Home / Community / Forum / Poker Forum / Poker Ausbildung / Poker Handanalysen /

Generelle taktische Frage bzgl. Contibets

Alt
Standard
Generelle taktische Frage bzgl. Contibets - 16-05-2010, 08:30
(#1)
Benutzerbild von bieLe
Since: Oct 2008
Posts: 208
BronzeStar
Hiho,

ich würde gerne mal etwas generell diskutieren bzgl. Contibets.

Beispiel:
Early Blindstage (20/10, Stacks 1500, 1st Hand).
Es wird bis zu Person A im BU gefolded und er findet AK. Er raised auf 4x BB (80), SB folded, BB callt mit 77 auf Setvalue. Alles erstmal ganz normaler Standard-Kram.

Pot ist bei 170, Flop kommt z.B. Q-8-3 rainbow, also recht trocken. Wenn ich jetzt rein nach Lehrbuch spielen würde mit dem Paar 7ern, würde ich doch einfach checken und bei einer Bet die Hand aufgeben, z.B. Contibet von AK in Höhe von 100.

Der Gegner muss doch aber nicht zwangsweise hier etwas haben. Vom BU würde ich ihn da auf Hände setzen können, wie z.B.:

88+, 66-22, A2s+, KTs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s, 54s, A2o+, KTo+, QTo+, JTo

= 54 Hände (77 mal ausgeschlossen)

Wenn der BB jetzt selbst anspielen würde in Höhe von 100+, mit was könnte der BU dann überhaupt callen/raisen?

QQ,88,33,AA,KK,KQs,KQo,QTs+,QTo+

= 11 Hände

Die BU-Range könnte sogar noch weiter gefasst sein, wobei natürlich auch mehr Qx Kombinationen reinkommen könnten, also belassen wirs mal dabei.

Also kann der Gegner 11/54 Hände weiterspielen, ohne rein spekulativ vorzugehen und das sind knapp über 20%...

Wär es rein aus diesem Blickwinkel betrachtet nicht sinnvoll generell selbst zu betten? Auch mit ner Hand wie AJs in diesem Falle? Der Gegner würde ja bei einem Check in Position laut Lehrbuch eh anspielen und ich hätte rein taktisch fast nur noch die Möglichkeit hier zu 3-betten, was meinem Stack aber merklich wehtun kann, wenn der Gegner AI reraised, da er getroffen hat und ich aufgeben muss... Wenn er auf meine Out-of-Position-Contibet raisen würde, würde ich auch aufgeben, hätte mir aber Chips gespart im Gegensatz zum Check-Raise und gleichzeitig noch die Möglichkeit wahrgenommen den Pot direkt selbst zu gewinnen ohne viel Chips zu riskieren.

Würde ich mal gerne Meinungen von wirklich erfahrenen Intelli-Turnierhasen zu hören

Ist wahrscheinlich auch ne Stil-/Prinzipienfrage, aber sowohl Literatur als auch Handhistories der ersten MTT-Garde zeigen ja, dass Aggression mit der wichtigste Faktor ist und den Unterschied ausmachen kann.

Vielleicht nicht in einem oder zwei Turnieren, aber longterm zahlt es sich ja anscheinend aus :/

Bin mal gespannt auf Antworten!

Gruß Bastian
 
Alt
Standard
16-05-2010, 12:33
(#2)
Benutzerbild von AreA cC
Since: Jun 2008
Posts: 1.292
das problem ist dass ein guter gegner spätestens nach dem 3. mal merkt was du da machst und dich dann einfach postflop in position ausspielt.
 
Alt
Standard
16-05-2010, 15:15
(#3)
Benutzerbild von FiftyBlume
Since: Jan 2009
Posts: 1.950
Das Problem ist, dass nich jeder so folded wie du das glaubst.
Meiner Meinung nach gibt es mehr als genug Leute die hier mit Händen wie AK drüberpushen oder auch mit A8, irgendwelchen Draws, oder wie auch immer(TT,JJ)....deshalb ist das vermutlich nicht ganz so geschickt oop zu betten...

Btw sind es 7*6+5*6+12*4+3*4+2*4+7*4+12*12+3*12+2*12+12
=42+30+48+12+8+28+144+36+24+12
=120+20+28+180+36
=374 Kombinationen preflop

Postflop sind es dann noch:
5*6+16+32=78 Kombinationen

Also kann er -laut deiner Range- in 78 von 374 Fällen weiterspielen.
 
Alt
Standard
17-05-2010, 00:57
(#4)
Benutzerbild von ElHive
Since: Sep 2007
Posts: 1.841
Macht keinen Sinn hier zu donkbetten, da du dich so nur gegen bessere Hände isolierst (schreibst du ja selber) bzw. Gefahr läufst, dass der BU dich von der besseren Hand runterbluffed.

--> Check/Call und Turn neu evaluieren is IMO die beste Line.

Ist das Board drawheavy, kannst du easy check/fold spielen, da du meist nur relativ wenig equity hast, auch wenn du am Flop evtl. noch vorne bist.


ICH WAR WAR WIEDER KLARER FAVORIT(AUS MEINER SICHT ALS ICH DIE KARTEN MEINES GEGNERS NOCH NICHT KANNTE)

Bracelet Winner of BBVSOP 2009 Champions Event