Home / Community / Forum / Poker Forum / IntelliPoker Support /

die sache mit den pocket pairs

Alt
Standard
die sache mit den pocket pairs - 06-04-2010, 18:50
(#1)
Benutzerbild von Lomyr
Since: Apr 2008
Posts: 49
Moin

eine Hand, die ich schwierig finde sind pocket pairs, die auf gegenwehr stossen....

ich spiele nl holdem auf micro limits.

Hier ein typisches Beispiel. ich hab JJ, sagen wir mal mid position. ich mach einen standard raise und hinter mir gibts einen caller.

flop: sagen wir mal KT3, von mir aus rainbow, ich bin out of position. raise aber trotzdem ungefaehr 80% des pots.
oft klappts, der gegner foldet, ich bin zufrieden.

was aber, wenn ich gecallt werde. Spielt der Gegner slow? Hat er einen Draw? Hat er nix?

turn: irgend ne belanglose karte, sagen wir mal ne 6.
an diesem punkt bin ich schon ziemlich unsicher.... typischerweise raise ich nochmals, standard (vielleicht 60% des pots) und ich werde wieder gecallt...
ist das korrekt?
waer hier check-call die bessere alternative?
und wie geht's am river weiter?

Im Ausbildungszentrum werd ich nicht wirklich schlau.
Da heisst: agression weiterfuehren, pot control, big hands big pots / small hands small pots. das alles ist recht wiederspruechlich...

waer um hinweise froh, welche mir hier weiterhelfen.
 
Alt
Standard
07-04-2010, 08:09
(#2)
Benutzerbild von Hessie-James
Since: Sep 2007
Posts: 271
Hi Lomyr,

ich bin auch nur ein kleiner Bronzestar, glaube aber trotzdem dir eine gute Antwort geben zu kommen.

Wie spielen? Kommt ganz darauf an:

Zu deinem Beispiel: (Mal unabhängig von den stackgrößen)
Großes Problem hier, du bist out of position.

Was gibst du deinem Gegner in dieser Situation?
Sitzt er deiner Meinung nach auf einem Draw, kannst du Flop, Turn und River teuer machen also betten. Alternativ kann man hier den pot klein halten und checken. Setzt er dann einen kleinen Betrag als semibluff, wenn er auf einem draw sitzt, kann man ihn kräftig raisen, dann muss er seine Hand definieren. Kann teuer werden, wenn du ihn falsch eingeschätzt hast, oder sein draw ankommt.

Wie ist dein Image am Tisch? Wie wirst du wahrgenommen. Als weak tight, dein Gegner könnte versuchen dich auszuspielen. Er erkennt evtl. eine Unsicherheit in deinen Setzgrößen und nutzt eine mögliche fear-Karte auf dem river aus, dich durch eine hohe Bet zum folden zu bewegen. Auf kleinen limits eher selten.

Generell ist deine betting-line in Ordnung. Aggressor vor dem flop= aggressor auf dem flop= contibet, aber eben auch vorhersehbar....

Mit JJ oder auch QQ (meine persönliche Hasshand)kann man auch einfach mal nur limpen (bzw.limp/call), trifft man dann ein set, vermutet das kein Schwein, oder man kann so stark raisen, dass ein call oder raise folgender Spieler ihre Hand ziemlich klar definieren (aber auch deine Gegner könne dich leichter lesen, wenn deine betgröße deine Handstärke widerspiegelt). Will man die Hand gewinnen oder maximales value herausholen? In SnGs oder MTTs kann man je nach Turniersphase zufrieden sein, die Hand und damit die blinds einzustreichen. Im cashgame will man möglich viel value herausholen.

Gut ist es, eine Strategie vor der ersten Handlung zu haben. Deine wäre hier betten, (flop unabhänig)contibet,(turn unbahängig)contibet, river ?. Bleibst du deiner Linie treu, musst du auch den river setzen. Augen zu und durch? Lässt dir eben keinen exit offen.

Poker ist eben doch komplexer als man zunächst glaubt. Ich glaube, dass man mittlerweile ohne Information der Spielweise seiner Gegner langfristig im cashgame einen schweren Stand hat. Trackerprogramme und Tischauswahl bekommen einen immer höheren Stellenwert.

Wie gesagt, kommt ganz darauf an. Willst du konkretere und verlässliche Antworten, musst du deine Frage präzesieren. Limit, stackgrößen, deine Spielweise (zumindest wie dein Image am Tisch ist, hast du überhaupt eins), die Spielweise deines Gegners (hast du schon Infos), selbst wie die letzten paar Hände am Tisch verlaufen sind spielen eine Rolle, und auch das Image der Spieler, die nach dir und nach dem caller kommen.

Hoffe ich konnte dir ein paar Denkansätze mit auf den Weg geben. Viel Erfolg.

Geändert von Hessie-James (07-04-2010 um 08:11 Uhr).
 
Alt
Standard
10-04-2010, 12:28
(#3)
Benutzerbild von Ren_Flower
Since: Mar 2008
Posts: 87
Du hast bereits eine sehr gute Antwort von Hessie-James erhalten.

Da habe ich ohne Vermutungen wenig hinzuzufügen.

Angenommen ich sitze mit JJ in früher Position mit 80 Cents am Tisch, würde ich durchaus hin und wieder einen First-in Push spielen. In der Hoffnung gegen AK kleiner Favorit und gegen kleinere Paare grosser Favorit zu sein. Zudem kann ich mir später schwierige Entscheidungen ersparen.

Mit 40 Cents Stackgrösse könnte ich auch pushen mit 88 nachdem vorher Limp-Limp-Limp... gespielt wurde, oder ich könnte mit limpen um auf Set-Value zu spielen. Nur möchte ich mich dann gerne verdrei- oder vervierfachen.

Ich teile die Ansicht, dass das Spiel wirklich komplexer ist, als es vielleicht nach den ersten Fernsehsendungen erscheinen mag.

Nur den Aspekt mit der Tracking-Software kannst Du wohl bis NL50 gut weglassen.