dass er ja auch A8 oder A2 haben könnte, rangehst, solltest du die Finger vom Poker lassen, denn Poker ist ein Spiel der unvollständigen Infos. Es gibt nunmal keine Garantien und somit ist Angst der ärgste Feind!!

Wenn du aber schon Flop und Turn anspielst, dann würde ich auf dem River - je nach Board - nochmal ne blockingbet rausballern.
 
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14-02-2010, 16:53
(#10)
Benutzerbild von Thunder1214
Since: Nov 2009
Posts: 256
Danke nochmal für die Tips ... nachdem ich jetzt noch etwas stärker auf meine Position achte und meine PreFlop-Strategie dahingehend anpassen konnte, läuft es im CG etwas runder.